Die Wucht des Lauffeuers Ver-O(e)ffen-tlichung. Von der Reformation über Glasnost zum Social-Media. – Tabu-TTIP? – Alte Macht-Logik funktioniert nicht mehr? So richtig! – EinschüchterungsVersuche verkehren sich ins Gegenteil. – Paradox des Streisand-Effekts. – (WehrWolter – ww 47 – Hans Wolter)

Generalbundesanwalt Range gefeuert. Er folgte der alten Macht-Logik. Das funktioniert in der vernetzten Welt nicht mehr.

Durch Öffentlich-Machen verkehren sich Versuche von MachtMissbrauch und Einschüchterung ins Gegenteil.

Sexueller Missbrauch & Stallking? Lassen sich meistens auch nur durch OffenLegung wirkungsvoll unterbinden.

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Auch harmlosere Zensurversuche folgen dem – schon von Anna Freud beschriebenen –(Abwehr-) Mechanismus: „Verkehrung ins Gegenteil“. Das führe ich gleich am Paradox des sogenannten „Streisand-Effekt“ kurz aus.

Zunächst mal zur Aktualität vom 05. August 2015: eine Bombe im Sommerloch.

Manchmal geht es schneller als man denkt. Die Zensur-Strategie des Generalbundesanwaltes Range hat sich ins Gegenteil verkehrt. Er wurde nach seinem Einschüchterungsversuch nicht nur fristlos gefeuert, sondern das, was geheim bleiben sollte, verbreitet sich jetzt umso schneller und effektiver.

NarzissmusSpiegelung2

Hierzu gibt es viele Vorläufer. Auch aus Zeiten, in denen man so etwas wie das Internet höchstens im Science-Ficition-Genre kannte.

LandesVerrat? Ein großes Wort aus vergangener Zeit.

Adenauer brachte das 1962 ins Spiel. Damals musste schon Verteidigungsminister Franz-Joseph-Strauss seinen Hut nehmen, nachdem er versuchte Rudolf Augstein und dem SPIEGEL einen Maulkorb zu verpassen. Schon da funktionierte die Autoritätslogik aus den Kaiser- und NS-Zeiten nicht mehr. Warum? Schon da gab es wirkungsvolle Veröffentlichungsmöglichkeiten.

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Den beiden Bloggern Markus Beckedahl und André Meister von Netzpolitik.org dürfte der Vorwurf des Landesverrates sehr Recht sein. Kommt es doch dem “Ritterschlag” im Gewerbe gleich. Weit bevor man vom Online-Journalismus noch nicht einmal träumte, 1962, wurde der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein unter dem gleichen Vorwurf verhaftet. Er musste zwar zwei Monate im Knast verbringen, aber der damalige “Drahtzieher”, Verteidigungsminister Franz-Josef-Strauß (CSU), war seinen Job durch diese dumme Aktion los.

Glasnost (russisch гласность) „Offenheit, Transparenz, Öffentlichkeit

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Die Wucht der Offenheit, die der damalige Generalsekretär Michail Gorbatschow nach seinem Amtsantritt (März 1985) mit dem Schlagwort GLASNOST betitelte, führte zur Erweichung der verknöcherten alten Machtstrukturen, letztlich zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Die Tsunamiwelle spülte letztlich auch die Berliner Mauer weg. Damit endete die 40jährige Spaltung Deutschlands.

Eigentlich begann die Glasnost-Bewegung bereits mit der Erfindung des Buchdrucks effektiv Schwung aufzunehmen.

Diese neue Kraft machte sich schon Martin Luther zu eigen. Ihm gelang es letztlich das Machtgefüge der Kirche ins Wanken zu bringen. Auch hier ging es hauptsächlich über das Herstellen von Öffentlichkeit.

Freud Religion

Der Beginn der Reformation (lateinisch reformatio „Wiederherstellung, Erneuerung“) wird auf das Jahr 1517 datiert. Da schlug Martin Luther seine 95 Thesen auf die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. In einer Sprache, die die Menschen verstehen konnten.

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Viele Menschen, mehr oder weniger gläubige Katholiken in West- und Mitteleuropa waren beunruhigt durch das, was sie als falsche Lehren und Missbrauch innerhalb der Kirche ansahen, besonders in Bezug auf die Ablassbriefe. Besonderer Kritikpunkt war die Käuflichkeit kirchlicher Ämter (Simonie), die den gesamten Klerus in den Verdacht der Korruption brachte. (Weiteres hierzu z.B. in Wikipedia)

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So wie Martin Luther die damaligen Machtverhältnisse durch Kommunikation & Öffentlichkeit verändern konnte, so gibt es natürlich auch negative Beispiel in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Adolf Hitler kam ja – zunächst einmal – auf legalem Wege an die Macht. Er baute seine Machtposition dann immer weiter aus, mit Hilfe der (damals) modernen Medien von Rundfunk, Film und Fernsehen.

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Hitler und Goebels sorgten dafür, dass möglichst in jedem deutschen Haushalt ein sogenannter „Volksempfänger“ stand. Die Nationalsozialisten waren absolute Profis. Nicht nur in der Vernichtung, sondern auch in der Psychologie der Medien und der Massen. Sie verstanden es Filme, Rundfunktbeiträge und Aufmärsche so zu inszenieren, dass sie das Volk begeistern konnten. Dagegen scheint mir selbst die FIFA mit ihren Fußball-Weltmeisterschaften noch harmlos zu sein.

Hitler orientierte sich in seinen Machterhaltungs-Strategien eher an den alten Göttern.

Sobald er an der Macht war, durften die Menschen keine Götter neben ihm mehr wahrnehmen.

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Zugegeben:

Demokratie ist umständlicher als Diktatur.

Aber sie ist lebendiger und letztlich haltbarer.

An Beispiel Reformation und, dass die katholischen Messen im allgemein unverständlichen Latein gelesen wurden, sieht man auch, wichtige Kriterien der Machtausübung. Die große Masse der Bevölkerung wird dumm gehalten. So kommt es mir auch bei den aktuellen Verhandlungen zu TTIPP vor.

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So schreibt die Süddeutsche Zeitung gestern (04.08.2015, 18:53 Uhr):

„Die Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP bringen immer wieder neue Ungereimtheiten ans Licht. SZ-Leserinnen und -Leser fürchten um die Demokratie.

Die unsägliche Geschichte der Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP bringt immer wieder neue Ungereimtheiten ans Licht, und das Misstrauen erhält damit täglich neue Nahrung. Nun enthüllt Heribert Prantl, dass TTIP als „living agreement“ von Expertenkommissionen auch nach seiner parlamentarischen Verabschiedung ständig verändert werden kann und soll, ohne dass die Parlamentarier diesen Änderungen zustimmen müssen. Es wird also höchste Zeit, dass diesen undemokratischen Machenschaften Einhalt geboten wird. Diese gefährliche Entwicklung wird nun auch noch durch das unrühmliche Verhalten der Berliner US-Botschaft fortgesetzt, indem sie den gewählten Vertretern des Deutschen Bundestages, die später über das Abkommen abstimmen sollen, den Zugang zum Leseraum in der US-Botschaft verweigert. Stattdessen treibt die NSA ihr unappetitliches Unwesen vom Dach dieser „Botschaft“ munter weiter, indem sie Bundesregierung und Wirtschaft mit deren Strategien, Absichten wie bei TTIP und Know-how ausspioniert. Wie lange lassen wir uns die politische und wirtschaftliche Schwächung unseres Gemeinwesens offenen Auges noch gefallen? Wir nehmen dankbar zur Kenntnis, dass Journalisten der vierten Gewalt, insbesondere die der Süddeutschen Zeitung, die Geheimniskrämerei und Intransparenz aufdecken, die seit Beginn der Tisa-, Ceta- und TTIP-Verhandlungen und der NSA-Schnüffelei herrschen. So haben sie dazu beigetragen, dass die Mehrheit der Deutschen diese Abkommen ablehnen.“

(Quelle:http://www.sueddeutsche.de/politik/ttip-neue-nahrung-fuer-das-misstrauen-1.259527)

Noch einmal kurz zur Kündigung des Generalbundesanwalts Range.

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Sein starres und autoritäres Vorgehen in den letzten Tages hat etwas von einem politischen Suizid. Insofern scheint mir seine Amtsenthebung letztlich unausweichlich. Wahrscheinlich ist es auch die beste Lösung. „Nachdem der Generalbundesanwalt schon in der Merkel-Handy-Abhör- u. in der NASA-Spionageaffäre eine überaus klägliche Figur gemacht hatte. Dies war wohl abgesprochen mit der Bundesregierung u. mit unseren „Diensten“. Damals hat sich Range nicht über polit. Einflußnahme beschwert. Er wirkte vielmehr erleichtert, dass die Sache so abgeräumt werden konnte. Range ist weisungsgebundener Beamter, ohne wenn und aber!“ (Focus online 05.08.2015)

Es ist m.E. nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tsunami-Welle der Befreiung bei Edward Snowden ankommt. Okay, Nelson Mandela musste auch lange, lange in seiner kleinen Zelle verharren. Dem jungen Ed Snowden geht es beim russischen FastAlleinHerrscher nicht ganz so schlecht. Eigentlich ist es ja ein Witz: Derjenige, der die Öffentlichkeit in Sachen übergriffiger Kontrolle durch die Geheimdienste informiert, wird mittels staatlicher Gewalt der USA, als Verräter verfolgt. Und wo findet er Schutz? Bei einem weiteren totalitären Machthaber, der gerade dabei ist, sich freie Staaten einzuverleiben. Die Welt ist und bleibt paradox.

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Wer ist bzw. wer sind hier eigentlich die Täter?

Diejenigen, die etwas tun … 

oder die, die nur darüber berichten?

Hier wirkt eine Logik, die einen an der Freiheit der Rechtsprechung zweifeln lässt. Zumindest in einer Demokratie. Es geht auch nicht um irgendwelche kleinen Staaten. Es geht immerhin um die westlichen Erstligisten wie unsere Bundesrepublik Deutschland und den Big Brother USA.

… Schon merkwürdig … oder?

Anna Freud

Bevor ich jetzt noch einmal auf das Paradox des Streisand-Effektes eingehe, möchte ich noch einmal kurz darauf hinweisen, dass ich zu der Thematik um die NSA, Edward Snowden, Edathy, BND etc. auf meinem Blog schon Einiges veröffentlicht habe.

Edathy & Snowden auf der Couch

Das sind z.B. folgende Beiträge:

 Good3

Das Paradox des Streisand-Effekts

Das Zensur-Begehren ist, zeitgleich mit dem Einschüchterungsversuch der Journalisten von Netzpolitik.org nun auch auf meinem kleinen WehrWolter-Blog angekommen. Ich wurde vorgestern gebeten, einen meiner Artikel zu ändern. Am liebsten hätte die Dame es gesehen, wenn ich ihn ganz lösche. Letzteres habe ich aus mehreren Gründen nicht gemacht. Der Hauptgrund ist, dass ich die Argumentation zwar oberflächlich nachvollziehen kann, sie mich auf einer psychologischen Ebene allerdings nicht überzeugt. Daraufhin habe ich meinen Beitrag in den gewünschten Punkten verändert und auch mehrere Bilder entfernt. Das scheint aber die Gemüter, wahrscheinlich eher, das Gemüt, nicht zu beruhigen. Im Gegenteil. Das führt dazu, dass diese Seite nun Druck gegen mich aufzubauen versucht.

mehr10

Eigentlich dürfte sie wissen, dass sie damit das Gegenteil erreicht. Dann geht es nämlich nicht mehr um die Sache an sich. Damit geht es dann um das Thema Macht versus Ohnmacht. Druck hilft hier nicht weiter. Das ahnte man auch schon bei Rumpelstilzchen. In dem Zusammenhang fiel mir jetzt heute morgen der gute alte Streisand-Effekt ein. Der steht dafür, dass man, bzw. legendär Frau Streisand, das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen wollte.

Warum greife ich das auf? Es steht m.E. in einem direkten Zusammenhang zum Thema meines Beitrags. Die Leute, die Wikileaks, Edward Snowden oder die Blogger von Netzpolitik.org mundtot machen wollen, tun es ersten nicht aus den vorgetragenen Gründen. Zweitens erreichen sie dass, was sie scheuen, wie der Teufel das Weihwasser: die ganze Welt schaut zu. Jetzt erst recht.

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Sie gehen meist den Weg der Verschwiegenheit & Ablenkung, weil sie um ihren Machterhalt fürchten. Ulli Hoeneß hat ja auch erst einmal alles daran gesetzt, seinen Steuerbetrug zu verdecken. Dabei wird auch schon mal die große moralische Keule geschwungen. Aber letztlich funktioniert das nicht. Auch Sepp Blatter werden sie noch ran bekommen und ich wette einen Kasten Kölsch darauf, dass die Fußball-WM nicht in Katar stattfinden wird. Bis dahin wird Licht an die dunklen Machenschaften von Korruption und illegalen Absprachen gebracht worden sein. Dieser Wüstenfuchs Blatter hat ja auch alle Register der Einschüchterung gezogen. Das hat auch so weit funktionert, dass sich der mächtige europäische Verband UEFA nicht getraut hat, einen wirklich potenten Kandidaten ins Feld zu führen. Nur Blatter ist da ähnlich wie Helmut Kohl, der eines Tages auch für sich in Anspruch nehmen wollte, dass er keine Auskünfte über die schwarzen Kassen der CDU geben müsse. Dass die gängigen Gesetze für ihn nicht gelten. Damals hatte nur Angela Merkel den Mut zum „Vatermord“, was ihr ja letztlich dann auch die Krone einbrachte.

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Über den zunehmenden Narzissmus der Mächtigen habe ich in letzter Zeit auch einiges geschrieben und veröffentlicht. In mehreren Texten nehme ich als Beispiel auch den absolutistisch regierenden FIFA-Sepp. Hierbei verweise ich natürlich auch auf Burschen wie Berlusconi, Putin, Hoeneß und und und … Dieser Sog-Dynmaik können sich offensichtlich die wenigsten entziehen. Vor allen Dingen, je länger sie an der Macht sind. Da vesagt nämlich das Korrektiv. Einem Napoleon, Hitler, Stalin oder Cäsar traute sich ja auch keiner mehr offen zu widersprechen. Bei Wulff war das anders. Der hatte noch nicht so viel Macht.

Also, wer da noch einmal in dem ein oder anderen Text stöbern möchte:

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„Als Streisand-Effekt wird ein Phänomen bezeichnet,

wonach der Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken oder entfernen zu lassen, öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zieht und dadurch das Gegenteil erreicht wird, nämlich dass die Information einem noch größeren Personenkreis bekannt wird.

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Seinen Namen verdankt das Phänomen Barbara Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Website Pictopia.com 2003 erfolglos auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens auf besagter Website zu finden war. Damit stellte sie aber erst die Verbindung zwischen sich und dem abgebildeten Gebäude her, woraufhin sich das Foto nach dem Schneeballprinzip im Internet verbreitete. Adelman argumentierte, er habe den Strand fotografiert, um die Küstenerosion für das California Coastal Records Project zu dokumentieren.

 

Motivation

Grund für das Entfernen von Informationen kann eine angenommene Verletzung von Persönlichkeitsrechten sein. Beispielsweise wird dabei der Zugriff auf ein Foto, eine Datei oder auch auf eine vollständige Website beziehungsweise deren Bereitstellung durch vorläufigen Rechtsschutz untersagt. Anstatt dass die Information unterdrückt wird, breitet sie sich oft durch „Spiegelungen“ im Internet oder Verbreitung in Filesharing-Netzen aus. Der Effekt ist verwandt mit der Beobachtung John Gilmores, dass “the Net interprets censorship as damage and routes around it” (deutsch: „Das Internet interpretiert Zensur als Störung und benutzt eine Ausweich-Route“), und vergleichbar mit einem regenerativen Organismus sei. Der Effekt entsteht aber nicht automatisch, sondern ist eine gezielte und bewusste Handlung vieler Individuen, aus Neugier oder Überzeugung, etwa zur aktiven Bekämpfung von Zensur.

Gegen negative Firmenmeldungen im Internet bieten Dienstleister mittlerweile an, Hinweise über nachteilige Aussagen frühzeitig an Firmen weiterzugeben, um so die unkontrollierte Verbreitung zu verhindern.

Blogging

Beispiele

Weltweites Internet

 

  • Internet-Nutzer verbreiteten dieses Bild als Free Speech Flag (Flagge der Freien Rede) in Blogs, als Avatare in Foren und auf privaten Websites. Die RGB-Kodierung der fünf Farben repräsentiert jeweils drei Bytes des HD-DVD-Schlüssels, das sechzehnte Byte sind die Zeichen „C0“ (Hexadezimal) in der unteren rechten Ecke.
  • Der Versuch, den geheimen HD-DVD-Schlüssel von Digg und anderen Webseiten zu verbannen, schlug fehl. Anstatt der Löschung wurde durch massive Proteste erreicht, dass der Code auf einer riesigen Zahl von Webseiten verbreitet und in Liedern, Bildern, Gedichten und vielen weiteren Medien codiert wurde.
  • Nachdem der thailändische König Bhumibol Adulyadej in einem Video auf YouTube beleidigt worden war, sperrte die thailändische Regierung wegen Majestätsbeleidigung den Zugriff auf die Seite. Das führte dazu, dass weitere, teilweise beleidigendere Videos entstanden und das Thema eine große Aufmerksamkeit erreichte.
  • Scientologys Versuch, ein Video von Tom Cruise über Scientology aus dem Internet zu verbannen, führte zur Bildung der Protest-Bewegung Projekt Chanology, die ab Februar 2008 monatlich reale Demonstrationen durchführte.
  • Im Februar 2008 versuchte die Schweizer Bank Julius Bär die Veröffentlichung interner, von ihr als Fälschung bezeichneter Dokumente auf der Whistleblowerseite WikiLeaks gerichtlich entfernen zu lassen. Das führte zunächst zu einer Dekonnektierung der Domain von WikiLeaks per gerichtlicher einstweiliger Verfügung. Jedoch wurden die Dokumente durch weltweite Spiegelungen und andere Webseiten weiter verbreitet. Die Veröffentlichung des Vorgangs in den Medien sorgte für internationale Aufmerksamkeit und die Unterstützung von WikiLeaks durch Bürgerrechtsorganisationen. Die Aufhebung der Verfügung im weiteren Verlauf wurde auch mit ihrer Erfolglosigkeit begründet.
  • Im April 2013 zwang der französische Inlandsgeheimdienst DCRI einen inhaltlich unbeteiligten Administrator der französischsprachigen Wikipedia unter Androhung von Untersuchungshaft, den Wikipedia-Artikel zur militärischen Funkstation Pierre-sur-Haute zu löschen. Der Artikel wurde innerhalb kürzester Zeit von anderen Nutzern wiederhergestellt und auch in anderen Sprachversionen der Wikipedia verfügbar gemacht. International griffen Medien den Vorgang in ihrer Berichterstattung auf.

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Deutschsprachiges Internet

  • Die Eltern des verstorbenen Hackers Tron versuchten gerichtlich die Nennung seines Klarnamens bei der Wikipedia zu verbieten, scheiterten aber letztlich vor Gericht. Durch eine einstweilige Verfügung wurde die Weiterleitung von Wikipedia.de auf de.wikipedia.org unterbunden, was ein großes Medienecho hervorrief.
  • Der deutsche Komiker, der die Figur Atze Schröder spielt, ließ die Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens im Weser-Kurier vom 20. Dezember 2006 per Urteil durch das Landgericht Berlin untersagen. Zuvor hatte der Klarname nur wenige interessiert, nach Bekanntwerden der Klage gingen das Pseudonym und der bürgerliche Name durch zahlreiche Blogs.
  • Am 13. November 2008 erreichte der Linkspartei-Politiker Lutz Heilmann durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck, dass die automatische Weiterleitung von wikipedia.de auf die weiterhin erreichbare Internetadresse wikipedia.org wegen dort zeitweise aufgestellter Tatsachenbehauptungen abgeschaltet werden musste. Heilmann begründete diesen Schritt damit, dass Wikimedia Deutschland ihm keine Gegendarstellung gegen diese Behauptungen ermöglicht habe.[16] Erst durch diese einstweilige Verfügung kam der Artikel mit den umstrittenen Informationen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit, verschiedene Medien berichteten über die Hintergründe.
  • Am 3. Februar 2009 erreichte den Blogger Markus Beckedahl, Betreiber der Seite org, eine Abmahnung bezüglich der Veröffentlichung eines internen Memos zur Mitarbeiter-Rasterfahndung der Deutschen Bahn. Durch Bekanntwerden der Abmahnung erhielt das veröffentlichte Memo erhöhte Aufmerksamkeit und tauchte kurz darauf in P2P-Netzwerken und auf wikileaks.org[20] auf. Auch klassische Medien berichteten seitdem über den Fall und verbreiteten das Memo weiter.

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  • Am 17. August 2010 untersagte die Stadt Duisburg mit einer einstweiligen Verfügung dem Duisburger Lokalblog „xtranews“ die Veröffentlichung von angeblich städtischen Unterlagen mit Verweis auf das Urheberrecht. Die Unterlagen gaben Hinweise über die Ratsbeschlüsse zur Loveparade 2010 und enthielten Pläne, Präsentationen, Polizeiberichte oder Zeugenaussagen und weitere Details zur Veranstaltung und deren Planung. Binnen weniger Stunden hatten Leser aus Protest gegen diese Klage die Dokumente auf verschiedenen Servern weltweit abgelegt. Maßgeblich war die Social Media-Plattform Twitter als Übertragungsmedium beteiligt.[23] Der Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der selbst für die Aufklärung des Loveparade-Unglücks eine lückenlose Berichterstattung forderte, gelangte mit seiner Klage so noch weiter in den Fokus der Öffentlichkeit.
  • Am 12. Februar 2012 versuchte die Essener Verkehrs-AG die Nutzung des Hashtags #EVAG bei Twitter mittels einer „letzten Warnung“ zu unterbinden. Diese Drohung löste unter den deutschsprachigen Twitter-Benutzern viel Häme aus und führte dazu, dass der entsprechende Hashtag daraufhin in der Hitliste der beliebtesten Hashtags vertreten war, zeitweise gar die Spitzenposition innehatte. Auf diese Weise hat es der lokale Verkehrsbetrieb „innerhalb kürzester Zeit […] zu bundesweiter Bekanntheit gebracht“, so die Financial Times Deutschland.
  • Am 30. Juli 2015 wurde bekannt, dass der Generalbundesanwalt gegen den vergleichsweise unbekannten Blog „org“ wegen Landesverrat ermittelt. Erst durch diese offiziellen Ermittlungen, von größeren Medien als „Einschüchterung“ und „Angriff auf die Pressefreiheit“ gebrandmarkt, wurde der Inhalt des Auslösers der Ermittlungen, zweier geheimer Dokumente des Verfassungsschutzes, auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt.“

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt)

Wege3

Fazit: Die Welt ist wesentlich komplexer,

als Viele von uns annehmen. 

Darum lieben wir (insgeheim) radikale Weltver1Facher.

Komplexer und teils diametral entgegengesetzt von dem, wie dies in den offiziellen Medien dargestellt wird. Entweder, weil (zu) einfache Journalisten zu begrenzt denken oder die Medienzunft hat auch Angst vor Benachteiligungen. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Allerdings weiß ich, nicht nur aus meiner langjährigen beruflichen Erfahrung als Psychotherapeut, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Motive haben. Es gibt sie nicht, DIE Wirklichkeit. Somit gibt es auch nicht DIE Wahrheit. Eigentlich dürfen WIR auch über Alles lachen. Auch über Allah. Ehrlich? Wirklich! Ist das nicht gefährlich? Vielleicht? Leider! Die Gedanken sind frei. Spätestens jetzt, interessiert sich die NSA nicht nur für: „Das Leben der Andern“. Aber das, ist ein anderer Film.

P.S.

Märchen wurden im Ursprung nicht für Kinder geschrieben. Es waren Gleichnisse für Erwachsene.

Hier noch eine Gute-Nacht-Geschichte:

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Des Kaisers neue Kleider  (Hans Christian Andersen)

Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, daß er all sein Geld dafür ausgab, um recht geputzt zu sein. Er kümmerte sich nicht um seine Soldaten, kümmerte sich nicht um Theater und liebte es nicht, in den Wald zu fahren, außer um seine neuen Kleider zu zeigen. Er hatte einen Rock für jede Stunde des Tages, und ebenso wie man von einem König sagte, er ist im Rat, so sagte man hier immer: “Der Kaiser ist in der Garderobe!”

In der großen Stadt, in der er wohnte, ging es sehr munter her. An jedem Tag kamen viele Fremde an, und eines Tages kamen auch zwei Betrüger, die gaben sich für Weber aus und sagten, daß sie das schönste Zeug, was man sich denken könne, zu weben verstanden. Die Farben und das Muster seien nicht allein ungewöhnlich schön, sondern die Kleider, die von dem Zeuge genäht würden, sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen, daß sie für jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei.

,Das wären ja prächtige Kleider’, dachte der Kaiser; wenn ich solche hätte, könnte ich ja dahinterkommen, welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen, ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden! Ja, das Zeug muß sogleich für mich gewebt werden!’ Er gab den beiden Betrügern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen sollten. Sie stellten auch zwei Webstühle auf, taten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das geringste auf dem Stuhle. Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold, das steckten sie aber in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein.

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,Nun möchte ich doch wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!’ dachte der Kaiser, aber es war ihm beklommen zumute, wenn er daran dachte, daß keiner, der dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es sehen könne. Er glaubte zwar, daß er für sich selbst nichts zu fürchten brauche, aber er wollte doch erst einen andern senden, um zu sehen, wie es damit stehe. Alle Menschen in der ganzen Stadt wußten, welche besondere Kraft das Zeug habe, und alle waren begierig zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei.

,Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden’, dachte der Kaiser, er kann am besten beurteilen, wie der Stoff sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er!’ Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. ,Gott behüte uns!’ dachte der alte Minister und riß die Augen auf. ,Ich kann ja nichts erblicken!’ Aber das sagte er nicht. Beide Betrüger baten ihn näher zu treten und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien. Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. ,Herr Gott’, dachte er, sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, daß ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen!’

“Nun, Sie sagen nichts dazu?” fragte der eine von den Webern. “Oh, es ist niedlich, ganz allerliebst!” antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. “Dieses Muster und diese Farben! – Ja, ich werde dem Kaiser sagen, daß es mir sehr gefällt!” “Nun, das freut uns!” sagten beide Weber, und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster. Der alte Minister merkte gut auf, damit er dasselbe sagen könne, wenn er zum Kaiser zurückkomme, und das tat er auch. Nun verlangten die Betrüger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold zum Weben. Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher an den leeren Stühlen zu arbeiten.

EdathyKaiser

Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen tüchtigen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm aber gerade wie dem ersten, er guckte und guckte; weil aber außer dem Webstuhl nichts da war, so konnte er nichts sehen. “Ist das nicht ein ganz besonders prächtiges und hübsches Stück Zeug?” fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster, das gar nicht da war. ,Dumm bin ich nicht’, dachte der Mann; es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge! Das wäre seltsam genug, aber das muß man sich nicht merken lassen!’ Daher lobte er das Zeug, das er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster. “Ja, es ist ganz allerliebst!” sagte er zum Kaiser.

Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge. Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, während es noch auf dem Webstuhl sei. Mit einer ganzen Schar auserwählter Männer, unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren, die schon früher dagewesen, ging er zu den beiden listigen Betrügern hin, die nun aus allen Kräften webten, aber ohne Faser oder Faden. “Ja, ist das nicht prächtig?” sagten die beiden ehrlichen Staatsmänner. “Wollen Eure Majestät sehen, welches Muster, welche Farben?” und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, daß die andern das Zeug wohl sehen könnten.

,Was!’ dachte der Kaiser; ich sehe gar nichts! Das ist ja erschrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein? Das wäre das Schrecklichste, was mir begegnen könnte.’ “Oh, es ist sehr hübsch”, sagte er; “es hat meinen allerhöchsten Beifall!” und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl; er wollte nicht sagen, daß er nichts sehen könne. Das ganze Gefolge, was er mit sich hatte, sah und sah, aber es bekam nicht mehr heraus als alle die andern, aber sie sagten gleich wie der Kaiser: “Oh, das ist hübsch!’ und sie rieten ihm, diese neuen prächtigen Kleider das erste Mal bei dem großen Feste, das bevorstand, zu tragen.

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“Es ist herrlich, niedlich, ausgezeichnet!” ging es von Mund zu Mund, und man schien allerseits innig erfreut darüber. Der Kaiser verlieh jedem der Betrüger ein Ritterkreuz, um es in das Knopfloch zu hängen, und den Titel Hofweber. Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem das Fest stattfinden sollte, waren die Betrüger auf und hatten sechzehn Lichte angezündet, damit man sie auch recht gut bei ihrer Arbeit beobachten konnte. Die Leute konnten sehen, daß sie stark beschäftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertigzumachen. Sie taten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen, sie schnitten in die Luft mit großen Scheren, sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: “Sieh, nun sind die Kleider fertig!”

Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst, und beide Betrüger hoben den einen Arm in die Höhe, gerade, als ob sie etwas hielten, und sagten: “Seht, hier sind die Beinkleider, hier ist das Kleid, hier ist der Mantel!” und so weiter. “Es ist so leicht wie Spinnwebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem Körper, aber das ist gerade die Schönheit dabei!” “Ja!” sagten alle Beamten, aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts da. “Belieben Eure Kaiserliche Majestät Ihre Kleider abzulegen”, sagten die Betrüger, “so wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem großen Spiegel anziehen!”

Der Kaiser legte seine Kleider ab, und die Betrüger stellten sich, als ob sie ihm ein jedes Stück der neuen Kleider anzogen, die fertig genäht sein sollten, und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel. “Ei, wie gut sie kleiden, wie herrlich sie sitzen!” sagten alle. “Welches Muster, welche Farben! Das ist ein kostbarer Anzug!” – “Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel, der über Eurer Majestät getragen werden soll!” meldete der Oberzeremonienmeister. “Seht, ich bin ja fertig!” sagte der Kaiser. “Sitzt es nicht gut?” und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel; denn es sollte scheinen, als ob er seine Kleider recht betrachte. Die Kammerherren, die das Recht hatten, die Schleppe zu tragen, griffen mit den Händen gegen den Fußboden, als ob sie die Schleppe aufhöben, sie gingen und taten, als hielten sie etwas in der Luft; sie wagten es nicht, es sich merken zu lassen, daß sie nichts sehen konnten.

So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: “Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie schön sie sitzt!” Keiner wollte es sich merken lassen, daß er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht wie diese.

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“Aber er hat ja gar nichts an!” sagte endlich ein kleines Kind. “Hört die Stimme der Unschuld!” sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte. “Aber er hat ja gar nichts an!” rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muss ich aushalten.’ Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

(Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/hans-christian-andersen-m-1227/114)

Bilder: u.a. Sebastian Bieniek

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