„The Unforgettable“ – Jürgen G. (†) – Plädoyer für mehr DenkMal- & Helden – Pflege (WehrWolter – WW35 – Hans Wolter)

Jürgen G. (†); 15.06.1954 – 07.03.2007

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Manche sterben früh.  –  Manche sterben spät.  –  Wenige leben intensiv.

„Siehst du die Inschrift da unten bei den Schuhen
Da steht in goldener Schrift wir sollen in Ewigkeit ruhen

Hol den Vorschlaghammer
Sie haben uns ein Denkmal gebaut
und jeder Vollidiot weiß
dass das die Liebe versaut
Ich werd die schlechtesten Sprayer
dieser Stadt engagieren
Die sollen Nachts noch die Trümmer
mit Parolen beschmieren“

(aus dem Lied Denkmal von der Gruppe „Wir sind Helden“)

 

 

 

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Während eines gemeinsamen Fußballspiels unseres kleinen „Vereins“ Endlich D. starb mein bester Freund und Kollege Jürgen G.. Unmittelbar vor mir. Vor uns. In der Fußballhalle. ,Meine letzten Worte waren kein richtiger Abschied: „Ich nehm Dein Fahrrad im Auto mit. Mach Dir keine Sorgen …“

 

endlich dienstag1

Abschied

Wie hab ich das gefühlt, was Abschied heißt.
Wie weiß ich’s noch: ein dunkles unverwundnes
Grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
Noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

 Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
Das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
Zurückblieb, so als wären’s alle Frauen
Und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

 Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
Ein leise Weiterwinkendes -, schon kaum
Erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
Von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

 Schon kehrt der Saft aus jener Allgemeinheit,
Die dunkel in den Wurzeln sich erneut,
Zurück ans Licht und speist die grüne Reinheit,
Die unter Rinden noch die Winde scheut.

 Die Innenseite der Natur belebt sich,
Verheimlichend ein neues Freuet euch;
Und eines ganzen Jahres Jugend hebt sich,
Unkenntlich noch, ins starrende Gesträuch.

 Des alten Nussbaums rühmliche Gestaltung
Füllt sich mit Zukunft, außen grau und kühl;
Doch junges Buschwerk zittert vor Verhaltung
Unter der kleinen Vögel Vorgefühl.

RainerMaria R. (1875-1926)

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Jürgen wurde im Wunder-von-Bern-Fieber geboren und wäre heute 61 geworden. Das hätten wir sicher schön gemeinsam gefeiert. Jürgen und ich haben nicht nur zusammen studiert, relativ zeitgleich unsere Kinder bekommen, wir haben 1996 auch unsere Psychologische Praxis sowie die Psychologische Unternehmensberatung TRANSFORM gegründet und gemeinsam einige Jahre erfolgreich und engagiert betrieben. So, wie laut Hermann H., jedem Anfang ein Zauber inneliegt, so war auch unsere gemeinsamen StartUpZeit, die Gründerjahre sozusagen, eine besondere Zeit. Die Psychologische Praxis Wolter, Dürener Str. 87, Köln-Lindenthal führe ich heute noch in den gleichen Räumen weiter. Mit Jürgen L..

Stufen (Hermann H.)

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Winnetou

Es mag sehr kitschig klingen, aber Jürgen war ein großer Karl-M.-Fan und bei „Winnetous Tod“ liefen mir die Tränen (Pierre B., † 6. Juni 2015). Ein Filmfoto mit erschreckend realem Symbol- und Erinnerungscharakter. Bewusstlos.

Prof. Dr. med. Christian F. K., der Chefarzt der Chirurgie, wurde etwas später, bis heute, regelmäßiger Mitspieler in unserem kleinen Fußballkreis.

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Zu seinem 50sten Geburtstag hatten wir Jürgen 2004 das deutsche BernTrikot und ein gemeinsames Fußballspiel auf der Kölner Jahnwiese geschenkt. Seitdem spielen wir ohne Unterbrechung (!) jeden Dienstag. Jürgen war sozusagen unser „GründerVater“.

O gäbs doch Sterne, die nicht bleichen,
wenn schon der Tag den Ost besäumt;
von solchen Sternen ohnegleichen
hat meine Seele oft geträumt.

Von Sternen, die so milde blinken,
daß dort das Auge landen mag,
das müde ward vom Sonnetrinken
an einem goldnen Sommertag.

Und schlichen hoch ins Weltgetriebe
sich wirklich solche Sterne ein, –
sie müßten der verborgnen Liebe
und allen Dichtern heilig sein.

 RainerMaria R.

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Diesen FußballStein haben wir ihm heute vor 6 Jahren zu seinem 55sten Geburtstag auf sein Grab am Kölner Melatenfriedhof gelegt. Da liegt er immer noch. Leider verblasst. Hauptsache er verblasst nicht in uns. Morgen treffen wir uns wieder zum Endlich-Dienstag-Spiel. (Auch wenn Helene F. die Parkplätze blockiert) Dann trinken wir 1,2,3 Kölsch auf ihn. Versprochen!

Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen
sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten:
wer hat ein Frühjahr innen zu bereiten?

Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen?

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Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich?
Wer faßt in sich der Vogelflüge Raum?
Wer ist zugleich so biegsam und gebrechlich
wie jeder Zweig an einem jeden Baum?

Wer stürzt wie Wasser über seine Neigung
ins unbekannte Glück so rein, so reg?
Und wer nimmt still und ohne Stolz die Steigung
und hält sich oben wie ein Wiesenweg?
RainerMaria R.

Was versteht man unter Trauer-Arbeit?

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Trauer können wir als Wiederbelebung einer inneren Leere verstehen. Bedeutsame Beziehungen nehmen einen gewissen Raum in uns, unserer Psyche, unserer Seele ein. Kommt es zu Verlusten durch Trennungen oder Tod, geht dies mit einer Leere in uns einher. Der Tod stellt den radikalsten Verlust in unserem Leben dar. Es dauert normalerweise viele Monate oder Jahre, bis wir die entstandene Leere in uns wieder verlebendigen können. Wir bedauern ein Leben lang den Verlust geliebter Menschen.

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Aber wir werden nicht unendlich mit einem “Loch” in uns leben. Es sei denn, Trauerprozesse bleiben stecken. Dann benötigen wir psychotherapeutische Hilfe, um Unausgesprochenes wieder versprachlichen zu können.

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Unter normalen Umständen bekommen wir das hin. Das mit der TrauerArbeit. Oder ES macht es hinreichend gut. Bedeutsame Beziehungen, vor allen Dingen natürlich: Menschen, nehmen einen Raum in unserem Selbst ein. Wenn sie sterben, ist hier zunächst einmal eine sich ausbreitende Leere. Diesen Raum muss ich mir nach und nach wieder zurückerobern. Das ist ein zentraler Aspekt der Trauerarbeit. Eine weiterer wichtiger Teil ist das Weiterleben des Verlorenen in uns. Udo L. beschreibt das gut in sein Lied “Stark wie zwei”.

TrauerUdo

Stark wie Zwei

(Udo L.)

Der Tod ist ein Irrtum,
Ich krieg das gar nicht klar.
Die rufen gleich an
und sagen es ist doch nicht wahr,
es war nur’n Versehn,
war n falsches Signal,
aus irgendeinem fernen Sternental

Ich wähl deine Nummer,

doch du gehst nicht mehr ran.
Mir wird schockmäßig klar,
es ist doch wahr.
Du kommst nicht mehr,
doch ich lass mich davon nicht zu Boden schmettern

Der Fährmann setzt dich über’n Fluss rüber,
Ich spür deine Kraft geht voll auf mich über

Stark wie zwei,
ich geh die Straße runter
stark wie zwei.
Egal wohin ich geh,
Du bist dabei.
Ich bin jetzt
Stark wie zwei

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Ich heb mein Glas
Und trink auf dich
Da oben hinter den Sternen
Ich vergess dich nicht
Auch wenn ich heute dich so hart verlier
So bleibst du doch
Hier für immer bei mir

Du hast immer gesagt ich soll nicht so lange trauern,
Ich soll in deinem Namen richtig weiter powern.

Stark wie zwei,
ich geh die Straße runter
stark wie zwei.
Egal wohin ich geh,
Du bist dabei.

Ich bin jetzt
Stark wie zwei

Stark wie zwei,
tief in meinem Herzen
Stark wie zwei,
hab dich immer dabei
Ich geh die Straße lang,
zusamm’ mit dir.
Stark wie zwei

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Der Fährmann setzt dich über’n Fluss rüber,
Ich spür deine Power geht voll auf mich über.

Stark wie zwei,
ich geh die Straße runter
stark wie zwei.
Egal wohin ich geh,
Du bist dabei.
Ich bin jetzt
Stark wie zwei.
Stark wie zwei.

Stark wie zwei,
du bist wie schon so oft ein Pionier.
Du reist jetzt schon mal vor
und irgendwann,
dann folg ich dir.

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War es eine lebendige Beziehung, spricht die Psychoanalyse davon, dass eine „Repräsentanz“ in uns aktiv bleibt. Das kann Vor- aber auch Nachteile haben. Wurden wir von unseren Eltern oder Partnern häufig abgewertet, bleiben diese strengen Richter auch nach dem Tod der Eltern oder Partner, in Form von mahnenden Stimmen, in uns erhalten. Das muss nicht lebenslang sein. Kann aber sehr hartnäckig sein. Schöner ist, dass die geliebten Stimmen auch in uns bleiben.

Der Unterschied zwischen Trauer und Depression ist der Selbstwertverlust

Sigmund F. sah als entscheidenden Unterschied zwischen Depression und Trauer den Selbstwertverlust. Wenn ich trauere, ist mein Selbstwert nicht massiv beeinträchtigt. Bei der Depression schon. Depressive Menschen können auf uns wie Trauernde wirken. Das Problem ist allerdings, dass in der Depression der Selbstwert so massiv angegriffen sein kann, dass wir uns selbst hassen. Depression ist auch nicht unbedingt auf ein Ende angelegt. Medikamente, sogenannte Antidepressiva, heilen auch keine Depression. Sie können Symptome etwas mildern und uns ein wenig schlafen lassen. Mehr oder weniger. Psychotherapie kann Depression heilen. Aber das geht meistens nicht so schnell. Es kann schon mal zwei bis drei Jahre dauern.

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Unsere Kultur stellt ja mittlerweile nur noch wenige Hilfestellung für Trauer bereit.

Zentraler Auftakt ist normalerweise die Beerdigung, auch spätere Gänge zum Friedhof.

Bei Jürgen war es auch mir ein besonders Anliegen, die Beerdigung groß zu wissen. Obwohl er Großes in seinem Namen trug, war er dies – in seinem bewegten Leben – lange Zeit nicht. Mit den Jahren wurde er immer größer. Einerseits werden „Helden“ häufig erst im Abgang groß. Andererseits werden viele Menschen auch einfach immer kleiner & vergessen. Um allzuschneller Verblassung entgegenzuwirken gibt es Friedhöfe, Denkmäler und Nachrufe. Wir leben zwar in einer schnelllebigen Zeit. Da ist Vieles rasch wieder weg, vom Fenster unserer Aufmerksamkeit. Aber paradoxerweise ist genau das Medium, welches heute für das Tempo verantwortlich ist, auch der Ort, der nichts vergisst. Ausnahmsweise einmal nicht die Seele oder das Unbewusste, sonder das unromantische INTERNET.

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Wir haben seine Trauerfeier sehr groß gemacht. Damals im Frühling 2007. Dazu habe ich auch noch rasch alle seine Klienten & Patienten eingeladen und wo es ging diese auch weiter betreut oder vermittelt. Auch sie haben ihn sehr geschätzt. Als Therapeuten. Als Menschen.

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Er verstand es besonders einfühlsam auf die Menschen in Not zuzugehen. Er konnte ihnen ein Gefühl des Angenommenseins geben, welches über seinen Tod hinauswirkt. Dies betonten seine ehmaligen Patienten mir gegenüber immer wieder in zahlreichen nachbereitenden Gesprächen. Manchmal sogar heute noch. Acht Jahre später. Ich bin ein Freund. Auch des DenkMals.

Hans W. aus K.

Das einzig Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir weggehen.

Albert Schw.

hans 024Meike und Jürgen auf einer unserer vielen gemeinsamen Feiern in unserer „Hütte“

Lasst uns leben. Heute & Morgen!

Dazu sagte Steve J.:

„Als ich 17 war, las ich ein Zitat das ungefähr so klang: Wenn du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter, wird es höchstwahrscheinlich irgendwann richtig sein. Das hat mich beeindruckt und seit damals, in den vergangenen 33 Jahren, habe ich jeden morgen in den Spiegel geschaut und mich selbst gefragt: Wenn heute der letzte Tag in meinem Leben wäre, würde ich das tun, was ich mir heute vorgenommen habe zu tun? Und jedes mal wenn die Antwort nein war für mehrere Tage hintereinander, wusste ich, ich muss etwas verändern.

Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, all diese großen Entscheidungen im Leben zu treffen. Denn fast alles – alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und lassen nur übrig, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben man hätte etwas zu verlieren. Du bist vollkommen nackt. Es gibt keinen Grund, um nicht seinen Herzen zu folgen.

Ungefähr vor einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Ich hatte eine Untersuchung um 7:30 Uhr in der Früh und es war deutlich ein Tumor auf meiner Bauchspeicheldrüse zu sehen. Ich wusste nicht mal, was eine Bauchspeicheldrüse ist. Der Arzt sagte mir, dass das bereits eine Form des Krebs sei, der unheilbar ist und dass ich damit rechnen solle, dass ich nicht mehr länger als drei bis sechs Monate zu leben habe. Der Arzt riet, nach Hause zu gehen und meine Angelegenheiten alle in Ordnung zu bringen, was der Ärzte-Code ist für: man soll sich vorbereiten zu sterben. Es bedeutet, den Kinden in zehn Monaten all das beizubringen, von dem man glaubte, man habe dafür die nächsten zehn Jahre. Es bedeutet, dass alles geklärt sein soll, damit es später so leicht als möglich für die eigene Familie wird. Es bedeutet, sich zu verabschieden.

Ich lebte mit dieser Diagnose den ganzen Tag. Später am Abend hatte ich eine Biopsie, wo sie mir ein Endoskop in den Hals gesteckt haben, durch meinen Magen in die Eingeweide, wo sie mit einer Nadel einige Zellen von dem Tumor abgeschabt haben. Ich war betäubt, aber meine Frau, die da war, erzählte mir, dass die Ärzte zu weinen begannen, als sie sich die Zellen unter dem Mikroskop ansahen, weil sich herausstellte, dass es eine ganz seltene Form von Beispeicheldrüsenkrebs ist, der mit einer Operation heilbar ist. Ich hatte die Operation und bin nun gesund.

Da bin ich dem Tod am allernächsten gekommen, und ich hoffe, das wird auch so bleiben für die nächsten Jahrzehnten. Nachdem ich das nun durchlebt habe, kann ich euch mit mehr Gewissheit sagen, dass der Tod ein rein nützliches geistiges Konzept ist:

Niemand will sterben. Nicht mal Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen sterben, um dorthin zu gelangen. Und dennoch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen. Niemand ist jemals entkommen. Und das ist so, wie es sein sollte, denn der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens. Er ist der Vertreter des Lebens für die Veränderung. Er räumt das Alte weg, um Platz zu machen für das Neue. Gerade jetzt seid das Neue ihr, aber eines Tages, nicht sehr viel später, werdet ihr langsam zum Alten gehören und weggeräumt werden. Tut mir Leid, dass ich so dramatisch bin. Aber es ist die Wahrheit.

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Deine Zeit ist begrenzt, also verbrauche sie nicht, um das Leben anderer zu leben. Sei nicht gefangen von dem Dogma – welches sagt, dass Du mit den Resultaten der Gedanken anderer Leute leben musst. Lass nicht den Krach anderer Meinungen die eigene innere Stimme zum verstummen bringen. Und das Allerwichtigste, habe den Mut, Deinem eigenen Herzen und der Intuition zu folgen. Die wissen irgendwie schon genau, was du wirklich sein willst. Alles andere ist zweitrangig.

Als ich jung war, gab es eine erstaunliche Veröffentlichung, genannt „The Whole Earth Catalog“, was eine der Bibeln meiner Generation war. Es war erschaffen von einem Kollegen names Stewart Brand nicht weit von hier im Menlo Park und er brachte es zum Leben mit seinem poetischen Touch. Das war in den späten 60ern, bevor es PCs und desktop publishing gab, also wurde alles mit Schreibmaschinen, Scheren und Polaroid-Kameras gemacht. Es war sowas wie Google in Papierformat 35 Jahre bevor Google auftauchte: es war ideologisch und überfüllt mit ordentlichen Feinheiten und großartigen Gedanken.

Stewart und sein Team haben mehrere Versionen vom „The Whole Earth Catalog“ rausgebracht, bis es zum Ende kam und sie eine letzte finale Version veröffentlichten. Das war Mitte der 70er und ich war in eurem Alter. Auf der Rückseite der letzten Version war eine Abbildung von einer Landstraße früh am morgen, die Art von Landstraße, an der man als Anhalter stehen würde, wenn man ein Abenteurer wäre. Darunter standen die Wörter: „Bleib hungrig, bleib töricht.“ Das war ihre finale Nachricht, als sie aufgehört haben. Bleib hungrig. Bleib töricht. Und dass wünschte ich mir immer für mich selbst. Und jetzt, da ihr nun absolviert und neu beginnt, wünsche ich euch dasselbe.

Bleibt hungrig. Bleibt töricht.

Vielen Dank an alle.“ Steve J.

TodZeit

Weiterlesen:

Unser gemeinsamer Professor Wilhelm Salber ist am 02. Dezember 2016 verstorben.

Auch er wurde auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt.

Nachrufe:

R.I.P. Wilhelm Salber – mit dem Kölner Psychologie Professor geht einer der originellsten Köpfe der Zunft – Morphologie: Wanderer zwischen Kunst & Wissenschaft – Ciao Käpt’n, mein Käpt’n – (WehrWolter – ww 213 – Hans Wolter)

salber-titel

Zusammen ist man weniger. Allein. Anders. Eigen-Art-(Cologne) des Wilhelm Salber. Gedanken zum Abschied des großen Seelen-Designers der Firma Morphologie.- (WehrWolter – ww 214 – Hans Wolter)

salber-beerdigung-titel

7 Kommentare

  1. […] “The Unforgettable” Jürgen Grohsgart (†) – Plädoyer für DenkMal & Helden […]

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  2. Prost Isabell Donath. Hab mir gerade ein Sonnenhopfen geköpft!

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  3. Isabell Donath

    Das geht mir unter die Haut! Und es weckt Erinnerungen, wenn auch nicht dieser wirklich schrecklichen direkten Art. Ich werde jetzt ein Fläschchen Bier köpfen und weiter meinen Gedanken nachhängen. Toller Beitrag!

    Gefällt 1 Person

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