Rausländer – Menschen. Würde. Flüchtlinge. – Wovor flüchten WIR eigentlich?

Kein Sommermärchen mehr. Deutschland im August 2015.

Nachfolgend stelle ich kurz meine Meinung zu dieser Thematik dar. Dann illustriere ich das Phänomen: „Umgang mit Fremdem“ kurz an drei Kinofilmen. Exemplarisch gebe ich einen kleinen Einblick in psychologische Abwehrmechanismen von Angst und unliebsamen Gefühlen. Zum Abschluss habe ich noch einige verschiedene Blickwinkel aus der aktuellen Berichterstattung zum Thema: – Umgang mit Flüchtlingen und der Menschenwürde – zusammengestellt.

Erschreckend, was ich in den letzten Tagen und Wochen zum Thema „Flüchtlinge“ gelesen, gesehen und gehört habe. Da frage ich mich: wovor haben die Wohlstandsbürger in Deutschland, in Europa eigentlich Angst? Okay: um ihren Wohlstand. Das kann ich ja noch akzeptieren. Auch ich möchte nicht – sauer Erarbeitetes – abgenommen bekommen. Schon das Finanzamt will zu viel von mir. Eindeutig! – Nein, was mich erschreckt, ist die zunehmende Menschenverachtung. Hier kommen wieder alte Mechanismen ans Tageslicht. Und sie versuchen wieder salonfähig zu werden. Das sind alte Ängste vor der „Überfremdung“. Solche, fast archaischen Ängste, scheinen ganz tief in uns drin zu sitzen und zu lauern. Ich musste in den letzten Wochen bestimmt 100 fremdenfeindliche Meldungen bei Facebook melden, damit diese unverzüglich entfernt werden und die entsprechenden Menschen aus dem Social-Media-Verbund ausgewiesen werden. Auch deshalb, weil es auf solch unverschämten Beiträge viele Claqueure und Heckenschützen-Reaktionen gibt.

 

Ich denke, das Thema ist komplex. – Als Psychologe sage ich, es geht in erster Linie um Ängste.

 

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Welche Ängste schwingen hier mit?

 

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  • Angst, an Lebensqualität einbüßen zu müssen
  • Angst, die eigene Existenzgrundlage zu verlieren
  • Angst, die eigene Identität zu verlieren
  • Angst, den Fremden unterlegen zu sein
  • Angst, von Fremden entmachtet zu werden
  • Angst, sein bisheriges Leben in Frage stellen zu müssen
  • Angst, irgendwie zu verlieren

 

Viele dieser Ängste sind diffus.

 

  • Daher sind sie umso bedrohlicher.
  • Daher lassen sie sich durch Argumente der Vernunft nicht – so ohne weiteres – beruhigen.
  • Daher sind wir verführbar, eine „starke Hand“ zu suchen.
  • Daher bekommen Bewegungen wie PEGIDA Zulauf.
  • Daher werden auch unsere Volksparteien in ihrem Vokabular radikaler.

 

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Wir alle haben Radikalität, Gewalt, Kopflosigkeit in uns.

Mehr & näher als wir denken.

 

Das Theaterstück Der Gott des Gemetzels“ (französischer Originaltitel: Le Dieu du carnage, Theaterstück von Yasmina Reza, 2011) , welches auch sehr gut verfilmt ist, zeigt uns:

wir alle haben das Gemetzel in uns.

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Auch der Film „Nicht ohne meine Tochter“ (ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1991. Es basiert auf dem 1987 erschienenen Erfahrungsbericht von Betty Mahmoody, in dem die Autorin zusammen mit William Hoffer über ihre Ehe und die Flucht mit ihrer Tochter vor ihrem Mann aus dem Iran berichtet) zeigt, wie nahe die radikale Ebene in uns ist. Hier in dem iranischen Arzt und Familienvater brach sie durch, als er mit seiner Frau und jungen Tochter in seine Heimat fuhr.

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„Du wirst hier niemals rauskommen, und falls doch, werde ich den Rest meines Lebens nach dir suchen. Und wenn ich dich finde, bringe ich dich um und hole Mahtob in den Iran zurück … “ Mit dieser Drohung des Vaters vor fast 30 Jahren begann die Leidensgeschichte von Betty Mahmoody und ihrer Tochter Mahtob. Der Vater, Bozorg Mahmoody, hatte den Iran im Alter von 18 Jahren verlassen.

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Er studierte in den USA Mathematik und Medizin. In den siebziger Jahren arbeitete er als Anästhesist in einem Krankenhaus in Michigan. 1977 heiratete er Betty. Ihre Tochter, Mahtob (übersetzt: Mondlicht) kam 1979 zur Welt. Die Familie gehörte zur aufstrebenden amerikanischen Mittelschicht. Hier wurde also eine zivilisierte, westliche Identität aufgebaut. Doch die frühen Prägungen der Kindheit in Persien waren stärker und sie brachen nach dem Umbruch in der alten Heimat durch. Mehr oder weniger plötzlich.

Aktueller und vielleicht charmanter zeigt der lustige Film: „Monsieur Claude und seine Töchter“ (französische Filmkomödie des Regisseurs und Drehbuchautors Philippe de Chauveron aus dem Jahr 2014.) wie explosiv multikulturelle Begegnungen sein können.

 

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Multikulti gegen das konservativen Bürgertum

Philippe de Chauveron nutzt das Zusammenprallen zwischen konservativem, geliebtem Elternhaus und vier modernen, multikulturell-liberalen Töchtern, um einen durchaus witzigen Film zu schaffen. Die Schwager untereinander sparen nicht an rassistischen Vorurteilen gegeneinander. Hiermit gelingt es dem Film über einige Zeit auch die moderne Liberalität als politisch korrekte Fassade zu entlarven. Leider bleibt der Film in seiner weiteren Entwicklung leider zu harmlos.

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Was machen wir mit unseren Ängsten?

 

Wir wehren unsere Ängste, mehr oder weniger automatisch, ab, um gut durch unser Leben zu kommen. Das geschieht häufig unbewusst. Wenn wir z.B. Angst vor unseren Gefühlen und Trieben haben, können wir diese auf unsere Mitmenschen projizieren. Nehmen wir mal so etwas wie „Gier“. Es ist leichter, die Gier bei unseren Mitmenschen zu verurteilen, als uns selbst als gierig zu erleben.

 Anna Freud

Abwehrmechanismen machen zunächst einmal Sinn. Es kann aber sein, das unsere Abwehr aus zu frühen Zeiten kommt und damit heute „unreif“ und nicht angemessen erscheint. Anna Freud hat unsere Abwehrmechanismen systematisch erforscht. Hierzu hat sie ein Buch veröffentlicht. Wen es interessiert, der kann sich ja schon einmal ein Bild auf Wikipedia machen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Abwehrmechanismus

 

 

Abwehrmechanismus ist ein Begriff aus der Psychoanalyse. Mit ihm werden psychische Vorgänge bezeichnet, die den Zweck haben, miteinander in Konflikt stehende psychische Tendenzen (Triebe, Wünsche, Motive, Werte) mental so zu bewältigen bzw. zu kompensieren, dass die resultierende seelische Verfassung konfliktfreier ist. Dies erfolgt meist unbewusst.

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In der Theoriesprache der freudschen Psychoanalyse bezeichnet der Begriff weitgehend unbewusst ablaufende Reaktionen, die das ICH zur Abwehr unerwünschter Triebimpulse des ES oder unangenehmer Affekte entwickelt. Die Abwehr gehört im psychoanalytischen Modell zu den Ich-Funktionen. Abwehrmechanismen werden in reifere (z. B. Verdrängung) und unreifere (z. B. Spaltung) unterteilt und sind die Voraussetzung zur Bewältigung unbewusster psychischer Konflikte und damit Grundlage der Fähigkeit zur Selbststeuerung. Sie werden der bewussten Problembewältigung bzw. Konfliktverarbeitung gegenübergestellt, die als Bewältigungsstrategie (englisch coping) bezeichnet wird.

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Abwehrvorgänge sind nicht als solche dysfunktional, sondern müssen immer im Gesamtzusammenhang der psychischen Struktur der jeweiligen Person gesehen werden. Meistens sind sie Bestandteil der bestmöglichen inneren Konfliktlösungen, die ein Individuum im Laufe seiner psychischen Entwicklung erreichen konnte. Dysfunktional sind insbesondere sogenannte primäre oder unreife Abwehrmechanismen wie Spaltung und Verleugnung, außerdem interpersonale Abwehrmechanismen, die andere Menschen in die Stabilisierung des eigenen psychischen Gleichgewichts einbeziehen und die betreffenden Beziehungen daher in der Regel belasten, wie z. B. bei der projektive Identifizierung.

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Der Begriff der projektiven Identifikation (oder auch projektiven Identifizierung) stammt von der Psychoanlytikerin Melanie Klein. Es handelt sich hierbei, ihrer Ansicht nach, um einen unbewussten Abwehrmechanismus von Konflikten, bei dem Teile des SELBST abgespalten und auf eine andere Person projiziert werden. Dadurch werden eigene Inhalte (Werte, Gedanken, Gefühle) als die der anderen Person wahrgenommen. Der Begriff wurde von Otto Kernberg im Zusammenhang mit seinen Arbeiten zur Borderline-Persönlichkeitsstörung weiterentwickelt.

 

 

 

Bundesverfassungsgericht stellt klar, worin der Schutz der Menschenwürde, im Umgang mit Flüchtlingen, besteht.

 

Schon im Sommer 2012 machte das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber für den Umgang mit Flüchtlingen zwei Vorgaben:

 

  1. – stellte es klar, worin der Schutz der Menschenwürde in diesem Fall besteht: „Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs 1 GG garantiert ein Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums.“

 

  1. – bestimmte das Gericht, dass das Eistenzminimum eines Menschen nicht davon abhängt, ob einer in Deutschland geworen und aufgewachsen oder erst als Flüchtling hierhergelangt ist.“

 

„Damit hatte das Bundesverfassungsgericht die bis dahin geltende gesetzliche Missachtung der Menschenwürde von Flüchtlingen ein wenig entschärft. Seine Vorgaben gelten auch für den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).“ (KSTA 15./16.08.2015)

 

 

Anschließend zitiere ich einige aktuelle Veröffentlichungen zum Thema Menschenwürde und Flüchtlingen.

 

 

Warum ältere Menschen derzeit aus Deutschland einen Ort von Hass und Missgunst machen

 

(The Huffington Post , 10.08.2015 |  von Sebastian Christ )

 

„Mal im Ernst, Deutschland: Was ist eigentlich los mit dir?

 

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Es ist völlig absurd. Seit fast zehn Jahren erlebt die Bundesrepublik ein zweites Wirtschaftswunder. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie nie seit der Wende. Im Grunde sind die Deutschen ja auch optimistisch, was ihre eigene Zukunft betrifft. Und doch jagt nun schon seit Jahren eine Angstdebatte die nächste. Die Deutschen haben eine masochistische Lust am Weltuntergang entwickelt, der bisweilen in Frust, Hass und Gewalt umschlägt. Und meist sind die Protagonisten dieser „Apocalypse Now“-Bewegung eher ältere Bürger, die einen tief sitzenden Groll auf das System pflegen. Dieser selbstzerstörerische Gestus hat mittlerweile eine lange Traditionslinie.

Immer wieder neue Angstwellen

 

Zuerst wärmten sich die Angstdeutschen an dem Gedanken, dass die Finanzkrise zum Zusammenbruch des gesamten Wirtschaftssystems führen könnte. Seit 2008 gibt es jedes Jahr neue Mahner, die für das jeweils kommende Jahr die Verwandlung Deutschlands in eine postnukleare Trümmerlandschaft predigen. Allein: Wahr geworden ist von all diesen Horrorvisionen bisher keine.

Als Griechenland dann 2010 ins Schlingern geriet, fixierte sich die deutsche Lust am Weltuntergang auf Südeuropa. Der Subtext wurde hässlicher. Die „gierigen Griechen“ seien dafür verantwortlich, dass Oma Lübcke in Böblingen um ihr klein Häuschen fürchten müsste. Die faulen Südeuropäer reißen uns am Ende noch in den Abgrund, peitschte es unisono über die deutschen Stammtische.

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Die Wahrheit: Deutschland verdient an Griechenland prächtig

 

Daran ist so gut wie nichts wahr. Nicht nur, dass Griechenland seit Jahren nach bestem Können für die gewährten „Hilfskredite“ an Deutschland Zinsen zahlt.

Erst am Montag wurde eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung bekannt, derzufolge die Bundesrepublik bisher knapp 100 Milliarden Euro an der Griechenlandkrise verdient hat. Allein dadurch, dass die Aufnahme von Neuschulden billiger geworden ist. Die Summe ist höher als jeder nur denkbare Ausfall der bisher gewährten Kredite und Bürgschaften. Interessiert natürlich niemanden. Denn die Panik hat schon längst die nächsten Debatten heimgesucht.

Wer erinnert sich noch an die Aufregung um die Ukraine-Krise?

 

Die Ukraine-Krise im Jahr 2014 erzeugte hierzulande nur deshalb so hohe Wellen, weil sich die Deutschen vor einem neuen Krieg fürchteten. Sogleich wurden Bundesregierung, EU und Nato in Sippenhaft für die eigene Furcht genommen. Alles Kriegstreiber. Alles Mörder. Alles Volksverräter.

Für die Ukrainer interessierte sich in Deutschland kaum jemand. Diese knapp 46 Millionen Menschen waren ohnehin nur gekaufte Schergen des Westens, die Putin reizten und die „russische Seele“ verletzten. Eine subjektive Beobachtung von Journalisten, die damals die Kommentarspalten ihrer Artikel beobachteten: Meist waren die Meinungsführer älteren Jahrgangs. Auch deswegen wurde die mittlerweile 66-jährige ehemalige ARD-Journalistin Gabriele Krone-Schmalz zur Ikone der Bewegung. Unter den Jüngeren hätte sie kaum jemand gekannt. Als klar wurde, dass Russland seit März 2014 mit eigenen Truppen auf ukrainischem Staatsgebiet operiert, flaute die Debatte plötzlich ab.

Studie zeigt: Bei Pegida marschierten meist ältere Männer

 

Die Kriegsgefahr durch blutsaugende Nato-Generäle war abgesagt. Und ob nun ein paar tausend Ukrainer durch eine russische Invasion sterben, das juckt in Deutschland ohnehin nur eine Handvoll Osteuropawissenschaftler und ihre Freunde. Nun köchelt seit Monaten die Migrationsdebatte. In Dresden liefen in Spitzenzeiten Zehntausende Angstbürger durch die Straßen, die sich im weitgehend moscheefreien Sachsen vor einer „Islamisierung des Abendlandes“ fürchteten. Erstmals wurde nun auch sichtbar, wer diese „besorgten Bürger“ waren.

 

Bei Pegida marschierten keinesfalls nur die Ärmeren und Dummen mit. Viele Demonstranten hatten ein gutes Einkommen, auch Akademiker waren zahlreich vertreten, wie eine Studie der TU Dresden ergab. Was jedoch auffiel: Im Schnitt waren die Demoteilnehmer eher männlich und mit 48 Jahren deutlich älter als der ohnehin schon hohe bundesdeutsche Altersdurchschnitt (45 Jahre).

Wer bei Pegida mitmarschierte, stand dem Renteneintritt näher als dem Schulabschluss.

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Müssen wir uns nun vor den „Angry Old Men“ fürchten?

 

Und auch die Zahlen zu den Übergriffen auf Asylbewerberheime im Jahr 2015 lassen sich dementsprechend lesen, wenn man mal die eingefahrenen Ost-West-Schemata außen vor lässt. Besonders viele Übergriffe gemessen an der Gesamtbevölkerung gab es in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Alles Bundesländer, in denen der durchschnittliche Bürger 46 Jahre und älter ist. Zum Vergleich: In Ländern wie Hessen und Schleswig-Holstein, wo die Zahl der Übergriffe weit niedriger war, ist der Durchschnittsbürger etwa drei Jahre jünger.

 

Jahrelang sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass besonders junge, unzufriedene Männer eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellen. Wie es scheint, ist Deutschland derzeit dabei, diese These zu widerlegen. Um es klar zu sagen: Nicht alle älteren Bundesbürger hassen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ältere Menschen Angstbürger in ihren Bekanntenkreis haben, ist womöglich größer als bei jungen Deutschen.

Deutschland als Zukunftslabor – auch im Negativen

 

Als alternde Gesellschaft ist die Bundesrepublik ohnehin weltweit ein Zukunftslabor. Bei uns wird sich zeigen, ob eine menschenwürdige Altenbetreuung für viele Millionen Rentner möglich ist. Es wird sich zeigen müssen, ob sich unsere Sozialsysteme derart umbauen lassen, dass sie die demografische Schieflage abfangen können. Wir alle werden das spüren, wenn die Arbeitslosigkeit in Deutschland wieder ansteigt. Denn im Vergleich zur letzten Phase hoher Beschäftigungslosigkeit bis 2005 hat sich jetzt schon die Altersverteilung dramatisch verändert.

 

Vielleicht sind es aber gerade diese Ungewissheiten, die verhältnismäßig viele ältere Menschen in Deutschland derart kritisch mit dem freiheitlich-demokratischen System und seinen Protagonisten haben werden lassen. Sie fühlen sich offenbar zu mehr Engagement berufen. Sie sind lauter als der Rest und haben schon längst die Meinungsführerschaft übernommen.

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Braunes 1968

 

Die eher junge Gemeinde der Netzaktivisten steht dem Treiben der Ausländerhasser derzeit einigermaßen fassungslos gegenüber.

 

Das liegt auch daran, dass die meisten jüngeren Deutschen sich derzeit eher als „unpolitisch“ sehen. Sie lassen Debatten geschehen, statt sie zu gestalten. Wer auch immer gehofft hat, irgendwann noch einmal „Teil einer Jugendbewegung“ sein zu können, schaut derzeit in die Röhre.

 

Denn was im Jahr 2015 stattfindet, ist ein 1968 mit umgekehrten Vorzeichen. Nicht die Studenten gehen auf die Straße, sondern Menschen, die kurz vor der Rente stehen oder schon längst nicht mehr erwerbstätig sind. Sie formulieren keine optimistischen Zukunftsvisionen von „Love and Peace“, sondern schreien ihren Hass und ihren Frust in den Himmel. Das BKA warnt bereits jetzt vor der Verbreitung einer neuen „völkischen Ideologie“.

 

Und genau wie 1969 der „Marsch durch die Institutionen“ begann, wird das Gedankengut dieser Menschen den letzten ausländerfeindlichen Demonstrationszug überdauern. Das sollte uns allen klar sein.

Wann nur werden wir endlich wieder mit Optimismus in die Zukunft schauen? Wann werden wir damit anfangen, endlich wieder etwas aufzubauen statt uns um den Verlust des Vorhandenen zu fürchten? Vermutlich erst, wenn wir die Konsequenzen der ewigen Angst spüren.“

(Quelle:http://www.huffingtonpost.de/2015/08/10/braunes 1968_n_7965112.html?utm_hp_ref=germany)

 

Französische Karikaturisten gegen PEGIDA

Französische Karikaturisten gegen PEGIDA

 

Nun beginnen prominente Vertreter öffentlich Stellung zu nehmen. Man mag von Til Schweiger halten was man will. Er spricht mutig Klartext und erfährt dafür nicht nur Lob, sondern auch viel Anfeindungen.

 

Flüchtlingsdebatte: Being Til Schweiger

(Auszug aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2015, von Johanna Adorján)

 

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„Tatort Facebook: Der erfolgreichste Filmemacher des Landes setzt sich öffentlich für Flüchtlinge ein. Dafür muss er einiges an Hass und wohlfeilem Spott kassieren. Warum wird an Menschen, die nichts falsch machen, eigentlich so oft herumgemäkelt?

16.08.2015, von Johanna Adorján

 

Kein Sommermärchen mehr

„Wer Menschen mag, sollte sich wirklich mal auf Til Schweigers Facebook-Seite umsehen. Er wird schnell zu einer anderen Meinung kommen. Gibt es Pegida eigentlich noch? Wenn ja, dann toben die sich dort aus. Da zeigt das sympathische Land des Sommermärchens dann wieder das Gesicht, das es hat, wenn gerade keine internationalen Kameras auf es gerichtet sind.

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Aus zu großer Unlust zitiere ich keinen der Hass-Kommentare, dafür aus Spaßgründen das lustigste, was ich gefunden habe. Tut eigentlich nichts zur Sache, denn es hat nichts mit dem Schweiger-Flüchtlings-Facebook-Drama zu tun, ist aber doch bezeichnend, weil es zeigt, was für einen Umgangston sich Schweiger von seinen Followern gefallen lassen muss. Es wird geduzt, ist ja okay, aber unangenehm von oben herab. Also. Am 21. Juli postete Schweiger, der gerade in Istanbul gedreht hatte: „Bye bye Istanbul! It was sooo nice here and I met so many beautiful people“.

Daraufhin Rainer Durek aus Düsseldorf, oder jemand, der sich so nennt (kein einziger Facebook-Freund, Reichstag mit wehender Deutschlandflagge als Profilbild: „,I met so many…‘, also Tilli-Mausi, da müssen wir aber noch ein bisschen üben. Met ist ein Honigwein. Was du meinst, wird mit Doppel ,e‘ geschrieben. Also ,I meet so many…‘ Naja, wird schon.“ Gibt es den Ausdruck Dummscheißer?“

(Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fluechtlingsdebatte-being-til-schweiger-13750545.html)

 

Flüchtlinge: Campino ruft zum Widerstand gegen Ausländerhass auf

(Von Michaela Menschner, Berliner Morgenpost,13.08.2015)

 

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Foto: Hans Klaus Techt / dpa

Campino hält Ausländerhass für ein europäisches Problem

 

Gegen rechtes Gedankengut: Nach Til Schweiger hat sich nun auch Campino von den Toten Hosen in die Flüchtlingsdebatte eingeschaltet.

 

 

Campino, Sänger der Band „Die Toten Hosen“ hat deutliche Worte zu Fremdenhass in Deutschland gefunden. Nach dem sich Schauspieler Til Schweiger in die Flüchtlingsdebatte eingeschaltet hat, setzt sich nun auch Andreas Frege, wie der Düsseldorfer Punk-Rocker eigentlich heißt, öffentlich für die Integration von Migranten ein.

Gegen Übergriffe auf Asylbewerber und Flüchtlingsheime müsse „die Staatsmacht mit aller Härte vorgehen.“ Das sagte Campino in einem Interview der Schweizer Aargauer Zeitung. „Alle reden bei uns in Deutschland immer davon, dass wir die Dummen sind, die alle aufnehmen müssen. Aber man muss das mal in Relation zu unserem Wohlstand und unserer Größe setzen, dann sieht das alles schon ganz anders aus“, erklärte der Musiker.

Er hält die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland für eine ernste Bedrohung. Campino befürchtet, dass rechtes Gedankengut „gesellschaftsfähig (wird), ohne dass jemand aufschreit. Da muss die Gesellschaft dagegenhalten.“

Zwar seien die Deutschen seiner Meinung nach eher für Fußball als für Politik zu begeistern. Politische Protestbewegungen, wie die der Punks der 80er-Jahre, hält er aber nicht für überholt. „Die Rebellion der Straße kann immer noch passieren. Gerade durch das Internet“, ist Campino überzeugt.

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Erst kürzlich hatte sich Til Schweiger in die Flüchtlingsdebatte eingeschaltet. Der Schauspieler hatte Ende Juli auf seiner Facebook-Seite seinem Zorn über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland öffentlich Luft gemacht und die Politik zum Handeln aufgerufen. Der Schauspieler Til Schweiger will nun in Eigeninitiative ein privates Asylbewerberheim in einer leer stehenden Kaserne in Osterode (Niedersachsen) einrichten.

 

„Kein Mensch fühlt sich von sich aus als Ausländer, solange er nicht zu einem Ausländer gemacht wird“

 Renan Demirkan

 

Migration das unbekannte Leben

Dieser Band versammelt Texte aus 33 Jahren, die für verschiedene Anlässe geschrieben und in unterschiedlichen Formen und Medien publiziert wurden, überwiegend als gesprochenes Wort bei Veranstaltungen oder auf der Theaterbühne. In gedruckter Form werden sie hier mehrheitlich erstmals veröffentlicht. Zuhause in der Zukunft wurde eigens für diesen Band geschrieben.

Renan Demirkan zu ihrem Buch:

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Ich wäre die „erste öffentliche Türkin“ gewesen, schrieb Özlem Topçu in der Zeit im Oktober 2011 — fünfzig Jahre nach dem Anwerbeabkommen mit der Türkei. Was sie nicht wissen konnte war, dass ich mich selbst erst hier — und das auch erst mit 25 Jahren — überhaupt als Türkin zu empfinden begann.
Denn in der Türkei und im Bewusstsein meiner Familie waren wir Tscherkessen, mit einem türkischen Pass zwar, aber kulturell, samt Sprache, Sitten, Bräuchen und Ritualen, gehörten wir nicht in die türkische Mehrheitsgesellschaft. Wir waren eine Minderheit, die drinnen Tscherkessisch sprach und draußen Türkisch.

Erst hier unterhielten sich meine Eltern durchgehend in der anatolischen Amtssprache und benutzten Tscherkessisch als eine Art Geheimcode, wenn wir Kinder nichts verstehen sollten. Anfangs sprach mein Vater sogar nur Deutsch mit uns, auch am Esstisch, damit sich diese ‚Drinnen- und Draußensprache’ hier erst gar nicht entwickeln sollte.
So sprach ich sehr bald akzentfrei und empfand auch überhaupt keinen Unterschied zu meiner Umgebung, und meine Umgebung auch nicht zu mir. Bis ich auf die Bühne ging…

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Damit begann — nur unwesentlich später — auch meine öffentliche Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem Thema Migration in all seinen Ausprägungen und Facetten. Ein Thema — eine Aufgabe! —, die mich bis zum heutigen Tag nicht losgelassen hat. Im Gegenteil.
Dieses Buch ist eine Zusammenfassung meiner Bemühungen als Autorin und Schauspielerin mit ‚Migrationshintergrund’, mitzugestalten und teilzuhaben, mich sichtbar zu machen und zu verstehen, auch aufzuklären, zu helfen, anzukommen und anzuwachsen.

Kein Mensch fühlt sich von sich aus als Ausländer, solange er nicht zu einem Ausländer gemacht wird.

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Nachtrag von einem Blogger-Kollegen:

 

“Der Flüchtling klaut mir meinen Fernseher!” Oder: Verarscht fühlen ist das neue 20.

 

von die Kuchenbäckerin on August 8, 2015

 

Ich habe lange überlegt, ob es klug ist, zu diesem Thema die Fresse aufzureißen.

Wahrscheinlich bin ich dafür nicht genug informiert. Sicherlich bin ich zu aufbrausend. Zu drastisch. Möglicherweise zu, ähm, vulgär. Vielleicht habe ich sogar schlichtweg keine Ahnung. Ich habe nämlich nicht Politikwissenschaften studiert. Und auch nicht die FAZ aboniert. Oder die Süddeutsche. Ich klicke mich nicht nach Feierabend stundenlang durch einschlägige politische Onlineartikel oder gucke den 24 Std. Tagesschau Kanal im PayTV.

Ich lese jeden Morgen auf der Arbeit die Bild. Und wühle mich durch die yellowpress. Ich verdiene mein Geld nicht damit, investigativ zu recherchieren, sachlich fundierte Fragen zu unbequemen Themen zu stellen oder in Kriegsgebieten mit einer Lampe auf dem Kopf und schusssicheren Weste am Körper durch dreckige Höhlen zu kriechen. Ich bin nicht Christiane Amanpour. Mein Job ist es, glücklich zu machen. Und ich liebe es.

Ich glaube daran, dass ein Herzenswort, ein positiver Blick auf die Dinge, ein Lächeln von Ohr zu Ohr auch in düstersten Zeiten viel Licht bringen kann. Eine liebevolle Erinnerung daran, dass sie kleinen Dinge zählen. Ein Sonnenstrahl auf der Nase, Bauchweh vor lachen, ein glitzernder Fernsehturm. Dafür bin ich hier. Und doch muss ich sagen:
MIR REICHT ES JETZT.

Vor ein paar Wochen sah ich bei facebook den Kommentar eines Freundes meines Cousins, 16 Jahre alt, unter einem NPD Posting: „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber allmählich reichts auch mal mit den Flüchtlingen hier.“

Und auf einmal ist er da: der Moment, in dem dir kotzübel wird. Weil du all das, was du immer wie ein Schutzschild vor dir her getragen hast, alle Abwehr, jeder Gutglaube, mit einem Schlag zunichte gemacht wird. Die Realität tritt deiner Naivität in den rosa Hintern. „Diese Rassismusscheiße stirbt zum Glück mit der nächsten Generation aus“, hörte ich mich oft sagen. War ja auch alles so schön weit weg. Ja gut, da irgendwo im Osten pöbeln so ein paar gehirnamputierte Nazis. Aber alles in allem sind wir doch safe. Wir sind schlau. Unsere Schulden sind beglichen. Hitler und so. Wir haben es schmerzhaft gelernt. Wir wissen, wie der Hase läuft. Und jetzt steht dieser Rotzbengel da und verkündet munter seine als Landsliebe und Gerechtigkeitssinn getarnte Hassparole. Ohne mit der Wimper zu zucken. Von Nichts ne Ahnung, zu Allem ne Meinung. Und wenn alle widerlichen, rechtsradikalen, rassistischen Arschlöcher, alle unwissenden Dämlinge ihre grenzdebile, in Dummheit und Ignoranz getauchte Meinung in die Welt rausschreien können, dann kann ich das auch. Trotz der Abstinenz von Politikstudium, FAZ und Co. Ich glaub, Frau Amanpour fänd’ das okay.

„Wer fliehen musste, verdient ein wenig Frieden. Punkt.“, kommuniziert die Ideenschmiede Eier und Herz bei Facebook. „Aber bitte nicht bei uns!“, brüllen die selbsternannten „Landsleute“. Ah, Frieden wird also jetzt geografisch aufgeteilt: bei uns leider momentan out of stock.

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Was zur Hölle ist eigentlich unser Problem?

Während ich das hier schreibe, sitze ich mitten in Berlin. Im Halbschatten. Vor einem Riesenglas Latte Macchiato. Vor mir ein MacBook. Und ich denke: Na toll, braucht ganz schön lange zum Hochfahren. Kackteil. Könntste dir auch mal n Neues gönnen. Und 2 Min später: Fuck, gleich burne ich mir wieder den Hintern am Ledersitz meines Autos weg beim Einsteigen. Scheißhartes Leben im Palast Dekadenzia. Und JA, ich hänge dran. An meinem Latte Macchiato, meiner Wohnung, meiner Badewanne, meinem Auto, meinem Luxusleben. Denn es IST Luxus, das alles.

Wir ersticken an ihm, ohne ihn auch nur wahrzunehmen. Wir wollen immer mehr, immer höher, immer geiler, immer schneller. Und egal, wie viel wir kriegen: alles, was wir sehen, ist der Mangel. Aus Unzufriedenheit wird Hass gegenüber denen, die ja nun wirklich GAR NICHTS mehr haben. Wer das kapiert, erklärts mir bitte.

Gleichzeitig fühlt der Deutsche sich ja per se ungerecht behandelt. Alles immer kacke. Der Staat hier, die Regierung da. Verarscht fühlen ist das neue 20.

„Die Ausländer nehmen uns die Jobs weg.“

„Ich geh schuften, meine Familie hat kaum was zu fressen und der Türke hat ne Rolex und ein iPhone 6.“ Blablabla etc.

Liebe Pöbelfritzen: Sicher, Rabauken gibt’s überall. Arschlöcher eh. Schlupflöcher in Systemen, Schmarotzer und Abzocker auch, klar. Aber so was zu generalisieren, aufgrund der paar schwarzen Schafe gleich eine Hassparole abzuspulen – kapiert ihr, was ihr da redet? Was aus euch geworden ist? Der Nachkriegsgeneration, die es doch verdammte Scheiße noch mal besser wissen müsste?

Da sind Menschen, mitten in der Nacht, 700 Stück, auf einem kleinen, kaum seetüchtigen HOLZBOOT. Mitten auf dem Mittelmeer. Unter ihnen hunderte Meter Wasser, sonst nichts. NICHTS. Genau soviel, wie sie noch haben. Familien in zerbombten Straßen, verfolgt und vom Tode bedroht. Frauen mit weinenden Babys auf dem Arm – kleine Kinder, die vielleicht gestern noch in Bangladesch eure 3 Euro PRIMARK Shirts in giftige Farbe getaucht haben. Denkt ihr ernsthaft, die Ärmsten der Armen dieser Erde sitzen in ihren Baracken und tüfteln hinterfotzige Pläne aus, wie sie euch euren 58 Zoll Smart TV zecken können? Oder euren angerosteten Opel, eure Bude oder euren ach so verdammt heiligen Job? Himmelherrgott, was stimmt denn nicht mit euch? Diese Menschen haben alles verloren, die machen keine lustige Hafenrundfahrt aus Bock schön eng aneinandergedrängelt, weil’s dann umso mehr fetzt.

Wer „die Tribute von Panem“ kennt, der hat gelernt: Das einzige, was noch stärker ist als Angst, ist Hoffnung. Und diese Menschen haben nur noch eine: Uns. Wir sitzen hier in unserem Reichtum, die Hintern fett gefressen und pöbeln, wie schlecht es uns geht. Wohnung zu klein, Fernseher eh. Auto zu alt, Frau zu dick, Schwanz zu kurz. Diese Menschen wollen nichts von uns! Und selbst WENN, täte es uns wirklich so unglaublich weh?

Weder ich noch meine Eltern haben hautnah einen Krieg erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar. Und doch macht es uns blind. Es macht uns arrogant. Wir wissen nicht, wie es ist, zwischen Bombenhagel und zerfetzten Menschen durch die Straßen zu laufen, um unser Leben zu rennen, alles zurücklassen zu müssen. Die Familienfotos, die Kinderschuhe, den Ehering, den Partner. Oder die Eltern. Wir haben noch nie ALLES verloren. Und da wir ja so wahnsinnig an Glotze, Glamour und Grundstück hängen, wissen wir: Freiwillig lässt niemand sein Zuhause zurück, mit nichts in den Händen außer einem Bündel Lumpen und einem Baby auf dem Arm. Alles, was diese Menschen noch haben, ist der Gedanke an eine bessere Welt: an unsere. An die, die uns nie gut genug ist.

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Ich hatte noch niemals das Blut eines geliebten Menschen an den Händen. Ich hatte noch niemals so große Angst, dass ich den möglichen Tod als Konsequenz in Kauf nahm, um mich an einen Ort zu retten, an dem NICHTS auf mich wartet. NIEMAND meine Sprache spricht. An dem ich monatelang in einer Notbehausung leben muss, nur um von widerlichen Rassisten Steine an den Kopf geworfen zu bekommen, deren Großväter und Urgroßväter „Führer befiel, wir folgen dir“ gebrüllt haben. Wer ernsthaft gegen Flüchtlinge hetzt, wer verlangt, sie abzulehnen, ist Abschaum und Schande für das „Vaterland“, das er angeblich so tatkräftig schützen will. Schämen solltet ihr euch. Alle.

Und nu? Ausgepöbelt. Eine Antwort weiß ich leider auch nicht. Eigentlich die perfekte Form der Propaganda: Hetzen, nur aufzählen, was scheiße ist, Leute anstacheln – und gehen. Ohne Lösung. Vielleicht ist der erste Schritt, dass wir nachdenken. Eine Meinung haben. Und die sagen. Schreien. Laut. Denn das dürfen wir nicht nur, das ist unsere fucking Pflicht. Ich will nicht in einer Welt leben, in der notleidende Menschen arrogant abgewiesen werden, weil sich einer Sorgen ums „Vaterland“ macht. (Wenn ich das Wort noch ein mal schreiben muss, kotze ich.) Ich möchte meinen Wohlstand bewusst wahrnehmen, dankbar dafür sein und Mitgefühl zeigen, so gut ich kann. Jaja, uns fehlt so vieles. Monatsticket ist auch wieder teurer geworden, der Sommer ist zu heiß und halbe Stunde parken in der City kostet 8 Euro. Ick wees. Aber verglichen mit den Menschen, die unsere Hilfe brauchen, haben wir ALLES. Und die NICHTS. Was das bitterböse Auge-um-Auge-Argument „Wenn WIR das bei DENEN im Land machen würden…“ angeht:
Nun – könnte, hätte, Fahrradkette. Wir wissen nicht, was dann WÄRE.
Vielleicht würden sie uns gar nicht reinlassen. Vielleicht würden sie uns auch mit Steinen beschmeißen. Vielleicht ist aber irrelevant. Wir sind am Zug. Wir haben die Chance, es gut zu machen. Besser. Besser als gestern.
Ist ein guter Anfang, oder?

Nachtrag vom 13/8/15:

Wem meine BILD Zeitung, yellowpress und ich zu “ungebildet” sind – für den reicht Journalist, Moderator und ehemaliger Leiter des ZDF heute-Journals Claus Kleber vielleicht aus… DER hat’s verstanden. Genau DARUM geht es auch mir: http://youtu.be/Z1zvfLk065I

(Quelle: https://diekuchenbaeckerin.wordpress.com/2015/08/08/der-fluechtling-klaut-mir-meinen-fernseher-oder-verarscht-fuehlen-ist-das-neue-20/)

AngstHase

Also: Mutiger werden.

Klaren Kopf behalten.

Nach menschlich vertretbaren Lösungen suchen.

Die Probleme sind nicht klein, sollten uns aber nicht übermannen!

Dipl.-Psych. Hans Wolter (www.HansWolter.com)

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  1. […]   Vorgestern habe ich in meinem Blog (www.WehrWolter.com) einen Artikel hierzu geschrieben:   Rausländer – Menschen. Würde. Flüchtlinge. – Wovor flüchten WIR eigentlich?   Darin zitiere ich auch unser höchstes Gericht zum Thema Flüchtlinge: […]

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