Weltmännertag – Zwischen Scham und Stolz – Aufgefächerte Männerbilder und die Sozialisation von Jungen heute – Überlegungen auf dem Düsseldorfer Männerkongress „Bindung und Sexualität“ – (WehrWolter – ww 201 – Hans Wolter)

Heute ist Weltmännertag. Das erfuhr ich zufällig in der Mittagspause. Da müsste ich eigentlich auch etwas zu schreiben. Wobei, ich hab doch gestern gerade erst einen Beitrag über den Traum begonnen? Egal, der kann ein wenig warten. – Männer sind anders. Frauen auch. Und das ist gut so. Dazu habe ich ja bereits im letzten Sommer einen Text gebloggt der auch der Start eines geplanten Buches darstellt. Diese Ideen will ich jetzt allerdings hier noch nicht aufgreifen. Stattdessen schreib ich jetzt einfach etwas von dem, was ich im September auf dem Düsseldorfer Männerkongress gehört und mitdiskutiert habe.

„Sexualität und Bindung“ war das diesjährige Thema. Hierzu gab es eine Vielzahl spannender Vorträge und Gespräche. Leider kann ich an der Stelle nur einen kleinen Ausschnitt darstellen. Zumal Schreiben ja nur meine Freizeitbeschäftigung ist, neben meiner Vollzeitpraxistätigkeit.

Männerkongress? Der Begriff hat meine Aufmerksamkeit erregt. Er schien etwas aufzugreifen, an dem ich auch schon seit einiger Zeit arbeite. Die Entwicklung von Männern und Jungen ist in den letzten Jahrzehnten recht stiefmütterlich behandelt worden. Ging es doch seit meiner Gymnasialzeit in den 70er Jahren schwerpunktmäßig um die Emanzipation der Frauen und Mädchen. Dabei gerieten die Jungs irgendwie aus dem Blick. 

Von denen wurde erwartet, dass sie eh funktionieren. Sie erfuhren auch zunehmend Beschneidung in ihrem Expressionsdrang, da man eine Einschränkung der Mädchen befürchtete. Natürlich bin ich für Gleichberechtigung. Das heißt für mich allerdings nicht zwangsläufig Gleichbehandlung.

Also informierte ich mich im Vorfeld zum Männerkongress, der nun schon zum vierten Mal gemeinsam vom Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des UKD und der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf ausgerichtet wird. Prof. Dr. Matthias Franz hat eine Vielzahl Kollegen um sich geschart, die diese komplexen Zusammenhänge als ausgewiesene Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen klinischen und wissenschaftlichen Perspektiven beleuchten.

Die Düsseldorfer Institutionen wenden sich mit ihren psychotherapeutischen Angeboten auch an Männer, die unter psychosomatischen Beschwerden und Beziehungsproblemen leiden, häufig auch verbunden mit Auswirkungen auf ihre Sexualität. Der Umgang mit Beziehungskonflikten und die Bewältigung hoher Belastungen in Familie oder Beruf ist immer mitgeprägt von kindlichen Erfahrungen mit den Eltern und den sich daraus entwickelnden Bindungsmustern. Diese frühen Erfahrungen mit Abhängigkeit und die damit verknüpften affektiven Grundmuster beeinflussen zumeist unbewusst auch den späteren Umgang mit der eigenen Sexualität. So projizieren sich kindliche Bindungsmuster in die gelebte männliche Sexualität hinein und dysfunktionale oder aversive elterliche Bindungsrepräsentanzen können die sexuelle Entwicklung des Jungen und die sexuelle Identität des erwachsenen Mannes mehr oder weniger konflikthaft beeinflussen.

mannerkongress-j

Die Beiträge waren keineswegs leichte Kost. Die Konfrontation mit Themen wie Krebs und Beschneidung waren selbst für Profis nicht einfach.

Exemplarisch gebe ich einmal einen Überblick über zwei Themen.

 

 

Genitalbeschneidung:

Patriarchalische Loyalität statt Bindung?

 

Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, einem gesunden Jungen seine gesunde Vorhaut abzuschneiden. Die rituelle Beschneidung von Jungen ohne medizinische Indikation ist eine traumatische Verletzung ihrer genitalen kindlichen Integrität. Dieser potenziell neurotisierende und mit erheblichen medizinischen Risiken verbundene Eingriff bewirkt aus psychoanalytischer Sicht bei vielen der Jungen bleibende Ängste um ihre Männlichkeit und als Reaktion darauf einen hochkränkbaren Ehrbegriff.

Dies gilt besonders dann, wenn die Beschneidung in die für die sexuelle kindliche Entwicklung vulnerable Entwicklungsphase vorgenommen wird. Nicht selten resultieren dann daraus ein Vertrauensbruch in der Elternbeziehung und als Abwehr dieser Erfahrung eine patriarchalische Loyalität und Identifikation mit dem Aggressor. Das kann zu einer Verinnerlichung schneidender Gewalt als Handlungsoption beitragen. Die auf die Mutter gerichtete Enttäuschungswut, zu der vor der Beschneidung eine wechselseitige Idealisierungsbeziehung bestand und die trotzdem die Beschneidung nicht verhinderte, kann nach diesem abrupten Bruch dann später tiefgreifende Ängste vor einer unkontrollierten Weiblichkeit und einer selbstbestimmten weiblichen Sexualität bewirken. Für die destruktive Tiefenwirkung und die zuweilen neurotischen Ausformungen dieser sexuellen Gewalterfahrung besteht in weiten Teilen der Öffentlichkeit trotz wachsender Sensibilisierung für den Kinderschutz bislang kein intellektuelles Bewusstsein.

mannerkongress-n

Prof. Dr. Matthias Franz, Düsseldorf

 

Eine weniger spektakuläre „Beschneidung“ kann in unserer Gesellschaft bei Missverständnissen im Umgang mit männlichem Stolz passieren. Sieht man das „Protzen und Prahlen“ der männlichen Kinder undJugendlichen sowie der jungen Männern als etwas Störendes, etwas zu Beseitigendes an, übersieht man leicht wichtige Individuationsmechanismen.

 

 mannerkongress-h

 

Männlicher Stolz? Bindungs- und Autonomiebedürfnisse bei

Jungen und Männern

 

„Männlicher Stolz“ wird als ein Erlebens- und Verhaltensmuster untersucht, das zur Bewältigung von Konflikten zwischen Bindungswünschen und Autono­miebedürfnissen beiträgt – im „Prahlen“ von Jungen und in ihrem Rückzug, im „Protzen“ Jugendlicher und in ihrer Loyalität zu Gruppen, in der Sexualität und im „Helfen“ und „Helfen wollen“ in Partnerschaften.

Migration und Globalisierung stellen vor die Aufgaben, sich auf Veränderun­gen einzustellen, Verluste zu bewältigen und Neues zu lernen. „Männlicher Stolz“ – sich behaupten und Wertvolles bewahren zu können – wird vor diesem Hintergrund zum Widerstand gegenüber notwendigen Entwicklungen und mit Gewaltbereitschaft und Gewalt verbunden.

Der Vortrag fragt nach einem differenzierten Umgehen mit jungenhaftem und männlichem Stolz in Familien, Kitas, Schulen und im öffentlichen Raum. Er zieht empirische Ergebnisse zu Bindungs- und Beziehungsmustern und entwicklungspsychologische Modelle heran, um „männlichen Stolz“ in seinen Funktionen besser zu verstehen – als Beziehungsangebot, als Mittel der Bewahrung von Bewährtem, als Hilfe bei der Bewältigung von Angst, und als Element männlicher Sexualität und Aggression.

Prof. Dr. med. Hermann Staats, Potsdam, Göttingen

mannerkongress-k

Themenüberblick

Martin Dinges: Männliche Sexualität und Bindung als Thema der Sexualgeschichte
Toni Tholen: Die Bedeutung von Bindung für die Modellierung von Männlichkeiten in Literatur und Literaturwissenschaft
Bindung und Gewalt
Hermann Staats: Männlicher Stolz? Bindungs- und Autonomiebedürfnisse bei Jungen und Männern
Hans-Joachim Lenz: Sexualisierte Gewalt an Jungen und ihre kulturelle Verdeckung in der Mehrheitsgesellschaft und in Migrantenmilieus
Martin Schott: Äußere Beziehung und innere Objekte bei Sexualstraftätern – ihre Bedeutung für Psychodynamik und Psychotherapie
Sexualität und Pornographie
Hans Hopf: Die psychosexuelle Entwicklung des Jungen und ihre Störungen
Heribert Blaß: Pornographie und die Angst vor (abhängiger) Bindung
Großgruppe mit psychoanalytischer Begleitung:

Norbert Hartkamp, Bertram von der Stein
Ort: O.A.S.E., Forum des Austauschs (EG)

Treffen & Erfahrungsaustausch von Männergruppenleitern:

Dietmar Kriegsmann, Stefan Beier
Ort: Gruppenraum Gebäude 15.16, 1.OG, Raum 01 

Filmvorführung mit psychoanalytischer Besprechung:

Dirk Blothner, Film: „Under the Skin“ (GB, 2013)
Ort. Black Box (Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf) 

Treue und Ambivalenz
Hans Jellouschek: Was lange hält… Merkmale langjähriger Liebesbeziehungen aus männlicher Sicht 
Beate West-Leuer: Love in the Office – Sexualität am Arbeitsplatz zwischen Flirt und Belästigung 
Männliche Sexualität und Körper
Bernd Nitzschke: Der Alte Mann und das Mehr – Über die Grenzen des (sexuellen) Begehrens im Alter 
André Karger: Thanatos meets Eros 
Kastrationsangst und der beschädigte Körper
Matthias Franz: Genitalbeschneidung: Patriarchalische Loyalität statt Bindung
Wolfgang Bühmann: Hoden- und Prostatakrebs – sexuelle Ängste nach der Diagnose
Identitätsfacetten männlicher Sexualität
Sophinette Becker: Transsexualität, psychosexuelle Identität und multiple Facetten männlicher Identität 
Frank Dammasch: Emotionale Starrheit und die Angst vor der Sexualität bei männlichen Jugendlichen 

mannerkongress-i

Die Autorin Ulla Gosmann hat in der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ einen guten Beitrag zum Kongress geschrieben, den ich gerne zitiere.

 mannerkongress-titel

Sozialisation von Jungen

Zwischen Scham und Stolz

 

Aufgefächerte Männerbilder: Beim „Männerkongress“ diskutierten Psychologen darüber, wie die Sozialisation von Jungen gelingt.

 

Triangulierung – das hat, sagt der Fremdwörter-Duden, mit der Verwendung von Dreiecken beim Vermessen zu tun, bedeute aber auch die „Fähigkeit des Vaters, sich liebend mit der Mutter zu identifizieren, sodass das Kind in die Lage gebracht wird, sich von einer allzu engen Bindung an die Mutter zu lösen“. Aber was meint „allzu eng“ in Zeiten, in denen die sichere Bindung als das beste seelische Polster für alle Lebenslagen gilt? Heißt Vater und Mutter auch Bio-Mann und -Frau? Und in wessen Lebenslauf tauchen schon nur sich liebend identifizierende Wunsch- und Lichtgestalten auf?

Wie Judith Butler sagt: Es sind „vorvertragliche Räume“, in denen die soziale Konstruktion beginnt, denn wir kommen nicht als die freien Subjekte auf die Welt, die einen „Vertrag mit denen abschließen können, die uns die Brust geben“. Doch ob Sexualität, „Beziehungen“ aller Art oder Stress im Beruf – wie man(n) damit umgeht, hat viel mit inneren Bindungsmustern, den inneren Bildern der ersten wichtigen Menschen im Leben zu tun.

Wie stabil, von Vertrauen geprägt und ‚passend’ solche Bindungsrepräsentanzen sind – oder eben instabil, unpassend oder gar von Abneigung und Widerwillen geprägt – kann die Entwicklung und die (sexuelle) Identität bis ins Erwachsenenalter beeinflussen. Auch darum ging es jetzt unter dem Oberthema „Männliche Sexualität und Bindung“ deshalb beim „Männerkongress“ in Düsseldorf, den das Institut für Psychosomatische Medizin der Uniklinik Düsseldorf und die Düsseldorfer Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstalten.

 

Es ist schwer, in die Qualität von Bindungen hineinzuschauen

 

Wie schwer es ist, in Familien und in die Qualität von ‚Bindungen’ hineinzuschauen, das Erleben von Sexualität und Bindung gar mit großem zeitlichen Abstand zu erfassen – darauf macht der Stuttgarter Historiker Martin Dinges, Experte für die Geschichte von Männlichkeit(en), aufmerksam.

Doch dass heute viel mehr Zuwendung zum Kind verlangt wird, Eltern sie sich wünschen – und manchmal wohl auch abfordern – , und Erziehungsstile sich geändert haben, lässt sich durchaus zeigen. Nur noch Grausen erregt etwa Johanna Haarers NS-Zeit-typische – und noch viel zu lange nachhallende – Empfehlung: „Versagt auch der Schnuller, dann, liebe Mutter, bleibe hart. Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen.“ Auch die Männerbilder haben sich aufgefächert, vom Ernährer bis zum Kümmerer ist manches möglich.

‚Neue’ Väter, Partner, Söhne also – mit besserem Zugang zu nicht nur den eigenen Gefühlen und bereit zu Sorgearbeit vieler Art? Es gibt sie, und das ist nicht zuletzt die Gunst der Stunde. „Frühkindliche Abhängigkeitsängste konnten auch dadurch nachlassen, dass in den letzten 70 Jahren große historische Katastrophen mit all ihren Wirkungen in die Familien und in den Einzelnen hinein ausgeblieben sind“, betont Matthias Franz, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Düsseldorf und einer der Initiatoren des Kongresses.

 

Viele Jungen wachsen ohne emotional präsenten Vater auf

Die vor allem in den letzten Jahren gewonnenen Kenntnisse über die seelischen Langzeitfolgen von Krieg, Flucht und Vertreibung zeigen aber auch, wie viel mehr als nur materielle Unterstützung viele männliche junge Flüchtlinge heute bräuchten. Auch bei uns wachsen viele Jungen heute ohne emotional präsenten Vater auf. Oder sollten wir sagen: Ohne den oder die, der oder die Dampf aus dem Zweier-Kessel nehmen kann, der oder die beide (also den Partner/die Partnerin und das Kind) liebt und den oder die beide lieben können – oder doch achten, anerkennen – irgendwie …

Seine Rolle jedenfalls fehlt in den Familien, zu oft auch noch in Kindergärten, Kitas und Grundschulen, und die daraus entstehenden Verunsicherungsgefühle und Ängste können bei Jungen „feminisierende Anpassung (hochloyales Muttersöhnchen)“ oder „angestrengte, überkompensierte Scheinmännlichkeit (narzisstisch verunsicherter Macho)“ zur Folge haben, warnt Matthias Franz. Und ähnlich warnen andere. Ist das ein Diener vorm Klischee? Eher nicht. Viel eher zeigt sich hier die Sorge der Psychotherapeuten, dass Jugendliche und junge Männer, die ihre Praxen aufsuchen und zwischen Grandiositäts- und Minderwertigkeitsgefühlen schwanken, ihren Weg nicht finden, an ihrer Beziehungsfähigkeit und an ihrer sexuellen Identität zweifeln oder gar verzweifeln.

 

Identitäten, Sexualitäten – alles im Plural

Dabei ist heute so vieles erlaubt, es gibt Identitäten, Sexualitäten – alles im Plural. Alles gern ein bisschen cross, queer oder bi, wer mag, darf sich jedenfalls so inszenieren, und dem frisch geduschten Mann im lilafarbenen Hemd schreiben wir längst nicht mehr seine sexuelle Orientierung oder ein Herkunftsland im Süden zu. Gewachsene Toleranz für sexuelle Uneindeutigkeit nennt es die Frankfurter Psychotherapeutin und Sexualwissenschaftlerin Sophinette Becker. Diese größere Freiheit, die Möglichkeit zum Spiel mit dem, was Psychologen die „bisexuelle Omnipotenz“ der ersten Lebenszeit nennen, sei allerdings immer auch eine Quelle von Unsicherheit.

Nicht jeder wälzt gern spitzfindige Fragen, wie Judith Butler sie aufwirft: Ist, wenn ein Mann mit frühkindlicher Mutteridentifizierung einen anderen Mann begehrt oder eine Frau, sein Begehren dann homosexuell, heterosexuell oder gar lesbisch? Und dass manche Männlichkeitsvorstellungen immer noch ganz schön festgezurrt sind, zeigt uns die banale Kleiderordnung. Nicht zuletzt in Sachen Gesundheitskompetenz, bei der Vor- und Nachsorge allgemein, aber auch was zum Beispiel die Inanspruchnahme psychologischer Betreuung nach einer Prostatakrebsdiagnose betrifft, gibt es für Männer noch einiges nachzuholen.

 

Ein „Kuddelmuddel unterschiedlicher Männlichkeiten“

Und beim Stolz? Ist das „Kuddelmuddel unterschiedlicher Männlichkeiten“ ein Grund, sich die Selbstwert-Waagen kleiner und großer Jungs genauer anzusehen, bei der Scham eher etwas wegzunehmen und beim Stolz etwas draufzulegen? Vielleicht. Männlicher Stolz – vom weiblichen sei hier jetzt einfach mal kurz nicht die Rede –, mit seinem Spektrum von der kleinen Angeberei auf dem Spielplatz bis zur großen Hilfsbereitschaft in Partnerschaften, könne in seiner Funktion als Scharnier zwischen Bindungswünschen und Autonomiebedürfnissen vielem dienen, meint Hermann Staats, Professor für psychoanalytisch orientierte Entwicklungspsychologie in Potsdam. Als Beziehungsangebot, zur Angstbewältigung, Selbstbehauptung und manchem mehr.

Doch die Möglichkeit, Stolz auch zu ‚lernen’, brauche „Spielfeinfühligkeit“. Hier seien Väter oder andere „Rangelpersonen“ gefragt. Denn wenn es stimmt, dass Jungen in ihrer biologischen Entwicklung, gerade was die Regulation des eigenen Verhaltens betrifft, oft langsamer sind als viele Mädchen, die Selbstregulation von ihnen gleichzeitig aber oft verlangt wird – „Stell dich nicht so an!“ –, müssen sie, so Staats, oft auf motorische Aktivitäten – Raufen, Stöckesuchen, ein bisschen den Großen Max markieren – ausweichen. Da immer gleich zum „Gewaltverzicht“ aufzurufen, sei nicht sinnvoll, denn „Mann lernt dabei, wann man aufhören muss“.

 

Wichtige Fähigkeit: sich zurücknehmen

Und zwar fürs Leben, denn die Fähigkeit – und Bereitschaft! –, sich zurückzunehmen sei auch ein wichtiges Element dauerhafter Liebesbeziehungen, meint der Paartherapeut Hans Jellouschek. Er warnt vor den alltäglichen Liebestötern in Gestalt vieler kleiner Unachtsamkeiten: Auch langjähriges Zusammenleben brauche immer wieder die kleinen selbstregulativen Sidesteps in Gestalt von „Ich nehme die Impulse wahr, die jetzt in mir sind, und entscheide dann, wie ich mich verhalten will“.

Wenn ich mich so verhalten kann. Es könnte ja immer auch besser bestellt sein um die eigenen Bindungsrepräsentanzen, und der ‚sich liebend identifizierende’ Mensch für eine De-luxe-Triangulierung oder anderes steht auch nicht immer zur Verfügung. Irgendwie muss es trotzdem gehen. „Viele Väter können auch mütterlich – und viele Mütter auch väterlich, wenn sie denn müssen“, sagt Hermann Staats. „… wenn sie denn dürfen“ klingt auch nicht schlecht.

Also weiterwurschteln, die Frauen auch – nicht nur bis zum nächsten Männerkongress.

(Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wissen/sozialisation-von-jungen-zwischen-scham-und-stolz/14588508.html)

 

Fazit: Kinder brauchen Frauen und Männer

 

Sind Mutter und Vater männliche und weibliche Bezugspersonen, mitsamt ihrer Beziehung zueiander, konkret verfügbar, zugewandt und somit körperlich und psychisch erlebbar, wird der psychosoziale Erfahrungsraum des Jungen facettenreich.

 

„Eine gute Mutter ist die, die sich gut fühlt, mit ihren Kindern und ihrem Mann.“ -(Donald Winnicott)

„Das Wichtigste, das ein Vater für seine Kinder tun kann, ist, ihre Mutter zu lieben.“ – (Henry Ward Beecher)

 

SeitenKlick zur Frau?

Weltfrauentag. Internationaler Frauentag. „OneDayIWill“: ein Google-Doodle: ganz Inter-Nett. – Frauen & Männer sind nicht gleich. Das ist auch gut so. Wir verdienen aber das Gleiche: Recht, Geld & Ansehen! – (WehrWolter – ww 132 – Hans Wolter)

 

 mannerkongress-titel1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s