Danke Poldi – Lukas Podolski hat ein großes soziales Gespür, ein Talent für den richtigen Augenblick. Auf dem Platz. Abseits vom Platz. Vom Sommermärchen bis zum Rücktritt aus der DFB-Mannschaft – Niemals geht man so ganz: Prinz Poldi, der Social Jeck aus Köln – (WehrWolter – ww 179 – Hans Wolter)

Lukas Podolski hat ein großes soziales Gespür, ein Talent für den richtigen Augenblick. Auf dem Platz. Abseits vom Platz. So auch sein Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Er hat sich nicht drängen gelassen, sondern selbst den Zeitpunkt gewählt. Bei allem clowneskem Talent, er weiß wie die Menschen „ticken“. Natürlich konnte er auch brillant kicken. Er war Gefühlsspieler. Brachte man ihm Vertrauen, Hoffnung und Jubel entgegen, konnte er kurz antreten und die Kugel eiskalt ins Netz knallen. Keine Schönspielerei, sondern ehrliche kurze Prozesse. Fehlte ihm der innere Antrieb und die Anfeuerung von außen, konnte er auf dem Platz verschwinden. Trotz alledem: Prinz Poldi war, ist und wird es immer sein: eine feste Größe in Köln.

 

Poldi ist eine Marke geworden.

Zum Abschied postet er auf Facebook: „Vom zweijährigen polnischen Jungen, der quasi nur mit einem Ball unter dem Arm nach Deutschland kam, zum Weltmeister – das ist mehr, als ich mir erträumen konnte.“

Podolskis Aufstieg begann beim 1. FC Köln. Hier war er rasch Publikumsliebling und Hoffnungsträger. Wie viele junge Talente im Fußball machte er auch den Fehler, zu schnell dem Ruf der Bayern zu folgen. Da saß er lange auf der Bank. Poldi ist ein Stimmungsspieler, den man richtig führen, richtig nehmen muss. In Bayern verstand man das nicht. Klinsmann und Löw konnten dies besser. In der Nationalmannschaft zeigt er immer wieder seine Leistung. Eines Tages kam er als „verlorener Sohn“ nach Köln zurück. Er wurde begeistert empfangen. Aber er passte irgendwie nicht mehr in die Mannschaft. In Arsenal bekam er noch mal Auftrieb und wurde da auch rasch Publikumsliebling. Dies gelang im später auch noch einmal, nach kurzem Gastspiel bei InterMailand, in Istanbul bei Galatasaray.

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Prinz Poldi war, ist und wird es immer sein: eine feste Größe in Köln

In Köln hat er mittlerweile das „Brauhaus zum Prinzen“ und direkt daneben seinen Laden mit eigenem Label „Straßenkicker“. In Köln wird er eine feste Größe bleiben. Der 1. FC Köln hatte früher schon einmal große Spieler. Einer der ganz großen, Wolfgang Overath, war zwar lange noch der Präsident des Vereins. Aber mit seinem verbissenen und streckenweise beleidigtem Gesichtsausdruck war er schon lange kein Sympathieträger mehr. Das wird bei Poldi anders sein.

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Einer von den jungen wilden Hoffnungsträgern

Lukas Podolski hat 129 Länderspiele absolviert, er hat 48 Mal für die DFB-Elf getroffen und war bei sieben großen Turnieren dabei, er hat fünf Tore in 15 Spielen bei Weltmeisterschaften erzielt und vier in zwölf Einsätzen bei Europameisterschaften. Gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger hat er dem deutschen Fußball aus einer Tiefphase geholfen. 2004 war er als junger aufstrebender Spieler maßgeblich an der Neufindung beteiligt, die Deutschland wieder an die Weltspitze brachte und 2014 Fußballweltmeister werden ließ. Mit Podolski tritt der letzte Spieler aus dem Sommermärchen-Kader, der wunderbaren Weltmeisterschaft in Deutschland vor zehn Jahren zurück.

Löw und Teammanager Oliver Bierhoff sprachen Podolski ihre Anerkennung aus. „Auf ihn war und ist Verlass, bei aller Lockerheit und Leichtigkeit, für die er steht, ist er ein Vorbild an Professionalität und Einstellung, dem Erfolg hat er immer alles untergeordnet, auch sich selbst. Er hatte einen festen Platz in der Nationalmannschaft, für die er immer alles gegeben hat“ (Jogi Löw auf der DFB-Website.)

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Niemals geht man so ganz: Prinz Poldi, der Social Jeck aus Köln

 

Rücktrittsankündigung auf Facebook

„Liebe Fans,
bevor die Saison und die Länderspiele bald wieder starten, wollte ich euch etwas mitteilen: Ich habe dem Bundestrainer gesagt, dass ich ab sofort nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen werde. Ich trete kürzer und widme mich mehr anderen Dingen. Am meisten natürlich meiner Familie. Ich bin sicher, dass sie sich nicht beschweren werden, wenn ich künftig mehr Zeit für sie habe. Und darauf freue ich mich sehr.
Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Die Nationalmannschaft war für mich immer Herzenssache, und das wird sie auch immer bleiben. Ich habe aber nach der Euro/Urlaub gespürt, dass sich mein Fokus verschoben hat. Alles hat seine Zeit – und meine Zeit beim DFB ist vorbei.
Für mich ist dieser Abschied sehr emotional. Ich bin stolz darauf, was ich mit dem DFB erleben durfte. Nichts kann mir ersetzen, was mir die Zeit mit dem DFB-Team an Freude, Leidenschaft und Zusammenhalt gegeben hat. Vom zweijährigen polnischen Jungen, der quasi nur mit einem Ball unter dem Arm nach Deutschland kam, zum Weltmeister – das ist mehr, als ich mir erträumen konnte.
Mit dem DFB habe ich auf dem Platz große Erfolge gefeiert. Aber nicht nur das. Ich habe auf der ganzen Welt Länder und Städte gesehen, habe auch neben dem Platz viel erlebt. Ich habe tolle Menschen kennen gelernt und viele Freunde gefunden. Es war einfach gigantisch.
Danke an den DFB. Danke an das Team hinter dem Team! Danke an meine Mitspieler. Und Danke Trainer. Danke Rudi Völler. Danke Jürgen Klinsmann. Und ganz besonders: Danke Joachim Löw!
Der größte Dank gilt aber Euch: Ihr Fans habt immer zu mir gehalten, auch in schlechten Zeiten. Auf Euch konnte ich mich immer verlassen, die Verbindung zwischen mir und Euch war mir extrem wichtig. Wenn ich jetzt gehe, wird mir genau das am meisten fehlen: die Nähe zu Euch. Ich hoffe, dass ich Euch ein Teil von dem zurückgeben konnte, was ich von Euch erhalten habe! Für alles: vielen Dank!
Ich wünsche der Nationalmannschaft eine erfolgreiche Zukunft – der Pott soll auch 2018 nach Deutschland gehen. Ich werde ab jetzt die Daumen drücken – als großer Fan dieses tollen Teams.
Machts gut! Es war mir eine Ehre!
Eure Nummer 10 Poldi“

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