Weltfrauentag. Internationaler Frauentag. „OneDayIWill“: ein Google-Doodle: ganz Inter-Nett. – Frauen & Männer sind nicht gleich. Das ist auch gut so. Wir verdienen aber das Gleiche: Recht, Geld & Ansehen! – (WehrWolter – ww 132 – Hans Wolter)

Ich war und bin immer schon ein überzeugter Verfechter von Gleichberechtigung. Männer und Frauen sind nicht gleich. Das ist auch gut so. Wir verdienen aber das Gleiche: Recht & Geld & Ansehen! – Bekommen tun wir es (noch) nicht.  Nach einer Einordnung, stelle ich kurz die Google-Aktion „OneDayIWill“ vor. Ganz Inter-Nett. Dann beleuchte ich in drei eigenen Texten, aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven, das Gleiche und die Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

 

Zum Hintergrund

Der Internationale Frauentag, Weltfrauentag, Frauenkampftag, Internationaler Frauenkampftag oder Frauentag ist ein Welttag, der am 8. März begangen wird. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Die Vereinten Nationen erkoren ihn später als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden aus.

Heute ist der 8. März in Angola, Armenien, Aserbaidschan, Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgisistan, Laos, Madagaskar, Moldawien, in der Mongolei, in Nepal, Russland, Sambia, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, in der Ukraine, in Usbekistan, Vietnam und Weißrussland ein gesetzlicher Feiertag.[27] In der VR China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

In der Autonomen Region Kurdistan beschloss die Regierung im Jahr 2012, am 8. März einen „Tag des traditionellen kurdischen Kleides“ als alternatives Angebot zum Frauentag zu veranstalten.

(Quelle und Weiterführung: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag)

 

„OneDayIWill“.

 

Zum Weltfrauentag hat Google ein besonderes Doodle parat. In 13 Videos erzählen Frauen von ihren Träumen. Das Motto: „OneDayIWill“.

„Der 8. März steht im Zeichen des weiblichen Geschlechts. Seit 1921 wird an diesem Tag der Internationale Weltfrauentag zelebriert und auf die Missstände zwischen den Geschlechtern aufmerksam gemacht. Auch Google widmet sich diesem Tag und hat eine besondere Grafik designt, die auf der Startseite der Suchmaschine erscheint. Googles Motto anlässlich des Weltfrauentags: „#OneDayIWill“ – „Eines Tages werde ich“.

Das Doodle zeigt acht skizzierte Frauen aller Altersklassen. Über jeder Figur ist eine Sprechblase, die Frauen scheinen über Themen wie Arbeit, Bildung oder Musik zu reden. Der Google-Schriftzug ist in ein neues Gewand gehüllt. Das „O“ ist ein riesiger Play-Button, darin erscheinen Fotos von berühmten Monumenten wie der Golden Gate Bridge in San Francisco oder dem Pariser Eiffelturm. Klickt der Nutzer auf den Play-Button, startet ein Video – und Frauen aus allen Regionen der Welt erzählen von ihren Träumen.

So feiert Google den Internationalen Weltfrauentag 2016 | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/google-feiert-den-internationalen-weltfrauentag-2016-id11632693.html#plx1801634779

(Quelle: http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/google-feiert-den-internationalen-weltfrauentag-2016-id11632693.html)

Gefeierter Weltfrauentag – ganz Inter-Nett.

Google hat für den Weltfrauentag 337 Frauen aus 13 verschiedenen Ländern mit der Kamera besucht – in Berlin, San Francisco, Rio de Janeiro, Mexico City, Lagos, Moskau, Kairo, London, Paris, Jakarta, Bangkok, Neu Delhi und Tokyo. Entstanden sind tiefsinnige, berührende, lustige und nachdenkliche Videos.

In den Videos erzählen die Mädchen und Frauen von ihren Träumen und Hoffnungen. Was wollen sie beruflich erreichen, was wünschen sie sich für ihre Zukunft? Google bat die Frauen, den Satz „One day I will …“ also „Eines Tages werde ich …“ zu vervollständigen. Und auch Frauen, die eigentlich schon viel im Leben erreicht haben, träumen noch. Davon erzählen zum Beispiel die Nobelpreis-Gewinnerin Malala Yousafzai und die Verhaltensforscherin Jane Goodall.

Auch in Deutschland hat Google Frauen interviewt. Eine will Mutter werden, eine andere wünscht sich den sportlichen Erfolg, eine möchte den Bundestag bunt anmalen und eine andere will einfach glücklich sein.

In San Francisco wünscht sich eine junge Frau, irgendwann Präsidentin der USA zu sein. Eine Frau möchte ihr eigenes Forschungslabor eröffnen, eine andere wünscht sich das Selbstbewusstsein von Sängerin Beyoncé.

In Lagos träumen die Frauen vom beruflichen Erfolg. Sie wollen Anwältin, Künstlerin, Ärztin, Schriftstellerin oder Tänzerin werden.

Ein Mädchen aus London möchte später im Schloss der Queen wohnen. Eine Frau wünscht sich, im Job nach ihren Fähigkeiten und nicht nach ihrem Aussehen beurteilt zu werden. Auch die berühmte Verhaltensforscherin Jane Goodall taucht im Video auf. Sie will irgendwann mit Papst Franziskus über die Umwelt sprechen.

In Neu-Delhi möchte eine Fraue zum Mond fliegen, eine andere will schwimmen lernen und ein Mädchen möchte Wissenschaftlerin werden.

 

Enstanden sind noch weitere Videos aus allen Ecken der Welt.

WELT. – FRAUEN. – TAG.

 

Chorus mysticus:

„Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis;

Das Unzulängliche, hier wird’s Ereignis;

Das Unbeschreibliche, hier ist’s getan;

Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan.“

(aus Faust; Der Tragödie zweiter Teil – Kapitel 64)

 

 

Oh Frau!

Hat man sich mit Dir gepaart

versteht man lieben Deine Art.

Nach Launen Leben

-hart und zart

Alles Du! –

nur Widerpart.

(Max P. Baumann)

(Titelbild: Sebastian Bieniek: www.sebastianbieniek.com)

Seitensprung zum Mann?

Klick: Weltmännertag – Zwischen Scham und Stolz – Aufgefächerte Männerbilder und die Sozialisation von Jungen heute – Überlegungen auf dem Düsseldorfer Männerkongress „Bindung und Sexualität“ – (WehrWolter – ww 201 – Hans Wolter)

Frauen Weltfrauentag1

Frauen sind anders. Männer auch. – Auch in der Körperwahrnehmung. – Von dicken Tränen, Heidi Klum, Germany’s next Topmodel 2016 und dem Triumphgefühl der Magersucht. – (WehrWolter – ww 66 – Hans Wolter)

(28. September 2015)

Am Wochenende hab ich mich satt ins Fettnäpfchen gesetzt. Während eines Geburtstagsessens witzelte ich immer mit meiner, bis dahin unbekannten, Tischnachbarin, dass wir uns nicht zu viel am Buffet holen, damit wir noch am jeweils anderen vorbei kommen. Vielleicht lag es auch etwas am guten Rotwein, dass ich in meiner humorigen Art, zur fortgeschrittenen Stunde, zu ihr lachend sagte: „oh, da kommt ja wieder die dicke Sauerländerin“. Die Frau war schlank, sympathisch und … geschockt. Auf der Tanzfläche belehrte mich meine Frau, dass ich so etwas einer Frau nie, nie sagen könnte. Okay! Ich bin kein Freund des Kategorischen, glaube auch dass es einen Unterschied macht, ob sich das in einer Beziehung entwickelt oder hinten rum passiert, aber irgendwo scheint sie richtig zu liegen.

Beide sind eitel. Aber anders eitel. – Beide streben Autonomie und Macht an. Aber anders

Das muss ein extra Kapitel in meinem MännerFrauenBuch bekommen. Frauen sind anders. Männer auch. – Z.B. in der Körperwahrnehmung. Beide sind eitel. Aber anders eitel. Frauen nehmen meistens ihren Körper wesentlich deutlicher wahr und können hier auch recht streng mit sich sein. Männer auch. Aber anders. Dass Frauen irgendwie bewusster in ihrem Körper stecken, schützt sie allerdings nicht davor, dass sie Probleme auf ihren Körper verschieben. Unbewusst. Fühlt sich eine Frau z.B. in einer sozialen Situation nicht wohl, kann sie es auf ihren Körper projizieren. Daher ist der Anteil der Essstörungen, als Ausdruck psychischen Unwohlseins, bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Bei Männern überwiegen auf der anderen Seite z.B. die harten Suizide. Männer haben auch statistisch eine geringere Lebenserwartung.

„Realitätsprüfung: du kannst nie und nimmer das Abnehmen zum Lösen von Problemen benutzen, die nichts mit deinem Gewicht zu tun haben. Egal ob du dein Wunschgewicht erreicht hast oder nicht, du musst immer noch mit dir selbst zurechtkommen und dich mit deinen Problemen auseinandersetzen. Du wirst immer noch den gleichen Ehemann, den gleichen Job, die gleichen Kinder und das gleiche Leben haben. Gewicht zu verlieren ist nicht die Heilung für dein Leben.“

(Philipp C. McGraw)

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„Reality check: you can never, ever, use weight loss to solve problems that are not related to your weight. At your goal weight or not, you still have to live with yourself and deal with your problems. You will still have the same husband, the same job, the same kids, and the same life. Losing weight is not a cure for life.“ – Philipp C. McGraw

An Magersucht – Anorexia Nervosa leidende Frauen haben keinen Appetitmangel. Sie bekämpfen vielmehr ihren (natürlichen) Hunger.

Das Phänomen der hungernden Frauen ist nicht neu. Es war schon im Mittelalter bekannt. Anorexia mirabilis, die seltsame Appetitlosigkeit, trat bei jungen Frauen auf, die aus religiösen Gründen fasteten. Nicht wenige wurden als Heilige verehrt, die bekannteste von ihnen ist Katharina von Siena. Trotz vieler Parallelen zum gegenwärtigen Bild der Magersucht, existieren grundlegende Unterschiede. Die Asketin im Mittelalter strebte danach, im Sinne eines religiösen Ideals, durch Fasten die Schönheit der Seele zu vervollkommnen. Die Anorektikerin des 21. Jahrhunderts strebt eher nach einer Vollkommenheit des Körpers im Sinne eines gesellschaftlichen Schönheitsideals.

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Anorexia nervosa ist als Krankheitsbild erstmals bereits 1873 beschrieben worden. Als häufigere Diagnose taucht sie aber erst seit den siebziger Jahren auf. Es kann aber wohl nicht eindeutig gesagt werden, ob die Krankheit heutzutage tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, dass die Krankheit häufiger diagnostiziert wird. Anorexie übersetzt man mit „Appetitverlust oder -verminderung“. Das ist irreführend, da nicht der Appetit, sondern in erster Linie das Essverhalten gestört ist. Der Zusatz „nervosa“ weist darauf hin, dass die Ursachen in der Psyche zu suchen sind.

An dieser Störung leidende Frauen haben keinen Appetitmangel. Sie bekämpfen vielmehr ihren (natürlichen) Hunger. Die betroffenen Frauen weigern sich, ein altersentsprechendes Normalgewicht zu halten. Leitmotive sind hier: der Wunsch nach extremer Schlankheit und Selbstbestimmung. Da der Autonomiewunsch hier so zentral wichtig ist, werden auch alle Versuche der Umwelt hierauf einzuwirken, als unzulässige Einflussnahme abgewehrt. Vor allem die Mütter sind hier machtlos, da die jungen Frauen ja gerade gegenüber ihnen autonom werden wollen.

Eine Befragung von 800 Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren durch Tracy Tylka (2011) ergab, dass die Haltung von Frauen zum eigenen Körper allerdings nur bedingt von ihrer eigenen Wahrnehmung abhängt. Sie messen sich vielmehr selber daran, wie das Urteil von Freunden und Bekannten aus ihrem Umfeld ist. Hier schauen sie zuerst, ob andere ihren Körper akzeptieren, um dann zu bestimmen, ob sie ihn selbst auch schätzen.

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Essstörungen sind komplex. Anorexie lässt sich von der Bulimie, ist im Einzelfall nicht immer klar unterscheiden. Der Übergang ist fließend. Anorexie zeichnet sich durch starken Gewichtsverlust aus, Bulimie durch das Auftreten von Essanfällen und Maßnahmen zur Gewichtsreduktion z.B. Erbrechen. Bei vielen Patientinnen tritt eine Mischung von Symptomen auf.

Die Angst vor dem Essen, gekoppelt an eine panikartige Furcht vor Gewichtszunahme ist das zentrale Merkmal magersüchtiger Mädchen und Frauen. Nicht die Appetitlosigkeit. Auslöser dieser Essstörung sind häufig in der Pubertät zu finden. Die Körperveränderung des jungen Mädchens, hin zu weiblicheren Formen, kann zu massiver innere Verunsicherung, Zweifel und zu Ängsten führen. Dies macht die junge Frau häufig an ihrer äußeren Erscheinung und ihrem Gewicht fest. Die Mädchen beginnen an ihrem Körper zu leiden. Sie fühlen sich, selbst bei bedrohlichem Untergewicht, zu dick. Daher nehmen sie häufig nur minimalste Mengen an kalorienreichen Nahrungsmitteln wahr.

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Der ausgeprägte Wille zu HERRSCHEN.

Über ihren Körper und die anderen Frauen.

Hierbei kommt es bei den magersüchtigen Mädchen und Frauen zu einem grandiosen Überlegenheitsgefühl gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen. Sie sind regelrecht von einem asketischen Stolz erfüllt. Dieses narzisstische Hochgefühl geht oft einher mit einem starken Ehrgeiz und einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit in Schule, Beruf oder Sport. Körpersignale wie Hunger, Müdigkeit oder Kälteempfinden werden hierbei einfach überfahren oder fehlgedeutet. Die Sehnsucht nach Zuwendung und Geborgenheit wird unterdrückt. Anorektischen Frauen fällt es schwer, ihre Symptomatik als Krankheit anzuerkennen.

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Magersucht kann bei Extremisierung auch in Fressanfälle umkippen. Diese werden dann durch künstlich herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel oder durch Einläufe bekämpft.

Das führt dann zur sogenannten Bulimanorexie .

Preis für dieses grandiose Gefühl der Überlegenheit sind massive körperliche Folgeerscheinungen wie: Ausbleiben der Menstruationsblutung Chronische Verstopfung Niedrige Pulsfrequenz Niedrige Körpertemperatur Stoffwechselstörungen.

Das Mädchen, an der Schwelle zur Frau, versucht in eine scheinbar heile Kinderwelt zurückzukehren. – Psychoanalytische (triebtheoretische) Erklärung.

Die Psychoanalyse sieht in der Magersucht eine Form von Abwehr sexueller Wünsche. Es ist der Versuch die psychosexuelle Entwicklungskrisen in der Pubertät zu beenden. Damit versucht das Mädchen, an der Schwelle zur Frau, in eine scheinbar heile Kinderwelt zurückzukehren. Der Körper wird um seine sekundären Geschlechtsmerkmale beraubt. Damit gelingt es die sexuelle Signalwirkung des Körpers zu reduzieren. Auch das Ausbleiben der Monatsblutung stützt diese These. Magersüchtige nehmen sexuelle Regungen häufig nicht oder angstbesetzt wahr.

Körpergewicht als Indikator für Selbstwertgefühl

Vielen Mädchen und Frauen scheint es ein Gefühl der Sicherheit zu geben, wenn sie Kontrolle über ihr Körpergewicht ausüben können. Körpergewicht wird zur wichtigen Quelle des weiblichen Selbstwertgefühls. In anorektischen Familien stellt man oft bestimmte Verhaltensmuster fest. So werden die Mädchen oft von ihren Eltern stark behütet. Also wird auch hier nicht angemessen auf die Entwicklung des Kindes zur Frau reagiert wird. Dazu kommt, dass in diesen Familien auffällig häufig bestimmte Konflikte nicht angesprochen werden.

Man könnte dieses Thema noch weiter anfüttern, bzw. ausführen.

Ich mach jetzt einfach mal einen Punkt. In meinem Buch werde ich das weiter ausführen. Natürlich werde ich hier auch auf die männliche Seite deutlich eingehen. Die ist nämlich: nicht dick, aber anders.

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Nachspiel:

Wie häufig kommen Essstörungen vor?

Erkrankungshäufigkeit (12-Monats-Prävalenzen)

Magersucht

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 1,1 % der Frauen und 0,3 % der Männer unter Magersucht. (Jacobi et al., 2013)

Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland. In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für Magersucht von 0,1 % für Mädchen und 0,2 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Bulimie

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,3 % der Frauen und 0,1 % der Männer unter Bulimie. Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland (Jacobi et al., 2013).

In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für Bulimie von 0,9 % für Mädchen und 0,3 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Binge-Eating-Störung

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,1 % der Frauen und 0,1 % der Männer unter einer Binge-Eating-Störung. Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland (Jacobi et al., 2013).

In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für die Binge-Eating-Störung von 1,4 % für Mädchen und 0,4 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Essstörungen

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 1,5 % der Frauen und 0,5 % der Männer unter einer drei Hauptformen von Essstörungen (Jacobi et al., 2013).

In der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen sind Essstörungen am häufigsten (Mädchen 2,4 %, Jungen 0,9 %). Hinzu kommt ungefähr die doppelte Zahl von Frauen/Mädchen und Männern/Jungen mit Essstörungen, die nicht eindeutig einer der Hauptformen zugeordnet werden können (Swanson et al., 2011).

Behandlungszahlen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befanden sich im Jahr 2012 11 491 Patientinnen und Patienten in vollstationärer Behandlung wegen Essstörungen. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 sind die diagnostizierten Fälle von Magersucht von 5 363 auf 6 995 gestiegen, während im selben Zeitraum die diagnostizierten Fälle von Bulimie von 2 726 auf 2 332 gesunken sind (Statistisches Bundesamt, 2014, Anzahl …).

Todesfälle wegen Essstörungen

Zwischen 1998 und 2012 starben in Deutschland pro Jahr zwischen 33 und 100 Menschen an Essstörungen, ca. 90 % davon waren Frauen (Statistisches Bundesamt, 2014, Todesfälle …).

Auffälligkeiten bei vielen

Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts zeigte: Bei etwa einem Fünftel aller 11- bis 17-Jährigen in Deutschland liegt ein Verdacht auf eine Essstörung vor. Bei den jüngsten Befragten ist der Anteil von auffälligen Jungen und Mädchen etwa gleich hoch. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch der Anteil der auffälligen Mädchen zu, der der Jungen ab. Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gibt es Hinweise auf eine Essstörung, bei den Jungen sind 13,5 Prozent auffällig. Einzelne Formen der Essstörung wurden im Rahmen von KiGGS nicht erfasst. Weitere Informationen zur KiGGS-Studie finden Sie undefinedhier (öffnet PDF 441 KB)

Quellen

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Karl Lagerfeld gibt Frauen die Lizenz zur Selbstinszenierung. –

SelbstGeliebte Verstofflichung zwischen Mozart, Napoleon, Goethe und Nietzsche.

(WehrWolter – ww 59 – Hans Wolter)

(10. September 2015)

Karl Lagerfeld, ein Perfektionist, der heute ungefähr 80 Jahre alt wird. Seine „MODEMETHODE“ ist Inhalt der gleichnamigen Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle. Hier konnte ich mir – unterstützt von einer ausgezeichneten Fachführung – ein eigenes Bild zur Persönlichkeit, zum Phänomen KL, machen. Meine psycho-logische These zum Phänomen und „Gesamtkunstwerk“ Karl Lagerfeld ist, dass er die Frauenwelt nicht nur mit raffinierten Kreationen beglückt, indem er etwas verstofflicht, was vorbewusst schon lange gewünscht wurde und wird, sondern, dass er sie vor allen Dingen auch psychisch entlastet. Er gibt ihnen so etwas, wie:

Die Lizenz zur Selbstinszenierung.

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Mit Mode können wir eine Zugehörigkeit signalisieren. Zentraler scheint mir aber der Aspekt, dass wir uns als besonderes Individuum – als Einzelstück – präsentieren können. Eigentlich wollen wir ja alle Einzig-Artig sein und kommen mit diesem natürlichen Anspruch auf die Welt. Wenn es gut läuft, können wir die Prinzen- & Prinzessinnen-Rolle auch einige Jahre in der Kindheit genießen. War es so, wollen wir es weiter und immer wieder so. War es nicht so, wollen wir es nachholen. Kleidung kann dabei helfen. Frauen legen hier einen herausragenden Wert auf stoffliche Ver-Besonderung. Vor allen Dingen bei der Spezies Mensch. Im Tierreich ist häufig der Mann bunter, schriller, auffallender..

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Wenn ich mich aus der Masse hervorhebe, kann ich aber auch den Schutz der Gemeinschaft verlieren. Auf der Bühne kann ich schnell Buhrufen wegen vorgeworfener Eitelkeit, Egoismus, Narzissmus etc. ausgesetzt sein. Auch wenn das Publikum hier hauptsächlich von solch verpönten und in unserer Kultur tabuisierten Affekten, wie Neid & Eifersucht getrieben ist, kann dies uns sehr verletzen. Soll es ja auch. Wir sollen dann wieder zurück in die Uniformierung, zurück ins Glied gehen. Sind wir weniger von diesen „niederen“ Affekten getrieben, können wir die Menschen auf der Bühne auch bewundern. So schmücken sich viele Männer beispielsweise gerne mit hübschen Frauen. Oder wir jubeln Mick Jagger und Michael Jackson zu, auch wenn sie auf der Bühne geradezu masturbieren. Der alte Sigmund Freud wies schon darauf hin, dass Narzissmus häufig toleriert wird, wenn die Gemeinschaft etwas davon hat. Über einen Christiano Ronaldo wird zwar gelästert, aber für seine Tore wird er gewertschätzt – fast – geliebt.

In unserer christlichen Kleidungstradition war Stolz lange Zeit verpönt.

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So lesen wir in der Bibel im 1. Petrus-Brief (5,5):

„Sodann, ihr Jüngeren: ordnet euch den Ältesten unter!

Alle aber bekleidet euch im Umgang miteinander mit Demut!

Denn Gott tritt den Stolzen entgegen,

den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.“

Das Archivbild zeigt den erst 16jâ°hrigen (nach anderen Angaben 21jâ°hrigen) Hamburger Mode-Student Karl Lagerfeld 1954 mit einem Mannequin beim Vorf¸hren des Cocktail-Mantels. Im Hintergrund seine Modellskizze. Karl Lagerfeld gewann 1954 bei dem vom Internationalen Wollsekretariat ausgeschriebenen Wettbewerb f¸r Modellskizzen in der Gruppe Mâ°ntel den 1. Preis. Am 10. September wird der ModeschËpfer aus Hamburg 60 Jahre alt, und noch immer beherrscht er als

Das Archivbild zeigt den erst 16jâ°hrigen (nach anderen Angaben 21jâ°hrigen) Hamburger Mode-Student Karl Lagerfeld 1954 mit einem Mannequin beim Vorf¸hren des Cocktail-Mantels. Im Hintergrund seine Modellskizze. Karl Lagerfeld gewann 1954 bei dem vom Internationalen Wollsekretariat ausgeschriebenen Wettbewerb f¸r Modellskizzen in der Gruppe Mâ°ntel den 1. Preis. Am 10. September wird der ModeschËpfer aus Hamburg 60 Jahre alt, und noch immer beherrscht er als „Kaiser Karl“ die internationale Modeszene. dpa (zu dpa-KORR: „Tausendsassa der Mode: Karl Lagerfeld wird 60“ vom 05.09.1998 – nur s/w)

Und hier scheint mir Karl Lagerfeld anzusetzen. Er tritt selbst als eine Mischung aus Mozart und Napoleon auf. Er verkörpert selbst einen so selbstbewussten Stolz, dass seine Eitelkeit schon etwas Königliches bekommt. Wir qualifizieren ihn nicht direkt als eitlen Gockel ab, wie wir es vielleicht bei den Bohlens & Gottschalks täten, weil KARL sich eine natürliche Autorität erarbeitet hat. LAGERFELD ist sehr gebildet, belesen und stets in mehrere Richtungen hin orientiert: kreativ. Jetzt will er demnächst auch noch 12 Nietzschebände herausgeben. Darauf angesprochen, teilt er mit, dass er Vieles von Nietzsche gelesen und für gut befunden habe. In einem Verweis auf seine, als förderlich beschriebene, Kindheit erwähnt er schon einmal, dass ein Klaps auf den Po, Wunder bewirken konnte. Sicher kennt er ja auch das NieztscheWort:

„Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht“.

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Friedrich Nieztsche (1844-1900) berichtet in seinem Werk „Also sprach Zarathustra“ in dem Kapitel »Von alten und jungen Weiblein« von der Begegnung Zarathustras mit einem »alten Weiblein«. Hier fordert sie den Weisen auf, auch einmal etwas über die Frauen zu sagen. Er beginnt seine Ausführungen mit den Worten: „Alles am Weibe ist ein Rätsel und alles am Weibe hat EINE Lösung: sie heißt Schwangerschaft“.

Im Weiteren wird mehrfach auf die Gefährlichkeit der Frau für den Mann hingewiesen (»Der Mann fürchte sich vor dem Weibe«) und darauf, dass die Frau sich unterzuordnen habe (»Und gehorchen muss das Weib«). Das »alte Weiblein« dankt Zarathustra für seine Darlegungen. So verrät sie ihm einer »kleinen Wahrheit«, die im Original lautet: „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“

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Bevor wir jetzt in die Niederungen von „Fifty shades of Grey“ abrutschen, versuche ich das Niveau rasch wieder anzuheben, wobei diese SM-Geschichten durchaus viel Zuspruch in der Damenwelt erfahren. Also: Besonders die Fachwelt bescheinigt KL meisterliches Können und höchste Professionalität. So einer kann ein starker Anwalt werden. Karl Lagerfeld ist einer, der zu den sich schmücken wollenden Frauen hält. Eigentlich so etwas wie ein Zuhälter, wenn dieses Wort nicht schon so anders belegt wäre und damit natürlich eine Majestätsbeleidigung darstellen würde. Entschuldigen sie mir bitte diesen Ausrutscher, aber in der DesignerWelt geht es rasch zu clean und  gekünstelt vor. Die Quellen, auch dieser Kreativität, entspringen eher den seelischen „Feuchtgebieten“.

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Das finde ich sympathisch, an dem Perfektionisten und „Saubermann“  KARL LAGERFELD, dass er beispielsweise beim Alter systematisch für Verwirrung und Unschärfe sorgt, bzw. um 5 Jahre schummelt.Dies ist ein kleiner Hinweis auf die Gegenseite der perfekt stilisierten und scharf getrennt gehaltenen KL-Schwarz-Weiß-Welt.

KARL hätte ja mit Mario Adorf auch gemeinsam den 85sten feiern können. Wobei? Gemeinsam ist nicht unbedingt sein Ding.

„Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand.“(KL)

Er ist eher der Wolf, der alleine auf die Pirsch geht. Seine Autonomie strebt streckenweise eine Autarkie an. Wobei er lange Jahre der einzige große Modedesigner war, der nicht für ein eigenes Label arbeitete. Liegt das daran, das Chanel ihm immer genügt Spielraum gewährte und er über diese bekannte Marke ein gutes Imperium aufbauen konnte? Ich vermute, dass er, der auf mich über weite Strecken distanziert, fast schon schizoid anmutet, hier auch die (Ein-)Bindung suchte und sucht. Ohne Partnerin und Familie wird er sich in ruhigen Stunden schon mal ab und zu als „Lonesome Rider“ erleben. Chanel, Chloe oder Fendi können dann streckenweise als gefühltes Rudel oder Ersatzfamilie fungieren.

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Faust hatte auch ein besonders Verhältnis zu den Müttern. Der Nietzsche-Verleger Lagerfeld auch?

Sein Wechsel im Jahr 1983 zu Chanel war für die Marke wegweisend. Er rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Ich vermute hier noch einen weiteren Aspekt. Auf die Frage hin, weshalb er immer nur von seiner Mutter und so wenig vom Vater spräche, antwortet er sinngemäß, dass der Vater GUT gewesen sei. Dass er hier keine Auseinandersetzungen gehabt hatte.

KLa

Meine Vermutung ist, dass er etwas ganz Besonderes für seine Mutter war und dieser auch zur Besonderheit verhelfen … musste … sollte … wollte. Das ist aber nur eine subjektive Einschätzung meinerseits, auf der Grundlage der erwähnten Interviewstelle. Vielleicht hat er auch die große ModeMutter Coco Chanel weiter bedient und beerbt? Dies könnte aber auch erklären, dass er es heute vermag die Frauen aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und zugleich immer mal die Peitsche schwingt. Wie in seiner berühmt-berüchtigten Ironie und seinen Lästerattacken. Die britische Sängerin Adele findet er zu rundlich, das Model Heidi Klum sei nicht so top wie Claudia Schiffer oder Nadja Auermann. Er schimpft über dicke Muttis mit Chipstüte vorm Fernseher und mag das Gesicht von Pippa Middleton nicht. „Sie sollte sich nur von hinten zeigen“, sagte er der Boulevardzeitung „The Sun“.

„Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode beleuchtet die Bundeskunsthalle erstmals und umfassend mit mehr als 120 Looks den Modekosmos des Ausnahmedesigners und erzählt auf diese Weise ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. „ Karl Lagerfeld prägt die Modewelt bereits seit über 60 Jahren und ist dabei so aktuell wie kein Zweiter.  Seine Entwürfe sind profiliert und eigen, atmen aber gleichsam den Geist der Zeit und lassen – je nach Modehaus und Kollektion – einen klaren Stil erkennen,“ so Rein Wolfs, Kurator der Ausstellung.“ (Bundeskunsthalle)

Das undatierte Handout zeigt den Modedesigner Karl Lagerfeld neben einem Teddybären, den er nach seinem Abbild für den traditionsreichen Stofftier-Hersteller Steiff entworfen hat. Der Bär trägt die typischen Kleidungsstücke und Accessoires des Designers, dazu gehören eine schwarze Brille, eine schwarze Seidenkrawatte sowie ein weißes Hemd mit Stehkragen und Knopf-Leiste. Die Schnitte für Jeans und Jacke stammen aus Lagerfelds Pariser Ateliers. dpa/lsw (zu lsw 7100 vom 01.09.2008) NUR S/W +++(c) dpa - Bildfunk+++

Das undatierte Handout zeigt den Modedesigner Karl Lagerfeld neben einem Teddybären, den er nach seinem Abbild für den traditionsreichen Stofftier-Hersteller Steiff entworfen hat. Der Bär trägt die typischen Kleidungsstücke und Accessoires des Designers, dazu gehören eine schwarze Brille, eine schwarze Seidenkrawatte sowie ein weißes Hemd mit Stehkragen und Knopf-Leiste. Die Schnitte für Jeans und Jacke stammen aus Lagerfelds Pariser Ateliers. dpa/lsw (zu lsw 7100 vom 01.09.2008) NUR S/W +++(c) dpa – Bildfunk+++

Karl der Große ist sehr vielseitig. Nahezu polymorph.

„Man muss sich für alles interessieren – aber man darf nie nur in eine Richtung gehen, man muss sich alle Türen offen halten. Man darf seine Neugierde nicht verlieren, sonst geht die Energie weg“ (KL)

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Lagerfelds Kreativität scheint grenzenlos. Als Designer, Fotograf, Filmemacher, Modezar, Stilikone und Verleger schlug er immer wieder neue Wege ein. Frankreichs Presse nennt den gebürtigen Hamburger, der Frankreich und Paris zu seiner Wahlheimat erkoren hat, „König der Maßlosigkeit“ oder „Karl den Großen“ in Anspielung an den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreichs war, das unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung fand. Er wird bewundert und hofiert. In der Welt der Mode gilt er seit dem Tod von Yves Saint Laurent als Alleinherrscher. In den Medien ist der Star omnipräsent. Wer sich hinter der Stilikone mit dem weißen Mozartzopf und der Sonnenbrille wirklich versteckt, bleibt ein Rätsel. Seine persönliche Altersveränderung rückt ihn für mich in die Nähe der Autobiografie unseres großen Dichters Goethe. Der nannte seine Autobiografie augenzwinkernd:

„Dichtung und Wahrheit“.

KLKatze

„Mit Katzen verbrachte Zeit ist nie verschwendet.“ (Sigmund Freud)

Film zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle:

http://www.bundeskunsthalle.de/ausstellungen/karl-lagerfeld.html

KLModel

Männer jagen gern im Rudel. Katzen pflegen gut ihr Selbst.

(WehrWolter  -ww 44- Hans Wolter)

Sitze in einem kleinen beschaulichen italienischen Städtchen, unterhalb der Toskana, wo Umbrien und Lazio sich treffen und beginne mein Gedanken über das Leben der Männer und Frauen niederzuschreiben. Es geht um einen unterschiedlicher Modus des In-der-Welt-Seins. Hierzu habe ich in den letzten Wochen und Monaten, eigentlich Jahren, ein Füllhorn von Ideen, Ansätzen und Beobachtungen gesammelt. Wann sollte man das alles einmal zu Papier bringen? Ich muss ja, dummerweise, auch noch Geld durch mein TageWerk verdienen. Da nehme ich mir ein Beispiel an Sigmund Freud. Der hat immer nachts geschrieben und tagsüber therapiert. Wenige von uns haben den Luxus, den einer wie Johann Wolfgang G. hatte. Der wurde von seinem Landesfürsten gut ausgehalten. Egal, ob er Verwaltungsarbeit erledigte, sich in Italien rumtrieb, Gedichte verfasste oder seine naturwissenschaftlichen Studien betrieb. Diese Rahmenbedingungen fehlen nicht nur mir, sondern den meisten von uns. Also gilt es, dem Alltag immer ein wenig Zeit abzuringen. Als Vater und Ehemann hat man ja auch noch andere Prioritäten. Aber, ich bin zuversichtlich, dass das klappt, mit meinem Buch. Ich habe ja keinen Zeitdruck. Der einzige Druck ist meine eigener Drang zum Aus-Druck, mich mitzuteilen. In diesem Urlaub lautet mein Motto: „die Zeit, in der ich normalerweise lese, kann ich auch zum Schreiben nutzen!“ Gerade klappe ich mein kleines Notebook unter einer Eiche am Lago di Bolsena aus. Aller Anfang ist besonders. Eben hab ich mal eine erste grobe Gliederung vorgenommen, um die Vielzahl meiner bereits durchdachten Ansätze zu dieser Thematik in eine für den Leser nachvollziehbare Ordnung zu bringen. Ich leg mal einfach los:

 

 

Mehr1

Kapitel 1.: Männer sind anders.

Frauen auch.

Das ist gut & fruchtbar.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist meine Verwunderung darüber, dass an den deutschen Universitäten einerseits mittlerweile mehr Frauen als Männer studieren, andererseits die Anzahl der Frauen, die einen Lehrstuhl besetzen, erstaunlich gering ist. Nehmen wir das Beispiel Köln, die Stadt in der ich lebe, arbeite und viele Jahre studiert habe. Hier sind mittlerweile, sogar an der naturwissenschaftlichen Fakultät, über 50% Studentinnen. Medizin studieren derzeit ca. 60% Frauen. Warum? Weil sie im Schnitt einen besseren Numerus Clausus mitbringen. Was schätzt Du, wieviel Professorinnen es hier gibt? Hierzu habe ich viele, viele Menschen aus unterschiedlichen Berufen und Lebenskontexten befragt. Viele schätzen die Zahlen erstaunlich richtig ein. Hierzu hat jeder so seine Erklärungsansätze.

Zunächst einmal zu den Zahlen. In Köln sitzen auf hundert Lehrstühlen gerade einmal zehn Frauen. Das ist offenbar schon viel. Im Bundesdurchschnitt besetzen 5% Frauen die universitären Lehr-Stühle. Mich wundert das! Warum ist das so? Vor allen Dingen im öffentlich rechtlichen Bildungswesen. Fängt es doch in den Anfängen von Kindergarten und Grundschule zunächst einmal mit einer nahezu hundertprozentigen Frauendominanz an. In Haupt- und Realschulen gibt es auch noch mehr weibliche Lehrpersonen und in den Gymnasien dürfte es einigermaßen ausgewogen sein. Aber was passiert dann?

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Diese Frage stellt Ausgangspunkt meiner untersuchenden Streifzüge dar. Hierzu habe ich sehr viele unterschiedliche Menschen befragt, mit zahlreichen engagierten Menschen diskutiert. Natürlich kommen zunächst die allseits bekannten Feststellungen, wie: dass Kinder und Karriere schwer zu vereinbaren sind. Was ja auch stimmt. Vor allen Dingen in Deutschland kann eine Frau kaum neben der Kinderbetreuung arbeiten. Natürlich wurden die ostdeutschen Modelle bei der Wiedervereinigung nicht übernommen. Das hat auch damit zu tun, dass es weniger eine Vereinigung als eine einseitige Vereinnahmung war. Durch den Westen. Sicher zum Teil auch auf Drängen der, von heute auf morgen, „ehemaligen“ DDR-Bürger, die schnell die D-Mark und den westlichen Standard wollten. Sicher nicht alle. Aber die politisch engagierten und visionär denkenden Kräfte konnten sich gegen den Konsumsog nicht wirkungsvoll durchsetzen. Leider. Vielleicht setzte sich auch hier eine Cowboymentalität, eine eher westMännliche Tendenz, durch? Wobei Frauen ja dem Konsum auch nicht abgeneigt sind. In Punkten wie Emanzipation und Kinderbetreuung war man im Osten der Republik wohl weiter.

Aber das könnte Schwerpunkt eines anderen Buches sein. Mein Ausgangspunkt, meine Gegenstands-Bildung, wie mein alter Professor Salber sagen würde, ist anders. Ich schaue weder aus der Perspektive der Politik, Sozialwissenschaft, Pädagogik oder Geschichte, auch nicht aus dem Blickwinkel der Biologie, Medizin oder anderen Gesichtspunkten auf den Gegenstand. Ich schaue aus einer psycho-logischen Perspektive auf das Zusammenspiel von Männer und Frauen, auf die unterschiedlichen Formen der Lebensbewältigung. Natürlich ziehe ich schon einmal streifzugmäßig die eine oder andere Disziplin konsiliarisch mit zu Rate.

FILMBILD / T: Club der toten Dichter, Der / Dead Poets Society D: Dylan Kussman, Allelon Ruggiero, James Waterston, Robin Williams, Robert Sean Leonard R: Peter Weir P: USA J: 1988 PO: Szenenbild RU: Drama DA: , - Nutzung von Filmszenebildern nur bei Filmtitelnennung und/oder in Zusammenhang mit Berichterstattung über den Film.

FILMBILD / T: Club der toten Dichter, Der / Dead Poets Society

Außerdem schreibe ich aus meiner „streng“ subjektiven Perspektive. Das meint: ich beanspruche keine Wissenschaftlichkeit. Warum schreibe ich ausgerechnet zu diesem Thema? Vielleicht weil ich mit der Frauenbewegung der 70er Jahre aufgewachsen bin und jahrelang mit ins Horn der Gleichheit geblasen habe? Wir liefen alle in Parka, Jeans und gleicher Haarlänge rum. Natürlich bin ich auch heute noch dafür, dass Frauen und Männer – für gleiche Arbeit – gleich entlohnt werden. Ich glaube auch, dass es Frauen gibt, die in Männerberufen besser ihren „Mann stehen“ können, als so mancher Mann. Und umgekehrt. Habe es ja am eigenen Leib erfahren. Meine Frau hat Maschinenbau an der RWTH in Aachen studiert, was heute noch eine absolute Männerdomäne darstellt. Auch in technischen Berufen und den entsprechenden Firmen sind die Ingenieurinnen nach wie vor noch recht gering vertreten. Ich habe ja auch keinen typisch männlichen Werdegang. So habe ich beispielsweise drei Jahre lang halbtags unsere Tochter betreut und war als einziger Mann in der Krabbelgruppe aktiv. In meinem Deutsch-Leistungskurs und in meinem Psychologiestudium waren die Frauen zahlenmäßig auch weit überlegen. Jetzt arbeite ich schon über zwanzig Jahre als selbstständiger Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis und konnte erfahren, dass wir uns über weite Strecken schon sehr deutlich unterscheiden. Dass es sich aber kaum einer so deutlich zu sagen traut. Schneide ich dieses Thema in meinem Freundeskreis an, eröffne womöglich entsprechende Diskussionen, werde ich häufig so behandelt, als verhielte ich mich politisch nicht korrekt. Beispielsweise wenn ich die Professorinnenfrage stelle.

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Also dachte ich mir: schreibste mal Deine Gedanken und Erkenntnisse nieder, die du in zahlreichen Gesprächen und Begegnungen sammeln konntest. Jetzt bin ich gespannt, wo mich das hinführt. Mein Ausgangspunkt ist auch eine gewisse Verärgerung über das zu lange Nachhallen und gedankenlose Nachbeten der Emma-Emanzipation-Denkschemata. Wie aus der verpönten Pistole geschossen, kommen oft die Argumente: „Männer lassen Frauen nicht an die Macht.“ „Männer unterstützen die Frauen zu wenig in der Kinderbetreuung.“ „Männerseilschaften lassen Frauen nicht hoch kommen“ etc. Ich denke, da stimmt Einiges von. Es ist aber nicht alles. Natürlich sind Männer und Frauen auch biologisch sehr unterschiedlich. Nehmen wir nur einmal die Menstruation oder die Schwangerschaft und die damit verbundenen hormonellen Schwankungen. Vielleicht haben diese Unterschiede auch mehr Auswirkungen, als viele anerkennen wollen?

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Vielleicht sind es auch nicht ausschließlich die Männer, die eine berufliche Karriere von Frauen behindern können? Vielleicht sind viele der „Emma-Argumente“ heute auch nicht (mehr) die zentral wirksamen Mechanismen, die zur Ungleichheit im beruflichen Erfolg führen? Vielleicht stehen Frauen sich streckenweise auch selbst im Weg?

Mit meinen Überlegungen, dass Männer anders sind, liege ich – so meine Vermutung – in einem sich derzeit abzeichnenden Trend. Meine Frisörin brachte mich darauf, dass die jungen Leute äußerlich wieder mehr klassischen Rollenbildern folgen. Männer demonstrieren mit ihren Bärten wieder, dass sie sich deutlich von den glatten Frauengesichtern unterscheiden. Wenn sie auch sonstige Körperbehaarung noch wegrasieren. Junge Frauen treten in Kleidung und Frisur auch wieder betont weiblicher auf. Okay, mich erschreckt es auch, dass unsere Tochter eine Zeit lang Fan des TV-Formates „Germanys-next-Top-Modell“ war. Obwohl auch sie mittlerweile an der RWTH Aachen einem naturwissenschaftlichen Studium nachgeht. Aber Klums Heidi hätte in den 70er-90er Jahren keinen auf die Einschaltquoten-Alm treiben können.

Für mein Buchprojekt habe ich mir heute mal folgendes Inhaltsverzeichnis überlegt. Das ist natürlich einerseits noch vage, andererseits ist es ein vorläufiger Ordnungsversuch dessen, was mir so durch den Kopf geht. Sicher wird es sich noch in einigen Punkten verändern, ergänzen und umwandeln. Wie sagte Pablo P. immer so schön? „Man muss eine Idee davon haben, was man vorhat, aber sollte aber eine vage Idee sein.“

Profil Picasso

 Das Ende ist nah

Über konstruktive Kritik, Anregungen, Ergänzungen etc. freue ich mich natürlich sehr. Dann wird mein Buchprojekt ein Stück weit ein: „Gemeinsames Werk“.

Viele Grüße aus Bella Italia, Hans Wolter

Verantwortlich für den Inhalt:

Dipl.-Psych. Hans Wolter

www.HansWolter.com

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Frauen Weltfrauentag

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