Krebs kränkt auch die Seele – Wehren lohnt sich – Auch gegen Ärztefehler. Brustkebs – Behandlungsfehler endet fast tödlich – Sybille Hauser-Gaulke zeigte nach 18 Chemotherapien ihren Gynäkologen Dr.S. an. – 150.000,- € Schmerzensgeld – Wichtiger: Raus aus der Opferposition. Das ist psychologisch wichtig für die seelische Verarbeitung und gut für die körperliche Genesung. – Embodiment Konzept – (WehrWolter – ww 155 – Hans Wolter)

Richtig stolz bin ich. Stolz, auf meine alte Schulfreundin Sibylle Hauser-Gaulke. Wir beide hatten damals auf der Kreuzgasse eine echt taffe Lehrerin im Deutsch Leistungskurs. Die politisch und gesellschaftlich aktive Frau Zumpe hat uns sicher ein wenig mitgeprägt, dass wir uns zu wehrhaften Mitbürgern entwickelt haben. Auf unserer Abschlussfahrt nach Polen hatte sie uns ein „Date“ mit Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta besorgt, die gerade die „Blechtrommel“ in Danzig verfilmten. Wieder in Köln angekommen, wurden wir im WDR interviewt zur Frage, ob wir als junge Deutsche Ressentiments gegenüber den Polen in den ehemaligen deutschen Ostgebieten empfunden hätten. Auch damals gab es schon Flüchtlingsschicksale. Nur da waren die Deutschen diejenigen, die  vertrieben wurden. Unsere Frau Zumpe war für uns so etwas wie die weibliche Version vom „Club der toten Dichter“.

Wehren will gelernt sein

So wie es wenig interessierte, mittelmäßige und berufene Lehrer gibt, so gibt es auch Menschen die Verletzungen passiv wegstecken oder solche, die sich aktiv zur Wehr und damit auseinander setzen. Letztere leben psychisch gesünder. Denn alle Verletzungen, die die wir manifest körperlich erfahren oder die verbalen Angriffe auf unser Selbst, die wir „runterschlucken“, wirken sich nicht nur auf unser Selbstbewusstsein aus. Solche seelischen Verwundungen können sich auch psychosomatisch weiter entwickeln und sich später als handfeste körperliche Störung manifestieren.

 

Krebs kann auch als seelische Kränkung erlebt werden

Schon die Krebserkrankung selbst stellt häufig auch eine psychische Verletzung dar. Mein Körper funktioniert nicht mehr nur, er greift mich auch an. Wird dieses dann allerdings nicht anerkannt, abgewehrt oder gar abgewertet, wie in dem aktuell vorgestellten Fall, dann kann das maligne Folgen auf den Genesungsprozess haben. Körperlich und seelisch.

 

Embodiment: Psyche und Körper sind enger verwoben als die Forschung bisher dachte

 

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Der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass Psyche und Körper wesentlich komplexer zusammenwirken, als es die Medizin und Psychologie bisher angenommen hat. Aktuell spricht man vom Embodiment.

Das Embodiment-Konzept stellt die bisherige Diskussion in der Psychoanalyse gemäß dem Leitsatz »Die Seele im Körper entdecken« auf den Kopf: Es geht nicht mehr nur um das Entschlüsseln der Körpersprache, sondern um die Einsicht, dass der Körper an allen seelischen Prozessen, an Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen, kausal beteiligt ist. Dies ist eine radikal neue Sichtweise auf das Mind-Body-Problem. Embodiment ist daher inzwischen zu einem innovativen Konzept geworden, das sowohl in der Grundlagenforschung als auch in Anwendungsfeldern – von den Neurowissenschaften bis zur Mikrobiologie und Genetik – Eingang gefunden hat. (Weiterlesen auf: http://www.v-r.de/pdf/titel_inhalt_und_leseprobe/1009971/inhaltundleseprobe_9783525451304.pdf)

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Brustkrebs übersehen:

Behandlungsfehler endet fast tödlich

Ärger um Brustkrebs-Behandlung

 

„Jedes Jahr werden nach Informationen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Tausende Menschen in Deutschland Opfer von Behandlungs- und Diagnosefehlern. Sibylle Hauser-Gaulke ist eine der betroffenen Patientinnen. Obwohl die 56-Jährige regelmäßig bei ihrem Frauenarzt war, soll der ihren Brustkrebs schlicht übersehen haben.

Sie standen sich seit langer Zeit wieder gegenüber – und an diesem Tag vor Gericht: Sibylle Hauser-Gaulke und ihr ehemaliger Gynäkologe. „Ich bin natürlich immer noch wütend. Jetzt gerade im Moment habe ich keine Angst, jetzt gerade bin ich erleichtert, dass ich es soweit geschafft hab und ich bin erleichtert, dass ich noch lebe“, sagt O-Ton Sibylle Hauser-Gaulke. „Es war ja nicht unbedingt gesagt, dass ich den Tag erlebe, an dem er tatsächlich vor Gericht steht.“

Die 56-Jährige war 14 Jahre lang Patientin bei ihrem Gynäkologen Dr. S. und sie ging regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. 2009 hatte sie bei sich selbst einen Knoten in der Brust ertastet. Sie ließ sich daraufhin von ihrem Arzt untersuchen – sechs Mal. Fünf Mal machte er einen Ultraschall, ohne bedenklichen Befund. Erst als sie selbst zur Mammografie ging, erhielt sie Klarheit: Vier Zentimeter groß war der Tumor in ihrer Brust, außerdem hatte sie bereits Metastasen in der Leber.

 
 

Sibylle Hauser-Gaulke durchlitt achtzehn Chemotherapien und suchte sich Hilfe bei einem Anwalt. Als sie ihre Patientenakten in der Praxis abholen wollte, warf Dr. S. sie aus der Praxis. „Dann kam er irgendwann und schrie mich an und hat dann seiner Sprechstundenhilfe den Hörer gegeben und gesagt ‚Rufen Sie mal die Polizei'“, erinnert sich Sibylle Hauser-Gaulke.

Sie beschloss ihren ehemaligen Arzt auf 150.000 Euro Schmerzensgeld zu verklagen. Ihre Chancen, den Prozess zu gewinnen stehen momentan gut. Das endgültige Urteil fällt aber erst am 29. Juni. Die 56-Jährige hat trotzdem viele Gründe zu feiern. Unter anderem, dass sie so lange tapfer und erfolgreich gekämpft hat. Gegen einen unachtsamen Arzt und gegen ihre Krankheit.“ (mehr dazu bei www.frauenzimmer.de)

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Wegen falscher Diagnose mussten Sibylle beide Brüste amputiert werden 

150 000 Euro für Krebs-Pfusch

 

  • Von PETRA BRAUN  (Bild-Zeitung, 12.05.2016)

Köln – Sibylle Hauser-Gaulke (56) konnte es kaum fassen. „Ich habe es geschafft“, freute sie sich mit Familie und Freunden.

Gerade hatte der Richter erkennen lassen: Das Brustkrebsopfer wird die Klage gegen ihren Frauenarzt gewinnen. „Hier sieht es nach einer Haftung aus“, sagte er.

Mindestens 150 000 Euro fordert die Frau, außerdem soll der Mediziner für alle Schäden aufkommen. Weil er einen Tumor in der Brust nicht rechtzeitig erkannte.

Doch wichtiger ist Sibylle: „Er muss zur Rechenschaft gezogen werden. Ich hoffe auch, dass ich andere Frauen warnen kann.“ Sie habe viele kennengelernt, bei denen geschlampt wurde.

Für die Frau war der Alptraum 2009 wahr geworden – Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. In der Leber waren schon Metastasen. Dabei war sie regelmäßig zur Vorsorge, machte mehrere Ultraschalluntersuchungen, klagte beim Gynäkologen über Schmerzen.

Operationen folgten, die Brüste wurden entfernt und wieder aufgebaut, 18 Chemotherapien. Sie muss heute noch Medikamente nehmen. Dazu immer die Angst, dass der Krebs wiederkommt. Sibylle Hauser-Gaulke positiv: „Ich bin froh, dass ich noch lebe.“

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Der Arzt im Landgericht. Seine Haftpflichtversicherung hat schon 45 000 Euro gezahlt

Foto: Chuck

Ihr Anwalt Martin Reinboth: „Fünf Gutachter haben festgestellt, dass die Behandlung fehlerhaft erfolgte.“ So auch der Professor (63), der gestern als Sachverständiger befragt wurde.

Der Gynäkologe hatte beteuert, er habe eine Mammographie empfohlen. Aber die Patientin hätte Strahlenangst. „Unsinn“, so Sibylle Hauser-Gaulke. Der Gutachter: „Das hätte dokumentiert werden müssen.“ In den Unterlagen stehe nichts.

Urteil am 29. Juni.

(Quelle: http://www.bild.de/regional/koeln/behandlungsfehler/150000-euro-fuer-krebs-pfusch-45781338.bild.html)

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Aktuelle Meldung 29. Juni 2016

Sibylle Hauser-Gaulke aktuell: „Meine lieben Freunde
Ich habe es geschafft! Nach sechs Jahren ist nun das Urteil in meinem Prozess gegen Dr. Scholz gefallen!
Natürlich war dieser Kampf nur ein Nebenkriegsschauplatz, aber ich habe da viel Energie hineingesteckt, weil ich es einfach wichtig finde, nicht zu erlauben, dass ein Arzt so leichtfertig mit dem Leben seiner Patienten umgeht!
 
Ohne die Unterstützung meines lieben Mannes, meiner Kinder, Zoé und Philipp, und die Unterstützung meiner Freunde, hätte ich das nicht geschafft!
 
Außerdem hatte ich auch das Glück eine ganze Reihe von guten Ärzten an meiner Seite zu haben, die nicht nur mit mir um mein Leben gekämpft haben und das auch weiter tun, sondern mich auch „in Sachen Dr. Scholz“ unterstützt haben.
Danke liebe Sabine Latta ! Danke lieber Gisbert (Papa von Christina Witter-Mallmann) – um nur zwei zu nennen.
 
Auch gab es eine ganze Reihe von Frauen, die ich nur oberflächlich kenne, die mich aber unterstützt haben, weil sie solidarisch sind und nicht erlauben wollen, dass man so mit uns umgeht, wie es Dr. Scholz getan hat. Sie haben mir Erklärungen an Eides statt geschrieben, um zu bestätigen, dass Dr. Scholz so arbeitet, wie er es nun mal tut. Das hätte mir ja sonst niemand geglaubt.
 
Na ja, und meine Hundis. Das wisst Ihr ja, was die für mich bedeuten!
 
Ich bin sooooo froh, dass ich es geschafft habe, dass ich diesen Prozess gewonnen habe!!!
 
Ich wünsche mir so sehr, dass sich meine Geschichte weiter herum spricht.
Ich wünsche mir, dass alle Frauen ein gesundes Misstrauen entwickeln. Dass sie auf ihre Intuition hören. Auf sich aufpassen!!!!!
Und ich wünsche mir, dass auch einige von den Ärzten, die eher leichtfertig mit den Sorgen Ihrer Patientinnen umgehen, von meiner Geschichte hören.
Und dass diese bei der nächsten Patientin die sie für hysterisch halten, zu ihrer eigenen Sicherheit doch mal genauer hinschauen, denn wenn es schief geht, dann könnte das ja unangenehme Folgen haben, denn hinter der „Verrückten“ (wie Dr. Scholz mich bezeichnet), könnte ja eine Sibylle stecken!!!!
Und dann ist zumindest die Reputation im Eimer!
Krebs Sibylle Hauser
 
Im Interesse all seiner Patientinnen hoffe ich, dass die Arzthaftpflichtversicherung von Dr. Scholz ihm kündigt.
Denn natürlich passiert dem nichts!!!!
 
Ich hatte noch einmal einen Brief geschrieben, in dem ich das Gericht gebeten habe, Dr. Scholz wenigstens nur unter Auflage einer Weiterbildung, die Ultraschalluntersuchung weiter vornehmen zu lassen.
Denn die beherrscht er ja offensichtlich nicht.
Aber da gibt es keine Chance!!!
 
Ich werde jetzt versuchen diese Geschichte, so weit das möglich ist, loszulassen. Mich nur noch um meine Gesundheit und das LEBEN zu kümmern.
 
Ich Danke Euch allen von Herzen und hab‘ Euch lieb.
Ihr habt hier so oft meinen Quatsch und meinen Frust gelesen und mir immer Mut zugesprochen und zu mir gehalten!
Passt auf Euch auf!!!!!
Ich gehe jetzt mit meinem Robert und meinen pelzigen Therapeuten an den Strand. Die sind schon ganz ungeduldig….
 
Eure Sibylle
 
Übrigens liegt das Schmerzensgeld weit unter der geforderten Summe. Aber macht nix, denn selbst mit ’ner Million könnte ich meine Gesundheit nicht zurück kaufen. Und ansonsten hab‘ ich alles zum glücklich sein.
 
Und – Morgen steht nochmal was in Bild und Express.
Jetzt aber los….“

Anstossen auf den Sieg vor Gericht

 

Sibylle

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