Geld? Kann jeder! – Plädoyer für Kreativität & Schweiß – – Money? Can anyone! – Plea for more creativity

Gestern habe ich einen kleinen Text verfasst, den ich: „Seien sie nicht so deutsch – Plädoyer für weniger Strenge“ betitelt habe. Da ging es um die These, dass Deutschland 1954 als Außenseiter die Fußballweltmeisterschaft gewinnen konnte, weil der Trainer Sepp Herberger im laufenden Turnier seine inneren Bilder verändern konnte. Er folgte nicht mehr den preußischen Tugenden, wie „Ohne Fleiß kein Preis“ oder „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“. Er fand zu einer beweglicheren Haltung im Umgang mit seinen Spielern. Vor allen Dingen im Umgang mit seinem „Problemkind“ Helmut Rahn. Der wurde ja von allen „Boss“ genannt, weil er einen eigenen Kopf und eine entsprechend große Klappe hatte.

Anstatt ihn zu disziplinieren, wie es z.B. unser gegenwärtiger Bundestrainer Jogi Löw bei Kevin Kuranyi versuchte. Wobei, hat der Bundesjogi hier wirklich etwas versucht, oder hat er nicht einfach einen Bannspruch über ihn verhängt? Daraufhin zog sich der junge Mann ins tiefe Russland zurück. In die Bedeutungslosigkeit für den deutschen und europäischen Fußball. Wo wir gerade dabei sind. Dem streckenweise Topscorer der Bundesliga, Stephan Kiesling, hat Jogi Löw nie eine Chance gegeben. Wie können wir das eigentlich verstehen? Nicht auf der Faktenebene. So viel steht fest. Da müssen wir schon tiefer ansetzen. Um mich nicht auf Nebenschauplätzen zu verlieren, mache ich es kurz und knackig. Könnte es nicht sein, dass es hier beim Bundestrainer, in tieferen Schichten seiner Persönlichkeit, um so etwas wie eine homoerotische Verwirrung geht? Wie gesagt, ich will das jetzt nicht weiter vertiefen. Dass ich diese provokante These sofort um die Ohren gehauen bekomme – weiß ich.

Barcelona's coach Pep Guardiola looks on during a news conference at Camp Nou stadium in Barcelona

Heute Abend bin ich deutsch! Natürlich drücke ich den Bayern die Daumen. Obwohl mir die Vereinsführung in vielen Dingen nicht gefällt. Ich gönne jedem den Erfolg. Was mir an den Bayern nicht gefällt, ist der ungehemmte RaubtierKapitalismus. Es ist natürlich einfacher mit viel Geld bereits gute Spieler zu kaufen, als selbst „kleine“ Spieler groß zu machen und ein Team zu formen. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln. Da sind mir Peter Stöger und Jürgen Klopp nicht nur sympathischer, sondern sie sind für mich 1fach sportlicher! Geld? Kann jeder!

Klopp GuardiolaKlopp5

Rummenigge hätte seinen Jungs im DFB-Pokalspiel gegen den Rivalen BVB eine Siegesprämie in Höhe von einer Millionen Euro versprechen können. Sie hätten dennoch die Elfer verschossen. Hätte Pep Guardiola den Müller nicht ausgewechselt, hätte dieser den ersten Elfer versenkt. Warum? Weil Müller einen eigenen, einen freien Kopf hat. Da stimmt das mit dem im Kragen aufgenähten Slogan „Mir san mir“. Da sich Guardiola, wahrscheinlich von den Himmelserwartungen des Vorstands, zu sehr unter Druck setzen lassen hat, verlor er streckenweise seine Intuition, seinen eigenen Kopf. Das führte zu mehreren Fehlentscheidungen. Der erste, für mich sichtbare, Fehler war, die Schuld an dem verlorenen Champions League Spiel dem Mannschaftsarzt in die Schuhe zu schieben. Sein Kader ist dermaßen gut bestückt. Wenn Jürgen Klopp so denken würde, bräuchte er gar nicht mehr weiter machen. Guardiolas weitere Fehler waren, der Einsatz von Robben, die Herausnahme von Müller und den ersten Elfmeter einen Verteidiger schießen zu lassen. Lahm ist ein toller Spieler, keine Frage. Ich mag ihn auch. Aber Lahm brennt zu wenig, um als Führungsfigur überzeugen zu können. Löw ist ja auch keine echte Führungsfigur. Klinsmann war es beim Sommermärchen. Angela Merkel ist ja auch keine charismatische Führungsfigur. Obama, Helmut Schmidt, Maggi Thatcher und Michail Gorbatschow schon. Die haben bzw. hatten eigene Ideen und genügend Mut, diese auch zu vertreten. Selbst bei Gegenwind. Angela Merkel führt ja eher durch ZurückHaltung. Damit ist sie zweifellos sehr erfolgreich. Auch in der Wirtschaft domminieren solche Managementtypen. Aber schaffen solche Menschen Neues? Steve Jobs, Albert Einstein und Wolfgang Niedecken schafften Neues.

BAB

Kurz zum Schweiß. Wir wissen ja, das es nicht reicht, wenn wir uns einen tollen persönlichen Fitnesscoach zu kaufen. Da kann es effektiver sein, im neuesten Aldilaufdress um den Decksteiner Weiher zu laufen. Jetzt zitiere ich zum Schluss noch einmal meinen Lieblingsautor Johann Wolfgang G.: „Was du ererbt hast von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!“Faust sagt es, als er in der Nacht an Selbstmord denkt. Wir müssen das Ererbte immer wieder neu erwerben, um es wirklich zu besitzen. Wir können uns auch nicht auf unseren eigenen Erfolgen ausruhen.

Das gilt nicht nur beim Fußball. Aber auch da. Aber jetzt freue ich mich auf das Spiel

FC Barcelona : FC Bayern, was gleich beginnt. Mein Tipp: 1:0 für den FCB   😉

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9 Kommentare

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