Der Faktor Mensch – Radikal kann sich unser Leben verändern. Jeden Moment. Wie bei Michael Schumacher am 29.12.2013 – Versagen ist menschlich. Bei uns, bei Piloten und auch bei denen, die wir gerne als Götter in Weiß sehen möchten. (Hans Wolter / WehrWolter – WW 106)

„Heute ist morgen schon gestern, deshalb sollte man so leben, dass man sich an heute gern erinnert.“  (Sprichwort)

Am 29. Dezember 2013 erlitt der 44-jährige Michael Schumacher ein schweres Schädel-Hirn-Trauma bei einem Ski-Unfall im französischen Meribel. Er war mit seinem Sohn und Freunden unterwegs. Von der gut präparierten Piste ist er wohl abgewichen, um – so die Vermutung – einem gestürzten Kind zu helfen. Dabei stürzte er über einen Felsbrocken und schlug dann mit dem Kopf auf einen weiteren Felsen auf.

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Es ist möglich, dass er den Felsen, der ihn in die Luft katapultierte, gar nicht sehen konnte, da zuvor Neuschnee gefallen ist. Der erfahrene Formel-1-Pilot sei auf Leihskiern unterwegs gewesen, dessen Bindung sich beim Unfall nicht löste. Sein Helm sei beim Sturz zerbrochen, was wohl seinen sofortigen Tod verhindern konnte. Ein Helikopter sollte ihn ins Krankenhaus bringen. Noch während des Fluges kollabierte er und musste nach einer Notlandung sofort intubiert werden.

Menschliches Versagen macht auch vor den Göttern in Weiß nicht Halt

Mir erzählte hierzu aktuell ein Anästhesist einer renommierten Kölner Klinik, dass der Verlauf Schumachers Verletzungen wahrscheinlich deutlich besser gewesen wäre, wenn er nicht so prominent gewesen wäre. Der extra eingeflogene Professor habe wohl den Fehler gemacht, dass er den Intubationsschlauch irrtümlich in die Speise- statt in die Luftröhre eingeführt hätte. Damit sei Schumachers Gehirn zu lange nicht mit Sauerstoff versorgt worden. Dies könnte für seinen jetzigen Zustand verantwortlich sein. Der Arzt sei entweder zu aufgeregt oder ungeübt gewesen. Ein renommierter Professor hat nicht unbedingt mehr die Alltagsroutine. Wäre uns das passiert, wären wir wahrscheinlich „normal“ versorgt worden und damit heute besser dran.

Darüber spricht keiner. So etwas wird offensichtlich – wenn es sich denn  tatsächlich so ereignet hat – totgeschwiegen.Hierzu liest man keine Veröffentlichungen. Anschließend an die Intubation wurde Schumacher in einem Klinikum in Grenoble notoperiert. Seitdem liegt er auf der Intensivstation. Bis heute gibt die Familie keinerlei Auskünfte über seinen Gesundheitszustand. Sabine Kehm, die Schumacher-Sprecherin, nach außen die einzige Stimme der Familie, dementierte in BILD die Aussagen der BUNTEN, dass der ehemalige Rennfahrer wieder gehen könnte: „Leider werden wir zu der Klarstellung gezwungen, dass die Behauptung, Michael könne wieder gehen, nicht den Tatsachen entspricht.“

Ärztefehler sind schwer nachzuweisen

Vor einigen Wochen berichtete mir ein junger Vater, dass seine kleine Tochter behindert sei. Nach der Geburt sei der Säugling blau angelaufen. Man schloss daraus, dass das Gehirn mit Sauerstoff unterversorgt sei. Ruckzuck wurden Maßnahmen eingeleitet, die Eltern des Raumes verwiesen. Das Kind ist seit dem tragischer weise schwerst behindert. Man gab den Eltern später keine Einsicht in die Akten. Ein mit dem Vater befreundeter Pfleger erfuhr später von einem Arzt, dass die Beatmungsmaßnahme schief gelaufen sei, da man dem Säugling nach der Geburt den Intubationsschlauch irrtümlich in die Speise- statt in die Luftröhre eingeführt hätte.

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Also der gleiche Fehler, den man – nach Annahme des Kölner Anästhesisten – wohl auch bei Michael Schumacher gemacht haben könnte. Dies nachzuweisen wird den jungen Eltern wohl sehr schwer fallen. Zusätzlich auch deshalb, weil sie sich nach dieser traumatischen Erfahrung nun auch noch aktuell getrennt haben.

Menschliches Versagen kann dem KFZ-Mechaniker, der die Muttern unserer Winterreifen versehentlich verkanntet, genauso widerfahren, wie einem Bauingenieur, einem Piloten, einer Köchin oder einem Chirurgen.

Leben ist stark. Es kann aber auch rasch kippen.

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Michael Schumacher: das wohl größte deutsche Sportidol, das die Formel 1 wie kein anderer dominierte, wird von einem auf den anderen Moment zum Pflegefall.

Was bekommt Schumacher noch vom Leben mit?

Weiß er, dass Deutschland mit seinem Freund Poldi 2014 Fußball-Weltmeister geworden ist?

Weiß er, dass Sebastian Vettel inzwischen für Ferrari fährt?

Weiß er, dass sein Sohn Mick inzwischen selbst in der Formel 4 unterwegs ist.

Weiß er, dass seine Tochter Gina-Maria Junioren-Europameisterin im Westernreiten geworden ist?

Michael Schumacher könnte stolz sein auf seine Familie. Und er könnte sich freuen über die vielen Botschaften, die auch nach zwei Jahren der Stille immer wieder auftauchen. „Wir vermissen dich! Michael, werde schnell wieder gesund“, stand auf einem großen Plakat kürzlich beim „Race of Champions“ in Stuttgart.

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Unklarheit ist psychisch schwerer aushaltbar als schreckliche Gewissheit.

„Das Schlimmste ist die Ungewissheit“ – diesen Satz kenn wir von Angehörigen, von Müttern und Vätern, deren Kind spurlos verschwunden ist. Dieses In-der-Luft-Hängen lässt uns im tiefsten Inneren nicht zur Ruhe kommen. Da heilt auch die Zeit keine Wunden. Daher wäre es meiner Ansicht nach besser, wenn man die Angehörigen und wahrscheinlich auch die Öffentlichkeit über den tatsächlichen Gesundheitszustand von Michael Schumacher informieren würde.

„Nütze den heutigen Tag und vertraue nicht auf das Morgen“

Horaz (65 – 8 v.Chr.), eigentlich Quintus Horatius Flaccus, römischer Satiriker und Dichter

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