VaterNacht vor Himmelfahrt – Guardiolas Pep schwindet. Rapide. Vom Umgang mit EntZauberung & EntTäuschung

Pep Guardiola kurz vor der Flucht? Niederlagen und narzisstische Kränkungen steckt keiner leicht weg. Im Fußball bekommen wir Aufstieg & Absturz eindrucksvoller als woanders vorgeführt. Der weltbeste Trainer und die MirSanMir-Mannschaft haben sich innerhalb von nur zwei -Wochen von zwei großen Pokalen jäh verabschieden müssen. Nur wer sich getäuscht hat, erleidet eine EntTäuschung.

Morgen ist Vatertag. Da wage ich einfach noch mal einen Ausflug in die Welt des WahrSagens.

PepHoeneß

Könnte das höchst merkwürdige Auswechseln & Abziehen von Thomas Müller ein unterschwelliger Hinweis für einen vorzeitigen Weggang des „Vaters“ bedeuten.

Der Spieler war gerade noch im ZDF-Studio, um mit Oliver Kahn und Oliver Welke zu sprechen. Wie aus dem Himmel, war er wie vom Erdboden verschwunden. Der Pressesprecher des FC Bayern, Markus Hörwick, holte ihn persönlich ab, weil der Trainer noch etwas sagen wollte. Zuschauer und Moderatoren sind gleichermaßen verwirrt. Kahn fällt dazu nur ein: „Kasperletheater … vielleicht wollte Pep Guardiola den Spielern noch etwas sagen?“

Müller kehrt später zurück vor die Kamera und erklärt: „Wir sollten alle in die Kabine kommen. Der Trainer wollte uns noch etwas sagen, bevor sich alle in alle Himmelsrichtungen verteilen. Er hat sich bei uns bedankt. Was genau er gesagt hat, verrate ich nicht.“

Müller

Auch wenn nichts verraten wird, was sagt uns das?

Mein erster Einfall hierzu ist: Guardiola bereitet seinen vorzeitigen Weggang vor und bereitet die Mannschaft emotional darauf vor. Der Vater schart seine Söhne noch einmal um sich, bestätigt ihnen, dass sie gut waren und dass es nicht an ihnen liegt. Dabei verkündet er wortlos aber umso diabolischer, dass er selbst wie ein „Lonesame Hero“ der Sonne hinterher reiten muss.

Messi Guardiola

Mein zweiter Einfall: Pep Guardiola ist ein außergewöhnlich guter und daher der weltweit beste Verdiener unter den Trainer. Er ist sehr ehrgeizig und steht unter einem außergewöhnlichen Druck. Es muss ihn sehr treffen, dass er nach dem Verlust des DFB-Pokals, durch die merkwürdigen reihenweisen Ausrutscher beim Elfmeterschießen seiner Jungs gegen den BVB nun seinen zweiten Traum vom Champions-League-Pokal begraben muss. Und das in kurzer Abfolge. Er könnte auch eine enorme innere Scham gegenüber seinen Arbeitgebern empfinden. Aber vor allen Dingen eine Demütigung vor der Weltöffentlichkeit.

Damit dieses Gefühl nicht aufkommt, lobt er die Mannschaft und damit indirekt sich selbst in höchsten Tönen: „Ein überragendes Kompliment an diese Spieler“, sagte der Katalane. Im gleichen Moment versprach er den Spielern: „Wir werden es wieder versuchen in der Zukunft.“

Eigentlich müsste es in seiner Seele gegenteilig aussehen. Es passt zur Psycho-Logik narzisstischer Kränkungen, das heißt, massiver Angriffe auf das Selbstwertgefühl eines Menschen, dass der „Gescheiterte“ dies ins Gegenteil verkehrt. „Eine große Mannschaft muss so fallen wie heute“, sagte der „stolze“ Trainer des FC Bayern. Das inszenierte Heldenepos wird noch weiter erhöht, indem er seine Ansprache als so so wichtig und groß ansieht, dass er Müller vom Mikrofon wegziehen lässt. So kann die Weltöffentlichkeit an einem ganz großen Mysterium teilhaben. Fast päpstlicher als der Papst … und der ist auch ein großer Papa.

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Wo ist Thomas Müller hin? Eben war er noch im ZDF-Studio, um mit Oliver Welke und Oliver Kahn zu sprechen, dann ist er plötzlich verschwunden. Pep Guardiola hatte ihn gerufen – er wollte seine Spieler sofort in der Kabine sehen, wie „Welt Online“ berichtet. Müller steht nach dem 3:2 gegen den FC Barcelona schon mit Oliver Welke und Oliver Kahn im ZDF-Studio, da kommt Markus Hörwick, der Pressesprecher des FC Bayern, herein und zieht den Nationalspieler stumm ab. Das sorgt nicht nur bei den Fernsehzuschauern für Verwirrung, sondern auch bei Moderator Welke und Experte Kahn. „Kasperletheater“, kommentiert Kahn und rätselt: „Vielleicht wolle Pep Guardiola den Spielern noch etwas sagen?“

Richtig: Wenige Minuten später kehrt Müller zurück und löst die Sache auf: „Wir sollten alle in die Kabine kommen. Der Trainer wollte uns noch etwas sagen, bevor sich alle in alle Himmelsrichtungen verteilen. Er hat sich bei uns bedankt. Was genau er gesagt hat, verrate ich nicht.“

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Anna Freud veröffentlichte 1936 ihr Buch „Das Ich und die Abwehrmechanismen“, in dem sie die Erkenntnisse des Vaters der Psychoanalyse weiterentwickelte. Hierin beschreibt sie so etwas, wie das seelische Immunsystem. Abwehrmechanismen schützen uns vor allzu großen psychischen Verletzungen, indem sie so etwas wie Selbst- und Fremdtäuschung bewirken. Diese Mechanismen arbeiten unbewusst.

 Anna Freud

Am bekanntesten sind Abwehrmanöver wie Verdrängung („Das war alles ganz anders“) und Rationalisierung („Eigentlich ist es besser so!“) Einen sehr massiven Abwehrmechanismus nennt man „Verkehrung ins Gegenteil“, häufig bekannter unter „Reaktionsbildung“. Da Guardiolas und FC Bayerns jüngste Entwicklung mittlerweile die Dramatik einer griechischen Tragödie annehmen, könnte man die IkarusSage bemühen. Jener Jüngling der aus Übermut und großem Ehrgeiz der Sonne zu nahe kam und daraufhin ins kretische Meer abstürzte. Tief in dem hochtalentierten Fußballtrainer könnte es so aussehen. Verkehrt sich das jetzt ins Gegenteil, dann stellt es sich ihm nicht als Kleinwerden, sondern als etwas Großes, Grandioses dar. In der Tat muss es schon um etwas sehr Wichtiges gehen, wenn ein Interviewpartner vom Mikrofon ohne Erklärung ruckartig abgezogen wird. Wenn Oliver Kahn das spontan als „Kasperletheater“ beschreibt, trifft er den Nagel auf den Kopf. Etwas Kleines wird als Großes dargestellt. Dazu passen auch Guardiolas eigenwillige Worte:

„Eine große Mannschaft muss so fallen wie heute“. Hier scheint er mir etwas künstlich großzureden, was er selbst als Versagen erleben könnte.

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Wenn ich meiner gewagten Tragödienthese folge, könnte es sich so zugetragen haben. Der erfolgsverwöhnte Katalane hat vielleicht viel Hoffnung in die Bajuwaren projiziert. Als die hochgesteckten Ziele des Tripples sich nicht verwirklichen ließen, wuchs vielleicht seine EntTäuschung. Seit dem verlorenen Spiel gegen Porto machte er ungewöhnlich auffallende Fehler, die ich in vorangegangenen Artikeln bereits beschrieben habe. Hierzu zähle ich auch die beiden Auswechselungen des urbayrischen Spielers Thomas Müller. Ausgerechnet den zieht er dann auch noch vom Mikrofon weg. Als wollte er es hier unbewusst den Bayern heimzahlen. Auch das wäre wieder eine Form der psychischen Abwehr.

Vatertag wird häufiger auch als Männertag begannen. Da ziehen die Männer mit einer Kiste Bier auf dem Bollerwagen durch die Lande. Dazu passend wette ich einen Kasten Kölsch darauf, dass Pep seinen Vertrag nicht bis 2016 beim FC-Bayern absitzen wird. Wahrscheinlich ist das aus seiner Perspektive richtig. Zumal es sich hier für ihn wahrscheinlich nur noch verlieren lässt.

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