Möge die Macht mit UNS sein! – Nicht mit den Konzernen, den Maschinen oder dem Staat. – Star Wars als Fiktion zunehmender Entmündigung freier und selbstwirksamer Bürger? – (WehrWolter – ww 102 – Hans Wolter)

Fortschritt & Technik sollten wir weder pauschal vergöttern, noch verteufeln. Es kommt immer drauf an, wie wir sie einsetzen. – Wir sollten die Entscheidungen noch in der Hand haben. Das ist heutzutage gar nicht immer einfach.

Firmen & Behörden gängeln uns streckenweise unerträglich. Mittels Digitalisierung wird es computergesteuert immer einfacher und preiswerter – uns die Bürger – in Terminfallen, Tempokontrollen etc. fallen zu lassen. – Aber wie ist es umgekehrt?

Technik1

Da kostet das neue Opernhaus in Köln mal locker fast 500 Millionen Euro. Egal, ob vorher nur die Hälfte genehmigt war und die Bauzeit mal locker 5 Jahre länger dauert. Das Stadtarchiv stürzte vor Jahren schon in eine Baugrube und angeblich sind die technischen Details und damit die finanziellen  Verantwortlichkeiten immer noch nicht geklärt.

Da geht es. Hier fühlt sich keiner wirklich an Absprachen gebunden. Es wird ruckzuck zur Normalität erklärt. Mit Verweis auf den Berliner Flughafen oder die Elbphilhamonie gibt man sich weltstädtisch. Hier verhalten sich die Verantwortlichen ruckzuck so, als würden Naturkatastrophen wirken, die der Mensch nicht beeinflussen kann.

Aber wir – die Bürger – bekommen sofort Strafen aufgebrummt, wenn wir Termine um wenige Tage überziehen oder Geschwindigkeiten um wenige Stundenkilometer überschreiten. – Hotlines von Firmen, wie Telekom, Deutsche Bank etc. speisen uns täglich über digitiale Stimmen ab. Damit kann man enorm an Personal und Geldern einsparen. Nur: sehen wir etwas davon?  Haben wir einen Mehwert von diesen technischen Neuerungen und Einsparungen? Nein. Im Gegenteil! Wir haben die Nachteile ohne Murren in Kauf zu nehmen. Wir hängen 30 Minuten in der Hotline und werden dann ohne Resultat ausgesteuert. Nur die Produkte werden für uns nicht preiswerter oder besser.

Ich schätze den technischen Fortschritt. Wehre mich aber entschieden, wenn Konzerne, der Staat oder andere Privatleute mich und uns damit benachteiligen wollen. Hier sind Wachsamkeit, Wehr und Zivilcourage gefordert!

Hierzu hab ich am schon einmal etwas geschrieben (28.11.2015), was ich nachfolgend noch einmal zitiere.

Warum sollen wir noch Termine einhalten & Steuern zahlen?

Kölner Oper: Doppelt so teuer als der damalige Siegerentwurf von JSWD-Architekten (Jürgen Steffens). Bauzeit: bisher 5 Jahre länger als vereinbart.

Paradox?: “Die weltweite Einfluss-Zunahme von Juristen führt zu Kostenexplosionen, Kriminalitätszuwachs & Stagnation” (WehrWolter)

Kölner Oper0

Wurden die Kölner Heinzelmännchen von Schildbürgern oder Panzerknackern abgelöst?

Auf der einen Seite wird die Schraube gegenüber dem Bürger immer enger gedreht. Die Spielräume für Fristverzögerungen jedweder Art oder die Toleranz bei Geschwindigkeitsüberschreitung werden täglich enger. Nahezu zwanghaft wird der Bürger im Alltag – dank Digitalisierung – gegängelt. Auf der anderen Seite leisten sich die Verantwortlichen der Behörden oder großen Konzerne immer mehr Fehler, Betrug oder Vertuschung, die wir als Steuerzahler letztlich ausbaden müssen. Sind es Dilettanten oder Kriminelle, die beim Kölner Opernhaus, VW, FIFA, ADAC, dem Berliner Flughafen , der Hamburger Elbphilharmonie oder der WM-Vergabe nach Katar verantwortlich sind? –

Wie auch immer. Wir tragen letztlich die Kosten. Die Winterkorns, Blatters, Wulffs, Hoenesse, selbstgefälligen Kaiser … und wie sie alle heißen, bekommen letztlich noch hohe Abfindungen. Mal ehrlich: warum sollen wir noch Termine einhalten und Steuern zahlen? – Das was wir den Herkunftsländern der Flüchtlinge unterstellen, ist doch in der westlich hochzivilisierten Welt an der Tagesordnung. Wir sind doch längst eine Bananenrepublik.

 

Warum sollen wir Politikern, Vorgesetzten, Automobilbauern, Lufthansapiloten, Fußballfunktionären dem „Kaiser“ und seinen neuen Kleidern  eigentlich noch glauben?

Banane Republik1

In der Psychologie nennt man das Double Bind.

Wir erhalten zwei Botschaften, die sich ausschließen. Auf der einen Seite sollen wir gewissenhaft und genau sein. Auf der anderen Seite sollen wir beide Augen zudrücken, wenn die „Elternfiguren“ es mit der Wahrheit nicht so genau halten.

Die Doppelbindungstheorie (engl. double bind theory, franz. double-contrainte) ist eine kommunikationstheoretische Vorstellung zur Entstehung schizophrener Erkrankungen. Die Doppelbindungstheorie beschreibt die lähmende, weil doppelte Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale und deren Auswirkungen. Die Signale können den Inhalt der gesprochenen Worte betreffen, oder Tonfall, Gesten und Handlungen sein.

Aufbauend auf der Arbeit des Schizophrenieforschers Gregory Bateson, formulierte dessen Schüler, der Psychotherapeut Paul Watzlawik , eine „Theorie menschlicher Kommunikation“. Er zeigte, dass die in Doppelbindungen enthaltenen kommunikativen Anomalien tatsächlich ein weitverbreitetes Risiko der Alltagskommunikation von Menschen sind. Watzlawick wies darauf hin, dass ein Krankheitsbild der Schizophrenie nicht mono-kausal auf Kommunikationsmuster nach dem Muster der Doppelbindung zurückgeführt werden kann: „Doppelbindung verursacht nicht Schizophrenie. Man kann lediglich sagen, dass dort, wo Doppelbindung zur vorherrschenden Beziehungsstruktur wird, … das Verhalten dieser Personen den diagnostischen Kriterien des klinischen Bildes der Schizophrenie entspricht.“ (weiterlesen auf: Doppelbindungstheorie)

Kuzer Zeitsprung: zurück in das Jahr 2008

Mein Freund und „Kegelbruder“, der Architekt Dipl.-Ing.   Jürgen Stefens,  hatte mit seinem Architektenbüro JSWD und Chaix et Morel im Juni 2008 den Architektenwettbewerb gewonnen. Ihr siegreicher  Entwurf zur Sanierung und Neubau von Oper und Schauspiel wurde damals sehr gefeiert. Doch umgesetzt wurde er nicht. Schade eigentlich. Dann hätten wir heute schon ein schickes neues Opernhaus. Sicher wäre es auch teurer geworden, als die damals veranschlagten 234 Millionen Euro. Das ist ja offensichtlich immer so. Aber es wäre mit Sicherheit deutlich günstiger und schneller fertig geworden, weil man sich die ganzen unnötigen Folgekosten gespart hätte.

Was mich daran besonders ärgert ist:

1. Warum schreibt man einen solch arbeitsintensiven und letztlich auch teuren Wettbewerb aus, wenn man nachher doch das mit den Fähnchen macht?

2. Warum müssen wir als Steuerzahler für so etwas unnötig bluten?

3. Warum haben die Verursacher und Verantwortlichen der enormen Kostensteigerung und Behinderung kaum Nachteile?

Warum sollen wir Politikern, Vorgesetzten, Automobilbauern, Lufthansapiloten, Fußballfunktionären und dem „Kaiser“ noch glauben?

Kölner Oper2

Die Heinzelmännchen wurden in Köln von den Schildbürgern abgelöst.

Seit Juni 2012 wird das Kölner Opernhaus am Offenbachplatz saniert. Immer wieder werden die Kosten nach oben korrigiert. Sollten die Baukosten im Oktober 2010 noch 253 Millionen Euro betragen, spricht man heute von 460 Millionen Euro. Ein folgenschweres Fiasko. Das neue Opernquartier soll auch zur Spielzeit 2017/18 noch NICHT eröffnen. Vermutlich wird alles noch teurer und länger dauern. – Wem sollen wir denn – bitteschön – noch glauben?

Wo sind die Profis?

Wieso ist bisher ein Volljurist, Direktor Patrick Wasserbauer, und kein Bauingenieur für die Sanierung des Kölner Opernhauses verantwortlich? Bei der Gelegenheit: dass der Hergang des Einsturzes vom Kölner Stadtarchiv noch nicht abschließend geklärt ist, hat nichts damit zu tun, dass der Fall technisch zu schwer zu beurteilen sei. Hier geht es eher um taktische Spielverzögerungen und um ein unaufhörliches Schwarzer-Peter-HinUndHer-Geschiebe.

Kölner Oper1

„Juristen haben in unserer Gesellschaft zu viel Macht bekommen. Paradoxerweise wird es dennoch krimineller.“  – (WehrWolter)

Bereits vor Monaten habe ich mir das von einem, für den U-Bahnbau in Köln verantwortlichen Bauingenieur (Geschäftsführer) technisch erklären lassen. Selbst ich, als Nichttechniker, konnte das verstehen. Der Fachmann sagte mir auch, dass jeder Verantwortliche bei den Klärungsgesprächen mit jeweils zwei Juristen am Tisch sitzt. Ihm würden seine hausinternen Juristen, seiner europaweit agierenden Baufirma mit hunderten angestellten Ingenieuren, auch immer mehr Maulkörbe verpassen.

„Heute traut sich doch keiner mehr eine Entscheidung zu treffen, weil alle befürchten, dass sofort dagegen geklagt wird“ (Bauingenieur Kölner U-Bahn-Bau)

… fährt er, dessen Name nicht genannt werden möchte, fort. Auch zum Berliner Flughafen konnte er mir etwas erklären. Der Bau verzögere sich v.a.D. deshalb, weil die ursprünglich federführende Baufirma in die Insolvenz gegangen sei. Die Nachfolger hätten dann begonnen, das Rad noch einmal neu zu erfinden. Es wäre wesentlich klüger gewesen, man hätte die Insolvenz durch Stützung der ursprünglich verantwortlichen Firma verhindert. Dann wären die Kosten nicht so explodiert und der Bau wäre schon lange abgeschlossen.

Sind es Dilettanten oder Kriminelle, die beim Kölner Opernhaus, VW, FIFA, ADAC, dem Berliner Flughafen oder der WM-Vergabe nach Katar verantwortlich sind?

Die Kostenexplosion sowie die zeitlich horrende Verlängerung der Opernsanierung in Köln wird ja auch im Kern mit der Insolvenz einer federführenden Firma begründet.

„Ich kann Ihnen sagen, dass das auch für uns keine schöne Situation ist“ (Henriette Reker)

Oberbürgermeisterin Henriette Reker macht für die enorme Kostensteigerung und Verzögerung hauptsächlich zwei Firmen verantwortlich. Die Firma Imtech habe mit ihrer Insolvenz dazu beigetragen, sagte sie auf der Pressekonferenz am Freitag, dem 27. 11.2015.

Köln Böll

Nachfolgend ein Auszug aus dem Kölner Stadtanzeiger, 28./29. November 2015,  von Markus Schwering

Kölner Oper: Oper wird zur Blamage ohne Ende

Die Kölner Oper soll 460 Millionen Euro kosten: Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigt ein „transparentes, zuverlässiges Verfahren“ zur Untersuchung der Mehrkosten an.

(Kölner Stadtanzeiger, 28./29. November 2015 Von Markus Schwering)

„Ich kann Ihnen sagen, dass das auch für uns keine schöne Situation ist“, sagte Henriette Reker. Die Oberbürgermeisterin warb am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz um Verständnis, weil weiterhin völlig unklar sei, wann Oper und Schauspielhaus wiedereröffnen werden. Dann folgten in kurzem Abstand zwei Paukenschläge: In der Spielzeit 2017/2018 werde auf keinen Fall am Offenbachplatz gespielt – wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ bereits vor zwei Wochen auf Grundlage eines internen Dokuments berichtet hatte. Die geschätzte Kostensteigerung liege zwischen 40 und 60 Prozent. In nackten Zahlen ausgedrückt, wird die Sanierung des Riphahn-Ensembles also bis zu 460 Millionen Euro kosten statt der zuletzt berechneten 288 Millionen Euro. Das sei eine erhebliche Summe, die sich durch die Verzögerung der Bauzeit ergebe, stellte Reker nüchtern fest. Eine endgültige Kostenprognose werde allerdings erst im dritten Quartal 2016 vorliegen.

 Der Glaube an das Projekt

 „Ich habe mich in der vergangenen Woche gründlich informiert und sehe, dass wir in einer verfahrenen Situation sind, die wir jetzt schnell verlassen müssen“, sagte die neue Oberbürgermeisterin, die Baudezernent Franz-Josef Höing, Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, den geschäftsführenden Direktor der städtischen Bühnen Patrick Wasserbauer, Opernintendantin Birgit Meyer und Schauspielintendant Stefan Bachmann an ihrer Seite versammelt hatte. Reker wirkte bei ihrer etwa zehnminütigen Ansprache auf der Baustelle des Schauspielhauses trotz der enormen Kostensteigerung sehr gefasst und strahlte Zuversicht aus. „Ich glaube an dieses Projekt“, bekräftigte sie. Die städtischen Bühnen sollten, auch über Köln hinaus, wieder die Strahlkraft erhalten, die sie eigentlich haben müssten. Reker kündigte ein transparentes, zuverlässiges Verfahren an, um Vertrauen zurückzugewinnen. Sie werde sich regelmäßig informieren lassen, versprach die Oberbürgermeisterin und signalisierte damit, das Thema von sofort an zur Chefsache machen zu wollen.

Wie konnte es soweit kommen, dass die Kölner Großbaustelle annähernd die unvorstellbare Summe einer halben Milliarde Euro verschlingen soll? Reker verortete die Ursachen bei der Insolvenz der Firma Imtech, die auf der Bühnen-Baustelle die Starkstromleitungen verlegt, die Kältetechnik einbaut und den Baustellenstrom bereitstellt, sowie beim Ingenieurbüro Deerns, das bis zur Kündigung durch die Stadt vor zwei Wochen die Gebäudetechnik plante. Das Unternehmen habe sich bis zuletzt nicht an der Erstellung eines neuen Terminplans beteiligt, kritisierte Reker – weshalb man eben auch, anders als von der Öffentlichkeit erwartet, zur Zeit nicht mit präzisen Daten und Zahlen aufwarten könne. Deerns weist die Vorwürfe der Stadt zurück und hat am Freitag angekündigt, Klage gegen die Kündigung einzureichen.

„Mehr als 70 Prozent der Mängel befinden sich im Bereich der Gebäudetechnik“, sagte Baudezernent Franz-Josef Höing. Um den Ablauf auf der Baustelle zu verbessern, sollen die Bauleitungen gestärkt, weitere Gutachter hinzugezogen und die juristische Begleitung ausgebaut werden. Die Prüfgesellschaften Tüv und Dekra sollen die Baustelle bis zum Abschluss begleiten.

Die Leitungsebene der Bühnen wird, so Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, in Kürze durch einen weiteren Betriebsleiter erweitert: „Wir brauchen unabdingbar eine fachtechnische Verstärkung des Bauherrn.“ Für den Posten dieses technischen Betriebsleiters, der die „Baustelle steuern“ und für den Bauherrn auch „letzte Entscheidungen treffen“ soll, ist, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erfuhr, der Ingenieur Wolfgang Ludwig ausersehen, der bereits an Beratungen auf der Baustelle teilnimmt. Er muss aber vom Stadtrat bestellt werden.

Birgit Meyer zeigte sich optimistisch, auch die sich jetzt abzeichnende weitere Interimszeit erfolgreich bewältigen zu können, während es ihr Kollege Bachmann als „wünschenswert“ bezeichnete, dass sein Haus im Mülheimer Depot (1 und 2) bleibt und diesbezüglich einen langfristigen Mietvertrag mit dem Eigentümer, der Immobilienfirma Beos, abschließt. Auch Wasserbauer bekundete Zuversicht, dass die Bühnen und zumal die Oper die neue Herausforderung bewältigen – „wir haben schließlich das Staatenhaus in acht Wochen als Interimsspielstätte fit gemacht“. Die Mindereinnahmen des Interims bezifferte er auf acht bis neun Millionen pro Spielzeit.“ (KSTA 28./29.11.2015)

Zurück in die Zukunft:

Bericht in der Kölnischen Rundschau Online von Christian Deppe, vom 16.04.2013

Kölner Oper3

Oper und Schauspiel Millionenklage gegen die Stadt

Von Christian Deppe

„Nach dem Architektenwettbewerb im Juni 2008 war der Jubel über den Entwurf zu Sanierung und Neubau von Oper und Schauspiel groß. Doch umgesetzt wurde er nicht. Nun hat die siegreiche Arbeitsgemeinschaft der Büros JSWD Architekten (Köln) und Chaix et Morel (Paris) nach eigene Angaben Klage gegen die Stadt eingereicht. Sie fordert das Honorar für die Planung, die nach dem Wettbewerb weitergeführt wurde, und Ersatz für entgangenen Gewinn: insgesamt rund 3,9 Millionen Euro.

In der Auslobung war ein Budget von 234 Millionen Euro vorgegeben, bei der Wettbewerbsvorprüfung schätzte ein externer Gutachter die Kosten für den Entwurf von JSWD und Chaix et Morel aber auf 273 Millionen Euro. Trotzdem erklärte die Jury die Arge zum Sieger. Die Stadt beauftragte die Büros daher, die Planung fortzuführen und Änderungswünsche und Nutzervorgaben zu berücksichtigen. Erweiterte Aussagen zu den Kosten seien zu dem Zeitpunkt nicht möglich gewesen – schon deshalb, weil die Stadt noch keine Fachplaner (etwa für Statik, Brandschutz oder Bauphysik) ins Boot geholt habe, argumentieren die Architekten heute.

Erst als etwa ein halbes Jahr nach dem Wettbewerb Fachingenieure und ein Büro für Kostensteuerung das Projektteam ergänzt hätten und die Planung vertieft worden sei, habe die Arge eine belastbare Kalkulation der Gesamtkosten aufstellen können. Sie ergab eine Gesamtsumme von 364 Millionen Euro, die sich aus den Nutzerwünschen und dem geforderten Raumprogramm ergeben habe, teilt die Arge mit. Da die Stadt günstigere Alternativen verlangte, erarbeitete die Arge drei Varianten, die einen Aufwand zwischen 295 Millionen und 345 Millionen Euro erfordert hätten.

Stadt drohte mit Gegenforderungen

Als nach Bürgerprotesten für den Erhalt des historischen Ensembles der Stadtrat das Vorhaben im April 2010 kippte, hatte die Arge viel Herzblut, Zeit und Geld investiert. Mit ganzer Kraft hatten sich die Büros dem Projekt gewidmet und sogar zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Ihr Bemühen, wenn schon nicht den Neubau des Schauspiels, dann doch zumindest die Sanierung der Bühnen zu übernehmen, blieb erfolglos. Und in anschließenden Gesprächen sei die Stadt auch nicht bereit gewesen, ihren finanziellen Forderungen nach- oder ihnen zumindest entgegenzukommen.

Die Stadt habe stattdessen mit Gegenforderungen gedroht. Begründet worden seien diese mit den Kosten für die Fachplaner und einer mangelhaften Planung, die zu einer „Kostenexplosion“ geführt habe. Beide Büros seien durch die bislang ausgebliebene Zahlung vor erhebliche wirtschaftliche Probleme gestellt worden, erklären die Architekten aus Köln und Paris. Gleichwohl seien sie noch immer bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Stadt wollte sich aus „prozessökonomischen Gründen“ nicht äußern.

Mit derlei Entwicklungen hätten Architektenbüros leider immer wieder zu kämpfen, manche würden dadurch sogar in ihrer Existenz bedroht, sagt der Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten in Köln, Prof. Andreas Fritzen „Und viele Büros scheuen bei großen Auftraggebern wie der Stadt den Klageweg, weil sie Angst haben, künftig nicht mehr berücksichtigt zu werden.“ Fritzen befürchtet, solche Konflikte könnten sich häufen: Die Kulturstadt Köln habe den Anspruch und stehe vor der Notwendigkeit, in den Bau neuer und in die Sanierung alter Kulturbauten zu investieren. Da aber das Geld fehle, sei die Umsetzung vieler Planungen unsicher: „Das zieht sich von der Archäologischen Zone über das neue Archiv bis zum Neubau fürs Stadtmuseum.““

(Quelle: http://www.rundschau-online.de/koeln/oper-und-schauspiel-millionenklage-gegen-die-stadt,15185496,22389598.html)

Fazit:

Warum sollen wir Politikern, Vorgesetzten, Automobilbauern, Lufthansapiloten, Fußballfunktionären dem „Kaiser“ und seinen neuen Kleidern  eigentlich noch glauben?

 

Weiterführende Links

Weitere Empfehlungen:

 

www.HansWolter.com

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