Fußball rockt. Heute: Hardrock vs. BaRock – Atlético Madrid vs. Bayern München – Vorabeiter Diego Simeone vs. Dirigent Pep Guardiola – Konter-Kämpfer vs. Kontroll-Künstler – Underdog vs. Salonlöwe – (WehrWolter – ww 147 – Hans Wolter)

Fußball macht Theater. Heute: ganz großes Kino. Es rocken die Hardrocker von Atlético gegen die BaRocker von Bayern. Wie: Trieb vs. Köpfchen. Hier treffen auch menschlich heute zwei Antipoden aufeinander, die dem Spiel noch einen zusätzlichen Reiz geben. So unterschiedlich wie die Trainer Diego Simeone auf der einen Seite und Pep Guardiola auf der anderen Seite sind, so unterschiedlich sind die Spiel-Philosophien der beiden Mannschaften.

„Du wirst mit Charakter immer mehr gewinnen als mit gutem Fußball“ (Diego Simeone)

 

Atléticos Vorarbeiter Diego Simeone sagt dem Dirigenten Pep Guardiola: „Ballbesitz ist ein Märchen“ umgekehrt sagt der Spanier dem Argentinier, dass er sich „wie ein Fan“ verhalte. Über die beiden Männer gibt es viele unterschiedliche Geschichten. Der eine punktet mit Pathos, der andere mit Stil. Pep kommt wie ein Model daher und passt damit zur aufstrebenden Münchener Schickeria. Diego hat eher was Halbseidenes und passt damit in die Arbeiterviertel von Madrid.

 

Auf dem Feld trifft eine Mischung aus Defensive & Konter auf Kontrolle durch Ballbesitz.

 

Guardiola äußert sich bisher eher höflich und lobend aber auch ein wenig augenzwinkernd über Simeone. Seit längerem weiß er aber auch, dass seine Jungs allein mit feinfüßigen Ballpassagen nicht gegen die rauflustigen Simeone-Rabauken bestehen können.

 

Es lässt sich schwer vorhersagen, welche Philosophie das Rennen macht. Das ist ja das Schöne am Fußball. Ich sehe es auch deshalb gerne, weil ich hier Vieles für meinen Job lernen kann. Für Sigmund Freud war der Traum der Königsweg zur Seele. Fußball ist für mich nicht unbedingt der Königsweg. Eher ein geheimer Pfad.

Dazu habe ich ja schon viel hier auf meinem Blog geschrieben. Für diejenigen, die hier noch nichts gelesen habe, fasse ich jetzt noch einmal kurz etwas zusammen.

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Kein Pep mehr beim FC-Bayern – Über die Psycho-Logik des Fußballs. Im Besonderen ein Rückblick auf das Stirb-und-Werde von Pep Guardiola. – Gelungene Inszenierung im Advent: der Zeit, in der die Christen die Ankunft des Herrn erwarten. – (Hans Wolter / WehrWolter – WW103)

(20. Dezember 2015)

 

Pep Guardiola ist der surrealste Trainer, den der  FC Bayern je hatte.

„Eine Bar, ein Kamerateam, Pep Guardiola, der eine Minute zu früh erscheint: Selbst bei einem Filmdreh in München versetzt der Ausnahmetrainer alle in Staunen. Er greift nach den „Irdischen Vergnügen“, die der Surrealist Luis Buñuel einst seinem Drehbuchautor Jean Claude Carriere diktiert hat. Drei Takes, dann ist die Aufnahme im Kasten und Umstehende können nur noch staunen. Pep Guardiola ist der surrealste Trainer, den der ohnehin surreale FC Bayern je hatte.“ (Süddeutsche Zeitung, 20.12.2015)

Pep Guardiola kam vor drei Jahren überraschend zum FC Bayern. Zunächst wurde er als Zauberer verehrt. Dann gelang ihm an Stelle des erwarteten Tripels nur der Bundesligapokal. Auf einmal machte er Fehler. So dass ich schon dachte, dass er vorzeitig den Club verlassen würde. Seine Mannschaft verlor gegen Dortmund, gegen Wolfsburg und international. Höhepunkt war das Spiel, in dem die Weltstars vier Elfmeter verschossen.

Aber Pep Guardiola hielt durch. Er wurde wieder sicherer. Seine Mannschaft ebenso. Wirkungen sind hier wechselseitig. Sie folgen nicht der formalen Logik. Sie folgen der Psycho-Logik. Das macht Fußball spannend. Daher verwende ich gerne Fußball als Beispiel für viele Erscheinungen in der Psycho-Logik. Sei es in der psychotherapeutischen Behandlung, meinem beruflichen Alltag oder in Politik und Gesellschaft. Die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen auf die Fremdenangst, die Flüchtlingskrise oder auf den Terror lassen sich mit formaler Logik ja nicht überzeugend verstehen. Hier wirkt Psycho-Logik. Ob wir glauben: „Wir schaffen das“ oder „Unser Boot ist voll und droht unterzugehen“ hängt weniger mit formaler Logik zusammen.

Dass wir den 5fachen Weltmeister Brasilien bei der letzten WM mit 7:1 besiegt haben oder das Lewandowski in 9 Minuten 5 Tore gegen den VFL-Wolfsburg geschossen hat, das hat doch nichts mit linearen Berechnungen oder formallogischen Erklärungen zu tun. Daher ist es wichtig, was wir glauben: von uns, den anderen und vom Leben.

Pep Guardiola verlässt den FC Bayern München im Sommer. Dann fängt nicht alles bei Null an. Er hinterlässt ein Spielsystem. Auf ihn folgt der Italiener Carlo Ancelotti, der viel Erfahrung mitbringt und als gelassener gilt als der Katalane. Rummenigge hebt hervor, dass Ancelotti mit Stars „umgehen kann.“ Das ist wichtig. Das kann nicht jeder. Von van Gaal hatte man das auch gedacht. Dieser autoritäre Typus passte allerdings weniger zu den bayrischen Ausnahmespielern.

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Guardiola umgibt eine gewisse Aura.

Dressman sind einige. Guru wenige. Der schmale Katalane hat es geschafft, dass beim letzten Spiel der Bayern, trotz einer Mannschaft voller Nationalspieler alle auf ihn schauten. „Wir sind Pep Guardiola dankbar für alles, was er unserem Verein seit 2013 gegeben hat“, ließ sich der Rummenigge in einer Mitteilung zitieren, die am Sonntagmittag um Punkt 12 Uhr bestätigte.

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Es gehört zu einem Star seines Kalibers, dass es noch Rätsel aufgibt, was er von Juli an machen wird und ob er tatsächlich, zu Manchester City gehen wird.

Pep Guardiola hat den Fußball in Deutschland verändert.

Pep hat neue Maßstäbe gesetzt. In Mode, Taktik, öffentlichem Auftreten und der Kunst zu loben. Unser Bundestrainer Jogi Löw hat sich anfangs so viel von ihm abgeguckt, dass das Spiel der deutschen Mannschaft nicht mehr zu erkennen war. Auf einmal ging es fast ausschließlich um Ballbesitz, so dass die Torschüsse vernachlässigt wurden. In Sachen Mode war der Bundesjogi ja immer schon on vogue.

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Ancelotti (56), der einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat, sagt in der Mitteilung vom Sonntagmittag, dass er „sehr geehrt“ sei, Trainer des „großen FC Bayern“ sein zu dürfen. „Als ich vom Interesse des Klubs an mir erfuhr, kam für mich auch kein anderer Klub mehr in Frage … meinem Freund Pep Guardiola und dem FC Bayern wünsche ich alles erdenklich Gute für den Rest dieser Saison“.

Über die Psycho-Logik des Fußballs habe ich schon viel geschrieben. Nachfolgend noch einmal ein Text, in dem ich mich schon einmal mit dem Stirb-und-Werde von Pep Guardiola auseinandergesetzt habe.

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LichtGestalten im Schattenreich – Stirb und werde! – Fußball? Ganz großes Kino unserer AlltagsKultur!

(06. August 2015)

Ich liebe Fußball. Auch deshalb, weil es sich hier nicht nur intensiv fühlen lässt, sondern weil wir hier ganz großes Kino geboten bekommen. Ein Bühnenspektakel, von der Qualität – alter oder neuer – griechischer Tragödien.

Beim Fußball können wir mit Brüdern, Söhnen und Vätern raufen, lieben, lachen & weinen.

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Mein alter Freund Johann Wolfgang G. aus W. würde dazu sagen:

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Heute lese ich in der Zeitung, dass der FC-Bayern seinen ersten Titel gewonnen hat. Das bringt mich schon zum Schmunzeln. Wäre ich Stefan Raab, würde ich jetzt einen

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Song mit dem Titel: „Who the fuck is Audi Cup?“ rausbringen und natürlich gewinnbringend vermarkten., Dann müssten vielleicht nicht ganz so viele Mitarbeiter bei der Kölner Firma Brainpool entlassen werden. Auch das erfährt man in der Zeitung.

Anlass meiner heutigen kleinen Schreib-Attacke ist aber der Subtext zum Bayernspiel. Pep Guardiola, der weltbeste Fußballtrainer, zumindest was sein Gehalt angeht, wird zunehmend fahriger. Als einer seiner Spieler gefoult wird, kommt es zu Impulsdurchbrüchen, die mir für diesen, eigentlich alltäglichen Vorfall, nicht angemessen erscheinen. So lese ich im heutigen Kölner Stadtanzeiger u.a.: „… Der Ausbruch am Dienstagabend war nicht der erste Auftritt des 44-Jährigen, der seine Anspannung erkennen ließ. Mehrfach reagierte er zuletzt gereizt, wie vor dem Vorbereitungsturnier, als Guardiola sich mit einem Reporter anlegte und diesen anschließend sogar zum Rapport einbestellte, weil er eine Kampagne gegen sich witterte.

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Guardiola und der FC Bayern – seine Tonlage verändert sich spürbar, offenbar auch intern. Der Rückhalt scheint nachzulassen für den Starcoach, der jüngst gezweifelt hatte, ob es sinnvoll sein, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag zu verlängern.

„Ich bin nicht komplett überzeugt, dass es das Richtige ist für diesen Verein. Ich will nicht ein Problem sein für diesen Verein.“ (Pep G. aus B.)

… hatte er gesagt. Bemerkenswert ist, dass die Klubführung kaum etwas gegen den Kampf unternimmt.

„Was drum herum geredet wird, das können wir nicht beeinflussen und WOLLEN wir auch NICHT.“

(Mathias S.)

… sagte Sportvorstand Mathias Sammer. Es wirkt beinahe, als müsse Guardiola aufpassen, nicht in einen Eigendynamik zu geraten, die sogar einen vorzeitigen Abschied nach sich ziehen könnte …“

(Quelle: KSTA 06.08.2015)

An der Stelle vermute ich, dass Pep Guardiola halbbewusst schon weg ist. Zumindest auf einer tieferen Ebene seines Selbst, will er nicht mehr in Bayern sitzenbleiben. Das hat weniger mit der Lederhose zu tun, dessen Tragen man ihm zu Anfang aufgenötigt hat. Das hat, meiner Einschätzung nach, mit tieferen Gefühlen & Ängsten vor Ent-Täuschung, Schmach, Kränkung und Versagen zu tun.

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Ich persönlich finde es sehr schade und es stimmt mich auch durchaus traurig. Traurig, weil ich ihn erstens mag und zweitens einen Künstler in ihm sehe und drittens gehofft hatte, er könnte unseren deutschen Fußball spielerischer machen. Jogi Löw hat auch auch versucht sich an ihm zu orientieren. Außerdem gefällt mir an Guardiola, dass er anders ist. Er hat sich beispielsweise nach seinem Weggang von Barcelona in ein Sabbatical nach New York zurückgezogen. Das hat schon Stil, nicht nahtlos von einem auf den anderen Platz zu springen. Hieran scheint sich Jürgen Klopp ja auch ein wenig zu orientieren. Das wird natürlich ein Hammer werden, wenn der Kumpel Kloppo auf einmal zu den Bayern geht. Ich halte das sogar für recht wahrscheinlich. Vielleicht ist das ja dann auch gut. Für alle Beteiligten. Beim Fußball ist es wie beim Beruf. Man sollte ab und zu mal das Unternehmen wechseln. Zum einen, weil man nichts mehr Neues findet, zum anderen, weil sich der Prophet im eigenen Lande abnutzt. Dann wird er weniger geschätzt. Dann schätzt er in der Folge seine Aufgabe weniger. Dann wird er schlechter. Dann verliert die Mannschaft.

Auch das bietet uns der Fußball:

Identifikationsgestalten, mit denen wir aufsteigen, jubeln, leiden und abstürzen können.

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Andere können dafür mit Helene Fischer durch die Nacht fliegen oder sich 1000mal belogen erleben. Bei mir ist es eben der Lederball, dem ich selbst auch einmal wöchentlich hinterherlaufe. Als Knipser bei unserer kleinen, aber feinen, Kultmannschaft des Kölner Westens: „Endlich Dienstag“. Selbst unsere kleine Truppe ist Bühne großer Dramen. Besonders der Tod unseres „Gründervaters“, meines Freundes Jürgen G., beeinflusst uns noch heute. – Ab und zu … oder „Aff un zo“ … wie der Kölner sagt.

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Aff un zo

(Wolfgang Niedecken, BAP)

Aff un zo ess alles herrlich, aff un zo och janz erbärmlich, aff un zo jeht einfach alles schief.
Aff un zo hätt mer verloore, aff un zo weed mer öm sieh Glöck bedroore, aff un zo hällt mer die Uhre stief.

Manchmohl nimmste alles leich un manchmohl fällt dir alles furchtbar schwer.

Et selve Glas kann morjens
halvvoll sinn un ohvends ess et dann halvleer.

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Manchmohl schweb mer en Jedanke op Wolke un steht met singe Fööß em Dreck. Et kütt vüür, dat mer nit wiggerweiß un et dann klapp em selve Augebleck, em selve
Augebleck.

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Aff un zo föhlt mer sich schutzlos, aff un zo einsam un nutzlos,
aff un zo, wenn einer frööch: “ Okay!“

Aff un zo ess mer dä Eezte,
aff un zo natürlich och ald ens dä Letzte, aff un zo deit mer sich selver leid.
Jede Minsch mäht schon ens Fähler, selvs dä Einstein hätt sich ens verdonn.
Nur eins darf mer nit verjesse: Et jeht wigger hinger’m Horizont,
hinger’m Horizont.

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Aff un zo steht mer vüür’m Spejel un denk:
“ Du kriss nix jeregelt!“ Aff un zo sieht mer rundömm kei Land.
Aff un zo ess mer ahm schänge, aff un zo sing eij’ne Zweifel ahm verdränge,
aff un zo ess mer total entspannt. Aff un zo läuf alles super,
aff un zo ess mer dä Loser, aff un zo steht mer sich selvs em Wääsch.
Aff un zo deit dir ding Seel wieh. Aff un zo hätt mer janz einfach keine
Plan mieh, aff un zo jeht et uns janit schlääsch.

Wolfgang Niedecken – auch so etwas wie eine „Lichtgestalt“ für mich – ist auch ein glühender Fan des 1. FC Kölns. Egal in welcher Liga er spielt. Denn:

„Es gibt drei Dinge, die du dir nicht aussuchen kannst: Vater, Mutter – und der Klub, mit dem du leiden musst.“ (Wolfgang N. aus K.)

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Als Wolfgang Niedecken nach seinem Schlaganfall viele, viele Monate nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen war, machte ich mir große Sorgen. Dieses „richtige“ Drama hatte dann aber – Gott sei Dank – ein Happy-End. Anders als bei meinem Freund Jürgen G..

Bei seinem ersten Konzert, welches er mit BAP wieder gab, waren Meike und ich natürlich wieder mit dabei.

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BAP zieht den Stecker

So hieß seine Konzerttournee, die er in der Kölner Philharmonie startete. Die hatte er ursprünglich „BAP Unplugged“  genannt. Da ihm dies aber juristisch untersagt wurde, ich weiß nicht mehr so genau weshalb, hat er seine Tournee umbenannt. Mein alter Professor Wilhelm Salber hätte das „Geheime Intelligenz“ genannt. Sigmund Freud hätte sicher auch Spaß an der vor- oder unbewussten Botschaft gehabt: Soll man den Stecker ziehen? Das haben sich die Ärzte und Angehörigen während seines langen Komazustandes sicher auch öfter gefragt. –  „Der Vater geht“ …

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oder: Vater macht es jetzt „janz höösch“, also ganz ruhig, gelassen, nichts überstürzen. So war es dann auch. Wolfgang Niedecken saß erstmalig bei seinen Liedvorträgen. Auch wir, sein Publikum saßen. Fast den ganzen Abend. Das wäre früher unmöglich gewesen. Bei diesem PowerRocker. Nur diesmal: ER war dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen. Und wieso Vater? BAP steht für Pap. Niedecken setzte sich in seinem Schaffen sehr viel mit seiner schwierigen, bis nicht vorhandenen, Vater-Beziehung auseinander. Den Höhepunkt findet das in seinem Lied „Verdamp lang her“. Da rechnet er mit seinem verstorbenen Vater ab, weil er sich von diesem nie verstanden fühlte. So schimpft er, anklagend vor sich hin, dass es verdammt lange her, dass er sich am Vater orientiert hat. Aber wie sagt er noch mal so schön, im Zusammenhang mit Fußball? Man kann sich seine Eltern nicht aussuchen.

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Sie bleiben als innere Repräsentanten in uns. Auch wenn sie nicht mehr leben. Je geringer aber unsere Beziehung zu Lebzeiten ist, desto blasser sind die inneren Figuren. Darum ist Auseinandersetzung und Reibung wichtig und gut. Es muss nicht alles immer harmonisch sein. Dann kann es nämlich leicht oberflächlich werden. Sigmund Freud sagte in dem Zusammenhang: Schuld tragen wir immer im Leben. Wenn wir den Vater töten. Auch, wenn wir ihn nicht töten. Junge kann sich aber frei machen und zum Mann werden.

Die kölsche Version des Liedes ist natürlich viel schöner. Hier aber mal etwas Einfaches:

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Verdamp lang her

(Wolfgang Niedecken Songtext hochdeutsch)

Verdammt lange her, daß ich fast alles ernst nahm.
Verdammt lange her, daß ich an was geglaubt.
Und dann der Schock, wie es anders auf mich zukam.
Merkwürdig, wie der Hase läuft.
Nicht resigniert, nur reichlich desillusioniert
– ein bisschen was habe ich kapiert.

Wer alles, wenn es gut läuft, hinter dir her rennt,
deine Schulter klopft, und dich plötzlich hofiert,
sich ohne rot zu werden bester Freund nennt
und dich Tags drauf ganz einfach ignoriert.
Es ist lange her, daß ich vor so etwas ratlos stand
und vor Enttäuschung echt nicht mehr konnt‘.

Ich weiß noch, wie ich nur davon geträumt habe,
nicht wusste wie, und wo ich suchen soll.
Vor lauter Sucherei das Finden glatt versäumt habe
und überhaupt, was ich wo finden wollte.
Ein Kopf voll Nichts, nur die paar instinktiven Tricks
– es dauert lange, bis du dich durchblickst.

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Das war die Zeit, wo ich noch nicht das Pech hatt‘,
noch nicht einmal das, ich hatt‘ sie nicht einmal satt.
Hier war John Steinbeck, da stand Joseph Conrad.
Dazwischen ich – nur relativ schachmatt.
Es ist ein paar Jahre her, doch die Erinnerung fällt nicht schwer.
Heute kommt es mir vor, als wenn es gestern wäre.

Verdammt lang her, verdammt lang, verdammt lang her.
Verdammt lang her, verdammt lang, verdammt lang her.

Fragst mich, wann ich zuletzt ein Bild gemalt habe,
ob mir ein Lied tatsächlich jetzt genügt,
ob ich jetzt da bin, wo ich hingewollt habe,
ob mir meine Farbe auf diese Tour nicht vertrocknet.
Ich glaube, ich weiß, ob du nun laut malst oder leise.
Es kommt nur drauf an, daß du es tust.

Verdammt lang her, verdammt lang, verdammt lang her.
Verdammt lang her, verdammt lang, verdammt lang her.

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Verdammt lange her, daß ich bei dir am Grab war.
Verdammt lange her, daß wir gesprochen haben,
und daß vom einen auch etwas beim anderen ankam,
so lange, daß ich mich kaum erinnern kann.
Hast fest geglaubt, daß wer im Himmel auf dich wartet.
„Ich gönne es dir“, habe ich gesagt.

Kultur Der Schriftsteller und Nobelpreistraeger Heinrich BOELL, Deutschland, Portraet, Portrait mit Baskenmuetze, blickt leicht zur Seite; Hf.

Der Schriftsteller und Nobelpreistraeger Heinrich BOELL, Köln, Deutschland

Eigentlich dachte ich, dass Guardiola sich schon am Vatertag zurückziehen würde,

nachdem er am Vorabend gegen seine erste große „erste Liebe“, FC-Barcelona, mit seiner Bayern verlor. Damit war der Traum von der Champions-League und der zweite, für ihn sicherlich wichtigste, Titel futsch. Unter dem Eindruck gingen mir am 15. Mai die nachfolgenden Gedanken durch den Kopf, die ich dann unter folgendem Titel hier veröffentlichte:

VaterNacht vor Himmelfahrt – Guardiolas Pep schwindet. Rapide. 

Vom Umgang mit EntZauberung & EntTäuschung

Pep Guardiola kurz vor der Flucht? Niederlagen und narzisstische Kränkungen steckt keiner leicht weg. Im Fußball bekommen wir Aufstieg & Absturz eindrucksvoller vorgeführt, als woanders. Der weltbeste Trainer und die MirSanMir-Mannschaft haben sich innerhalb von nur zwei -Wochen von zwei großen Pokalen jäh verabschieden müssen. Nur wer sich getäuscht hat, erleidet eine EntTäuschung.

Morgen ist Vatertag. Da wage ich einfach noch mal einen Ausflug in die Welt des WahrSagens.

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Könnte das höchst merkwürdige Auswechseln & Abziehen von Thomas Müller ein unterschwelliger Hinweis für einen vorzeitigen Weggang des „Vaters“ bedeuten.,

Der Spieler war gerade noch im ZDF-Studio, um mit Oliver Kahn und Oliver Welke zu sprechen. Wie aus dem Himmel, war er wie vom Erdboden verschwunden. Der Pressesprecher des FC Bayern, Markus Hörwick, holte ihn persönlich ab, weil der Trainer noch etwas sagen wollte. Zuschauer und Moderatoren sind gleichermaßen verwirrt. Kahn fällt dazu nur ein: „Kasperletheater … vielleicht wollte Pep Guardiola den Spielern noch etwas sagen?“

Müller kehrt später zurück vor die Kamera und erklärt: „Wir sollten alle in die Kabine kommen. Der Trainer wollte uns noch etwas sagen, bevor sich alle in alle Himmelsrichtungen verteilen. Er hat sich bei uns bedankt. Was genau er gesagt hat, verrate ich nicht.“

Müller

Auch wenn nichts verraten wird, was sagt uns das?

Mein erster Einfall hierzu ist: Guardiola bereitet seinen vorzeitigen Weggang vor und bereitet die Mannschaft emotional darauf vor. Der Vater schart seine Söhne noch einmal um sich, bestätigt ihnen, dass sie gut waren und dass es nicht an ihnen liegt. Dabei verkündet er wortlos, aber umso diabolischer, dass er selbst wie ein „Lonesame Hero“ der Sonne hinterher reiten muss.

Messi Guardiola

Mein zweiter Einfall: Pep Guardiola ist ein außergewöhnlich guter und daher der weltweit beste Verdiener unter den Trainer. Er ist sehr ehrgeizig und steht unter einem außergewöhnlichen Druck. Es muss ihn sehr treffen, dass er nach dem Verlust des DFB-Pokals, durch die merkwürdigen reihenweisen Ausrutscher beim Elfmeterschießen seiner Jungs gegen den BVB nun seinen zweiten Traum vom Champions-League-Pokal begraben muss. Und das in kurzer Abfolge. Er könnte auch eine enorme innere Scham gegenüber seinen Arbeitgebern empfinden. Aber vor allen Dingen eine Demütigung vor seiner eigenen inneren Bühne und natürlich der Weltöffentlichkeit.

Damit dieses Gefühl nicht aufkommt, lobt er die Mannschaft und damit indirekt sich selbst in höchsten Tönen: „Ein überragendes Kompliment an diese Spieler“, sagte der Katalane. Im gleichen Moment versprach er den Spielern: „Wir werden es wieder versuchen in der Zukunft.“

Eigentlich müsste es in seiner Seele gegenteilig aussehen. Es passt zur Psycho-Logik narzisstischer Kränkungen, das heißt, massiver Angriffe auf das Selbstwertgefühl eines Menschen, dass der „Gescheiterte“ dies ins Gegenteil verkehrt. „Eine große Mannschaft muss so fallen wie heute“, sagte der „stolze“ Trainer des FC Bayern. Das inszenierte Heldenepos wird noch weiter erhöht, indem er seine Ansprache als so so wichtig und groß ansieht, dass er Müller vom Mikrofon wegziehen lässt. So kann die Weltöffentlichkeit an einem ganz großen Mysterium teilhaben. Fast päpstlicher als der Papst … und der ist auch ein großer Papa.

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Anna Freud veröffentlichte 1936 ihr Buch „Das Ich und die Abwehrmechanismen“, in dem sie die Erkenntnisse des Vaters der Psychoanalyse weiterentwickelte. Hierin beschreibt sie so etwas, wie das seelische Immunsystem.

Abwehrmechanismen schützen uns vor allzu großen psychischen Verletzungen, indem sie so etwas wie Selbst- und Fremdtäuschung bewirken. Diese Mechanismen arbeiten unbewusst.

 Anna Freud

Am bekanntesten sind Abwehrmanöver wie Verdrängung („Das war alles ganz anders“) und Rationalisierung („Eigentlich ist es besser so!“) Einen sehr massiven Abwehrmechanismus nennt man „Verkehrung ins Gegenteil“, häufig bekannter unter „Reaktionsbildung“. Da Guardiolas und FC Bayerns jüngste Entwicklung mittlerweile die Dramatik einer griechischen Tragödie annehmen, könnte man die IkarusSage bemühen. Jener Jüngling der aus Übermut und großem Ehrgeiz der Sonne zu nahe kam und daraufhin ins kretische Meer abstürzte. Tief in dem hochtalentierten Fußballtrainer könnte es so aussehen. Verkehrt sich das jetzt ins Gegenteil, dann stellt es sich ihm nicht als Kleinwerden, sondern als etwas Großes, Grandioses dar. In der Tat muss es schon um etwas sehr Wichtiges gehen, wenn ein Interviewpartner vom Mikrofon ohne Erklärung ruckartig abgezogen wird. Wenn Oliver Kahn das spontan als „Kasperletheater“ beschreibt, trifft er den Nagel auf den Kopf. Etwas Kleines wird als Großes dargestellt. Dazu passen auch Guardiolas eigenwillige Worte:

„Eine große Mannschaft muss so fallen wie heute“. Hier scheint er mir etwas künstlich großzureden, was er selbst als Versagen erleben könnte.

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Wenn ich meiner gewagten Tragödienthese folge, könnte es sich so zugetragen haben. Der erfolgsverwöhnte Katalane hat vielleicht viel Hoffnung in die Bajuwaren projiziert. Als die hochgesteckten Ziele des Tripples sich nicht verwirklichen ließen, wuchs vielleicht seine EntTäuschung. Seit dem verlorenen Spiel gegen Porto machte er ungewöhnlich auffallende Fehler, die ich in vorangegangenen Artikeln bereits beschrieben habe. Hierzu zähle ich auch die beiden Auswechselungen des urbayrischen Spielers Thomas Müller. Ausgerechnet den zieht er dann auch noch vom Mikrofon weg. Als wollte er es hier – womöglich unbewusst – den Bayern heimzahlen. Auch das wäre wieder eine Form der psychischen Abwehr.

Vatertag wird häufiger auch als Männertag begannen. Da ziehen die Männer mit einer Kiste Bier auf dem Bollerwagen durch die Lande. Dazu passend wette ich einen Kasten Kölsch darauf, dass Pep seinen Vertrag nicht bis zum Saisonende 2016 beim FC-Bayern absitzen wird. Wahrscheinlich ist das aus seiner Perspektive richtig. Zumal es sich hier für ihn wahrscheinlich nur noch verlieren lässt.

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Beim Fußball können wir – Männer – mit Brüdern, Söhnen und Vätern raufen, lieben, lachen & weinen

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Wenn ich zum Abschluß meinen Beitrag überfliege, fällt mir auf, dass keine Frau dabei ist. Wieso? Es interessieren sich heute immer mehr Frauen für Fußball. Nur, ich habe diesen Text ohne allzuviele Vorgedanken, einfach spontan, runtergeschrieben.

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Das ist natürlich, zunächst einmal, meine subjektive Sicht auf den Ball. Vielleicht sagt es aber auch etwas über einen entscheidenden Pfeiler aus, der die Faszination des Fußballs für Männer darstellen könnte. Beim Fußball können wir Männer: mit Brüdern, Söhnen und Vätern raufen & lieben.

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Vielleicht schreibe ich demnächst mal etwas zum Frauenfußball? Vielleicht lasse ich es in mein Buch einfließen, an dem ich gerade schreibe? Aff un zo.  Wen es interessiert, der kann sich ja schon mal meinen groben Vorentwurf im entsprechenden Blogbeitrag anschauen. Einfach auf den Titel klicken:

Männer jagen gern im Rudel. Katzen pflegen gut ihr Selbst.,

Selige Sehnsucht

Sag es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet:
Das Lebendge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
 
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.
 
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
 
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.
 
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

 J.W. Goethe

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Weitere Texte zum Thema Fußball auf meinem Blog (1fach auf Titel klicken) :

Blog Klopp

Kloppo

Verantwortlich für den Inhalt: Dipl.-Psych. Hans Wolter (www.HansWolter.com)

MotorradBild4

Verlängerung: 

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„Immer schön höösch!“

Wolfgang Niedecken im Interview Aufstieg? „Immer schön höösch!“

Von ALEXANDER HAUBRICHS (16.02.2014, Express.de)

Eine kölsche Musik-Legende und ein glühender FC-Fan: BAP-Sänger Wolfgang Niedecken.

Eine kölsche Musik-Legende und ein glühender FC-Fan: BAP-Sänger Wolfgang Niedecken.
Foto: Eduard Bopp

Köln –  

Wenn am Sonntag der FC gegen Sandhausen spielt, wird Wolfgang Niedecken (62) es nicht so leicht haben, das Ergebnis in Erfahrung zu bringen.

Wie jedes Jahr macht sich der BAP-Sänger an diesem Wochenende auf in den Ost-Kongo, wo sein „Projekt Rebound“ ehemaligen Kindersoldaten und Zwangsprostituierten hilft, mit einer Berufsausbildung den Weg in ein „normales“ afrikanisches Leben zu finden.

Aber in Erfahrung bringen wird es der Musiker – denn Niedecken bleibt seinem Heimatklub immer treu. „Es gibt drei Dinge, die du dir nicht aussuchen kannst: Vater, Mutter – und der Klub, mit dem du leiden musst.“

Warum Hans Schäfer für ihn wie Tarzan war, warum er auf einen Frieden zwischen dem FC und Wolfgang Overath hofft – und warum „Höösch“ das Motto für den neuen FC sein sollte, verrät der Kölsch-Rocker im EXPRESS-Interview.

Wolfgang Niedecken, an diesem Wochenende brechen Sie in den Ost-Kongo auf. Mit welchem Gefühl lassen Sie Ihren FC zurück?

Ich glaube, dass das Spiel gegen Paderborn ein Weckruf war, den jeder gehört hat. In Sandhausen wird sich die Mannschaft anders präsentieren und wieder in die Erfolgsspur finden. Ich bin nur mal gespannt, wie ich das Ergebnis bekomme.

Als der FC unter Frank Schaefer die Bayern putzte, war ich an den Merchison-Wasserfällen in Uganda, habe es erst spät am Abend erfahren. Da sind, glaube ich, heute noch einige Nilpferde und Elefanten traumatisiert von dem Jubelgeschrei…

Wann begann Ihre FC-Beziehung?

Ich weiß noch, wie ich auf dem Wohnzimmerteppich saß und im Radio die FC-Spiele hörte. Mein Held war Hans Schäfer. Das war für mich eine Figur wie Tarzan, Ivanhoe oder Sigurd, ein ritterlicher Held, wie die Comic-Helden meiner Kindheit.

Wenn der FC verloren hatte, haben wir am Kartäuserwall die Spiele nachgespielt – bis der FC gewonnen hatte. Ich war natürlich immer Hans Schäfer.

Dann kam der Moment, wo Sie neben ihm auf der Tribüne saßen.

Ich hatte damals Angst, die Fans würden dem FC nach dem Abstieg den Rücken kehren, deshalb hab ich „FC Jeff Jas“ geschrieben. Für den Videodreh saß Hans neben mir beim Pokalspiel gegen Rostock. Es war als würde mir Chuck Berry bei einem Stones-Konzert erzählen, was Keith Richards da gerade treibt. Es war eine Art Erweckungserlebnis.

Sie sind möglichst immer im Stadion.

Ja, wir legen die Konzerte wenn es geht so, dass sie nicht mit dem Spielplan kollidieren. Das ist in Zeiten dieser Salami-Spieltage aber nicht ganz einfach. Sind wir doch auf der Bühne, gibt es immer jemandem am Monitor-Mischpult mit einer Pappe, wo die Zwischenstände draufstehen.

Ein Herz für den FC: Wolfgang Niedecken, der im Sommer mit BAP auf Unplugged-Tour geht.

Ein Herz für den FC: Wolfgang Niedecken, der im Sommer mit BAP auf Unplugged-Tour geht.
Foto: Eduard Bopp

Wie sehr leiden Sie mit?

Der schlimmste Moment war sicher der erste Abstieg 1998. Ich war mit der Band auf Elba, als Toni Polster bei mir anrief und sagte: „Du Wolferl, wir habens nimmer packt.“ Da hab’ ich mich auf mein Motorrad gesetzt und bin einmal um die Insel gefahren und habe mit niemandem mehr geredet.

Gab es einen Moment, wo Sie dem FC den Rücken kehren wollte?

Wie jeder habe auch ich schon mal den FC verflucht, aber ich war zwei Wochen später wieder im Stadion. Der schlimmste Moment war das Abstiegsspiel gegen die Bayern. Einerseits wegen dem schwarzen Rauch und dem Platzsturm – da hatte ich Angst um meine Familie und dachte: Wenn das jetzt die Regel wird, dann ohne mich.

Völlig daneben fand ich außerdem, dass damals ein Plakat abgehängt wurde auf dem stand: „Tschüss, Poldi. Wenn wir könnten, würden wir auch gehen.“ Das war eine anrührende Gefühlsformulierung, und die wurde entfernt. Das hat mich entsetzt. Aber es hat sich ja vieles zum Guten verändert.

Wie sehen Sie heute den FC?

Hier wird gerade eine sehr solide Basis erarbeitet. Die kann man am Tabellenstand ablesen. Aber wir dürfen die Erwartungshaltung nicht zu sehr in die Höhe schrauben.

Klar, der Kölner ist verliebt in seine Stadt –und der Dom, der Rhein und der Geißbock lösen Pawlow’sche Reflexe aus, da muss man behutsam mit umgehen. Aber ich kenne mittlerweile viele FC-Fans, die lieber mal den Ball flach halten.

Das war auch mal anders…

Ja, als ich jetzt die Rufe beim HSV nach Felix Magath mitbekam, da erinnerte das mich an die Krankenhauspressekonferenz mit Christoph Daum. Für mich einer der blamabelsten Momente, die unser geliebter Klub je produziert hat.

Und in der Folgezeit wurden viele Millionen ausgegeben, der Klassenerhalt quasi auf Pump finanziert. Das war nichts Gewachsenes. Das konnte nicht gut gehen.

Die Beziehung zwischen Klub und Ex-Präsident Wolfgang Overath ist bis heute zerrüttet…

Das tut mir total leid. Der Wolfgang hat sich irgendwann komplett zwischen die Stühle gesetzt, ist aber auch nicht immer fair behandelt worden. Das ging aber auch anderen so, etwa einem großartigen Kerl wie Albert Caspers oder Ewald Lienen. Das ist bitter.

Wir sind alle sentimental, und da ist man auch schnell verletzt. Aber irgendwann wird sich das wieder einrunkeln. Toni Schumacher hat mich mal als Fortuna-Trainer gefragt: „Was soll ich denn noch machen, damit die mir die Absolution erteilen?“ Jetzt ist er Vizepräsident.

Was ist für Sie der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft?

Wir müssen hier einen Knödel nach dem anderen essen und uns nicht verrückt machen lassen. Es gibt ein kölsches Wort, das die Richtung Haltung umschreibt: „Höösch“. Das bedeutet ruhig, gelassen, nichts überstürzen. So muss der FC arbeiten, dann wird es auch vorangehen.

Aber ich bin da guter Dinge, wenn ich sehe, mit wie viel Bodenhaftung Toni Schumacher unterwegs ist, wie Jörg Schmadtke die jungen Spieler bindet und Peter Stöger sie einsetzt. Ich glaube, da entwickelt sich was!

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Fußball rockt5

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