Männer jagen gern im Rudel. Katzen pflegen gut ihr Selbst. (WehrWolter -ww 44- Hans Wolter)

Sitze in einem kleinen beschaulichen italienischen Städtchen, unterhalb der Toskana, wo Umbrien und Lazio sich treffen und beginne mein Gedanken über das Leben der Männer und Frauen niederzuschreiben. Es geht um einen unterschiedlicher Modus des In-der-Welt-Seins. Hierzu habe ich in den letzten Wochen und Monaten, eigentlich Jahren, ein Füllhorn von Ideen, Ansätzen und Beobachtungen gesammelt. Wann sollte man das alles einmal zu Papier bringen? Ich muss ja, dummerweise, auch noch Geld durch mein TageWerk verdienen. Da nehme ich mir ein Beispiel an Sigmund Freud. Der hat immer nachts geschrieben und tagsüber therapiert. Wenige von uns haben den Luxus, den einer wie Johann Wolfgang G. hatte. Der wurde von seinem Landesfürsten gut ausgehalten. Egal, ob er Verwaltungsarbeit erledigte, sich in Italien rumtrieb, Gedichte verfasste oder seine naturwissenschaftlichen Studien betrieb. Diese Rahmenbedingungen fehlen nicht nur mir, sondern den meisten von uns. Also gilt es, dem Alltag immer ein wenig Zeit abzuringen. Als Vater und Ehemann hat man ja auch noch andere Prioritäten. Aber, ich bin zuversichtlich, dass das klappt, mit meinem Buch. Ich habe ja keinen Zeitdruck. Der einzige Druck ist meine eigener Drang zum Aus-Druck, mich mitzuteilen. In diesem Urlaub lautet mein Motto: „die Zeit, in der ich normalerweise lese, kann ich auch zum Schreiben nutzen!“ Gerade klappe ich mein kleines Notebook unter einer Eiche am Lago di Bolsena aus. Aller Anfang ist besonders. Eben hab ich mal eine erste grobe Gliederung vorgenommen, um die Vielzahl meiner bereits durchdachten Ansätze zu dieser Thematik in eine für den Leser nachvollziehbare Ordnung zu bringen. Ich leg mal einfach los:

 

 

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Kapitel 1.: Männer sind anders. Frauen auch.

Das ist gut & fruchtbar.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist meine Verwunderung darüber, dass an den deutschen Universitäten einerseits mittlerweile mehr Frauen als Männer studieren, andererseits die Anzahl der Frauen, die einen Lehrstuhl besetzen, erstaunlich gering ist. Nehmen wir das Beispiel Köln, die Stadt in der ich lebe, arbeite und viele Jahre studiert habe. Hier sind mittlerweile, sogar an der naturwissenschaftlichen Fakultät, über 50% Studentinnen. Medizin studieren derzeit ca. 60% Frauen. Warum? Weil sie im Schnitt einen besseren Numerus Clausus mitbringen. Was schätzt Du, wieviel Professorinnen es hier gibt? Hierzu habe ich viele, viele Menschen aus unterschiedlichen Berufen und Lebenskontexten befragt. Viele schätzen die Zahlen erstaunlich richtig ein. Hierzu hat jeder so seine Erklärungsansätze.

Zunächst einmal zu den Zahlen. In Köln sitzen auf hundert Lehrstühlen gerade einmal zehn Frauen. Das ist offenbar schon viel. Im Bundesdurchschnitt besetzen 5% Frauen die universitären Lehr-Stühle. Mich wundert das! Warum ist das so? Vor allen Dingen im öffentlich rechtlichen Bildungswesen. Fängt es doch in den Anfängen von Kindergarten und Grundschule zunächst einmal mit einer nahezu hundertprozentigen Frauendominanz an. In Haupt- und Realschulen gibt es auch noch mehr weibliche Lehrpersonen und in den Gymnasien dürfte es einigermaßen ausgewogen sein. Aber was passiert dann?

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Diese Frage stellt Ausgangspunkt meiner untersuchenden Streifzüge dar. Hierzu habe ich sehr viele unterschiedliche Menschen befragt, mit zahlreichen engagierten Menschen diskutiert. Natürlich kommen zunächst die allseits bekannten Feststellungen, wie: dass Kinder und Karriere schwer zu vereinbaren sind. Was ja auch stimmt. Vor allen Dingen in Deutschland kann eine Frau kaum neben der Kinderbetreuung arbeiten. Natürlich wurden die ostdeutschen Modelle bei der Wiedervereinigung nicht übernommen. Das hat auch damit zu tun, dass es weniger eine Vereinigung als eine einseitige Vereinnahmung war. Durch den Westen. Sicher zum Teil auch auf Drängen der, von heute auf morgen, „ehemaligen“ DDR-Bürger, die schnell die D-Mark und den westlichen Standard wollten. Sicher nicht alle. Aber die politisch engagierten und visionär denkenden Kräfte konnten sich gegen den Konsumsog nicht wirkungsvoll durchsetzen. Leider. Vielleicht setzte sich auch hier eine Cowboymentalität, eine eher westMännliche Tendenz, durch? Wobei Frauen ja dem Konsum auch nicht abgeneigt sind. In Punkten wie Emanzipation und Kinderbetreuung war man im Osten der Republik wohl weiter.

Aber das könnte Schwerpunkt eines anderen Buches sein. Mein Ausgangspunkt, meine Gegenstands-Bildung, wie mein alter Professor Salber sagen würde, ist anders. Ich schaue weder aus der Perspektive der Politik, Sozialwissenschaft, Pädagogik oder Geschichte, auch nicht aus dem Blickwinkel der Biologie, Medizin oder anderen Gesichtspunkten auf den Gegenstand. Ich schaue aus einer psycho-logischen Perspektive auf das Zusammenspiel von Männer und Frauen, auf die unterschiedlichen Formen der Lebensbewältigung. Natürlich ziehe ich schon einmal streifzugmäßig die eine oder andere Disziplin konsiliarisch mit zu Rate.

FILMBILD / T: Club der toten Dichter, Der / Dead Poets Society D: Dylan Kussman, Allelon Ruggiero, James Waterston, Robin Williams, Robert Sean Leonard R: Peter Weir P: USA J: 1988 PO: Szenenbild RU: Drama DA: , - Nutzung von Filmszenebildern nur bei Filmtitelnennung und/oder in Zusammenhang mit Berichterstattung über den Film.

FILMBILD / T: Club der toten Dichter, Der / Dead Poets Society

Außerdem schreibe ich aus meiner „streng“ subjektiven Perspektive. Das meint: ich beanspruche keine Wissenschaftlichkeit. Warum schreibe ich ausgerechnet zu diesem Thema? Vielleicht weil ich mit der Frauenbewegung der 70er Jahre aufgewachsen bin und jahrelang mit ins Horn der Gleichheit geblasen habe? Wir liefen alle in Parka, Jeans und gleicher Haarlänge rum. Natürlich bin ich auch heute noch dafür, dass Frauen und Männer – für gleiche Arbeit – gleich entlohnt werden. Ich glaube auch, dass es Frauen gibt, die in Männerberufen besser ihren „Mann stehen“ können, als so mancher Mann. Und umgekehrt. Habe es ja am eigenen Leib erfahren. Meine Frau hat Maschinenbau an der RWTH in Aachen studiert, was heute noch eine absolute Männerdomäne darstellt. Auch in technischen Berufen und den entsprechenden Firmen sind die Ingenieurinnen nach wie vor noch recht gering vertreten. Ich habe ja auch keinen typisch männlichen Werdegang. So habe ich beispielsweise drei Jahre lang halbtags unsere Tochter betreut und war als einziger Mann in der Krabbelgruppe aktiv. In meinem Deutsch-Leistungskurs und in meinem Psychologiestudium waren die Frauen zahlenmäßig auch weit überlegen. Jetzt arbeite ich schon über zwanzig Jahre als selbstständiger Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis und konnte erfahren, dass wir uns über weite Strecken schon sehr deutlich unterscheiden. Dass es sich aber kaum einer so deutlich zu sagen traut. Schneide ich dieses Thema in meinem Freundeskreis an, eröffne womöglich entsprechende Diskussionen, werde ich häufig so behandelt, als verhielte ich mich politisch nicht korrekt. Beispielsweise wenn ich die Professorinnenfrage stelle.

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Also dachte ich mir: schreibste mal Deine Gedanken und Erkenntnisse nieder, die du in zahlreichen Gesprächen und Begegnungen sammeln konntest. Jetzt bin ich gespannt, wo mich das hinführt. Mein Ausgangspunkt ist auch eine gewisse Verärgerung über das zu lange Nachhallen und gedankenlose Nachbeten der Emma-Emanzipation-Denkschemata. Wie aus der verpönten Pistole geschossen, kommen oft die Argumente: „Männer lassen Frauen nicht an die Macht.“ „Männer unterstützen die Frauen zu wenig in der Kinderbetreuung.“ „Männerseilschaften lassen Frauen nicht hoch kommen“ etc. Ich denke, da stimmt Einiges von. Es ist aber nicht alles. Natürlich sind Männer und Frauen auch biologisch sehr unterschiedlich. Nehmen wir nur einmal die Menstruation oder die Schwangerschaft und die damit verbundenen hormonellen Schwankungen. Vielleicht haben diese Unterschiede auch mehr Auswirkungen, als viele anerkennen wollen?

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Vielleicht sind es auch nicht ausschließlich die Männer, die eine berufliche Karriere von Frauen behindern können? Vielleicht sind viele der „Emma-Argumente“ heute auch nicht (mehr) die zentral wirksamen Mechanismen, die zur Ungleichheit im beruflichen Erfolg führen? Vielleicht stehen Frauen sich streckenweise auch selbst im Weg?

Mit meinen Überlegungen, dass Männer anders sind, liege ich – so meine Vermutung – in einem sich derzeit abzeichnenden Trend. Meine Frisörin brachte mich darauf, dass die jungen Leute äußerlich wieder mehr klassischen Rollenbildern folgen. Männer demonstrieren mit ihren Bärten wieder, dass sie sich deutlich von den glatten Frauengesichtern unterscheiden. Wenn sie auch sonstige Körperbehaarung noch wegrasieren. Junge Frauen treten in Kleidung und Frisur auch wieder betont weiblicher auf. Okay, mich erschreckt es auch, dass unsere Tochter eine Zeit lang Fan des TV-Formates „Germanys-next-Top-Modell“ war. Obwohl auch sie mittlerweile an der RWTH Aachen einem naturwissenschaftlichen Studium nachgeht. Aber Klums Heidi hätte in den 70er-90er Jahren keinen auf die Einschaltquoten-Alm treiben können.

Für mein Buchprojekt habe ich mir heute mal folgendes Inhaltsverzeichnis überlegt. Das ist natürlich einerseits noch vage, andererseits ist es ein vorläufiger Ordnungsversuch dessen, was mir so durch den Kopf geht. Sicher wird es sich noch in einigen Punkten verändern, ergänzen und umwandeln. Wie sagte Pablo P. immer so schön? „Man muss eine Idee davon haben, was man vorhat, aber sollte aber eine vage Idee sein.“

Profil Picasso

Also hier mal mein rasch runtergeschriebenes (Arbeitstitel-)

INHALTSVERZEICHNIS :

Männer jagen gern im Rudel.

Katzen pflegen gut ihr Selbst.

A             Männer sind anders. Frauen auch.

  1. Männer sind anders. Frauen auch. Das ist gut & fruchtbar.
  2. Warum sitzen in Deutschland so wenige Frauen auf Lehrstühlen?
  3. Als der Mensch begann Fleisch zu (fr)essen, veränderte sich das Sozialgefüge gewaltig.
  4. Hormone sind nicht ohne.
  5. Wir alle müssen ihn lösen: den Autonomie-Bindungskonflikt. Täglich. Von Geburt an.
  6. Männer sind keine Schweine. Sie sind direkter und offener, in dem was sie wollen & fordern.
  7. Fürchten Frauen zu sehr Bindungsverlust und KommunikationsStörung?
  8. Was sagt uns das alte Lied vom Hänschen-Klein über die Verlustängste der Deutschen?
  9. ÜberTrieb-ene Autonomietendenzen bei Männern & Frauen
  10. ÜberTrieb-ene Bindungstendenzen bei Frauen & Männern
  11. Männer brennen mehr und sterben früher! Stimmt das?
  12. Was eint Muhamed Ali und Mutter Theresa?

B             Was können Frauen von Männern lernen?

Und umgekehrt.

  1. Worin unterscheiden sich die Netzwerke von Männern und Frauen?
  2. Was zeichnet mächtige Männer aus, was mächtige Frauen?
  3. Wenn Frauen mit ihren Erfolgen nicht zufrieden sind, dann liegt das nicht nur an den Männern.
  4. Wie können Frauen erfolgreicher sein?
  5. Männer könnten weniger einsam sein, wenn sie Zugang zu ihrer „inneren Frau“ bekämen.

C             Das Geheimnis der großen Neu-Geburten.

  1. Von den unterschiedlichen Geburten: Mutter Natur & Vater Kultur.
  2. Sind die Erfolgsprodukte der Männer Antworten aus einem Gebährneid?
  3. Kinder entwickeln sich am Besten in der Triangulierung mit unterscheidbaren Eltern.
  4. Ist das „Kind im Manne“ das Geheimnis für das Erreichen von außergewöhnlichen Ergebnissen: in Wissenschaft, Kunst & SterneKochen?

D             Was bringt UNS weiter?

  1. „Polarität und Steigerung“ – Was können wir von Goethes Farbenlehre und seinen naturwissenschaftlichen Studien (zur Metamorphose der Pflanzen) lernen?
  2. Männlich und Weiblich können wir auch als zwei deutlich unterscheidbare Umgangsformen mit der Welt verstehen.
  3. Je größer unsere individuelle Spielbreite zwischen weiblich und männlicher Weltsicht ist, desto erfolgreicher und glücklicher können wir leben.

 Das Ende ist nah

Über konstruktive Kritik, Anregungen, Ergänzungen etc. freue ich mich natürlich sehr. Dann wird mein Buchprojekt ein Stück weit ein: „Gemeinsames Werk“.

Viele Grüße aus Bella Italia, Hans Wolter

Verantwortlich für den Inhalt: Dipl.-Psych. Hans Wolter

http://www.HansWolter.com

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12 Kommentare

  1. […] Männer jagen gern im Rudel. Katzen pflegen gut ihr Selbst. […]

    Gefällt mir

  2. Hallo lieber Hans,
    das mit dem „Zum Ausdruck kommen wollen“ beschäftigt mich auch schon lange. Wir beide haben da ja zum Teil schon unseren Weg (Blog) gefunden.
    Egal, wie lange es dauert, ich freue mich auf dein Buch!
    Doch nun zu deinem Thema:
    Ich finde es äußerst spannend, wie sich hier der Zeitgeist geändert hat. Männer und Frauen sind anders! Vor zehn, maximal fünfzehn Jahren währe Mann noch für eine Solche Aussage aus dem Dorf getrieben worden. Ich finde es gut, dass anderssein – sein kann. Anders ist für mich erst einmal eine Bereicherung und keine Wertung.
    Spannend zu deinem Ausgangspunkt finde ich, dass es in Syrien, vor dem Krieg 50% Professorinnen gab. Also in einem Land, dass für uns eher zur dritten Welt gehörte.
    Doch noch einmal zurück zu deinem Artikel. Ich komme ursprünglich ja aus einer Männerdomäne. Elektrotechnik. Während meines Studiums mit 120 Studenten, gab es vier Frauen. Heute erlebe ich mit, wie Unternehmen sich Gedanken darübermachen, das Arbeitsgebiet für Frauen attraktiver zu gestalten. Facharbeitermangel halt. Es ist interessant an diesen Umbrüchen mitzuarbeiten.
    Und dann war da ja auch noch mein „Rollenwechsel“ in eine Frauendomäne. Im meinem Bereich Erziehung, Soziales und Bildung, geht es darum mehr Männer „anzulocken“.
    Dein Buch könnte ein echter Gewinn für Beide Seiten sein. Wie gesagt ich freue mich darauf.
    Lieben Gruß

    Peter

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    1. Hallo lieber Peter, herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Durch meinen Urlaub habe ich leider gerade erst gelesen. Danke für Dein MutMachen zu meinem Buchprojekt. Schaun wir mal, was sich realisieren lässt. Danke auch für Deine ergänzenden Hinweise und die Bezüge zu Deinem eigenen Werdegang.
      Liebe Grüße, Hans

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    2. Danke lieber Peter. Ich weiß gar nicht, ob ich Dir damals auf Deinen umfangreichen und guten Kommentar geantwortet habe … ? … Gelesen hatte ich den natürlich … muss meine Blog-Kommunikation noch besser organisieren. Lieben Gruß, Hans

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  3. Isabell Donath

    Na da kann man ja gespannt sein! Ich bin es schon! Und wenn einen in Italien nicht die Muse küsst – wo sonst??? Möge sie reichlich ‚Bützcher‘ verteilen, die Muse, damit das Buch ein Renner wird und das Schreiben Erfüllung (der Weg ist ja auch das Ziel)!!

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    1. Danke, liebe Isabell Donath, für den ermutigenden Kommentar. Durch meinen Urlaub habe ich es erst heute lesen können. Über mein Notebook hatte ich nur ganz selten eine Internetverbindung … und im Handy war mir das zu aufwendig … Ich habe ein wenig schreiben können … weniger als gedacht … weil mich nicht nur die Muse küssen wollte … 😉 … mal schauen, wie es sich weiter realisiert … ich bin zuversichtlich … Liebe Grüße!

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