Man darf nicht warten bis Freiheitskampf Landesverrat wird. Erich Kästner. – Ist Recht eine Frage der Macht? – (WehrWolter – ww 45 – Hans Wolter)

Pressefreiheit oder Landesverat? – Eine Frage der Macht!

GeneralBundesanwalt rudert im Fall „Netzpolitik.org“ flugs zurück.

Den beiden Bloggern Markus Beckedahl und André Meister von Netzpolitik.org dürfte der Vorwurf des Landesverates sehr Recht sein. Kommt es doch dem „Ritterschlag“ im Gewerbe gleich. Weit bevor man vom Online-Journalismus noch nicht einmal träumte, 1962, wurde der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein unter dem gleichen Vorwurf verhaftet. Er musste zwar zwei Monate im Knast verbringen, aber der damalige „Drahtzieher“, Verteidigungsminister Franz-Josef-Strauß (CSU), war seinen Job durch diese dumme Aktion los.

„Landesverrat mussten wir erstmal googeln“ (Beckedahl)

In Berlin demonstrierten gestern, am 01. August 2015, weit über 1000 Unterstützer von Netzpolitik.org.

Die Landesverrat-Ermittlungen werden als „Angriff auf die Pressefreiheit“ angeprangert.

WW-Blog-Netzpolitik1

„Franz Josef Strauß gefällt das!“ Bei der Demonstration vor dem Bundesjustizministerium in der Mohrenstraße wurde an die „Spiegel-Affäre“ 1962 erinnert. – Foto: Bodo Straub

„Es ist seltsam, dass der Staat gegen einen ermittelt, weil man sich für Grundrechte einsetzt“
Markus Beckedahl, Chefredakteur von Netzpolitik.org

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat die Strafanzeigen verteidigt, die zu Ermittlungen gegen die kritischen Blogger geführt hatten. Maaßen sagte der „Bild am Sonntag“, um die weitere Arbeitsfähigkeit seiner Behörde „im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus sicherzustellen“, sei es notwendig gewesen, „gegen die Herausgabe von als vertraulich oder geheim eingestuften Dokumenten“ juristisch vorzugehen. Die Strafanzeigen gegen Unbekannt seien im Frühjahr 2015 eingereicht worden.

FILES - Picture taken on May 4, 2015, shows the President of the German Office for the Protection of the Constitution, Hans-Georg Maassen following a symposium on Islamist terrorism in Europe in Berlin. German journalists and lawmakers warned of an attack on press freedom on July 31, 2015, following news of a treason probe against bloggers who published Internet surveillance plans by the domestic security service. The investigation against two writers of the blog Netzpolitik.org for allegedly publishing

FILES – Picture taken on May 4, 2015, shows the President of the German Office for the Protection of the Constitution, Hans-Georg Maassen , AFP PHOTO / JOHN MACDOUGALL

„Alles Weitere ist nun eine Angelegenheit der Justiz“, sagte Maaßen der Zeitung. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wegen Landesverrats gegen die beiden Journalisten sowie gegen Unbekannt waren am Donnerstag bekannt geworden. Das Portal hatte aus internen Berichten des Bundesamts für Verfassungsschutz zitiert. Darin ging es um Pläne, die nachrichtendienstliche Überwachung des Internets auszubauen.

Erst nach einer Welle der Empörung ruderte Generalbundesanwalt Harald Runge zurück und stoppte am Freitag vorerst die weiteren Ermittlungen.,

Range sieht sich derzeit mit zahlreichen Rücktrittsforderungen konfrontiert. Wolfgang Bosbach (CDU) nahm ihn in Schutz: Die Einleitung von Ermittlungen gegen die Journalisten sei zwar „aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen“ unverständlich, sagte er dem „Handelsblatt“. Jedoch müsse deshalb „nicht gleich (der) Rücktritt des Generalbundesanwalts“ gefordert werden. „Wer beim Ermittlungsverfahren kritisiert, hier würde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, sollte nicht selber ein so großes Kaliber wählen.“

WW-Blog-Netzpolitik2

Isabell R.: „Die Ermittlungen sind fast schon lächerlich.“ – Foto: Bodo Straub

André Meister: „Deutschland braucht einen echten Whistleblower-Schutz!“

WW-Blog-Netzpolitik3

Ich muss hierbei auch an Edward Snowden denken.

Wer ist bzw. wer sind hier eigentlich die Täter?

Diejenigen, die etwas tun … 

oder die, die nur darüber berichten?

Hier wirkt eine Logik, die einen an der Freiheit der Rechtsprechung zweifeln lässt. Zumindest in einer Demokratie. Es geht auch nicht um irgendwelche kleinen Staaten. Es geht immerhin um die westlichen Erstligisten wie unsere Bundesrepublik Deutschland und den Big Brother USA.

… Schon merkwürdig … oder?

Auszüge aus meinem Artikel vom 09. Juni 2015

„Mein Name ist Ed Snowden, ich bin 29 Jahre alt“,

Juni 2013. Bis heute wurde viel verändert, aber der Skandal-Enthüller sitzt immer noch in Moskau fest. Als wäre ER der Täter. Apollon verwandelte den schönen Singvogel zur krächzenden Krähe, obwohl er nur Überbringer der Untreue seiner Frau Koronis war. Snowden7

Edward Snowden ist jetzt seit zwei Jahren in Moskau. Mich empört es nach wie vor, wie die Amerikaner mit ihm umgehen. Als wenn Bankräuber einem Wachmann hinterherrufen: „Haltet den Dieb!“ Leider hat die deutsche Bundesregierung zu wenig Traute, Edward Snowden nach Berlin zu holen. Ich fände es klasse, wenn er in Deutschland Asyl bekäme. Die amerikanischen Geheimdienste scheinen eine solch große Macht zu haben, dass sich eine so starke Wirtschaftsnation, wie Deutschland, keine souveräne Entscheidung zuTraut. Natürlich kommt auch der innere Druck von der deutschen Wirtschaft auf die Kanzlerin.

Snowden5

Die Geschichte vom Schwarzen Vogel der Untreue

Apollon lernte Koronis, die Tochter des Königs Phlegyas von Orchomenos beim Bade im Boibeis-See in Thessalien kennen. Er verliebte sich in sie.,

Da sie von ihm ein Kind erwartet, sandte er zu ihrer Bewachung einen wunderschönen weißen Singvogel. Koronis wurde Apollon untreu und betrog ihn mit dem sterblichen Arkadier Ischys, Sohn des Elatos. Der Vogel meldete dies sofort seinem Herrn. Apollon wurde wütend und bestrafte den Überbringer dieser schlechten Botschaft. Er veränderte die Farbe des Vogels in Schwarz, verdammte das arme Tier zu krächzen anstatt zu singen und fortan bevorstehendes Unheil anzuzeigen. Seither trägt dieser Vogel auch den Namen der Untreuen: Corvus corone corone – die Rabenkrähe. Michael Grant, John Hazel. Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. München 1997.

Snowden8

„Zwei Jahre ist es her, da meldete sich Edward Snowden erstmals in der Öffentlichkeit. Seitdem ist sehr viel passiert. Snowden selbst meint jetzt, der Unterschied zu früher sei „enorm“. Andere Experten sehen das nicht so.“ (Von Sabrina Fritz, ARD-Hörfunkstudio Washington) „Mein Name ist Ed Snowden, ich bin 29 Jahre alt“ – mit diesen Worten stellte sich der NSA-Enthüller 2013 der Welt vor. Zwei Jahre nach diesem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit hat er sich wieder zu Wort gemeldet. In einem Beitrag für die „New York Times“ schreibt er: „Zwei Jahre später ist der Unterschied enorm. Die Telefonüberwachung der NSA wurde für ungesetzlich erklärt und vom Kongress abgelehnt. Das ist ein historisches Ereignis.“

Snowden4

Diese Bilanz hält James Lewis für übertrieben. Er ist Geheimdienstexperte beim Centrum für Strategische und Internationale Studien in Washington: „Es ist naiv zu glauben, dass die USA ein wichtiges Instrument gegen Terrorismus aus der Hand geben, besonders in diesen Zeiten“, sagt er. Es gebe Verbesserungen, eine Aufsicht für das Gericht, die Daten würden nicht mehr bei der NSA gesammelt – „aber das Programm an sich ist nicht beendet“. Das „Programm“, das die Amerikaner vor allem beschäftigt, ist die Sammlung ihrer Telefondaten: Wer hat wann mit wem telefoniert? Diese Snowden-Enthüllung hat für die meiste Aufregung in den USA gesorgt und für viel Spott: „Ich mache manchmal Witze mit meinen Freunden: Ah, die NSA hört wieder mit!“, sagt eine junge Frau in Washington. Snowden löste in den USA auf jeden Fall eine Debatte über Datensicherheit aus. Die Kommentare gehen in alle Richtungen. Der Republikaner Rand Paul will die NSA ganz abschaffen. Sein Parteikollegen Lindsay Graham sagt, in diesen Zeiten brauche man alle Informationen: „Ich habe keine Angst vor der NSA, ich habe Angst vor dem Islamischen Staat.“

Snowden6

Mindestens zwei Erfolge

Einen Erfolg kann Snowden jedenfalls für sich verbuchen: Die Telefondaten der Amerikaner werden nicht mehr bei der NSA gesammelt sondern bei den Telefongesellschaften. Will sie an diese heran, braucht sie eine richterliche Genehmigung. Ein weiterer Erfolg sei, dass die Internetunternehmen besser auf unsere Daten aufpassten, schreibt Snowden. Computerexperten hätten unermüdlich daran gearbeitet, die Sicherheit von Geräten zu verbessern, die uns umgeben. Keine Änderung gibt es aber bei der Auslandsspionage. Auch wenn jetzt Merkel, Obama und Co beim G7-Gipfel wie gute Freunde ein Bier getrunken haben – gegenseitig trauen tun sie sich nicht. Die USA sind jedenfalls nicht bereit, ein No-Spy-Abkommen mit irgendeinem Land zu unterschreiben. Und wenn ihnen jemand verdächtig vorkommt, dürfen die US-Geheimdienste E-Mails und SMS lesen.“

Auszug aus meinem Artikel vom 30.04.2015

Derzeit kommen einige Dinge an die Öffentlichkeit, aus denen ersichtlich wird, dass die NSA uns auch mit dem Hintergrund der Wirtschaftsspionage ausgehorcht hat, wahrscheinlich immer noch aushorcht. Der deutsche Geheimdienst soll den amerikanischen Geheimdienst unterstützt haben, Frankreich politisch auszuspionieren. Deutsche Regierungsvertreter sind nicht alle unwissend. Nach aktuellen Informationen gab es bisher nur vereinzelt Hinweise auf gezielte Wirtschaftsspionage. Europäische Firmen sind nach bisherigen Erkenntnissen vor allem deshalb betroffen, weil die USA nach Hinweisen für illegale Exportgeschäfte sucht.

Snowden3

Schweigsames Kanzleramt: Letzte Woche hat das Kanzleramt eingeräumt, dass es seit spätestens 2008 davon wusste, dass die NSA europäische Rüstungskonzerne ausspähen wollte. Darüber hinaus habe man „technische und organisatorische Defizite“ ausgemacht. „In der Affäre ist vor allem Bundesinnenminister Thomas de Maiziere unter Druck geraten. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, das Parlament getäuscht zu haben.“ (Quelle: ARD Berlin, 30.04.2015, 11.48 Uhr) Die Opposition fordert seinen Rücktritt: „es habe sich in den vergangenen Jahren eine Kultur etabliert, dem Parlament nicht die Wahrheit zu sagen.“

Ströbele: „Das Parlament, die einzelnen Abgeordneten und die Öffentlichkeit sind nach Strich und Faden belogen worden in den letzten eineinhalb Jahren. Mindestens vom BND, möglicherweise auch vom Kanzleramt. Wir haben spätestens durch Dokumente von Edward Snowden im Sommer 2013 Hinweise gehabt, dass auch Wirtschaftspionage und das Ausspionieren europäischer Politiker stattgefunden haben. Das wurde aber immer heftig dementiert.“ (Pfälzischer Merkur, 30.04.2015)

Der Skandal entpuppt sich als noch größer, als ich angenommen hatte. Da mir seiner Zeit der Edathy-Skandal „spanisch“ vorkam, schrieb ich am 20. März 2015 bereits einen Artikel, der in dem ich darauf hinwies, dass die sogenannte Edathy-Affäre eine Ablenkung sein muss. Edathy war Vorsitzender des NSU Ausschusses und nahm zu der Zeit auch die amerikanischen Geheimdienste ins Visier. Er kritisierte das Verhalten von Barack Obama gegenüber den Abhöraktivitäten der NSA. Dies ließ sich gut am angezapften Handy von Angela Merkel verdeutlichen. Außerdem forderte er, dass Edward Snowden in Berlin befragt werden sollte. Dies machte den Geheimdiensten – meiner Ansicht nach – Angst. Angst zumal dieser Herr Edathy unorthodox vorging und nicht berechenbar war. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um anzunehmen, dass man etwas gesucht hat, um diesen Mann auszuschalten. Natürlich können sie das mit einem PädophilieVerdacht einfach und wirkungsvoll bewerkstelligen. Damit will ich den Herrn E. nicht in Schutz nehmen. Aber bei allem Medienrummel mussten wir feststellen, dass sein Besitz von Bildern nicht strafbar war und ist. Die Folgen sind natürlich verheerend für den Menschen und Politiker. Ich war sehr erstaunt, wie hysterisch unsere Gesellschaft reagiert hat. Kopflos forderten, an und für sich vernünftige Mitmenschen: „Schwanz ab!“

Für mich stellt sich das so dar, dass man hier eine Tintenfisch-Taktik angewandt hat. Mit der Edathy-Affäre spritzte man so viel Tinte ins Wasser, dass keiner mehr klar sehen und denken konnte.

Edathy & Snowden auf der Couch

Auszug aus meinem Artikel vom 20.03.2015:

Der PsychoLoge fragt sich & Dich: Hatte Sebastian Edathy wirklich Bilder vom Jungen Edward Snowden & James Dean?

Was treibt Angela Merkel mit großen Hunden?

Wie hängt das mit Wladimir Putins Doggyphilie zusammen?

EnthüllungsSkandal: Der Kaiser ist in Wahrheit nackt!

  1. a) ICH bin der Meinung, dass WIR Edward Snowden Asyl gewähren sollten.

Deutschland kann sich das leisten. Die USA werden uns nicht sanktionieren. Zumindest nicht dauerhaft. Das können DIE sich nicht leisten. Ich finde es höchst merkwürdig, dass Edward Snowden, ein Mann der die Wahrheit gesagt hat, dafür dauerhaft bestraft wird. Hätten wir diese Einbuße an Lebensqualität auf uns genommen? Junge Menschen haben noch Ideale. Gott und/oder Allah? Sei Dank! Enttäuscht sind wir nur da, wo wir uns vorher getäuscht haben. Die Täter sind die NSA. Wenn die Täter jetzt dem mutigen Kämpfer für mehr ZivilenUngehorsam hinterherrufen: „haltet den Dieb!“, verstehe ich dies, als Verschiebung des Sachverhaltes, Projektion und Ablenkungsmanöver. Das sind Mechanismen, die auch im Fall Edathy erstaunlich gut funktioniert haben. Edathy hatte übrigens auch vorher Obama kritisiert und angeregt, dass man Snowden nach Deutschland einladen solle. Kurze Zeit später kam der Kinderpornoverdacht. Wenn ich einen „bedrohlichen Menschen“ wirkungsvoll ausschalten möchte, dann mache ich das vorzugsweise über einen sexuellen Skandal. Irgendetwas findet sich da schon. Ein sexuelles Fehlverhalten ist hier heute wesentlich effektiver, als auf den Verdacht von Steuerbetrug hinzuweisen. Effektiver, weil öffentlichkeitswirksamer. Ein Steuerhinterzug ist nicht wirklich spannend. Bei Hoeneß war die Summe spektakulär und die Vorstellung, dass einer, der sich gerne als GutMensch gibt auch noch eine BreakingBadSeite hat. Sebastian Edathy gab sich nie als GutMensch. Er hatte Bilder von nackten Jungs, was allerdings noch keine Straftat ist. Eine Statistik über Pornokonsumenten im Bundestag könnte einen gewissen Unterhaltungswert haben. Kurzzeitig. Wie die Geschichte von Alibaba und den 50 Schatten. Dass der reine Besitz von Nacktbilder kein Straftatbestand ist, wurde ja auch von deutschen Gerichten bestätigt. Ich frage mich, wieso man gerade zu diesem Zeitpunkt auf diese, in Kanada bestellten, Fotos aufmerksam wurde. Hat das mit seinem forschen Auftreten gegenüber den USA zu tun oder war er als Vorsitzender des NSU-Ausschusses auch für das BKA oder den BND ungemütlich? Über die Pädophilie-Diskussion konnten diese, vielleicht vorhandenen „Gefahren“, wirkungsvoll in den Hintergrund gedrängt werden. Wenn der Oktopus Angst bekommt, schießt er mit Tinte, um das Wasser zu verUNKLARen. Für Fortgeschrittene: „Hören Sie gespannt zu, während andere ein Problem diskutieren. Mischen Sie sich mit einer banalen Behauptung ein, und beenden Sie das Thema.“ (Spark’s zehn Regeln für den Betriebsleiter)- MICH macht es einfach misstrauisch, dass ich zu diesen Zusammenhängen nichts mehr in der Presse und den Medien finden konnte.

Die Pädophilie-Hysterie hat für mich auch in diesem Zusammenhang etwas schwer Nachvollziehbares. Juristisch war schnell klar, dass es sich hier um keinen ernsthaften Straftatbestand handelt. Daher konnte das Verfahren ja letztlich auch durch eine verhältnismäßig geringe Zahlung eingestellt werden. Psycho-Logisch verstehe ich das Phänomen der „Pädophilie-Hexenjagd“ als einen kollektiven Ausdruck von Hysterie. Gut, für den normalen Bürger ist es schon merkwürdig, wenn ein Politiker sich an Bildern von nackten Jungs aufgeilt. Warum tut er das? Viele denken schon aus Angst hier nicht mehr weiter. Wir wehren Vieles ab, weil wir unbewusst befürchten, so etwas auch bei uns selbst entdecken zu können. Also rufen wir bei Facebook laut: „Schwanz ab!“. Pädophilie hat mit der Lust am Macht-Ohnmacht-Spiel zu tun. Fühle ich mich unterlegen, kann ich entweder in die Täter- oder in die Opferposition gehen. Damit spielt ja der SadoMasoKomplex. Dies kann ja auch einen Reiz ausmachen. Nicht nur für 50 Schattige. Als erfolgreicher Banker kann ich mir beispielsweise meine Schuldgefühle von einer Domina wegprügeln lassen. Als psychohygienische Maßnahme ist das weder verwerflich, noch strafbar. Die katholische Kirche(1) sollte sich ruhig verhalten.

Wie – unbewusst gespalten, bis bewusst verlogen – eine Kultur, eine Gesellschaft damit umgehen kann, sehen wir an dem orgiastisch anmutenden Applaus für „Fifty Shades of Grey“. Zeitgleich organisiert man auf der anderen Seite eine Hexenjagd auf einen Mann, der „nur“ Fotos anschaut. Wenn Edathy tatsächlich sexuell missbräuchlich aktiv geworden wäre, wie diverse katholische (1) WürdenTräger in Internaten etc., könnte ich den Aufruhr im Volk besser nachvollziehen. Die Lust am MachtOhnmachtSpiel kann für die Wahl und Ausübung vieler Berufe ausschlaggebend sein. Unbewusst. Als Lehrer, Politikerin, Arzt, Anwältin oder Altenpfleger kann ich das MachtGefälle genießen und mit dieser Motivation – vielleicht unbewusst – diesen Beruf ergreifen. Das ist nicht strafbar. Das ist menschlich. Wer diese These als zu gewagt empfindet, sollte sich mal das Theaterstück oder den Film „Gott des Gemetzels“ ansehen. Hier wird eindrucksvoll dargestellt, dass in jedem von uns, noch ein Barbar lebt, der rasch für ein Gemetzel zu haben ist. Unabhängig von Kultivierungsgrad & Intelligenz. In diesem Zusammenhang finde ich es immer wieder erstaunlich, dass Sigmund Freud um 1900 das Unbewusste entdeckte, erforschte und wie wenig die Meisten von uns, unbewusste Motive bei sich und anderen sehen bzw. tatsächlich in Betracht ziehen. „Der will nur spielen!?“ Ein Satz, der selbst auf der Hundewiese nicht der Wahrheit entspricht. Okay, wenn ein SMler seinem Quältrieb nachgeht, macht er das ja auch manchmal in seinem „Spielzimmer“. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, solange sich nicht alle als GutMenschen zu verkaufen suchen und natürlich, solange keiner zu Schaden kommt.

  1. b) Die Tragik des Falles Edathy liegt für mich auf drei Ebenen.

Die politischen Hintergründe im Fall Edathy werden auffällig wenig diskutiert. Aber ich denke, dass wir uns von dem Gedanken verabschieden sollten, dass die Politik die Geheimdienste kontrolliert. Faktisch ist es wohl (leider) umgekehrt.Der Mensch und Politiker Sebastian Edathy ist massiv und m.E. unverhältnismäßig beschädigt worden. Hierzu fällt mir spontan Heinrich Böll und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (2) ein. Okay, Edathy hat leider, durch seine arrogante Haltung, zum großen Teil auch selbst dazu beigetragen. Wäre er weniger narzisstisch gewesen, hätte er sich mit einem guten Psychologen beraten. Verstehen kann man das etwas mehr, wenn man sich einmal mit seiner Biographie und der darin zu Tage tretenden Behinderung seiner SozialKompetenz auseinandersetzt. Aber so weit geht kaum einer.

Unsere Gesellschaft reagiert, in diesem vorliegenden Pädophilie-Sachverhalt, erstaunlich heftig. Wie können wir das verstehen? Ich denke, dass es damit zu tun hat, dass Missbrauch und Misshandlung von Kindern, ein massives Tabu darstellt. Zu Recht! Mir fiel in den sozialen Medien auf, dass tendenziell Frauen, härter und rigoroser in ihren Beurteilungen von Sebastian Edathy waren, als Männer. Natürlich ist es auch ein Tabu, sich eine Mutter, als sexuell übergriffig vorzustellen. Dabei ist jeder fünfte pädophile Täter eine Frau. Hinzu kommt noch die sogenannte Dunkelziffer. Das lässt sich offenbar schwer denken, noch schwerer fühlen. Einfacher geht es offensichtlich, in diesem Zusammenhang, an perverse Männer zu denken. In der Fachliteratur gibt es auch noch erstaunlich wenige Veröffentlichungen zum Thema „Perversion der Frau“. An Tabus trauen wir uns einfach weniger ran: Weil es eben nicht einfach ist. Auch in der Forschung. Das macht uns Angst. Darauf reagieren wir mit Abwehrmechanismen. Wie z.B. der Projektion, in der der potentielle Täter laut ruft: „Haltet den Dieb!“

Die politischen Hintergründe im Fall Edathy werden auffällig wenig diskutiert. Aber ich denke, dass wir uns von dem Gedanken verabschieden sollten, dass die Politik die Geheimdienste kontrolliert. Faktisch ist es wohl (leider) umgekehrt.

Snowden

Wer A sagt muss auch B sagen.

Noch einmal kurz zum Fall Edward Snowden:

Es kann doch eigentlich nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn ein Mensch, der die Wahrheit gesagt hat, in Sachen: Machenschaften der USA-Überwachung, wie ein SchwerstVerbrecher gejagt wird. Für mich ist es ein besonderer Hohn, dass dieser Mensch nur Asyl bei einem weltbekannten Lügner findet. Und das unter den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit. Hierzu verweise ich auf das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, in dem NUR ein Kind sich traut, zu rufen: „Der Kaiser ist ja nackt!“ Alle Anderen schweigen, weil sie keine Nachteile in Kauf nehmen möchten. In der Märchengeschichte galt es ja als Zeichen mangelnder Intelligenz, wenn man des Kaisers unsichtbaren Kleider nicht sieht. Unter Hitler war es auch gesünder, NICHT zu laut zu sein. Aber da stehen wir nicht! Noch? Putins Verhalten zeigt Parallelen. Hitler hatte sehr viele Deutsche hinter sich, als er sie zum Austritt aus dem Völkerbund überredete. Nahezu 90% der deutschen Bevölkerung stimmten 1933 in einer Volksabstimmung dem Vorschlag Hitlers zu. So wie der Charismatiker Hitler vielen Deutschen damals aus der Seele sprach, dass sie nach dem verlorenen Weltkrieg von vielen Staaten ungerecht behandelt würden, so redet Putin vielen Russen aus der Seele, dass der Westen Schuld daran trage, dass das Imperium UdSSR auseinandergefallen ist. Mit der Wahl Michail Gorbatschows 1985 zum Generalsekretär änderte sich langsam die Politik in der UDSSR. Gorbatschows Reformen, Perestroika (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten das stalinistische System in der Sowjetunion erneuern. Entscheidend dabei war die Aufhebung der „Breschnew- Doktrin“. Damit sicherte Gorbatschow den Ostblock-Staaten außerhalb der UdSSR zu, deren Eigenständigkeit zu achten sowie in keinem Fall militärisch einzugreifen und öffnete faktisch den Weg zur Demokratisierung dieser Staaten. So erzwangen diese Reformen des Visionärs Gorbatschow, die Wirtschaftskrise, die Massenflucht der Menschen in den Westen und die friedlichen Demonstrationen der DDR-Bürgerinnen und -Bürger das Ende der DDR-Diktatur. Das Schimpfwort „Lügenpresse“ traf auf die DDR-Presse tatsächlich zu. Sie verbreitete Erfolgsmeldungen, die mit der persönlichen Erfahrung der Bürger nicht mehr übereinstimmte und darum als Lüge und Propaganda verstanden wurde. Das führte zum massiven Vertrauensverlust der Menschen in die Regierung der DDR. Danke „Gorbi“, dass UNSERE Mauer 1989 ohne Blutvergießen fallen konnte. Unbewusst war die Zeit reif. Bewusst haben wir es der Unklarheit des DDR-Pressesprecher Günter Schabowski zu verdanken: 09.11.1989, 18.53 Uhr: Der italienische Journalist Ricardo Ehrmann fragt nach einem neuen Reisegesetzentwurf. Schabowski beugt sich über die Papiere und sagt: „Es ist heute, so viel ich weiß, eine Entscheidung getroffen worden.“ Der Ministerrat habe beschlossen „heute, äh, eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, äh, über Grenzpunkte der DDR auszureisen.“ „Ab wann?“, hakt Ehrmann nach. Schabowski stottert. Dann sagt er: „Das tritt nach meiner Kenntnis . . .“. Er macht eine Pause, „ist das sofort unverzüglich“. Was er nicht sagt: DDR-Bürger müssen einen Antrag stellen. – Das Leben überrollt die grausame GefängnisDiktatur. Friedlich. Hier wurde – einmalig – eine massive Spaltung aufgehoben! Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Gegenteilig ist meine Stimmung, wenn PEGIDA über 10.000 Dresdener für „neue Mauern“ mobilisieren kann. Wäre Putin damals Generalsekretär der UdSSR gewesen, wäre die Welt wahrscheinlich immer noch in einen Ost- und Westblock gespalten. Viele beruhigen sich damit, dass sie sagen, auch er könnte das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Der Blick auf große Teile der islamischen Welt und der Rückfall ins Mittelalter, seit Ayatollah Khomeini, macht mich (leider) auch hier eher skeptisch. Da Gorbatschow nicht gestorben ist, wurde er nicht zum Held. In Russland wird er heute eher als „Verräter“ eingestuft. Das Leben ist (leider) nicht fair. James Dean war hier schlauer, aber zu einem recht hohen Preis. Immerhin ist Edward Snowden schon sieben Jahre älter, als der amerikanische Rebell.

Snowden2

Gut, der ehemalige KGB-Chef, Wladimir Putin, hat heute offenbar so viel Macht, dass Edward Snowden, vor einem Übergriff der Cowboys aus dem Wilden Westen, einigermaßen sicher sein kann. Aber: Putin ist ein Lügner! Dies wird nicht nur in seiner Ukraine-Aggression und Krim-Annektion deutlich. Für mich, als Psychologen, wird sein Manipulationstalent auch an einer anderen kleinen Begebenheit deutlich, die wahrscheinlich wenig bekannt ist. Angela Merkel hat Angst vor großen Hunden. Natürlich ist es kein Zufall, dass Putin zu einem Treffen im kleinen Rahmen, seinen großen Hund frei rumlaufen ließ. Das ist billig, dreist aber wirkungsvoll.

Wolf2

Fazit: Die Welt ist wesentlich komplexer, als Viele von uns denken. Komplexer und teils diametral entgegengesetzt von dem, wie dies in den offiziellen Medien dargestellt wird. Entweder, weil (zu) einfache Journalisten zu begrenzt denken oder die Medienzunft hat auch Angst vor Benachteiligungen. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Allerdings weiß ich, nicht nur aus meiner langjährigen beruflichen Erfahrung als Psychotherapeut, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Motive haben. Es gibt sie nicht, DIE Wirklichkeit. Somit gibt es auch nicht DIE Wahrheit. Eigentlich dürfen WIR auch über Alles lachen. Auch über Allah. Ehrlich? Wirklich! Ist das nicht gefährlich? Vielleicht. Leider! Die Gedanken sind frei. Spätestens jetzt, interessiert sich die NSA nicht nur für: „Das Leben der Andern“. Aber das, ist ein anderer Film 😉

Verantwortlich für den Inhalt: Dipl.-Psych. Hans Wolter (www.HansWolter.com)

cropped-bild1.png

 

2 Kommentare

  1. […] Man darf nicht warten bis Freiheitskampf Landesverrat wird. Erich Kästner. – Ist Recht eine Frage… […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s