Chancen und Risiken der Selbstliebe – Von Trump Donald über Tramp Charlie zu Steve Jobs – Gedanken zum Narzissmus und der notwendigen Liebe zu uns selbst und unseren Werken – (WehrWolter – ww 270 – Hans Wolter)

„Als ich begann mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ist Selbstliebe.“ (Charlie Chaplin an seinem 70sten Geburtstag)

 „Zeig mir jemanden ohne Ego, und ich zeig dir einen Verlierer.“ (Donald Trump)

Gesunde Selbstliebe ist wichtig für unsere seelische Gesundheit, aber nicht unbedingt selbstverständlich. Wobei schon im Bibelwort: „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ zum Ausdruck kommt, dass eine positive Beziehung zu uns selbst die Voraussetzung darstellt, auch den anderen Menschen lieben zu können. Ich möchte gerne für eine gesunde Selbstliebe werben und diese vom ungesunden Narzissmus abgrenzen. Wie viele Dinge im Leben geht es auch hier um das rechte Maß. Weiterlesen …

Terror & Stürme im September: Olympia-Attentat, Schleyer-Entführung, 09/11 – RAF bis IS-Terror heute– Hurrikan Irma und Gedanken zu menschlich gemachten Naturkatastrophen – (WehrWolter – ww 269 – Hans Wolter)

Es geht um: Terroranschläge, damals und heute – September als Umbruchsmonat – „In Terror steckt Error“ – Das Unbehagen in der Kultur – Diktatoren, Kriminelle und Suchtkranke tendieren zu Outlaws mit kindlichem Allmachtsdenken -Terror ist eine Abkürzung – Islamische Attentäter sind vom Tod fasziniert – nicht intakte Familien und der Hass auf die Väter – Radikalisierung in der Entwurzelung der Religion von ihrer Kultur – junge Menschen mit apokalyptischem Blick auf die Zukunft – Nihilismus und Paradies – Hurrikane wie Irma können von jetzt auf gleich den stabil geglaubten Rahmen der Menschen radikal wegpusten. Vergleichbar mit Terror, der menschlich hergestellten Katastrophe – Wir brauchen hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven die nicht nur am Konsum orientiert sind.

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Aachen- Tihange: Die Ausgabe von (Jod)Tabletten gegen die Angst hat auch ohne radioaktiven Ernstfall bereits eine psychologische Wirkung – (WehrWolter – ww 268 – Hans Wolter)

Die Angst vor einer radioaktiven Verseuchung ist groß in Aachen. Angst ist überlebungstechnisch gesehen der wichtigste Affekt den Menschen und Tiere haben. Nur sind diese Ängste sinnlich nicht direkt wahrnehmbar. Fakt ist, das es die belgischen Verantwortlichen bisher noch nicht geschafft haben, die Pannenreaktoren vom 60 km entfernten Tihange stillzulegen. Trotz zahlreicher Beschwerden aus dem betroffenenUmkreis. Deshalb hat man in Aachen und den angrenzenden Kommunen begonnen dafür sorgen, dass wenigstens die Bürger einen kleinen Schutz in Form von Jodtabletten im Haus bereit liegen haben. Weiterlesen …

SelbstWerdung: Ideen zu Goethes 268. Geburtstag: „Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.“ Der abenteuerliche Weg zum Selbstbewusstsein: im Auf-und Ab von LebensVerDichtungen – (WehrWolter – ww 267 – Hans Wolter)

Goethe wurde am 28. August 1749 im auslaufenden Sommer geboren. Für viele Zeitgenossen scheint er antiquiert zu sein. Fack ju Göhte? Ich finde ihn immer wieder spannend! Daher wage ich anlässlich seines 268. Geburtstags einen kleinen Ausritt auf dem Entwicklungs-Weg seiner schwindelerregenden SelbstWerdung: von einer geburtlichen Nahtoderfahrung, über die Berufung im zweiten Bildungsweg, die Überwindung einer psychischen Impotenz in seinen sexuellen Italienerlebnissen, der Win-Win-Situation mit Schiller, zur produktiven Einsamkeit und Alters-Weisheit ~

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Cristiano Ronaldo wurde erneut zum besten Fußballer Europas gewählt – Von Leistung, Bewunderung, SehnSucht und Liebe – Zwischen Faszination & Traurigkeit – (WehrWolter – ww 266 – Hans Wolter)

Der Superstar Cristiano Ronaldo ist für mich ein Ikarus, der aus schattigen Startbedingungen der Sonne erstaunlich nahe kommt. Vom Licht & Schatten des Narzissmus zum Segen gelungener Selbstliebe. Weiterlesen …

Gamescom – Leben und Leben (über-) lassen – Überlegungen zum digitalen In-der-Welt-Sein – Luzifer war auch mal Engel – Vom Erweiterungs- & Suchtpotential im Internet – (WehrWolter – ww 265 – Hans Wolter)

„Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit.“ (Piotr Czerski, polnischer Dichter)

Was haben die Spielmesse Gamescom und die digitale Welt des Internets mit Träumen, Phantasiewelten, Stilllegung und dem gefallen Engel und Lichtbringer Luzifer zu tun?

Kurz zusammengefasst: Sind Computerspiele und das Eintauchen in die digitalen Welten des Internets ein Machwerk des Teufels oder sind sie Lichtbringer? – Träume sind bewegtes Probehandeln das Stilllegung voraussetzt – Computerspiele ähneln luziden Träumen – Das diesjährige Motto „Einfach zusammen spielen“ ist nicht selten eine Umkehrung der Ausgangslage – Der Griff zum Handy kann die Zigarette ersetzen – Wenn Sehnsucht zur Sucht wird – Spielen als Probehandeln bringt weiter. Spielen als Ersatzhandeln legt still –

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Bußgelder nur für die Kleinen? Die Untätigkeit der Bundesregierung im Abgas-Skandal ist ein weiterer Skandal. Klima-Verschlechterung: auch im Vertrauen der Bürger auf Recht und Ordnung – (WehrWolter – ww 264 – Hans Wolter)

Neulich bekam ich eine „Schriftliche Verwarnung mit Verwarnungsgeld“, weil ich die zulässige Höchstgeschwindigkeit um wenige Stundenkilometer überschritten hatte. Einerseits ärgerlich, andererseits sehe ich es irgendwo auch ein, dass die Stadt dafür Sorge tragen muss, dass eine gewisse Ordnung eingehalten wird. Auch wenn es immer wieder Aktionen gibt, die ich mehr als Geldbeschaffungsmaßnahme ansehe, als dass sie wirkliche pädagogisch motiviert wären. Meine Grundbereitschaft in das Vertrauen auf Ordnung in unser Gemeinwesen wird allerdings in letzter Zeit zunehmend strapaziert. Weiterlesen …

Kunst auf 229 Mauer-Metern – „Beyond the Wall – jenseits der Mauer“ – WEST Side Gallery – Die größte Leinwand Europas – Mauern spalten Lebendigkeit – Installation zum Alltag im DDR-Grenzgebiet – (WehrWolter – ww 263 – Hans Wolter)

Politiker machen sich die Welt, wie es ihnen gefällt. Der eine mauert mit der Realität, der andere macht mit Mauerdrohungen Wahlkampf. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ sagte der damalige Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 noch in einer Pressekonferenz, um keine zwei Monate später eine gewaltige zu errichten. Donald Trump tönte im Wahlkampf 2016: „Ich werde eine große Mauer bauen – und niemand baut Mauern besser als ich, glauben Sie mir – und ich baue sie sehr kostengünstig. Ich werde eine große, große Mauer an unserer südlichen Grenze bauen und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen.“

Was Mauern anrichten können, mussten wir Deutschen schmerzhaft erfahren. Politikern können wir nicht immer trauen. Das gilt nicht nur für Diktaturen. Leider. Damals wie heute.  In Berlin dokumentiert eine riesige neue Installation die Schärfe und Brutalität dieses perfiden Bauwerks.

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Danke Usain Bolt! – Den richtigen Mix zwischen Lässigkeit und Zuspitzung finden, dann klappt es auch mit unserem Gold. Nicht nur im Sport – (WehrWolter – ww 262 – Hans Wolter)

Den vierten Weltmeistertitel über 100 Meter verpasste Usain Bolt um 0,03 Sekunden. Eigentlich schmälert dies aber nicht das Ende seiner einzigartigen Karriere. Das Publikum hätte ihm den Sieg gegönnt und buhte stattdessen den „Spielverderber“ Justin Gatlin (USA) aus.

„Genießt, was ihr tut! Und wenn es euch keinen Spaß macht, dann tut es nicht. (Usain Bolt) – Was mich an ihm fasziniert ist die Art, wie er mit seiner Arbeit und scheinbar auch seinem Leben umgeht. Er beherrscht den richtigen Mix zwischen Lässigkeit und punktgenauer Höchst-Präsenz. Von ihm können wir an dieser Stelle einiges lernen. Viele gehen im Zusammenhang mit Leistungsanforderungen zu streng mit sich um und verkrampfen dabei rasch. Weiterlesen …

Kleines Plädoyer für ein friedliches Mit-und-Gegeneinander – Öffentlichkeit verringert Impulsdurchbrüche – Videobeweis als outgesourctes Über-Ich – Confederations Cup 2017 – (WehrWolter – ww 261 Hans Wolter)

Schlagworte: Überlegungen über den Fußball hinaus – Sport als Sublimierung kriegerischer Auseinandersetzung – Das Zusammenspiel von Affekten in einem geregelten Rahmen – Der öffentliche Blick verringert Aggressionen – Überwachungskameras als Prothese eines schwachen Über-Ichs – Freiheit braucht einen schützenden Rahmen – Weiterlesen …

Das JA-Wort zur Ehe für alle – Trauen hat mit Mut zu tun – Ein Sieg für Bindung und Toleranz – Von kalten zu heißen Kulturen – Die Psyche ist gesünder im MitBewegen – (WehrWolter – ww 260 – Hans Wolter)

Das erste Halbjahr 2017 geht mit einer historische Stunde im Bundestag zu Ende. Nach jahrzehntelangem Streit hat das Parlament die Ehe für Homosexuelle beschlossen. Das war möglich, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Vorschlag der Gewissensentscheidung den Weg hierzu freigemacht hatte. Sie selbst stimmte mit Nein. Das ist Demokratie. Neben SPD, Linken und Grünen stimmte auch ein Viertel der CDU/CSU-Fraktion für die völlige rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen.
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Fukushima: Kampf der Betroffenen gegen die Verdrängungsversuche von Staat & Atomlobby – Tepco-Chef steht endlich vor Gericht – Über Sinn und Unsinn von Verdrängung. Beim Einzelnen und in Systemen. – (WehrWolter – ww 259 – Hans Wolter)

Fukushima: Warum hat es die Bewohner der Unglücksprovinz mehr als fünf Jahre gekostet, den damaligen Tepco-Chef Tsunehisa Katsumata (77) und zwei weitere Verantwortliche vor ein Strafgericht zu bringen? Nach meiner Einschätzung haben der Staat und die Atomlobby hier ein starkes Verdrängungsmotiv. Der Staat könnte weiter das Ziel einer (Energie-) Autonomie Japans verfolgen, die Atomlobby will natürlich ihren wirtschaftlichen Gewinn weiter absichern.

Individuen verdrängen, indem sie aktiv versuchen zu vergessen. Dieser Prozess geschieht weitgehend unbewusst. Systeme versuchen über bürokratische Verschleppungen zu verdrängen. Das passiert nicht unbewusst, häufig aber unbemerkt. Jahrelange Prozesse sollen die Gegner einschläfern. Allerdings: Verdrängung ist nur kurzfristig gedacht eine Ersparnis. Weiterlesen …

„Schon als ich noch ein kleiner Junge war, … wollte ich immer nur eine Musik machen, … die die Herzen der Menschen öffnet… Das war mein Traum.“ (Daniel Dareus, Wie im Himmel) – R.I.P. Mikael Nyqvist – (WehrWolter – ww 258 – Hans Wolter)

„Schon als ich noch ein kleiner Junge war,… wollte ich immer nur eine Musik machen,… die die Herzen der Menschen öffnet… Das war mein Traum.“ (Daniel Dareus, Mikael Nyqvist)

„Wie im Himmel“ Die Geschichte in der der ausgebrannte Stardirigent Daniel Dareus seine Lebenskrise – die in Depression und Herzinfarkt beinahe versinkt – erfolgreich überwindet, steht im Ranking meiner Lieblingsfilme ganz oben. Der schwedische Schauspieler Mikael Nyqvist ist im unfassbar frühen Alter von 56 Jahren gestorben. Er verlor den Kampf gegen den Lungenkrebs.

Mich hat er besonders in seiner Lebensrolle „Wie im Himmel“ bewegt. Daher versuche ich in der Fokussierung auf diesen Film einen kleinen Nachruf für ihn zu verfassen. Weiterlesen …

Vater-Bilder wirken. Besonders in Abwesenheit. – Von Kohl & Kafka über Niki de Saint Phalle und Picasso zu Dostojewski & Freud (WehrWolter – ww 257 – Hans Wolter)

Das Leben ist wie ein Kartenspiel; wir werden geboren, ohne die Regeln zu kennen, aber jeder von uns muss mit dem Blatt spielen, das er bekommt. (Niki de Saint Phalle)

Im Juni 2017 starb Helmut Kohl. Für die Söhne scheint es eher ein Trauerspiel als Trauer zu sein. Darüber wurde das Thema „Vater“ zum Wochenmotiv in unserem „Club der lebenden Poeten“. Unsere Facebookgruppe knöpft sich wöchentlich ein neues Thema vor. Ich war erstaunt, wie viele persönliche Beiträge zu Missbrauch und Misshandlung auf Ausdruck drängten und intensive Anteilnahme erfuhren. Natürlich gab es auch zahlreiche positive Beiträge zum Phänomen Vater. Weiterlesen …

Helmut Kohl – R.I.P. – Ein Realist der bei der deutschen Einheit und der europäischen Einheitswährung – zur rechten Zeit am rechten Ort – den Mantel der Geschichte am Zipfel packte – (WehrWolter – ww 256 – Hans Wolter)

Helmut Kohl ist tot. Nicht unerwartet, aber doch irgendwie auch plötzlich. Sicher war er nicht das, was ich einen Charismatiker nennen würde. Das war für mich eher eine Persönlichkeit wie Michail Gorbatschow, mit dem er das unerwartete Glück hatte, die deutsche Einheit aushandeln zu können. Kohl war in meinen Augen ein kluger Realpolitiker, der seine geringere Ausstrahlungskraft mit emsiger Beziehungsarbeit gut zu kompensieren wusste. Auch wenn es zahlreiche Rivalen gab, die in der Öffentlichkeit mehr zu wirken wussten, gelang er zielstrebig ins höchste deutsche Amt. Mit seinen 16 Amtsjahren war er auch der längste Bundeskanzler unseres Landes. Länger als sein Vorbild und geistiger Wunschvater Konrad Adenauer. Weiterlesen …

Beziehung & Erziehung werden einfach, wenn wir uns gegenseitig vertraut machen – Entschleunigung und das rechte Maß zwischen Nähe und Distanz finden: hört sich einfacher an, als es ist – Vom HänschenKlein zum Kleinen Prinz – (WehrWolter – ww 255 – Hans Wolter)

Früher war vieles einfacher. Dachte man zumindest. In Deutschland achtete man in Erziehung und Beziehungen mehr auf äußere Formen. Die empathische Einstellung auf das jeweilige Individuum stand nicht im Mittelpunkt. Sie wurde teilweise sogar als „gefährlich“ angesehen. „Wehret den Anfängen.“ Man befürchtete, Kinder oder Partner zu sehr verwöhnen zu können. Da stecken Menschenbilder von Gier und Maßlosigkeit hinter. Bilder denen wir ab und zu nochmal im Protest gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf deutschen Autobahnen begegnen. Um diese Triebhaftigkeit zu kontrollieren, verfiel man ins Gegenteil. Formalität, Sachlichkeit und vermeintliche Objektivität waren auch im sozialen Miteinander wichtiger, als der individuelle Mensch und das subjektive Empfinden. Kontrolle kann streckenweise vielleicht vor Willkür und Gefühlsausbrüchen schützen. Meist weisen aber diese Beziehungen weniger Tiefe und Echtheit aus. Damit geht nicht nur geringere innere Stabilität einher, es führt auch zu weniger Motivation und Leistungsvermögen. Vor allen Dingen führt es zu weniger Selbst-Vertrauen. Weiterlesen …

Wenig nobel, aber formal korrekt: Bob Dylan hält es mit Mark Twain: „Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.“ – Last-Minute-Nobelvorlesung – Der Meister lässt sich nicht sehen, aber hören – „Literatur die mich prägte“ – (WehrWolter – ww 254 – Hans Wolter)

Nun hat er es doch noch gemacht. Insgesamt nicht nobel, aber formal gerade noch korrekt, um sein Anrecht auf das enorm hohe Preisgeld zu wahren. Nobelpreis to go. Bob Dylan, der 76-jährige Sänger nahm schon den Preis an sich erst mit monatelanger Verspätung entgegen. Gewissermaßen im Nebenbei. Vom Status ist ein Nobelpreis immer noch so etwas wie die Aufnahme in den Olymp. Bedingung ist noch eine entsprechende Rede. Wie eine Antrittsvorlesung nach der erfolgten Aufnahme in den Kreis der Noblen. Diese nahm der singende Poet am 4. Juni in Los Angeles bei leiser Klavierbegleitung auf. Darauf erfolgte die unpersönliche Zustellung an die schwedische Akademie. Das Akademie-Mitglied Sara Danius fand eine lobende Einschätzung: „Die Rede ist außergewöhnlich“. Mir gehen bei diesem Auftritt verschiedene Fragen durch den Kopf; wie: Wird reale Präsenz überschätzt? Sind wir womöglich präsenter, wenn wir fern bleiben? Spielt Dylan mit dem Paradox von Achtung? Weiterlesen …

Stop Tihange – Kettenraktion: 90 km Menschenkette – Tihange – Lüttich – Maastricht – Aachen – Demo am 25. Juni fordert Abschalten des umstrittenen belgischen Atom-Meilers – Petition change.org – (WehrWolter – ww 253 – Hans Wolter)

Wegen Tausender kleiner Risse in den Reaktorbehältern von Tihange 2 und Doel 3 ist für deutsche Experten zweifelhaft, ob die Reaktoren bei Störfällen sicher sind. Die belgische Atomaufsicht hält sie aber für sicher. Gegen den Betrieb hat sich eine Allianz aus 90 Kommunen an der Grenze formiert.

Die Schweizer haben sich aktuell mit deutlicher Mehrheit für den Atomausstieg und eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Nach Fukushima setzte sich auch die Physikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel erfolgreich für einen Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft ein. Das finde ich bemerkenswert. Zumal in der eigenen Partei und der Atomlobby viele Gegenstimmen laut wurden.  Aber in angrenzenden Nachbarländern sieht es anders aus. In Belgien ist der umstrittene beschädigte Atommeiler in Tihange wieder aktiv geworden.

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Bond, James Bond – Roger Moore R.I.P. – Was will der Mann, wenn nicht das eine? Manchmal: einfach nur spielen! – 007: Der vaterlose Held für vaterlose Söhne – (WehrWolter – ww 252 – Hans Wolter)

„Keiner macht es besser – in Liebe, Daniel“ Daniel Craig, der aktuelle James Bond zollt seinem Vorgänger Respekt. Die ganze 007-Familie trauert.

Der britische Schauspieler und James-Bond-Darsteller Sir Roger Moore ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Familie des Britten schrieb auf: „Mit schwerem Herzen müssen wir mitteilen, dass unser geliebter Vater, Sir Roger Moore, in der Schweiz nach einem kurzen, mutigen Kampf gegen den Krebs verstorben ist.“

Roger Moore war für viele DER James Bond. Mir gefielen die alten Filme besser als die aktuellen. Da gab es noch den typischen smarten britischen Humor, den Moore unverwechselbar lebte. Die globalisierte Gleichmacherei tut meines Erachtens der Marke überhaupt nicht gut. Vielleicht gibt es durch den Brexit ja eine Rückbesinnung in neuem Zwirn? Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal über das Phänomen 007 geschrieben. Der Agent ist nicht nur ein Frauenheld. Da Männer für ihr Leben gerne spielen, gab es bei den englischen Agenten auch immer viel verrücktes Technik-Spielzeug. Da rettete Mann sich schon mal mit seiner Uhr oder mit Spezialeffekten im Schuhabsatz. Hierzu gleich noch ein wenig mehr. Zunächst noch einmal kurz zurück zum Helden. Weiterlesen …

Gewalt als Abwehr von Angst & Benachteiligung – Opfer-Täter-Verkehrung als Nachwirkungen der totalitären DDR – Studie zu „Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland“ (Iris Gleicke) – Versuch einer psychologischen Einordnung – (WehrWolter – ww 251 – Hans Wolter)

Auch wenn die Mauer sichtbar schon vor fast 30 Jahren gefallen ist, in der Seele, vor allen Dingen in der Seele des Ostens, wirkt sie noch deutlicher nach, als wir es wahrhaben wollen, stärker als es uns lieb ist. So wie die Menschen dort früher Opfer autoritärer Gewalt und Benachteiligung waren, so gibt es heute offensichtlich eine verstärkte Neigung zur Rollen-Verkehrung in die Position der Täter. Weiterlesen …

Seifenblasenträume auf Reisen: Circus Roncalli: Vor 41 Jahren starteten Bernhard Paul & André Heller: „Die größte Poesie des Universums“ – Clown Zippo feiert seinen 70sten – (WehrWolter – ww 250 – Hans Wolter)

Als der Grafikdesigner Bernhard Paul gemeinsam mit André Heller, dem Wiener Chansonnier und Aktionskünstler am 18. Mai 1976 ihre erste Circus-Roncalli-Vorstellung gaben, wurde rasch klar, dass sie die bisherige Welt des Zirkus ver//rückten. Sie dachten groß und legten Wert auf das Kleine. Das nicht bescheidene Motto ihrer ersten Vorstellung als Auftakt des „Bonner Sommers“ lautete: „Die größte Poesie des Universums“

Direktor Bernhard Paul feiert aktuell am 20. Mai seinen siebzigsten Geburtstag. Er legt auch heute noch Wert auf die Feststellung, dass er der Gründer des Zirkus ist. In ihm sehe ich das bodenständige solide Standbein. André Heller war, nach meiner Einschätzung, das visionäre Spielbein dieser neu entworfenen Zirkuswelt. Seine künstlerisch kreativen Impulse und inneren Bilder scheinen mir die ursprüngliche Initialzündung für die poetische Traumhaftigkeit zu sein, die Roncalli so einzigartig anders machte.

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„Liebe deinen Körper wie er ist, er ist der einzige, den Du hast!“ (Taryn Brumfitt) Dokumentarfilm „Embrace“: Plädoyer gegen den Schlankheitswahn, Body Shaminig & GNTM- Gedanken zur Psychologie der Körperwahrnehmung – (WehrWolter – ww 249 – Hans Wolter)

Aktuell startet der Dokumentarfilm „Embrace“ in den deutschen Kinos. Er ist ein engagiertes Plädoyer gegen den Schlankheits- und Jugendwahn der Gesellschaft und für die Vielfalt weiblicher Schönheit. Nach einer kurzen Vorstellung des Films mache ich mir einige Gedanken zum psychologischen Hintergrund der weiblichen Körperwahrnehmung.

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Love out loud – Carolin Emcke wirbt auf der re:publica in Berlin gewohnt wortmächtig für Empathie im Internet – (WehrWolter – ww 248 – Hans Wolter)

„Wir wollen die Welt nicht den Arschlöchern überlassen“, lautet der deutliche Appell zu der Eröffnung der 11. re:publica. „Wir müssen Solidarität zeigen, nicht nur weiterscrollen und wegklicken.“ Die Kommunikationsfreiheit sei bedroht.

„Eine Gesellschaft, in der jeder nur sich selbst rettet, ist keine Gesellschaft“. Wer gedemütigt und verletzt wird, solle nicht sich selbst wehren müssen. „Es braucht andere, die widersprechen, die nicht gemeint sind, aber sich gemeint fühlen“ betonte Carolin Emke in Berlin zur Eröffnung größten Digitalkonferenz auf unserem Kontinent.

Die Friedenspreisträgerin machte sich wortmächtig Gedanken über das diesjährige Motto „Love out Loud“. Emke warnte das Publikum, nur sich selbst zu sehen, sonst bliebe nichts als ein „neolibertäres Spektakel“. Sie bekam am Ende ihres Vortrags Standing Ovations. Weiterlesen …

„Als ich begann mich selbst zu lieben …“ Charlie Chaplin: „Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.“ – Was wir vom kleinen, großen, weisen Tramp auch heute noch lernen können … – (WehrWolter – ww 247 – Hans Wolter)

„Als ich begann mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich ihn mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten. Heute nenne ich diese Verbindung Weisheit des Herzens.“ (Charlie Chaplin)

662 Tramps feierten im April wieder Charlies Geburtstag. Chaplins Gedanken zur Selbstliebe halte ich für ganz zentral und sehr gut verwortet. Er teilte sie uns in einer Rede zu seinem 70sten Geburtstag selbst mit. Als Psychologe und Psychotherapeut sehe ich in meiner täglichen Arbeit, dass die Selbstliebe der Dreh- und Angelpunkt einer guten Lebensbewältigung darstellt.

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Alles neu macht der Mai – Vom AnfangsZauber und AnfangsÄngsten – Gedanken zum Einfluß des Stirb-und-Werde-Rhythmus der Jahreszeiten auf unsere Seele– (WehrWolter – ww 246 – Hans Wolter)

Anfänge sind nicht immer leicht. Dem Anfang geht ein Ende voraus und der weitere Lauf ist ungewiss. Oft haben wir keine Wahl. Unser Leben fließt, ruckelt und scheint auch schon mal zu stagnieren. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ ermutigt uns der Schriftsteller Hermann Hesse. „Ich habe ganz große Angst anzufangen“ gesteht uns die Tänzerin Pina Bausch. Die Natur zeigt uns, dass wir in einen ständigen Wechsel von Anfang und Ende unausweichlich eingebunden sind.

Der moderne Mensch hat Möglichkeiten dem alltäglichen Auf und Ab von Tag und Nacht oder dem Stirb-und-Werde der Jahreszeiten zu entgehen. Über Rundumbeleuchtung, Fernsehen, Internet und Flüge rund um den Globus können wir uns sinnlich ausklinken. Das kann als befreiend erlebt werden. Es kann aber mit Gefühlen von Entfremdung und Haltverlust einhergehen. Weiterlesen …

Art Cologne – Kunst als Sex der reifen Jahre? – (WehrWolter – ww 245 – Hans Wolter)

Artig präsentiert sich die Kunst auf der Kölner Messe. Hier geht es mehr um Verkauf, als um Verrückung. Frei nach Beuys, sehen sich auch die Besucher als Künstler. Kunstvoll rausgeputzt bewegt man sich durch die Hallen heiliger und niederer Künste. Das hat etwas mit Lust und Hoffnung zu tun. Mehrheitlich sieht man hier die reiferen Jahrgänge. Mal elegant, mal pfiffig, weniger nachlässig und ab und zu originell. Schön anzusehen. Sehen und Gesehen werden, lachen und ein wenig fachsimpeln. Dazwischen einen Schampus. Ein DaGehtNochWas flirt durch die Räume. Ich frage mich spontan: Ist Kunst der Sex der reifen Jahre? Weiterlesen …

„Bunt statt Bla“: Kölner Bürger & Künstler im Schulterschluss gegen das „Geschäft mit der Angst“ der Rechtspopulisten – Liveticker von den Protesten rund um den AfD-Parteitag in Köln – Lebendige Vielfalt gegen radikale Einfalt – (WehrWolter – ww 244 – Hans Wolter)

Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dass ein Parteitag einer regulären Partei jederzeit reibungslos möglich sein muss. Problematisch finde ich, dass führende Köpfe dieser sogenannten „Alternative für Deutschland“, kurz:  AfD, immer wieder Öl ins Feuer der Radikalisierung und Aufspaltung gießen. Weil sie sich erhoffen, am Ende von dieser Zuspitzung zu profitieren. Sie möchten gerne als Opfer dastehen, arbeiten im Hintergrund aber selbst als Täter. Das ist ja die Masche aller Populisten, die gegenwärtig damit tatsächlich auch Stimmen gewinnen. Sei es Le Pen in Frankreich, Erdogan in der Türkei oder vor kurzem Donald Trump in den USA. Weiterlesen …

Politisch aktiv werden & gemeinsam dem Rückgang der Demokratie entgegenwirken! – AfD-Parteitag – „Köln stellt sich quer“ & „Köln gegen Rechts“ – Doppel-Demo auf dem Heumarkt – Christen beteiligen sich mit: „Unser Kreuz hat keine Haken“ – (WehrWolter – ww 243 – Hans Wolter)

Erschreckende Zunahme des Rechtspopulismus, nationale Alleingänge, Brexit, America first: wäre es dazu gekommen, wenn die Wähler, wenn die Mitte unserer Gesellschaft, wachsamer und aktiver gewesen wären? Relativer Wohlstand und mehr passiv mediales als aktiv reales Engagement scheinen uns müde gemacht zu haben. Die Jungen in England sind erst nach der Brexit-Entscheidung aufgewacht. Selbst amerikanische Wahlforscher hätten den Sieg eines Donald Trumps nicht für möglich gehalten.

Die Karten werden gegenwärtig neu gemischt und wir müssen mitmischen. Ansonsten gehen uns Errungenschaften unserer Demokratie verloren. Fatalerweise passiert das auf demokratischen Wegen. Weiterlesen …

Mut & Geschick zur Führung: Konrad Adenauer – Macht im Dienste des Gestaltungswillen: Köln vor der NS-Diktatur, Deutschland zurück zur Demokratie, hin zu Europa – Versuch einer persönlichen Einschätzung – (WehrWolter – ww 242 – Hans Wolter)

Man muss Dinge auch so tief sehen, dass sie einfach werden (K.A.)

Denk mal an Konrad Adenauer (05.01.1876 – 19.04.1967) – Anlass: Doppeljubiläum: 50. Todestag & vor 100 Jahren (18.09.1917) Wahl zum Kölner Oberbürgermeister

Meine Favoriten der jungen Bundesrepublik waren eher Heinrich Böll und Willy Brandt. Also erklärte Gegenspieler des „Alten“. Dies schicke ich vorsorglich vorweg, damit der Leser nicht in einer nahezu reflexartig auftretenden Gegenposition verharrt. Vielleicht hat es etwas mit der Emanzipation gegenüber den Vätern und Müttern zu tun, dass dieser Reflex häufig auftritt. So zumindest meine Beobachtung. Immer dann wenn man Stellung zu herausragende Persönlichkeiten bezieht. Zweifellos:  wer im hellen Bühnenlicht steht, wirft naturgemäß auch große Schatten.

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Urban Art! Biennale 2017 – Junge freche Kunst im flirtiven Dialog mit dem melancholischen Charme einer rostigen Eisenwelt – Streifzug durch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte – (WehrWolter – ww 241 – Hans Wolter)

In diesem Jahr fiel unser Osterspaziergang etwas aus dem Rahmen. Auf vielfältigen Wegen durch eine faszinierende alte Industriekultur konnten wir in einer inspirierende Atmosphäre aus Kunst, Technik und Natur eintauchen. Unser Streifzug durch das UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte erstreckte sich auf sieben Kilometer über ungezählte Stufen. Kaum zu glauben, dass hier einmal bis zu 17.000 Menschen in einer höllenmäßigen Atmosphäre zusammen gearbeitet haben. Schon das Nacherleben der alten Produktionsprozesse des beginnenden 20. Jahrhundert, rund um die Stahlerzeugung, hatte etwas Fesselndes. Besonders gelungen erscheint mir die Integration und Präsentation urbaner Kunst des 21. Jahrhunderts. In diesem Dialog gewinnen alle Beteiligten.

Nachfolgend versuche ich einmal unsere Streifzüge zu bebildern. Spontan habe ich die Perspektiven und Werke mit meiner Linse festgehalten, die mich persönlich beeindrucken konnten. In meiner Collage lege ich natürlich keinen Wert auf Vollständigkeit. Überhaupt, die Idee zu diesem Beitrag, ist erst nachher entstanden. Als ich abends meine Fotos sah, waren sie mir zu schade, sie einfach nur im schnelllebigen Facebook zu veröffentlichen.

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Ich bin dann mal weg – vom Paradox des Stirb und Werde – Gedanken zum Übergang der Karwoche ins Osterfest – am Beispiel: Hape Kerkelings wundersamem Weg von der Tragödie zur Komödie – (WehrWolter – ww 240 – Hans Wolter)

Im Übergang der Karwoche ins Osterfest feiern wir das Stirb und Werde des jüdischer Wanderpredigers Jesus von Nazareth. Etwa ab dem Jahr 28 trat er öffentlich in Galiläa und Judäa auf. Zwei bis drei Jahre später wurde er auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus von römischen Soldaten gekreuzigt. Zu Lebzeiten sind viele Wunder übermittelt. Nach meiner Vermutung haben sich einige, wie die plötzlichen Heilungen Kranker, tatsächlich ereignet, andere werden biblische Bilder im Sinne von Gleichnissen sein. Weiterlesen …

Was rückt Bob Dylan mit seinen Mysterienspielen bei der Abholung des Literaturnobelpreises ins Bild? – Der Meister des „I’m Not There“ spielt mit den Identitäten, dem Ineinanderfließen der Zustände, der Zeiten und Personen, mit der Auflösung des Ichs – (WehrWolter – ww 239 – Hans Wolter)

Bob Dylan ist doch noch leibhaftig erschienen. Kurz, wortkarg, ohne Öffentlichkeit. Mit mehr als drei Monaten Verspätung hat er sich seinen Literaturnobelpreis in Stockholm abgeholt. Die Inszenierung blieb mysteriös. Der Termin fand an einem geheimen Ort statt, bei seinem Konzert in der schwedischen Hauptstadt schweigt der Sänger zum Thema. Für das stattliche Preisgeld (840.000 €) muss er bis zum 10. Juni noch eine Vorlesung halten. Allerdings hat er bei der Gestaltung seines Auftritts viel Spielraum: Er kann eine kurze Rede halten, ein Lied singen oder sich per Video-Schaltung zu Wort melden.

 

Was will uns Bob Dylan mit seinem Fernbleiben wortlos sagen?

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Unsere Augen sind weder trocken, noch nass, sondern ein wenig feucht – und das lateinische Wort für Feuchtigkeit ist: Humor. Heinrich Böll wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Er hatte sehr gute Augen und Humor. – Wird der Literaturnobelpreisträger weniger gewürdigt, auch in Köln, weil er Dinge sah, die viele so nicht sehen wollten? – (WehrWolter – ww 238 – Hans Wolter)

Anfang des Jahres lernte ich René Böll, den Sohn des Schriftstellers Heinrich Böll persönlich kennen. Der zurückhaltende Mann lächelte, als ich ihm sagte, dass ich seinen Vater vor fast 40 Jahren für einen kleinen privaten Film einmal interviewt hatte. Durch sein aufflackerndes mildes Lächeln, stand sein Vater wieder vor mir. Nach diesem kurzen Gespräch ging er auf die Bühne. Dort fragte er sich, mich und das Publikum zum Auftakt des Böll-Jahres, bei einem Vortrag im Bonner LVR-Museum, warum sein Vater von der Stadt Köln nicht mehr Beachtung und Würdigung findet. Vielleicht durch ein Museum oder ähnliches. Diese Frage wurde nicht beantwortet und war auch eher rhetorisch gestellt. Da ich auch schon mehrfach darüber nachgedacht hatte, möchte ich hier meine Ideen dazu kurz kundtun.

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Wenn Menschen uns gewaltsam in ihren Albtraum ziehen – Druck und Möglichkeiten zur Selbstinszenierung wachsen auch auf der dunklen Seite – Amokflug 4U9525 – Germanwings/ Lufthansa – ein trauriger Jahrestag – (WehrWolter – ww 237 – Hans Wolter)

Kurzzusammenfassung: Wir leben in einem Zeitalter der zunehmenden Selbstinszenierungen. Der Druck, in der Öffentlichkeit etwas darzustellen und die Möglichkeiten hierzu, sind enorm gestiegen. Vor zwei Jahren ließ ein Co-Pilot ein Flugzeug mit 150 Insassen absichtlich abstürzen. Das hat etwas von Judas: Verrat aus den eigenen Reihen. Wie lassen sich Suizide und Amokläufe psychologisch verstehen? Von der Psycho-Logik der Opfer-Täter-Verkehrung. Wie können wir uns gegen die zunehmende Verunsicherung wehren? Abwehrmechanismen: das Immunsystem der Psyche. Transparentmachen der Bedrohung ist effektiver als Verdrängung und blinde Abwehr. Die Eltern des Amokpiloten setzen durch ihren Medienauftritt in einer gruselige Art und Weise das Anliegen ihres Sohnes fort. Anstelle einer glaubhaften Entschuldigung, geht der Narzissmus seinen grausamen Weg weiter. Weiterlesen …

Tschö Poldi: Einer der großen Kölner Söhne hätte Dir ins Poesiealbum geschrieben: „Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke“ 100 Jahre Heinrich Böll – 130 Länderspiele Lukas Podolski – Lebensfreude trifft Melancholie – (WehrWolter – ww 236 – Hans Wolter)

Das Bild des Clowns bringt Poldi und Böll in einer ambivalenten Figur zusammen. Lebensfreude und Melancholie machen die Tiefe und den Charme Kölns aus.

Zunächst zum Ball. Fußball ist für uns mehr als ein Ballspiel. Fußball ist ein großer Mutmacher in unserem Alltag. Neues Spiel heißt neues Glück. Es gibt keine Kleinen mehr. Fußball kann Spiegel unserer inneren Tragödien und Lustspiele sein. Jede Woche neu. Nahezu täglich. Brot und Spiele waren schon bei den Römern fast Religion. Sie vereinten, unterhielten und faszinierten das Volk. Selbst als Zuschauer geraten wir in große Gefühls-Bewegung. Gestandene Männer können sich weinend in die Arme fallen, schimpfen, lachen und Kind sein. Verbundenheit fühlen mit tausenden Anderen. Standesschranken fallen für das eine Ziel: Unsere Mannschaft!

Die Religion Fußball hat ihre Priester, Jünger und Heiligen.

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„Romane schreibt man von innen nach außen“ Paul Auster auf der 17. lit.Cologne – Erfolgreiches Literaturfestival – Von der Freiheit des Wortes in der Türkei, den unveröffentlichten Tagebüchern von Heinrich Böll, Matthias Brandts Vatersehnsucht und Liedermacher Axel Bosse – (WehrWolter – ww 235 – Hans Wolter)

Auf der 17. lit.Cologne las Paul Auster aus seinem 17. Roman „4321“. Der US-Autor legte sein 1260-Seiten-Monument vor, während sein neuer Präsident am liebsten 140 Zeichen kurze Twitter-Botschaften in die Welt hinauspustet. Mit einem Rekord von 110 000 Besuchern ging am Samstag das Literaturfestival lit.Cologne erfolgreich zu Ende. Die Auslastung der 200 Veranstaltungen lag bei 95 Prozent. Das Kölner Literaturfestival setzte sich in diesem Jahr für verfolgte Schriftsteller in der Türkei ein. Weiterlesen …

Burnout: ist weniger ein Zuviel an Arbeit. Vielmehr ist ein Zuwenig an Anerkennung für psychische Erkrankung ausschlaggebend – Depression nimmt weltweit weiter zu – (WehrWolter – ww 234 – Hans Wolter)

Auf den Punkt: Seelische Erkrankungen nehmen deutlich zu. Wer viel arbeitet muss nicht krank werden. Wer wenig Anerkennung erfährt lebt ungesünder. Die Angst der Deutschen vor der Psyche. Psychotherapie als Kassenleistung war lange Zeit Garant des Wirtschaftswunders. Kapitaloptimierung zu Lasten der Lebensqualität. Politische Unruhen durch weitere Aufspaltung in Verlierer und Gewinner. Von Gewinner- und Verliererkrankheiten. Weiterlesen …

Über Verführbarkeit zum Extremismus und die psychologische Wirkung von Worten: Der gemeinsame Nenner zwischen Rechtspopulisten und radikalen Islamisten – Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ birgt eine gewaltige Sprengkraft – Paradoxe Intervention – (WehrWolter – ww 233 – Hans Wolter)

In Unterwerfungen gibt es nicht selten einen geheimen Pakt zwischen Tätern und Opfern. Wenn Herrschende ein Volk unterwerfen, ist das Volk nicht unschuldig. Wenn Rechtspopulisten vor der Gefahr fremder Machtübernahme oder „denen da oben“ warnen, wollen sie sich eigentlich an die gleiche Stelle setzen und eine tendenziell radikale Macht ausüben.

Dieses Phänomen greife ich am Roman „Unterwerfung“ des französischen Autors Michel Houellebecq auf. Ort des Geschehens: Frankreich im Jahre 2022. Französischer Präsident ist ein Muslimbruder. Humanistisch gesinnte Islamisten regieren das Land. Der Autor Michel Houellebecq entlarvt in seinem Roman die völkische Gesinnung, die vorgibt das Abendland vor dem Islam retten zu wollen. Dieses Buch steigerte nicht nur die Bekanntheit des Autors, löste nicht nur Diskussion, sondern auch reale Gewalt aus. Mit etwas Abstand könnte man es heute auch als Aufrüttelungsversuch verstehen. Im Sinne einer paradoxen Intervention.

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Köln schafft im Karneval den Spagat zwischen Heimat und Integration – Besonders in seinen Liedern – Alternative Fakten: zum Rosenmontagszug 2017 – „Mer Kölsche danze us der Reih“ lautet das Motto 2018 – Aktion: Kein Parteitag der AfD im Maritim – (WehrWolter – ww 232 – HansWolter)

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Genau deshalb können wir Kölner den Karneval auch besonders intensiv genießen. Der Blick auf das Ende lässt die Menschen intensiver leben. Im Angesicht der Endlichkeit des Lebens, erscheint uns Vieles klein und unbedeutend, was uns im Alltag vielleicht stört und aufregt. Köln ist eine Stadt, in der es sich irgendwie leichter leben lässt, als in vielen anderen deutschen Städten. Konrad Beikircher war nicht der erste, der Köln als die nördlichste Stadt Italien betitelt hat. Für die Römer war Colonia das schon von Anfang an. Sicher gibt es in Köln auch eine ganze Menge italienisches Blut. Sei es noch von den Römern oder den damaligen Gastarbeitern, die die ansässigen Fordwerke hier in den 60er und 70er Jahren angeworben hatten. Weiterlesen …

Ängste nehmen zu: daher auch Gewalt und die Sehnsucht nach starken radikalen Lösungen – Kleine Werbung für mehr BINDUNG – Gegen das Geschäft mit der Angst: Radikaler Islamismus, Flüchtlingsnot und Rechtspopulismus liegen in ihren Unsicherheiten nahe beieinander – Psycho-Logik und Bindungstheorie – (WehrWolter – ww 231 – Hans Wolter)

Kurz zusammengefasst: Meine These lautet: Die Abnahme von Bindungsqualität führt zu mehr Ängsten. Daraus resultieren: eine Abnahme der Einfühlungsfähigkeit, die Zunahme von Gewalt und die Sehnsucht nach einfachen radikalen Lösungen.

Meine Forderung: Wir müssen mehr in gute Bindungen, in qualitativ gute Zeit für unsere Kinder investieren

Zunahme von Ängsten – Sehnsucht nach dem starken Mann – Die Unberechenbarkeit eines Billy the Kid – Bindungsunsicherheiten nehmen zu, nicht nur bei traumatisierten Flüchtlingen, auch bei Menschen, die in ihrer frühen Kindheit weniger mitfühlende Bindung erfahren haben – Menschen, die mit sicheren Bindungen aufwachsen, sind bei Belastungen stabiler, das weiß man dank langjähriger Forschung – gibt es Zusammenhänge zwischen den Krippen der ehemaligen DDR und den größeren Fremdenängsten in Sachsen? – ausführliche Darstellung der psychologischen Bindungstheorie

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