Befruchtung trotz Befürchtung. – DurchlässigWerden für fremde Kulturen. – Von Chancen & Risiken des Fremden in uns. – Beispiel Yi Wu, der Wanderer zwischen Schanghai, China und Köln, Deutschland. – Nicht nur: 25 neue Arbeitsplätze bei LEAD in Köln (WehrWolter – ww 97 – Hans Wolter)

In den letzten Wochen und Monaten beobachte ich, dass viele Menschen in unserem Land sich bedroht fühlen von der Völkerwanderung, die derzeit im Gange ist. Die Ängste sind vielschichtig. Je diffuser sie sind, umso irrationaler werden nicht nur die Ängste, sondern auch der Aktionismus einiger Deutscher. Und seien es „nur“ verbale Abwertungen, Demütigungen oder bedrohliche Angriffe gegenüber Ausländern und Flüchtlingen. Letztlich ist das eine Abwehr gegenüber allem Fremden. – Das müssen wir einerseits unterbinden. Da gibt es keinen Diskussions-Spielraum. Dazu ist das Grundgesetz sehr klar und Deutschland sagt es doch bereits in § 1, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Des Menschen. Nicht nur des Deutschen!

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Blick auch auf die Chancen des Austauschs!

Schade ist, dass in dieser ganzen Flüchtlingskrise die Chancen des kulturellen Austauschs aus dem Blick zu geraten drohen. Darauf möchte ich heute noch einmal gezielt aufmerksam machen. Und zwar am Beispiel meines chinesischen Freundes Yi Wu, mit dem ich gleich eine Gans auf der Weihnachtsfeier unseres Kegelklubs „Mein lieber Schwan“ in Köln-Lindenthal essen werde. Wir sind seit über 15 Jahren befreundet und profitieren wechselseitig von unserer Unterschiedlichkeit. Einmal wöchentlich kicken wir in unserer kleinen Fußballmannschaft „Endlich Dienstag“. Alle vier Wochen geht’s auf die Kegelbahn. – Yi Wu wurde in der letzten Woche im Kölner Stadtanzeiger vorgestellt. Diesen Artikel von Corinna Schulz gebe ich im Anschluss kurz vorstellen. So wie Yi Wu, der heute mit seiner weltweit operierenden Firma LEAD rund 25 Angestellte beschäftigt, könnten sich einige unter unseren Neuankömmlingen entwickeln. Wir Vernünftigen müssen den radikalen Angsthasen die Hasstiraden entschieden verbieten! – Können wir das schaffen? …

Yi Wu

Leben und Arbeit zwischen zwei Welten

Yi Wu war einer der ersten chinesischen Studenten in Köln – Heute führt er erfolgreich sein eigenes Unternehmen Lead

(Corrina Schulz, KSTA 23.11.2015)

Es ist ein ganz besonderes Verhältnis, das die beiden Export-Giganten China und Deutschland miteinander verbindet. Deutschland ist der größte Handelspartner Chinas in der EU, umgekehrt ist die Volksrepublik das wichtigste Ausfuhrziel außerhalb Europas. Selten waren die Beziehungen so gut wie derzeit. Aber was verbindet die beiden Nationen, und wo kann man voneinander lernen?

Kaum einer in Köln kennt die beiden Welten so gut wie Yi Wu. Der in Schanghai geborene Chinese, der auch im Vorstand der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung sitzt, kam in den 1980er Jahren nach Köln.

Nach den Verwerfungen der Kulturrevolution, unter der auch Wus Familie zu leiden hatte, erlaubten die Reformen von Staatslenker Deng Xiaoping erstmals jungen Chinesen, zum Studium ins Ausland zu gehen. Sein Onkel, der in Hongkong lebte, riet ihm damals, sich für Deutschland zu entscheiden.

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„Er sagte mir, dass Deutschland eine starke Wirtschaftsnation und ein gutes Land sei“,

 

erzählt Wu. In der ersten Gruppe junger Chinesen kam er nach Deutschland und begann 1983 sein BWL-Studium an der Uni Köln. „Ich habe wirklich gute Erinnerungen an die schöne aber harte Studienzeit und bin immer noch stolz auf die Kölner Uni“, sagt Wu., der sich der Fakultät bis heute verbunden fühlt und auch einige Jahre den deutsch-chinesische Studentenaustausch unterstützte. Schon während des Studiums gab es erste Jobangebote. Denn damals erkannten immer mehr Unternehmen das große Marktpotenzial im Reich der Mitte und die Chance, dass jemand wie Wu nicht nur fachliche Expertise mitbrachte, sondern auch bei der Überwindung sprachlicher und kultureller Hürden helfen konnte.

„Ich wollte allerdings auf jeden Fall er mein Examen in der Tasche haben“, sagt Wu im Rückblick. Nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann arbeitete er zunächst als Regionalmanager für Export- und Beschaffungskoordination in Fernost bei der Kali Chemie AG.

Als das Unternehmen verkauft wurde, entschied er sich für den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete 1994 die Firma LEAD Deutschland GmbH mit Sitz in Köln. Seine Frau, die in Mannheim Betriebswirtschaft studiert hat und bei der Prüfungsgesellschaft Arthur Andersen arbeitete, stieg mit in das neue Unternehmen ein. Den Firmennamen hat sich Wu gut überlegt, denn es soll sowohl für die Chinesen als auch für den Westen eine Bedeutung haben.

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„Im Chinesischen bedeutet Lead ‚gute Tugend‘, im Englischen ‚Führend im Markt‘.“

Heute ist das Unternehmen einer der führenden Spezial-Anbieter für Industrie-PC’s etwa für die Industriemechanik oder den Maschinenbau. Zu den Kunden zählen Siemens und Bosch. Produziert wird unter anderem in Schanghai, Shenzhen und Taipei. „Zudem vertreten wir einige der wichtigsten Industrie-PC-Hersteller aus Fernost“, so Wu. Auch in der Sicherheitstechnik findet sich Knowhow von LEAD, etwas in Scannern an Flughäfen weltweit.

Das Unternehmen in der Widdersdorfer Straße in Ehrenfeld und rund 25 Mitarbeitern entwickelt mittlerweile aber auch Lösungen für den Einzelhandel: für eine große deutsche Schuhkette wurde ein interaktives Schaufenster konzipiert, an dem der Kunde Produktinformationen wie etwas Größen erfragen kann.

Wo sieht WU die Unterschiede zwischen Deutschen und Chinesen?

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„Die Deutschen denken langfristig, zielorientiert und präzise. Die Chinesen sind schnell, flexibel, spontan und manchmal nicht ganz so genau – und sie sind vom Händlertum beseelt.“

 

 

 

In Köln sagt man, nicht nur im Karneval:

 

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Yi Bier Prost

 

Prost und

auf Wiedersehen!

再见面

 

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