Angela Merkel ist laut Time-Magazine: „Persönlichkeit des Jahres 2015“. Die deutsche Bundeskanzlerin sei die De-Facto-Anführerin eines Kontinents. – VW hat der Marke „Made in Germany“ durch Lügen und Umweltverschmutzung großen Schaden zugefügt. – Merkel glänzt durch einen ehrlich-entschiedenen Führungsstil, indem sie nicht dem schnellen Profit hinterher hechelt.

„Man kann ihr zustimmen oder auch nicht. Aber sie geht nicht den einfachen Weg … dafür, dass sie ihrem Land mehr abverlangt hat, als es die meisten Politiker wagen würden, für ihren Einsatz gegen Tyrannei und Opportunismus und für ihre standhafte moralische Führung in einer Welt, in der es an einer solchen mangelt, kürt Time Angela Merkel zur Persönlichkeit des Jahres.“(Nancy Gibbs, Chefredakteurin)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (61) ist die erste Frau seit 29 Jahren, die den Titel „Person of the year“ vom Time-Magazine bekommen hat. Sie ist als Person des Jahres 2015 ausgezeichnet worden. Hinter ihr landeten IS-Führer Al-Baghdadi und Donald Trump.

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Der „Mann des Jahres” wird seit 1927 vom New Yorker Time-Magazin unter großer Öffentlichkeitswirksamkeit gewählt. Seit 1999 ist es die „Person des Jahres”. Hierbei geht es nicht um eine moralische Würdigung. Bewertet wird nur der Einfluss auf das Weltgeschehen. Der erste war der Atlantikflieger Charles Lindbergh.

Vier von allen Auserwählten waren bisher Deutsche.

 

1.) ADOLF HITLER (1938) „Mann des Jahres”, weil er Deutschland gleichgeschaltet und Europa verändert hatte („Der unheilige Organist einer Hymne des Hasses”).

2) KONRAD ADENAUER (1953) auf den Titel gesetzt, weil er als Kanzler Deutschland in den Kreis der Nationen zurückgeführt hatte („Ein neues Mitglied im Rat der großen Mächte”).

3.) WILLY BRANDT (1970) geehrt, weil er als deutscher Kanzler die Aussöhnung mit den osteuropäischen Ländern angestoßen hatte (auf dem Titel vor einem Eisernen Vorhang mit einem Riss).

4) ANGELA MERKEL (2015), weil sie sich im Kampf gegen die Pleite Griechenlands, in der Flüchtlingskrise und nach den Pariser Terrorattacken engagiert habe („Kanzlerin der freien Welt”).

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Angela Merkel ist erst die fünfte Frau, die allein auf dem Cover erscheint.

Die anderen waren Wallis Simpson, Soong Mei-ling (auch bekannt als Madame Chiang Kai-shek), Queen Elizabeth II und Corazon Aquino.

Sie sei die De-Facto-Anführerin eines Kontinents, hieß es in der Begründung.

Das angesehene New Yorker Journal begründet die Titelvergabe mit ihrer Reaktion auf die Griechenlandkrise, die Flüchtlingskrise und mit ihrer Reaktion auf die Bedrohung durch die Dschihadistengruppe „Islamischer Staat“. Das Magazin erklärte Merkel zur „Kanzlerin der freien Welt“.

Gelobt wird Merkels neue Führungsstärke. Sie habe eingegriffen, wann immer Europa in diesem Jahr von einer Krise erschüttert worden sei.

„Bei Merkel schwang ein anderer Wertekanon – Menschlichkeit, Güte, Toleranz – mit, um zu zeigen, wie die große Stärke Deutschlands zum Retten statt zum Zerstören genutzt werden kann. Es ist selten, einem Anführer bei dem Prozess zuzusehen, eine alte und quälende nationale Identität abzulegen.“

Regierungssprecher Steffen Seibert kommentierte die Auszeichnung, er sei „sicher, die Bundeskanzlerin empfindet das als Ansporn für ihre politische Arbeit für eine gute Zukunft für Deutschland wie auch für Europa“.

Weitere Persönlichkeiten auf der Rangliste des Time-Magazine sind:

Auf Platz folgt der selbst ernannte Kalif der Terrororganisation IS, Abu Bakr al-Baghdadi, dahinter der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Auf Platz vier landete die US-Bürgerrechtskampagne Black Lives Matter („Schwarze Leben zählen“). Darauf folgen der iranische Präsident Hassan Ruhani und Uber-Gründer Travis Kalanick.

Nachfolgend noch einmal einen Text, den ich zum 10 jährigen Amtsjubiläum als Bundeskanzlerin am 23. November 2015 geschrieben habe.

Angela Merkel

MMMM – Merkel: Vom Mädchen über die Mutti zur Mutmacherin – 10 Jahre Bundeskanzlerin Angela Merkel. – Mut macht: „Wir schaffen das!“ – Angst macht: „Ein Teil meiner Antwort würde sie verunsichern.“

(23.11.2015)

Angela Merkel ist heute auf den Tag genau 10 Jahre Bundeskanzlerin. Ich bin weder CDU nahe, noch politisch konservativ. Dennoch beeindruckt mich diese Frau. Auch schon deshalb, dass sie es als Frau geschafft hat, sich so lange in diesem Spitzenamt zu halten. Lange hat mich das Zaudern der “Mutti Merkel” gestört und geärgert. Obwohl es im Sinne der Machterhaltung offensichtlich ein intelligentes Verhalten war. Vieles von ihr kann ich nicht unterschreiben. Z.B. ihr zu vorsichtiger Umgang mit der USA in Sachen NSA oder TTIP spricht für mich gegen Merkel. Aber ich sehe diese Frau als eine komplexe Persönlichkeit an und stelle aktuell eine deutliche Veränderung in ihren Auftritten fest. Ich interpretiere das als das Erlangen einer nächsten Entwicklungsstufe. Nach meiner Einschätzung ist sie mehr bei sich selbst angekommen. Sie schielt nicht mehr ausschließlich auf Machterhaltung oder Umfragestatistiken. – Wundern tut mich, dass viele Frauen es offensichtlich weniger schätzen, dass sie sich schon seit 10 Jahren an der Spitze der Macht hält. Eigentlich schien doch die Frauenemanzipationsbewegung immer dafür gekämpft zu haben.

Vor zwei Tagen wurde sie von Horst Seehofer auf dem Parteitag der CSU nicht gefeiert, sondern vorgeführt und gedemütigt. Der 66jährige CSU-Chef las der mächtigsten Frau Europas 15 Minuten lang die Leviten zu ihrer Flüchtlingspolitik. Merkel war dazu verurteilt untätig zuzuhören. Das war so daneben, dass die SPD sich aufgefordert erlebte sie zu stärken.

„Seehofers Verhalten war unerhört gegenüber der deutschen Bundeskanzlerin“ – (Yasmin Fahimi, SPD-Generalsekretärin. )

„Es gehört sich nicht, dass man eine Frau vor versammelten Mannschaft derart vorführt.“ – (Claudia Roth, Grüne)

„Ich will nicht in einen Wettbewerb treten, wer in Europa die Menschen am unfreundlichsten behandelt”, sagte Angela Merkel am 07.10. 2015 bei Anne Will.

Angela Merkel ist vielschichtig. Sie hat auch ihre Schattenseiten. Wie wir alle.

Auch ich sehe Angela Merkel durchaus als eine komplexe Persönlichkeit an. Beeindruckend fand ich schon damals, dass sie sich getraut hatte ihren Ziehvater Helmut Kohl zu kippen, als dieser glaubte jenseits der deutschen Gesetze handeln zu können. Als einfach nicht die Hintergründe seiner schwarzen Kassen offenlegen wollte. Da Merkel den Mut hatte ihn vom Thron zu stoßen, ist sie letztlich Chefin der CDU und später auch Bundeskanzlerin geworden.

Die Wirtschaftskanzlerin

Die BamS gehört nicht zu den Tageszeitungen die ich bevorzuge. Anschließend zitiere ich aber einmal die Wirtschaftskolumne von Roland Tichy in der heutigen Ausgabe (22.11.2015). Zehn Jahre ist sie heute Bundeskanzlerin – aber ihr Ruf als Wirschaftskanzlerin hängt an zwei kurzen Sätzen:

„Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“ Das sagte Angela Merkel mit ruhiger Stimme und festem Blick auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008 – obwohl dafür alle Milliarden des Bundes nicht ausreichen würden. Stellen wir uns vor, sie hätte an diesem Sonntag auf die Frage: „Wie sicher ist mein Sparbuch?“ gesagt: „Ein Teil meiner Antwort würde sie verunsichern.“ Noch am Abend wären die Bankautomaten gestürmt wurden und am kommenden Tag die Wirtschaft zusammengebrochen.

„Psychologie ist die Hälfte der Wirtschaftspolitik“, diesen Lehrsatz von Meister-Ökonom und Amtsvorvorvorgänger Ludwig Erhard beherrscht sie meisterlich. Mit ihrer stoischen, ruhigen Art hat sie Deutschland durch die Finanzkrise gesteuert. Zu einem Zeitpunkt an dem andere Finanzpolitiker sichtlich die Nerven verloren und Banker heimlich schon Gold und Lebensmittel bunkerten.

Vorsichtig und stur hat sie Deutschland auch durch einen andere Krise gesteuert – den Dauer-Krach um den Euro. „Alternativlos“ hat sie ihre Politik genannt. Aber wie sie ihr „alternativlos“ durchgezogen hat, ist alternativlos: „Ich verhandle mit dem, bis er so grau im Gesicht ist wie ich“ hat sie mal über den immer braun gebrannten Griechen-Chef Papandreou gesagt, der zum Geldabholen kurz von der Insel einflog. Seither hat sie europäische Geldausgeber im Dutzend erst rot vor Wut und dann ins ergebene Grau der Erschöpfung verhandelt, zuletzt den jugendlichen Helden Alexis Tsipras. Das sind Merkels unbestrittene Erfolge.

Eigentlich ist sie als Wirtschaftsreformerin angetreten, wollte den Steuerdschungel abholzen und die Krankenversicherung grundlegend reformieren. Daraus ist nichts geworden.

Andere Reformen hat sie angekündigt, aber nicht umgesetzt: „Europa hat 7 Prozent der Weltbevölkerung, 25 % der Weltwirtschaftsleistung, aber 50 % der Sozialleistungen.“ Diese Zahlen sind nicht korrigiert. Trotzdem geht es Deutschland gold unter Merkel: Arbeitslosigkeit hast halbiert, neue Staatsverschuldung auf unter null gebremst – das sind Rekordwerte. Aber ein großer Teil geht auf das Konto von Gerhard Schröder, sagte sie selbst (so ehrlich wäre kein Mann).

Und der Atom-Ausstieg, damals so holterdiepolter wie heute ihre Flüchtlingspolitik. Der Atomstrom ist zwar weg, aber seither steigen die Preise. Peinlich: Ihr ehrgeiziges Klimaziel, minus 40% CO2? „Erheblich gefährdet“, bilanziert ihre eigene Expertenkommission vor dem Klimagipfel im Dezember.

Kann Merkel Wirtschaft? Schaffen wir das? Ein Teil meiner Antwort würde sie verunsichern.“

Als Angela Merkel im Oktober 2015 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, habe ich sie schon einmal in einem Beitrag auf meinem Blog vorgestellt. Im Anschluss greife ich diesen Text noch einmal auf, da ich hier bereits meine Eindrücke zu ihr zusammengefasst habe.

Friedensnobelpreis? The winner is: Angela Merkel! – Er ist wieder da. Der Wille zur Führung in Deutschland.

(09. Oktober 2015)

Heute um 11 Uhr wird der Gewinner des Friedensnobelpreises für 2015 bekanntgegeben. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auch nominiert. Vorgeschlagen wurde sie noch vor ihrem aktiven Eingreifen in die Flüchtlingspolitik. Vorgeschlagen wurde sie, als sie im Ukraine-Konflikt einen Waffenstillstand aushandeln konnte. In der Flüchtlingskrise ist sie – für ihre Verhältnisse ungewohnt – klar und aktiv geworden. Sie zeigt Führungsstärke zu dem Zeitpunkt, als die Flüchtlingssituation zu eskalieren droht. Sie heißt die Flüchtlinge, die nach Deutschland wollen, willkommen.

„Ich will nicht in einen Wettbewerb treten, wer in Europa die Menschen am unfreundlichsten behandelt“,

sagte Angela Merkel am 07.10. 2015 bei Anne Will.

Auf mich hat sie in dieser Sendung einen guten Eindruck gemacht. Anne Will erlebte ich dagegen streckenweise verkrampft und unrealistisch in ihren, teils recht konstruiert wirkenden Fragen. Nach meiner Einschätzung geht Merkel gut mit der gegenwärtigen Flüchtlingskrise um. Hinreichend gut. Wer würde es denn besser machen? Ich kann nachvollziehen, dass die Zahlen der Fremden die in unser Land kommen, vielen Angst machen. Aber die kommen nicht, weil Merkel freundliche Selfies mit Flüchtlingen gemacht hat. Die kommen in erster Linie, weil die Gewalt und Gefahren in den Kriegsgebieten immer mehr zugenommen haben. Grenzen dicht machen? Das klappt doch nicht. Ich habe den Eindruck gewinnen können, dass Angela Merkel sich intensiv damit beschäftigt, gute gemeinsame Lösungen – auch mit europäischen Partnern – für die gesamte Problematik zu schaffen. Ihre mittlerweile aktivere Haltung gefällt mir besser, als ihre jahrelange Abwartetaktik. Für mich war schon der entschiedene Ausstieg aus der Atomindustrie ein Vorläufer der neuen Entschiedenheit.

„dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat.“

Alfred Nobel darüber, wem der Friedensnobelpreis gebührt

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Angela Merkel könnte für ihren Umgang mit den großen Krisen in Europa den Friedensnobelpreis bekommen. Mit der Auszeichnung von Politikern hat die norwegische Nobel-Jury in der Vergangenheit allerdings nicht immer ein glückliches Händchen gehabt.

1994 ehrt das Komitee Palästinenser-Führer Jassir Arafat und die israelischen Spitzenpolitiker Schimon Peres und Izchak Rabin für ihr Bemühen um ein Ende des Nahost-Konflikts. Über 20 Jahre später hat sich die Hoffnung auf Frieden zwischen Palästina und Israel immer noch nicht erfüllt. „Wir haben von mehreren Seiten Aufforderungen bekommen, den Preis zurückzunehmen“, schreibt der langjährige Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Geir Lundestad, in seinem gerade erschienen Erinnerungsbuch.

Barack Obama bekam den Preis, als er 2009 erst neun Monate im Amt war. „Ein gigantischer Mediensturm brach in großen Teilen der Welt los“, erinnert sich Lundestad. „Viele Reaktionen waren negativ, sogar sehr negativ.“

Mit „Yes we can!“, hatte Obama damals Hoffnung gemacht. Das „Wir schaffen das“ von Angela Merkel halte ich für ein wichtiges Statement in der gegenwärtigen Verunsicherung der Menschen durch die großen gegenwärtigen Flüchtlingsströme.

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„Auch wenn man in der Politik an einem Tag als Held und am anderen als absoluter Verlierer dastehen kann: Es ist schwer vorstellbar, dass Merkel nicht als eine deutsche Regierungschefin mit moralischer Integrität und Tatkraft in die Geschichtsbücher eingeht“, sagt der Osloer Friedensforscher Kristian Berg Harpviken. Sie wurde für ihre Vermittlung im Ukraine-Konflikt und nicht für den Umgang mit dem Flüchtlingsdrama vorgeschlagen. Doch gerade hier zeige Angela Rückgrat. Berg Harpviken: „In einer Situation, die für uns alle in Europa peinlich war, wo jeder die Schuld auf den anderen geschoben hat und niemand die wirklichen Probleme angehen wollte, hat sie genau das gemacht.“

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und 25 Jahre nach der Wiedervereinigung könnte eine Preisvergabe an die Kanzlerin aber symbolhaft sein, meint der Osloer Friedensforscher. Für Deutschland, das gesundet sei und endlich stolz auf sich sein könne. „Es ist eine Fußnote in der Geschichte des Friedensnobelpreises, dass Helmut Kohl den Preis nie bekommen hat“, sagt er. „Wenn irgendein deutscher Regierungschef in jüngerer Zeit das aufwiegen könnte, dann wäre das Merkel.“

Natürlich ist Angela Merkel nicht unumstritten. Wer ist das schon?

Gegen die Vergabe des Friedensnobelpreises an Angela Merkel spricht wohl auch, dass die großen Probleme, derer sie sich annimmt, von einer Lösung noch weit entfernt scheinen. Viele EU-Staaten fühlen sich von der massiven Zuwanderung zunehmend überfordert. Auch in Deutschland ist man recht ambivalent. Viele Deutsche sehen unser Land an den Grenzen des Machbaren. Kritik hagelt es für die CDU Chefin auch aus den eigenen Reihen.

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Auch die im Februar in Minsk vereinbarte Waffenruhe wird erst seit September wirklich erst weitgehend eingehalten. Obama hat auch alle Erwartungen lange nicht erfüllt. „Aber ich will festhalten, dass er die Welt trotzdem zu einem etwas besseren Ort zu leben gemacht hat“, schreibt Lundestad.

Angela Merkel ist vielschichtig. Sie hat auch ihre Schattenseiten. Wie wir alle.

Auch ich sehe Angela Merkel durchaus als eine komplexe Persönlichkeit an. Beeindruckend fand ich schon damals, dass sie sich getraut hatte ihren Ziehvater Helmut Kohl zu kippen, als dieser glaubte jenseits der deutschen Gesetze handeln zu können. Als einfach nicht die Hintergründe seiner schwarzen Kassen offenlegen wollte. Da Merkel den Mut hatte ihn vom Thron zu stoßen, ist sie letztlich Chefin der CDU und später auch Bundeskanzlerin geworden.

Vom Zaudern, Mutti Merkel und einer zu laschen Haltung gegenüber NSA und TTIP

Lange hat mich das Zaudern der „Mutti Merkel“ gestört und geärgert. Obwohl es im Sinne der Machterhaltung offensichtlich ein intelligentes Verhalten war. Vieles von ihr kann ich nicht unterschreiben. Z.B. ihr zu vorsichtiger Umgang mit der USA in Sachen NSA oder TTIP spricht für mich gegen Merkel. Aber ich sehe diese Frau als eine komplexe Persönlichkeit an und stelle aktuell eine deutliche Veränderung in ihren Auftritten fest. Ich interpretiere das als das Erlangen einer nächsten Entwicklungsstufe. Ich glaube sie ist mehr bei sich selbst angekommen. Sie schielt nicht mehr ausschließlich auf Machterhaltung oder Umfragestatistiken.

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Ich bin weder CDU nahe, noch politisch konservativ. Dennoch beeindruckt mich diese Frau. Auch schon deshalb, dass sie es als Frau geschafft hat, sich so lange in diesem Spitzenamt zu halten. Okay, dafür hat man natürlich keinen Nobelpreis verdient. Aber ihr aktuelles Engagement in der Flüchtlingskrise beeindruckt mich schon. Sie biedert sich hier weder dem Kapital, noch dem Mob oder den ängstlichen rechten Pegidaleuten an. Ich glaube, sie hat in dieser Problematik ein Gespür für die richtige Richtung entwickelt. Als Naturwissenschaftlerin und ExDDRlerin weiß sie auch, dass die hier entfesselten Kräfte nicht einfach zu stoppen sind. Als Politikerin hat sie Einblicke in die Situation in den Kriegsgebieten. Ich glaube, sie schielt auch nicht taktisch auf die nächsten Wahlen, wie derzeit die meisten ihrer Kollegen. Sie scheint überzeugt und pragmatisch zu sein … und natürlich können und müssen wir das schaffen.

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Gerade Politiker oder Künstler können viel durch ihre Vorbildfunktion bewegen. Kennedy, Clinton oder Genscher, Adenauer, Luther oder Chaplin waren auch keine durchweg guten Menschen, aber, sie konnten viel bewegen. Für mich hätte sowieso zunächst einmal Michail Gorbatschow den Friedensnobelpreis verdient. Ohne sein Glasnost & Perestroika würde heute noch die Mauer stehen. Natürlich waren es auch die zahlreichen Menschen auf den Montagsmärschen gewesen. Aber Gorbatschow konnte verhindern, dass russische Panzer nicht alles platt gemacht haben. Es ist immer ein Zusammenspiel … hätte Sepp Herberger 1954 nicht gesagt: „wir schaffen das!“ hätte es das „Wunder von Bern“ nicht gegeben. Vorreiter sind wichtig.

Angela Merkel aktuell beim Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen in New York:

„Wir wollen und wir können unsere Welt verändern.“

 

Weitere Empfehlungen:

 

 

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