Ikarus & Prince: Helden sterben meist früher – Beide kamen hoch hinaus. Beide starben an einem Zuviel von Talent und Möglichkeiten. – Kompensierte Prince eine ArbeitsSucht mit Schmerzmitteln? – Workaholics spüren nicht, wenn sie zu hoch fliegen und verbrennen – Überlegungen zu ungesunder SehnSucht – (WehrWolter – ww 162 – Hans Wolter)

Ein starker Geist wohnt nicht immer in einem starken Körper. Manchmal stirbt auch der stärkste Hengst früher.

Prince: Sechs Wochen nach dem überraschenden Tod steht die Todesursache offiziell fest: Der US-Popstar Prince starb an der Überdosis eines Schmerzmittels. Die Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Minnesota schloss am Donnerstag einen Suizid aus und sprach von einem „Unfall“. Prince habe sich selbst „versehentlich“ eine zu hohe Dosis von Fentanyl verabreicht. Dieses Mittel wird beispielsweise in der Anästhesie und für die Behandlung starker chronischer Schmerzen angewendet. Unklar ist nach wie vor, wieso der erfolgreiche Musiker so viel Schmerzmittel zu sich genommen hat.

Ich frage mich, ob er vielleicht auf eine ungesunde Art und Weise zu viel gearbeitet hat. Bei Persönlichkeiten, die so im Rampenlicht wie Prince stehen, dachten viele immer schon an Sucht. Vielleicht wandelte sich seine nicht enden wollende Kreativität ja in eine Arbeitssucht?

Nachfolgend stelle ich zunächst einmal das Phänomen der Arbeitssucht dar. Dabei gehe ich der Frage nach: Was unterscheidet gesunde Liebe und Sehnsucht von Arbeitssucht?

Im Anschluss gehe ich noch einmal auf den Menschen und die Persönlichkeit PRINCE ein.

 

 Prince Ikarus3

Definition von Arbeitssucht

 

Bevor ich ein wenig freier über das Phänomen der Unterschiede von Liebe, Sucht und Arbeit nachdenke, stelle ich eine umfangreichere Definition an den Anfang. Wikipedia definiert es so:

„Die so genannte Arbeitssucht (englisch: Workaholism, von engl. work, dt. Arbeit und alcoholism, Alkoholismus) bezeichnet das Krankheitsbild eines „arbeitssüchtigen“, eines für sein (vermeintliches) Wohlbefinden, seine vordergründige Gesund- und Zufriedenheit oder seinen scheinbaren Erfolg von der Ausübung von Arbeit im medizinischen Sinne abhängigen  Menschen.

„Arbeitssucht“ ist damit eine „stoffungebundene Sucht“, bei der eine zwanghafte Haltung zu Leistung und Arbeit entwickelt wird, mit allen von anderen Abhängigkeitserkrankungen bekannten medizinischen und psychischen Folgen und Folgeerkrankungen. Arbeitssüchtige leben mehr oder weniger ausschließlich für ihre Arbeit; dabei stehen zumeist Qualität und Quantität, nicht jedoch Bedeutung oder Sinn der zu erledigenden Arbeiten im Vordergrund und es wird eine perfektionistische Grundhaltung umgesetzt.

Der von Arbeitssucht Betroffene zeichnet sich in erster Linie durch überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz aus, der mehr und mehr zu einem krankhaften Suchtverhalten führt. Arbeitssucht tritt meist bei Menschen in Führungspositionen und selbstständigen Tätigkeiten auf. Ein Großteil oder das komplette Selbstvertrauen ist an die Arbeitsleistung gekoppelt. Durch das Erreichen einer vermeintlich höheren Arbeitsleistung wird das Selbstvertrauen gestärkt. Wie bei jeder Suchtform muss aber die Dosis ständig erhöht werden. Arbeiter mit festen Dienstzeiten sind selten betroffen.

Im täglichen Gebrauch verwendet man das Wort Workaholic oft für Menschen, die zwar viel arbeiten, aber noch weit davon entfernt sind, das Verhalten eines Süchtigen aufzuweisen. Richtige Workaholics sind krank und müssen möglichst frühzeitig betreut werden. In Japan gibt es bereits 350 Behandlungszentren für Karōshi.

Die Krankheit wird in vier Stadien eingeteilt.

 

 1. Einleitung: Die Arbeit nimmt den Workaholic mehr und mehr ein, sie versuchen heimlich zu arbeiten. Auch in seiner Freizeit denkt er an seinen Job und private Interessen und Pflichten werden zunehmend vernachlässigt. Auch der Partner und Kinder kommen oftmals zu kurz.

2.Kritische Phase: Der Süchtige beginnt nach Ausflüchten für seinen übertriebenen Arbeitseinsatz zu suchen. Alle privaten Bereiche werden der Arbeit untergeordnet. Arbeit wird gehortet und erste Erschöpfungszustände stellen sich ein.

 3. Chronische Phase: Der Süchtige übernimmt immer mehr Aufgaben, belastet sich mit allem, was es zu tun gibt. In seinem Perfektionismus hält er sich stets für die ideale Person für die Bearbeitung. Das gesamte Privatleben hat keine Bedeutung mehr. Schwere Depressionen, Angstzustände und Herz-Kreislauf-Störungen können auftreten.

4. Endphase: Krankhafte Folgeerscheinungen treten auf. Es kommt zu einem massiven Knick in der Leistungsfähigkeit. Workaholics gehen oft schon Mitte 50 in Rente oder sterben sehr früh.

Tatsächlich kann man an Überarbeitung sterben. Meist ist die direkte Todesursache als Folge der Überarbeitung Herzversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall. In Japan wird dieser Tod als Karōshi bezeichnet.“

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitssucht)

 

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Arbeiten wir an unserer Sehnsucht oder verdrängen wir sie in der Sucht?

 

Kinder können im Spiel aufgehen, Erwachsene in der Arbeit. Wer mit Freude bei der Arbeit ist, für den hat es tatsächlich etwas von einem Spiel. Leider gibt es auch viele Menschen, die das nicht so erleben. Sie schleppen sich täglich zur Arbeit, ausschließlich um Geld zu verdienen. Damit glauben sie ihr Leben absichern zu müssen. Noch schwieriger kann es sein, wenn man keine Arbeit hat. Darüber sinkt häufig das Selbstbewusstsein. Das kann krank machen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitssucht und gesunder Begeisterung?

 

Sucht ist immer ein Ersatz von Sehnsucht. Sucht verdrängt etwas.

Bei jeder Sucht wird etwas verdrängt. Auch bei der Arbeitssucht. Fühlt ein Manager sich erfolgreich, kann er seine Gefühle von Minderwertigkeit verdrängen. Die vielseitig engagierte Managerin kann ihre Leere für viele Stunden vergessen, die ihr in der kinderlosen Wohnung zu Hause bedrohlich ruhig begegnet.

 Prince Tod

 

Für den Arbeitssüchtigen stellt nicht die Arbeit, sondern die Ruhe das Problem dar.

 

Wenn ich meine Arbeit „nur“ liebe, kann ich auch mal ohne sie auskommen. Dann kann ich auch Urlaub genießen ohne hektische Spannungen zu verspüren.

 

Probleme entstehen in den Grenzüberschreitungen

 

Vieles können wir genießen, wenn wir es maßvoll betreiben. Alkohol, Arbeit, Sex etc. müssen nicht zum Problem werden. So sind auch in der Arbeit die Grenzen zwischen Liebe und Sucht fließend.

Wichtig ist, was und wie wir fühlen. Eigentlich spüren wir es, wenn wir arbeiten, um Gefühle von Angst und Verzweiflung zu überdecken. Natürlich kann es auch schön sein, wenn wir in schweren Lebensphasen eine Arbeit haben, die unser Selbstwertgefühl stärken und stabilisieren kann.

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Das Arbeitsende muss nicht das LebensEnde sein

 

Häufiger trifft es die arbeitenden Männer, die mit der Pensionierung den Sinn ihres Lebens schwinden sehen können. Nicht wenige erkranken dann, wenn sie sich nicht mehr gebraucht erleben. Der Identitätswechsel im Alter ist auch nicht leicht. Es gibt aber auch Menschen, die dann in ihrem Garten oder auf Reisen aufblühen. Einige können aber auch hier übertreiben und beispielsweise Sport bis zum Umfallen treiben.

 

Selbst fühlen was uns gut tut

Arbeite ich viel, weil es mir Freude macht oder weil ich auf der Flucht bin? Arbeit kann auch ein legitimer und gelungener Ersatz sein. Eine Entschädigung für Dinge, die wir in unserem Leben vielleicht nicht verwirklichen konnten. Je mehr Zugang ich zu meinen Gefühlen habe, je mehr mir diese bewusst sind, je mehr ich sie im Austausch mit anderen Menschen versprachlichen kann, je weniger bin ich gefährdet einer Sucht zu unterliegen.

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Eine kurze Typologie zur Arbeitssucht

 

Wie beim Phänomen des Burnouts sind bestimmte Menschen mehr andere weniger gefährdet krank zu werden. Der Übersicht wegen fasst man die Phänomene immer schon einmal in Typisierungen zusammen. Die folgende Einteilung kommt nicht immer in Reinform vor und sie beansprucht auch keine vollständige Erfassung der Phänomene.

 

Sechs Gruppen, die in ihrem Arbeitsstil besonders gefährdet sind, in eine Abhängigkeit zu ihrer Arbeit zu gelangen.

 

Die Grandiosen

 

brauchen in erster Linie: Bewunderung, Größe und Macht. Überschätzen meist die eigene Leistung, unterbewerten die der anderen. Können nicht im Team arbeiten und sind oft unbeliebt

 

Die Gutmenschen

 

arbeiten, um gebraucht und geliebt zu werden. Können schlecht fordern, lassen sich oft ausnutzen. Typische Berufe sind: Krankenschwester, Pfarrer, Lehrer, Sozialarbeiter

 

Die Angsthasen

 

trauen sich wenig zu. Brauchen immer jemanden, der ihnen sagt, was zu tun ist. Sie befürchten am meisten: Niederlagen. Sie glauben, Rückschläge durch viel Arbeit vermeiden zu können.

 

Die Buchhalter

 

arbeiten hauptsächlich für: die Ordnung. Sie achten peinlich auf die Einhaltung von gültigen Regeln, lassen keine neuen Ideen zu. Möchten am liebsten immer alles unter Kontrolle haben

 

Die Schizoiden

 

sehnen sich im Grunde nach Nähe zu anderen Menschen, haben aber gleichzeitig Angst davor. Ihr Ausweg aus ihrem Dilemma: Sie stürzen sich in die (neutrale) Arbeit.

 

Die Wunderkerzen

 

langweilen sich leicht und suchen sich immer neue Aufgaben. Hierbei suchen sie: Anerkennung und Bewunderung. Dabei verstricken sie sich aber oft im selbstproduzierten Chaos.

Prince Ikarus

Nachfolgend zitiere ich noch einmal meinen Beitrag vom 23. April 2016 den ich zum Tod von Prince geschrieben habe.

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Prince – „Ein starker Geist transponiert Regeln“ 

 

“A strong spirit transcends rules”

 

„Die Welt trauert um einen virtuosen Musiker & mitreißenden Künstler“ (Barack Obama, USA) – Der kleine Prinz als großer Selbstvermarkter – TAFKAP: Einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler. – (WehrWolter – ww 144 – Hans Wolter)

Heute hat die Welt ein Symbol verloren

 

„Today, the world lost a creative icon.“ (Barack Obama)

„Er hat die Welt verändert. Ein wahrer Visionär. Was für ein Verlust. Ich bin am Boden zerstört.“ (Madonna)

„Sein Talent war grenzenlos. Er war einer der einzigartigsten und spannendsten Künstler der letzten 30 Jahre.“ (Mick Jagger)

 

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Kleine Prinzen haben es meist schwer

 

Prince war zwar mit 158 cm eher unauffällig klein, aber im Musikgeschäft war er einer der Größten.

Prince, ein hoffnungsvoller Name, den sein Vater, Halbitaliener, Jazzpianist John Lewis Nelson ihm am 07. Juni 1958 in Minneapolis gegeben hatte. Kleine Prinzen haben es meist schwer. So sollte er einerseits den Traum seines Vaters erfüllen, andererseits warf der Vater ihn viel zu früh aus dem Haus, nachdem die Eltern sich getrennt hatten. Im Alter von 12 Jahren flüchtete er vom Stiefvater zurück zu seinem leiblichen Vater, der ihn zwei Jahre später auf die Straße setzte. Dazu später mehr.

Der Tod des Popstars Prince hat in Amerika und mittlerweile weltweit Trauer ausgelöst. Derweil mehren sich Stimmen, ob nicht auch Drogen eine Rolle beim Tod des Künstlers gespielt haben könnten. Die Obduktion des Leichnams wird Aufklärung bringen.

Am 15. April 2016 wurde Prince in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem er über plötzlich auftretendes Unwohlsein geklagt hatte. Er hatte sich auf dem Rückflug von Atlanta, Georgia, wo er am Abend zuvor zwei Live-Konzerte absolviert hatte, in seine Heimatstadt Minneapolis, Minnesota befunden. Nach einer dreistündigen ambulanten Behandlung konnte er das Krankenhaus in Moline aber wieder verlassen. Es hieß, er habe in den Wochen zuvor an einer Grippe gelitten. Am 21. April 2016 wurde Prince in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen, in einem Fahrstuhl leblos aufgefunden. Gemäß einer Pressemitteilung blieb der Versuch einer Wiederbelebung erfolglos und er wurde um 10:07 Uhr Ortszeit für tot erklärt

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Einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler unserer Zeit

 

„Wenige Künstler haben so viele Leute mit ihrer Kunst berührt“ (Präsident Obama)

 

„Er war ein virtuoser Instrumentalist, ein brillanter Bandleader und ein elektrisierender Bühnenkünstler“, sagte Obama, der ihn erst im vergangenen Jahr zu einem Auftritt im Weißen Haus eingeladen hatte.

Prince sei einer der begabtesten Künstler aller Zeiten gewesen, teilte die Recording Academy mit, die jedes Jahr die Grammys verleiht. „Niemals konformistisch hat er unsere musikalische Landschaft neu definiert und für immer verändert. Prince war ein Original, das so viele beeinflusst hat, und sein Erbe wird für immer fortleben.“

Mit seinem einzigartigen Stil zwischen R&B, Funk, Rock und Soul galt Prince als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler seiner Zeit. Er nahm hunderte Titel auf. Immer wieder experimentierte er mit verschiedenen Stilen und schuf ein unverwechselbares Werk.

 

Der schwere Start ins Leben

In einem Interview sagte sein Vater Nelson, dass er seinen ersten Sohn in zweiter Ehe Prince genannt habe, damit dieser das verwirklichen könne, was er sich selber vorgenommen hatte. Aber wie es so oft bei kleinen Prinzen ist, hatte er eine schwere Kindheit und Jugend zu durchlaufen. Das Ehepaar Nelson lebte mit acht Kindern aus drei verschiedenen Beziehungen gemeinsam in einem Haus in Minneapolis, bis es sich 1965 formell trennte. John Lewis Nelson zog aus, und Prince blieb bei seiner Mutter, die zwei Jahre später wieder heiratete. „Ich konnte ihn von Anfang an nicht leiden“, sagte Prince später über seinen Stiefvater. Wegen Streitigkeiten mit ihm zog Prince 1970 im Alter von zwölf Jahren zu seinem leiblichen Vater. Doch John Lewis Nelson warf seinen Sohn 1972 aus dem Haus, weil dieser sich mit einem Mädchen getroffen hatte. Fortan wohnte Prince bei seiner Tante, der Schwester von John Lewis Nelson, bis er schließlich 1973 von Bernadette Anderson aufgenommen wurde. Diese war geschieden und hatte ebenfalls sechs Kinder.

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„The Sacrifice of Victor“ – Ein Engel habe ihn geheilt

 

Prince litt als Kind litt der unter Epilepsie, was ihn in der Schule zum Außenseiter werden ließ. Während der Grundschulzeit in Minneapolis soll er seine Mutter später mit der Nachricht überrascht haben, er sei nicht mehr krank, ein Engel habe ihn von der Epilepsie geheilt.

 

In seinem Titel „The Sacrifice of Victor“ besingt er einen Jungen besingt, der als Siebenjähriger plötzlich gesund wird. Vor etwa zehn Jahren wurden Gerüchte laut, der Musiker leide unter so starken Hüftschmerzen, dass die Ärzte zu künstlichen Hüftgelenken geraten hätten.

Seit ca. 15 Jahren ist Prince den Zeugen Jehovas beigetreten. Das ist für mich auch ein Hinweis, wie verletzt und letztlich auch einsam dieser erfolgreiche Mann war. Aufgrund des naiven sowie strengen Weltbildes der Sekte, soll er auf eine Operation verzichtet haben, weil er die notwendige Bluttransfusion ablehnte. Bei der Verleihung der Tonys erschien Prince damals an einem mit Diamanten besetzten Stock. „Er hat starke Schmerzen. Prince nimmt ohne Ende Schmerzmittel und hofft, dass das Ganze von allein verschwindet“, sagte ein Vertrauter der Website „Showbiz411“. Er schien wieder, wie als siebenjähriger Junge, auf einen erlösenden Engel gewartet zu haben.

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Prince war eine polymorphe Gestalt

 

Die Musikwelt bescheinigt dem kleinen Mann außergewöhnliche Talente. Genetisch wird er als Sohn eines Pianisten und einer Jazz-Sängerin schon gut ausgestattet gewesen sein. In seiner äußerst bewegten Kindheit und Jugend, in der viele Halbgeschwister und Erwachsene vorkamen, wird die Musik schon früh ein Anker und eine entwicklungsfördernde Ausdrucksmöglichkeit gewesen sein.

Später galt er mit seinem einzigartigen Stil zwischen R&B, Funk, Rock und Soul als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler seiner Zeit. In seiner Jugend galt er als introvertierter Außenseiter. Er wuchs zwar ohne seinen Vater auf, riss mehrmals von zu Hause aus wurde aber in der Familie Anderson, in die ihn seine Mutter mit zwölf Jahren gab, musikalisch gefördert. Bereits als Dreizehnjähriger hatte Prince sich das Spielen von Gitarre, Schlagzeug und Klavier selbst beigebracht. Zusammen mit André und dem Schlagzeuger Morris Day gründete er seine erste Band, die anfangs nur Coverversionen spielte. Später komponierte Prince selbst Songs für seine Band, die von Rhythm & Blues und von seiner Lieblingskünstlerin Joni Mitchell inspiriert waren.

Bereits im Alter von nur neunzehn Jahren erhielt Prince einen lukrativen Plattenvertrag bei „Warner Bros.“ Sein Debütalbum „For You“ spielte er in fünf Monaten Studioarbeit im Alleingang ein. Diese Gewohnheit sollte er lange beibehalten. Die Single „Soft And Wet“ verkaufte sich 350.000 Mal. Der große Durchbruch kam mit seinem dritten Album: „Dirty Mind“ verpackte schlüpfrige Themen wie Oralsex („Head“) und Inzest („Sister“) in Elektro-Funk-Rhythmen. Der von ihm kreierte sogenannte Minneapolis-Sound prägte die amerikanische Soul- und Funkszene stark.

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Prince machte sich zur eigenen Marke

Er machte sich 1983 musikalisch selbstständiger, indem er sein eigenes „Paisley Park“-Label schuf, auf dem fortan auch seine Platten erschienen. Mit dem Soundtrack zu dem Film „Purple Rain“ wurde er endgültig zum Superstar: Auf diesem Album erschien mit „When Doves Cry“ sein erster Nummer-eins-Hit. Auch der Titelsong „Purple Rain“ wurde ein weltweiter Erfolg und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet.

Als Schauspieler und Regisseur war er in seinen beiden Filmen weniger erfolgreich. Dafür als Songwriter umso mehr. So bescherte er den Bangles 1986 einen großen Erfolg mit „Manic Monday“. Auch „Nothing Compares 2 U“, gesungen von Sinéad O’Connor, stammt aus Prince‘ Feder. Das 1987 erschienene Doppelalbum „Sign ‚O‘ The Times“ vermischte Gospel- und Soulballaden, modernen R&B und harten Funkrock. Es gilt als Meisterwerk des Musikers. Sein nächstes Werk „Black Album“ wurde zu einem der populärsten Marketingstreiche in der Popmusikgeschichte: Nach der Veröffentlichung einer ersten Kleinstauflage Ende 1987 zog Prince das Album zurück. Rund 400.000 bereits gepresste Alben wurden auf sein Geheiß hin vernichtet. Für eines der wenigen erhaltenen Originale des „Black Album“ zahlte ein Käufer bei einer Auktion 13.500 Dollar. In den Neunzigern legte die Plattenfirma das Album für kurze Zeit neu auf.

 

„The Artist Formerly Known As Prince“ (TAFKAP)

 

Die Biographie von Prince macht es m.E. verständlich, wie wichtig ihm Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung waren. Nach einem kleinen Karriereknick, ging es 1992 mit dem Album „Love Symbol“ wieder aufwärts: Soul und Funk trafen auf Jazz, HipHop und Ethno-Anleihen.

Seine Erfolge führten dazu, dass er sich im Frühjahr 1994 unabhängig von seinem Vertrag mit Warner Musik machte. Prince ersetzte dazu seinen Namen durch ein verschlungenes Symbol, weshalb er meist „The Artist Formerly Known As Prince“ (TAFKAP) genannt wurde. Angeblich hatten die Verantwortlichen bei seiner Plattenfirma die Single „The Most Beautiful Girl In The World“ abgelehnt – dank Prince‘ Alleingang wurde das Lied ein großer Erfolg.

2003 wurde Prince in die „Rock And Roll Hall Of Fame“ aufgenommen, im Jahr darauf startete er eine Welttournee mit seinem Album „Musicology“. Er verkaufte 1,9 Millionen Exemplare der Platte und war laut dem Magazin „Rolling Stone“ der bestverdienende Musiker des Jahres.

Im Mai 2005 reichte Prince vor einem Gericht in Minnesota die Scheidung von seiner zweiten Ehefrau, Manuela Testolini, ein. Ein halbes Jahr später eröffnete er in einem Casino in Las Vegas den Nachtclub „3121“, benannt nach seinem jüngsten Album, und trat dort zwei Jahre lang freitags und samstags auf.

„HITnRUN Phase Two“, sein letztes Album, veröffentlichte Prince im Dezember 2015. Auch hier komponierte, arrangierte, produzierte und sang der Musiker alle Lieder selbst. Der kommerzielle Erfolg blieb allerdings aus, obwohl die Kritik sich wohlwollend äußerte. „Gestochen scharfe, bluesige Gitarrensoli leuchten überall“, schrieb der „Rolling Stone“. Die britische Musikzeitschrift „New Musical Express“ gab der Platte vier von fünf möglichen Punkten und erklärte, „HITnRUN Phase Two“ sei „nach fast vierzig Prince-Alben eine gute Leistung“.

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„Prince war ein Original, das so viele beeinflusst hat, und sein Erbe wird für immer fortleben“

 (Grammy Recording Academy)

 

 

 

Helden gehen plötzlich aus dem Leben

Laut Medienberichten war Prince letzte Woche wegen einer Grippe ins Krankenhaus gebracht worden. Demnach fühlte er sich nach einem Konzert in Atlanta derart unwohl, dass sein Privatjet in Moline im Bundesstaat Illinois zwischenlanden musste. Prince kämpfte bereits seit Wochen mit der Grippe und hatte zuletzt zwei Konzerte absagen müssen.

Musikerkollegen reagierten fassungslos auf den Tod des erst 57 Jahre alten Prince. „Die Welt hat eine Menge Magie verloren. Ruhe in Frieden“, schrieb Katy Perry auf Twitter. „Taub. Fassungslos. Das kann nicht echt sein“, schrieb Justin Timberlake. „Prince kann nicht sterben“, twitterte der Rapper Ice-T. Prince sei einer der begabtesten Künstler aller Zeiten gewesen, teilte die Recording Academy mit, die jedes Jahr die Grammys verleiht. „Niemals konformistisch hat er unsere musikalische Landschaft neu definiert und für immer verändert. Prince war ein Original, das so viele beeinflusst hat, und sein Erbe wird für immer fortleben.“

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„Today, the world lost a creative icon. Michelle and I join millions of fans from around the world in mourning the sudden death of Prince. Few artists have influenced the sound and trajectory of popular music more distinctly, or touched quite so many people with their talent. As one of the most gifted and prolific musicians of our time, Prince did it all. Funk. R&B. Rock and roll. He was a virtuoso instrumentalist, a brilliant bandleader, and an electrifying performer.

“A strong spirit transcends rules,” Prince once said — and nobody’s spirit was stronger, bolder, or more creative. Our thoughts and prayers are with his family, his band, and all who loved him.

(President Obama)

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