„Vergesst das Lachen nicht“ Guido Westerwelle – Der frühe Tod ist immer eine Mahnung an uns: Leben wir so, dass wir morgen gehen könnten? Große Helden sterben früher: „Ich habe viel erlebt, viel gesehen und habe nichts versäumt“ sagt er in seinem Buch: „Zwischen zwei Leben“ – (WehrWolter – WW137 – Hans Wolter)

In der letzten Woche musste ich zwei Beerdigungen beiwohnen. Zwei Männer, Familienväter, Freunde, die viel zu früh (52 und 58 Jahre) aus dem Leben gehen mussten. Krebs. Als wir am Samstag meinem Freund Reza Sadr die letzte Ehre erwiesen, führte unser langer Trauerzug, auf der „Millionenallee“ des Kölner Melatenfriedhofs, auch am Grab von Guido Westerwelle vorbei. Er wurde eine Woche früher hier beerdigt. Er starb auch viel zu früh. Im Alter von 54 Jahren. In der Nähe seines Grabes beerdigten wir vor neun Jahren meinen Freund Jürgen Grohsgart, der auch nur 52 Jahre alt werden durfte.

Guido Westerwelle war mir in seinem aktiven Politikerleben nicht auf Anhieb sympathisch. In seinen engagierten Auftritten bekam ich ihn weniger als Mensch mit. Er wirkte auf mich zunächst kühl, distanziert, zu kopfgesteuert, zu pflichtbewusst. Westerwelle hatte wie kaum ein anderer Politiker polarisiert. Er gewann für mich an Tiefe und Menschlichkeit, als er sich mehr zeigte, als er sich zu seiner Homosexualität bekannte. Als Außenminister wirkte er auf mich nicht ganz so glücklich, weil ich ihn als zu wenig geerdet in dieser staatstragenden Rolle erlebte. Was mir besonders gefiel, war seine Wortgewandtheit in Auseinandersetzungen.

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„Die Persönlichkeit Guido Westerwelle hatte viele Facetten – am wenigsten entsprach er dem Bild, das öffentlich von ihm gezeichnet wurde. Er war empfindsam, sensibel und unglaublich fürsorglich.“ (Wolfgang Kubicki)

 

Guido W. wurde am 27.12.1961 als Sohn des aus Schötmar stammenden promovierten Rechtsanwalts und Volkswirts Heinz Westerwelle (1930–2013) und der aus Bad Salzuflen stammenden Rechtsanwältin Erika Westerwelle (* 1930) in Bad Honnef geboren. Die Eltern ließen sich in seinem achten Lebensjahr scheiden; er wuchs beim Vater in Bonn auf. Westerwelle besuchte ein Gymnasium, wechselte nach dem ersten Jahr zur Realschule in Königswinter, da seine schulischen Leistungen am Gymnasium als nicht ausreichend erachtet wurden. Die Freiherr-vom-Stein-Realschule in Bonn schloss er mit der mittleren Reife ab. Nach der Realschule wechselte er auf das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) in Bonn, wo er 1980 sein Abitur machte. Zum Wehrdienst wurde er, nach eigenen Angaben, nicht eingezogen, da er wegen seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung ausgemustert worden sei.

Westerwelle Genscher

Danach (ab 1980) begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bonn, welches er 1987 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat am Amts- und Landgericht Bonn legte er 1991 sein zweites juristisches Staatsexamen ab. 1994 wurde er an der Fernuniversität in Hagen mit einer Dissertation zum Thema Das Parteienrecht und die politischen Jugendorganisationen zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. iur.) promoviert. Sein Doktorvater war Dimitris Tsatsos. Seit 1991 als Rechtsanwalt zugelassen, arbeitete Westerwelle bis zu seiner Wahl zum Generalsekretär der FDP 1994 in der Bonner Anwaltskanzlei seines Vaters Dr. Westerwelle.

Westerwelle Guidomobil

Er war von 1983 bis 1988 Vorsitzender der Jungen Liberalen, 1994 bis 2001 Generalsekretär und 2001 bis 2011 Bundesvorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP). Ferner war Westerwelle 2006 bis 2009 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Von 2009 bis 2013 war er Bundesminister des Auswärtigen im Kabinett Merkel II. Als solcher war er vom Amtsantritt an bis zum Mai 2011 auch Stellvertreter der Bundeskanzlerin, umgangssprachlich Vizekanzler genannt. (Quelle: Wikipedia)

 

 

Diagnose Blutkrebs: 

„Völlig unvorbereitet, ohne die geringsten Symptome, gewissermaßen zufällig und aus heiterem Himmel“ (G.W.)

 

 

Westerwelle war gerade einmal ein halbes Jahr aus dem Dienst im Auswärtigen Amt ausgeschieden, als Ärzte dem ehemaligen Außenminister im Juni 2014 mitteilten, dass er an Blutkrebs leide. Längere Zeit hatte er sich für Therapie und Genesung aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Jetzt berichtet er erstmals in einem Buch ausführlich über seinen Kampf gegen die Leukämie. „Ich wollte und ich will unbedingt weiterleben“, sagte Westerwelle dem Nachrichten-Magazin „Spiegel“. „Schlimm war, als ich dachte, ich muss sterben“. „Völlig unvorbereitet, ohne die geringsten Symptome, gewissermaßen zufällig und aus heiterem Himmel“ habe ihn die Meldung getroffen. So beschreibt er es in dem Buch mit dem Titel „Zwischen zwei Leben“.

 

Obwohl sich Westerwelle an der Universitätsklinik Köln sofort einer Chemotherapie unterziehen musste, habe schnell festgestanden, dass dies allein ihn nicht retten könne, schreibt er. Sehr persönliche Einblicke gibt Westewelle, wenn er über die Suche nach einem passenden Spender berichtet, die „zum Wettlauf mit der Zeit wurde“; aber auch über die Liebe und Unterstützung seiner Familie und seines Lebenspartners , “der jeden Tag mehrfach“ nach ihm sah, berichtet Westerwelle.

Im vergangenen Herbst bekam er am Uniklinikum Köln dann doch die erhoffte Knochenmark-Transplantation.

 

 

„Zwischen zwei Leben“

 

Guido Westerwelle erzählt in einem Buch vom Kampf gegen die Leukämie. Es ist die Geschichte einer Läuterung.

 

Nachfolgend zitiere ich einen Beitrag vom Jörg Thomann, Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der Text ist vom 08.11.2015. Da war Guido Westerwelle noch zuversichtlich, seine Krankheit besiegen zu können.

 

„Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass jener Tag, an welchem Guido Westerwelle sein Ministeramt verlor, ihm letztlich das Leben gerettet hat. Als Deutschlands Außenminister hätte Westerwelle die Schmerzen in seinem rechten Knie, die ihn seit einem Fehltritt beim Jogging plagten, vermutlich nicht so ernst genommen. Nicht so ernst auf jeden Fall wie all die Termine und Dienstreisen und all die anderen Dinge, denen viele Erfolgsmenschen mehr Beachtung schenken als dem eigenen Körper. Dem abgewählten Politiker und Privatier hingegen, der Urlaubstage auf Mallorca und in New York auch zum Sport nutzen wollte, wurden die Beschwerden dann doch lästig genug, um einen Arzt aufzusuchen. Allein durch die Blutabnahme kurz vor der Meniskusoperation erfuhr Westerwelle, dass er an akuter myeloischer Leukämie erkrankt war, und ohne schnelle Behandlung wahrscheinlich bald sterben würde.

In seinem Buch „Zwischen zwei Leben“, das am Dienstag bei Hoffmann und Campe erscheint, sinniert Westerwelle über „die Macht des Schicksals“, das die frühe Entdeckung des Krebses möglich machte. Zugleich jedoch fragt er sich, ob sein jäher Absturz aus der Beletage der Politik ihn überhaupt erst krank gemacht hat. Dieses Abwägen, die Ahnung, dass es einfache Wahrheiten nicht gibt, das ist etwas, was man von Guido Westerwelle nicht unbedingt gewohnt ist.

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Man hatte nicht mehr viel gehört von ihm seit jenem 20. Juni 2014, an dem er über sein Büro seine Erkrankung verkünden ließ und darum bat, seine Privatsphäre zu respektieren. Sollte sich jemand daran nicht gehalten haben, so drang er jedenfalls nicht an die Öffentlichkeit durch. Im Sommer dieses Jahres hatte sich ein gealtert und geschwächt wirkender Westerwelle bei einem Reitturnier seines Ehemanns Michael Mronz blicken lassen. Sein Comeback als öffentliche Person feiert – diese Vokabel darf hier getrost verwendet werden – er jetzt mit seinem Buch, das er geschrieben hat, „um ein Mensch zu bleiben“.

 

„Der Verhasste“

 Dass er überhaupt einer war, haben ihm seine Feinde mitunter abgesprochen. Kein Politiker der jüngeren Geschichte hat hierzulande den Hass und die Häme in solchem Maß auf sich gezogen wie Westerwelle, dem man wenig schmeichelhafte Etiketten anheftete: Er war der kalte Sozialdarwinist, der nervige Spaß- und Steuerpolitiker, der vorlaute Besserwisser.

Ein Juristenspross, der das Recht stets auf seiner Seite wusste. Die einen schmähten ihn, weil er dem Neoliberalismus ein oft verbissenes Gesicht gab, die anderen, weil er schwul war und es nicht zugab; wieder andere, weil er es später zugab. „Der Verhasste“, betitelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2011 ein Porträt über ihn, „Der Egonaut“ hieß eines aus dem Jahr zuvor. „Der Ungemochte“ überschrieb 2009 der „Spiegel“ sein Stück über den Politiker, der seine FDP gerade zu einem triumphalen Wahlerfolg geführt hatte und kurz davorstand, Außenminister Deutschlands zu werden. Gerade sechs Jahre ist das erst her, und es kommt einem vor wie eine Ewigkeit.

Mit seiner Aggressivität wirkte Westerwelle fast wie ein Relikt aus alten bundesrepublikanischen Kampfestagen, obschon er immer einer der Jüngsten war: mit 33 Generalsekretär, mit 39 Parteichef, mit 40 – auch wenn dies mehr ein übermütiger Marketing-Gag war – Kanzlerkandidat der FDP. Bei alledem wirkte Westerwelle so schneidig und selbstbewusst, dass man seinen Karriereweg für glatter und geradliniger halten konnte, als er es tatsächlich war, und übersah, dass er von Anfang an hatte kämpfen müssen – spätestens, seit der von der Trennung seiner Eltern tief getroffene Junge vom Gymnasiasten zum Realschüler abgestiegen war.

 

Nächte der Ängste und Albträume

 

„Eine Niederlage, was für eine Niederlage“, konstatiert Westerwelle in seinem Buch. Eine Niederlage, die ihn „zu einem Besessenen“ werden ließ: „„Du musst besser als die andern sein, dann kann dir keiner was.“ Am Ende schien der Mann, der stets mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs war, nicht mehr bremsen zu können. Mit 52 war er zum Elder Statesman geworden. Mit 53 war er fast tot. Dass er noch lebt, verdankt er wahrscheinlich auch jener Eigenschaft, die ihn schon in seiner Zeit als Politiker ausgezeichnet hat: der Fähigkeit, kämpfen zu können.

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So eine Autobiographie, wie sie Westerwelle geschrieben hat, möchte eigentlich niemand schreiben müssen, schon gar kein Politiker. Mit wohltemperierter Welterklärung, wie sie zwangspensionierte Staatsmänner alle paar Jahre vorlegen, hat „Zwischen zwei Leben“ nichts gemein. Und ist gerade deshalb zum wohl besten Politikerbuch der vergangenen Jahre geworden. Das liegt sicher auch an Westerwelles Koautor Dominik Wichmann, einem Journalisten, den er seit langen Jahren kennt und dem er in entscheidenden Etappen Einblicke in sein Leben gewährte – und der, seit er seinerseits 2014 als Chefredakteur des „Stern“ abgesägt wurde, mit Westerwelle die Erfahrung teilt, plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden.

Wie es ist, den Krebs niederzuringen, das wissen nur Betroffene wie Guido Westerwelle selbst. Auch seine Leser können nur erahnen, wie es ihm ergangen sein muss in den Wochen auf der Onkologie-Station des Kölner Universitätsklinikums, wo er die Chemotherapien durchstand, und, als diese keine Heilung brachten, auf der KMT-Station – Knochenmarkstransplantation. Mit drei Schläuchen im Brustkorb, Hals und Rachen „ein wundes Schlachtfeld“, die Haut von Rissen überzogen.

Als Deutschland in Brasilien Fußballweltmeister wurde, lag der Mann, der das Land einst im Ausland repräsentiert hatte, in seinem Krankenzimmer, nicht in der Lage, sein Bett zu verlassen. Er durchlitt Nächte der Ängste und Albträume. Näher am Tod als je zuvor wähnte sich Westerwelle, als es zu einem allergischen Schock kam. Ein Schock ganz anderer Art war es, als der behandelnde Arzt ihm eröffnete, dass – was der Mediziner an dieser Klinik noch nie erlebt habe – der Knochenmarkspender, dessen Stammzellen Westerwelles Rettung bedeuten sollten, abgesprungen war.

 

Westerwelle war „zu pflichtbewusst“

 

„Zwischen zwei Leben“ bezieht sich auf jenes Stadium der Transplantation, wenn das eigene, kranke Knochenmark nach einer Ganzkörperbestrahlung zerstört ist und die fremden Stammzellen noch keine neuen Blutzellen produziert haben; in dieser Phase ist der gemarterte Körper so anfällig für Infektionen wie nie. Medizinisch kann man einiges aus Westerwelles Buch lernen.

Natürlich aber ist mit dem Titel noch viel mehr gemeint. So unbarmherzig, wie die Medikamente in seinem Körper toben, so schonungslos durchdringt Westerwelle sein Seelenleben. „Weil ich mich nach der Anerkennung sehnte, die mir lange Zeit verwehrt geblieben war“, analysiert er, habe er zu viel gearbeitet. „Zu pflichtbewusst“ sei er gewesen und zu dumm: „Zu dumm zu erkennen, dass man nicht lebt, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben.“ Er sei „oft zu forsch“ gewesen, „weil ich oft unsicher war“, schreibt Westerwelle und hadert mit seinem Image: „Weder bin ich ein sturer Rechthaber noch ein unsensibler Eisklotz. Ich stand mir manchmal einfach nur selbst im Weg.“ Der Politiker, der keine Fehler tolerierte und schon gar keine eigenen, will nun erkannt haben, „dass Gelassenheit und Güte keine Indizien für Schwäche sind“.

 

Buch bewahrt Balance und Würde

Den Krebs konnte er nur besiegen, weil er zuvor eine andere, eine Berufskrankheit überwand: niemand anderem zu vertrauen als sich selbst. Endlich einmal die Kontrolle abgeben. Zugleich erfuhr der Einzelkämpfer Guido Westerwelle ein ungeahntes Gemeinschaftsgefühl. Durch die Mitpatienten, bei denen er nicht der Minister a.D., sondern nur der kranke Guido war. Und durch die vielen Menschen, die Anteil an seinem Schicksal nahmen: „Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Zuspruch und Zuneigung erfahren wie in den schwarzen Stunden.“

So ist „Zwischen zwei Leben“ auch die Geschichte einer Läuterung, eine Art Bildungsroman: Die neuen Leiden des nicht mehr ganz so jungen W. Dass jemand, der dem Tod ins Auge blickt, erkennt, worauf es wirklich ankommt im Leben, ist zwar keineswegs originell, sondern bei dieser Art von Büchern der Standard-Plot, doch selten ist der Protagonist so faszinierend wie Guido Westerwelle.

Ausgerechnet er, der seine Emotionen nie zeigen mochte, hat nicht nur ein Buch über den Krebs geschrieben, sondern auch eines über seinen Sehnsuchtsort Mallorca, über das Lebensgefühl der Stadt Köln, über das Dasein als homosexueller Politiker und, auch dies, über die Liebe. Bisweilen kommt man dem einst so Distanzierten so nahe, dass es fast irritierend ist, wenn er etwa schreibt über „den kleinen runden Fleck neben Michaels linker Pupille, diesen Fleck, in den ich mich schon während unserer ersten Verabredungen verliebt hatte“. Doch Westerwelle und Wichmann gelingt es, im Buch die Balance und die Würde zu bewahren und den Politiker so zu präsentieren, wie ihn zuvor vielleicht nur sein – offenbar recht großer – Freundeskreis erlebte: als rundum sympathischen Kerl.

Von dem man auch dieses lesen darf: Die „Lehre meines zweiten Lebens“ sei die Erkenntnis, dass die Starken alles unternehmen müssten, damit sich „auch die Schwachen ihren Wunsch nach Freiheit erfüllen können. Man mag es Chancengleichheit nennen. Oder Gerechtigkeit.“ Guido, das Schreckgespenst der Sozialpolitiker, hat das G-Wort gesagt.

 

Die Töne fallen heute leiser aus

Mit Angela Merkel, für die er nur lobende Worte findet, hat Westerwelle im Mai, wie er erzählt, „über die Bedeutung von Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein“ gesprochen. Es ist ein abenteuerlicher Gedanke – aber wer weiß: Vielleicht hat die Kanzlerin bei ihrem vielgescholtenen Schwenk hin zu einer empathischeren Politik in der Flüchtlingskrise ja auch den neuen Guido Westerwelle im Kopf gehabt.

Bei aller Gleichmacherei, die der Krebs betreibt, ist Westerwelle dennoch privilegiert gewesen: Nicht jedem ist solch ein intaktes Umfeld vergönnt, nicht jeder kann es sich leisten, vor der Transplantation bei einem mehrwöchigen Sylt-Urlaub wieder zu Kräften zu kommen, und nicht jeder wird von José Carreras, ebenfalls ein Leukämie-Überlebender, zu Hause besucht. In der Prominenz des – vorläufig geheilten – Patienten Westerwelle liegt aber auch eine große Chance für seine Leidensgefährten, die auf eine Knochenmarkspende hoffen.

Am heutigen Sonntagvormittag wird Westerwelle sein Buch im Berliner Ensemble den Journalisten vorstellen, am Abend ist er bei Günther Jauch zu Gast. Die „Bild“-Zeitung bekam einen Vorabdruck, der „Spiegel“ ein Interview, für das er sich mit einer Titelstory bedankte. So wie früher rührt Guido Westerwelle die ganz große Trommel, allerdings fallen die Töne heute leiser aus.

Als einer, der künftig weniger polarisieren und mit Worten nicht mehr verletzen möchte, dürfte sich Westerwelle im Politbetrieb mit seinen Rivalitäten und Ränkespielen nicht mehr zu Hause fühlen. Insofern markiert „Zwischen zwei Leben“ den endgültigen Abschied des Politikers Guido Westerwelle. Der Mensch Guido Westerwelle jedoch, in welcher Rolle auch immer, dürfte der Gesellschaft noch viel zu geben haben.

(Quelle: F.A.S. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/guido-westerwelle-schreiben-um-ein-mensch-zu-bleiben-13899549-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3)

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150 Kerzen – Plädoyer für “Klare Kante”. – (WehrWolter – ww 16 – Hans Wolter)

 

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