Das iPhone wird 10 ~ Selbstobjekt zwischen Nabelschnur & Welteroberung – Mit Steve Jobs einfach und smart kommunizieren ~ Als Wischen Macht und Apple noch im Paradies war ~ Faszination radikaler Vereinfachung ~ (WehrWolter – ww 223 – Hans Wolter)

Kurzmitteilung: Demokratisierung des mobilen Internets – Simplify your life – das Handy als psychologisches Selbstobjekt – zwischen Nabelschnur und Welteroberung – Vereinfachung hat Licht- und Schattenseiten – Was fasziniert an radikaler Weltver-1-fachung?

Apple hat nicht das Telefon neu erfunden. Die Entwickler um Steve Jobs fanden vielmehr einen Weg, Taschencomputer bequem und einfach unterwegs zu nutzen. Die einfache und nahezu intuitive Benutzung sind Kern der Smartphone-Welteroberung. Ein Gerät, das sich nur über einen berührungsempfindlichen Bildschirm steuern lässt. Damals noch revolutionär, heute selbstverständlich und nicht mehr wegzudenken. Die Menschen greifen heute täglich ca. 88 mal zu ihrem Handy und nutzen es insgesamt 2,5 Stunden lang. Das fand die Universität Bonn in einer Studie aktuell heraus. 95 Prozent der 12-19 Jährigen besitzen heute ein Smartphone mit Internetzugang.

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„Heute stellen wir Ihnen drei revolutionäre Produkte vor: Das erste ist ein Breitbild-iPod mit Touchscreen. Das zweite ist ein umwälzendes Handy. Und das dritte ist ein neues Internet-Kommunikationsgerät, das einen echten Durchbruch bedeutet.“ (Steve Jobs, 09.01.2007)

Die Apfel-Firma faszinierte damals die Welt nicht nur mit bisher nicht vorhandenem Geräte-Design. Die neue Produktlinie vollzog den großen Schritt zur Demokratisierung des mobilen Internets.

„Das sind nicht drei separate Geräte, sondern nur ein einziges. Wir nennen es iPhone.“

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Simplify your life – Einfach gut

Da die Technik und Möglichkeiten der Computerwelt von vielen Menschen als verwirrend diffus erlebt wurde hatte Steve Jobs eine gute Lösung: Wir schaffen Produkte, die so einfach sind, dass die Menschen intuitiv damit umgehen können. Apple hat so ästhetisch schöne Produkte geschaffen, dass viele Kinder und Jugendliche diese iTeile schon fast ichsynton wahrnehmen, d.h. fast als ihre Körperglieder erleben. Daher wird heute der Handyentzug für diese Generation schon fast als Körperverletzung erlebt.

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Steve Jobs integriert die Intuition in die Computerwelt

Hätte Steve Jobs nicht den intuitiven Umgang mit dem Computerbildschirm entschieden vorangetrieben, wären unsere heutigen Telefone vielleicht nicht so smart. Jobs war nicht nur überzeugt davon, er hat sie auch im Hause Apple entschieden und leidenschaftlich durchgesetzt: die intuitive Bedienbarkeit von Computern. Früher musste man immer aufwendig in hölzern verfassten Bedienungsanleitungen nachblättern. Wir wissen alle wie widerstandsbehaftet das ist. Jobs entwickelte den Touchscreen. Er  ließ Computer so programmieren, dass sie sich analog zu unseren Gewohnheiten, unserer Psyche setzten und nicht umgekehrt – Design als Funktion der Anwendung.

Jedem seinen eigenen Computer

Steve Jobs und Steve Wozniak, zwei Studienabbrecher, entwickelten in einer Garage 1976 den ersten Apple-Computer. Sie wurden damals für die Idee belächelt, einen Rechner zu konstruieren, den jeder zu Hause nutzen konnte. Mit dem ersten Macintosh wurde die Vision 1984 wahr. Man musste keine Kommandos mehr kennen, sondern konnte ihn per Mausklick nahezu spielerisch bedienen. Rund 30 Jahre nach der Apple-Gründung stellte Jobs das iPhone vor. Ein Jahr später führte Jobs den App Store ein, der die Smartphone-Revolution noch einmal deutlich beschleunigen sollte.

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Psychologisch kann ein Handy fast die Funktion eines Selbstobjektes übernehmen

Hochwertige Smartphones sind heute mehr als Statussymbole. Sie können ihre Nutzer zu mehr Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein verhelfen. Einerseits kann ein Handy als Nabelschnur im Sinne von der Bindungs-Aufrechterhaltung genutzt werden, andererseits erlaubt es größere Autonomiespielräume. Eltern trauen ihren Kindern beispielsweise größere Reisen zu, da sie ja ständig in Kontakt mit der „Bodenstation“ stehen können. Erwachsene erlauben sich mit der Navigationsfunktion weitere Autofahrten in unbekanntes Terrain. Über Social-Media kann man ständig mit förderlichen spiegelnden und auskunftgebenden Gefährten in Verbindung stehen. Siri, Youtube und andere gute Geister versprechen uns rund um die Uhr Begleitung und Unterstützung.

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Kleiner Exkurs in die Selbstpsychologie

Der Begriff Selbstobjekt geht auf den Psychoanalytiker Heinz Kohut (1913–1981) zurück, in dessen Selbstpsychologie er ein wesentliches Element zur Bildung und Aufrechterhaltung des Selbstwertgefühls eines Individuums darstellt.

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Das Selbstwertgefühl eines Menschen entsteht, wächst und stabilisiert sich durch die Erfahrung von Anerkennung, Bestätigung, Zuwendung oder Bewunderung. Objekt die einem Individuum derartige positive Erfahrungen ermöglichen, nennt Kohut Selbstobjekte. Dies sind zuallererst Personen; aber auch Gegenstände oder Symbole  wie beispielsweise Urkunden, Ehrungen usw. können Selbstobjektfunktion für das Selbst  eines Menschen entfalten. Hierbei handelt es sich um spiegelnde Selbstobjekte nach Kohut. Das sich hierbei ausbildende Selbstbewusstsein des Kindes nannte Kohut das Größen-Selbst, da das Kind offensichtlich die von außen erhaltene Zuwendung als Steigerung seiner Größe und Vollkommenheit wahrnimmt bzw. da durch diese positive Spiegelübertragung, Gefühle von Lebenskraft, Unfehlbarkeit und Allmacht aktiviert werden (Primärer Narzissmus nach Sigmund Freud). Der Begriff der Spiegelung geht auf den antiken Mythos von Narziss zurück.

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Vereinfachung hat Licht- und Schattenseiten

Dazu habe ich am 26.10.2014 meinen ersten Beitrag für meinen am 09.11.2014 ins Leben gerufenen Blog geschrieben (durch Blogwechsel wurde er später auf den 29.03.2015 umdatiert). Ausgangspunkt war damals die Hooligan-Salafisten-Demo in Köln. Eine Journalistin bat mich hierzu damals mal einen etwas anderen, psychologisch quergedachten Beitrag zu schreiben. Da sich aber keine geeignete Zeitschrift zum Abdruck fand, rief ich den Blog WehrWolter ins Leben. Nachfolgend zitiere ich diesen Text nochmals.

Hier geht es insgesamt um die Faszination von Vereinfachung. Das iPhone nimmt hier nur einen kleineren Teil ein. Heute würde ich den Beitrag um das Phänomen des Populismus erweitern. Hier erfolgt Manipulation durch Kurzschlüsse und gnadenlose Vereinfachung.

Quellen: Für die witzigen Gemälde danke ich der Bild-Zeitung  Die große Kunst des kleinen iPhones

Was fasziniert an radikalen Weltver1Fachern? – Psychologische Quergedanken zur Hooligan-Salafisten-„Demo“ in Köln. (WehrWolter – ww 1 – Hans Wolter)

(26. Oktober 2014)

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Sicher kein einfaches Thema.

Ausgangspunkt: Gewalttätige Hooligan-Demo in Köln. 26.10.14. Ich gebe einfach mal meine Einfälle hierzu aus 5 Blickwinkeln zur Diskussion: … von Salafisten über Hooligans – via iPhone – durch Burka – zu „Volk ohne Raum“ – Gedankensprünge zum NachundVorDenken.

(Jetzt habe ich übrigens auch eine Homepage: www.HansWolter.com)

1. Was sind Hooligans für Menschen?

– Häufung von Borderlinern?

Nicht nur dumpfe Trottel, gesellschaftliche Versager oder frustrierte samengestaute junge Männer …

Es gibt auch Banker, Versicherungsangestellte, Psychiater, Juristen und Lehrer etc. unter ihnen. Zumindest in der Hooliganszene rund um den Fußball. Zugegeben, die Intellektuellen sind hier schon in der Minderheit. Aber es geht quer durch alle Bildungs- und Einkommensschichten. Es sind i.e.L. Männer, denen extreme physische Gewalt etwas gibt. (Frauen in dieser Verfassung, ritzen sich da eher mit Rasierklingen die eigene Haut auf oder bekommen Fressattacken.)

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Diese Menschen interessiert auch nicht primär der Fußball. Die sind salopp gesagt: geil auf Gewalt. Damit lenken sie sich von einer inneren Leere oder unbewussten Ängsten ab, damit sie am Montag wieder funktionieren. Damit überspielen sie innere Konflikte oder Probleme, die ihnen zu viel Angst machen. Damit kompensieren sie, eigenes Scheitern, Neid oder oder oder …

Hier, wie so oft im Leben, geht es komplexer zu. Unser Leben ist ja heute so kompliziert, dass wir uns gerne von 1fachen Lösungen verführen la-SS-en.

2. Was begeistert junge Menschen an radikalem Gedankengut?

Ich glaube (junge) Menschen suchen:

a) Beziehung und

b) Entwicklungsperspektive.

Fundamentalistische (IS, …), Radikale (z.B. RAF/Hells Angels/NPD usw.) oder kriminelle (z.B. Mafia) Bewegungen oder Sekten (Scientology usw.) versprechen ihren Schäfchen ja „Klarheit“ und „Orientierung“, die diese rigiden (teils zwanghaft starren) Systeme dem selbstunsicheren Menschen geben. In unserer modernen Kultur/Gesellschaft sind ja die Pluralität, die Vielfalt der Lebensentwürfe, die individuellen Entwürfe, welche nebeneinander existieren usw. DIE Werte schlechthin. Viele Menschen, gerade Junge, überfordert diese Vielfalt. … Es sind ja nicht nur die Fundamentalisten, die überfordert sind. Als US Präsident Busch auf 9/11 damals mit der Verteufelung der „Achse des Bösen“ reagierte, da fasste er/man die Ohnmacht in ein einfaches aber effektives Schwarz-Weiß-Denken. Der Psychoanalytiker würde ihm, käme er in seine Praxis, eine Borderline-Störung diagnostizieren. Meine ich ernst, auch wenn es vielleicht zum Schmunzeln anregt. … Diktaturen können kurzfristig effektiver sein als Demokratien, aber nur kurzfristig.

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3. Der Reiz der Burka?

Radikale Beschneidung von SpielRaum zwischen Frau und Mann.

Neulich erzählt mir eine jüngere Frau, dass sie sich auf ihrem Istanbulbesuch sehr gewundert hätte. Junge, ca. 25jährige Frauen in Ganzkörperburkas hätten mit ihren iPhones Selfies gemacht. Daneben standen ihre Freunde. Nicht im traditionellen Outfit, sondern in Bossanzügen, mit BMW-Autoschlüsseln, hipp, gelangweilt. Die ganze Szenerie machte auf sie einen irgendwie absurden Eindruck. Zumal, es schienen sich alle wohl zu fühlen.

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Passt das dazu, dass meine Frisöse neulich meinte: Die heutige Jugend möchte wieder traditionellere Rollen einnehmen. Die Männer lassen sich Bärte stehen, die Frauen kleiden sich deutlich weiblicher, als zu unserer Zeit. – Irgendwie wandelt sich die Welt. Die Burka kann ihrer Trägerin Schutz, Identität und Vereinfachung geben. Sie ist ein deutliches Signal an die Männerwelt: ich bin nicht zu haben! Deutlicher als ein Ehering, neben dem viele bewusste und unbewusste Signale Einladungen sein können oder als solche verstanden werden können. Die Burka begrenzt den Spielraum zwischen Frau und Mann recht 1deutig.

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4. Was hat das (neue) iPhone mit Fundamentalisten gemein?

Zum Verschnaufen, ein weniger brisanter Ansatz zum Thema.

Aus Guru Steve Jobs Trickkiste: „Von erhabenen iMenschen und dem restlichen Smartphone-Mob“

Da die Technik und Möglichkeiten der Computerwelt von vielen Menschen als verwirrend diffus erlebt wurde/wird hatte Steve Jobs eine gute Lösung: Wir schaffen Produkte, die so einfach sind, dass die Menschen intuitiv damit umgehen können. Apple hat so ästhetisch schöne Produkte geschaffen, dass viele Kinder/Jugendliche/Erwachsene diese iTeile schon fast ichsynton wahrnehmen, d.h. fast als ihre Körperglieder erleben (darum ist heute Handyentzug für dieses Generation am Rande der Folter). Aber leider schafft Apple nicht nur Vereinfachung, sondern auch Abhängigkeit. Beim iPhone, das ich selbst bis vor einem Montat noch hatte, nimmt man mir die Autonomie, indem ich den Akku nicht ständig selbst wechseln kann (und ein Selbstständiger möchte ständig alles selbst machen ;-)), indem ich die Speicherkapazität nicht selbst erhöhen kann, weil ich nur einen appleeigenen Klinkenstecker verwenden kann … ? … Das hat natürlich Strategie. So muss ich beispielsweise die Speicherkapazitätserhöhungen mit jeweils 100,-€ pro Schritt bezahlen. Bei anderen Anbietern kaufe ich mir für unter 20 € einfach eine 64GB-Speicherkarte. Apple hat es aber bisher immer (noch) geschafft, dass sich viele iMenschen erhaben(er), erhöhter, besser als der andere „Smartphone-Mob“ fühlen können.

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5. Friedensbewegung versus Kriegsbegeisterung

Es hat immer schon junge Männer gegeben, die durchaus gerne in die Kriege gezogen sind. Nicht unbedingt die Mehrzahl. Hätten Frauen es auch gemacht, wenn sie es gedurft hätten?
Warum machen die Leute das? Vielleicht, weil es neben dem ganzen Greuel auch so etwas wie einen Neuanfang, ein Abenteuer, ein sinnlich intensives Erleben verspricht?
Warum ritzen sich junge Borderlinerinnen ihre Haut mit Rasierklingen auf?
Weil für sie, das intensive Spüren, leichter zu ertragen ist, als das Gefühl von Leere und Verlorensein!
Warum kehren viele Frauen aus Frauenhäusern zu ihren schlagenden Männern zurück?
Weil sie da, wenn auch auf eine recht merkwürdige Art und Weise, erleben, wichtig zu sein. Wäre ich ihm nicht wichtig, würde er mich nicht schlagen. Das ist manchmal besser als Gleichgültigkeit spüren zu müssen.

Wir müssen gar nicht bis ins ferne Kurdistan oder ans andere Ende der Welt reisen. All dies gibt es und gab es auch bei uns. In unserer Nachbarschaft in unseren Kirchengemeinden, bei Friedensorganisationen, im Vatikan in der Odenwaldschule und unseren Familien …

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Warum waren Hitler und seine Schergen, vor gar nicht langer ZEIT Wissen, so erfolgreich mit seiner Kriegskampagne für das „Volk ohne Raum“? Und das waren nicht nur dumpfe Loser, die darauf reingefallen sind. Das waren auch normale Bürger, Akademiker, Manager, Lehrerinnen, Geistliche etc…

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ANDERS Sehen. Begreifen. – Vernetzung zwischen Kunst Technik Literatur Psychologie – Kleines Plädoyer für die Intuition: Einfälle zum Welt-Braille-Tag – Zwischen Abstraktion und Einfühlung – Von Louis Braille zu Worringer über Wilhelm Salber zu Steve Jobs – (WehrWolter – ww 221 – Hans Wolter)

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Technische Errungenschaften erweitern und beschränken uns im ALLtag. Ein Fahrdienstleiter in Bad Aibling tötete nicht nur Dämonen auf seinem Handyspiel. – Der Grat zwischen Kontrolle und Versagen ist erschreckend schmal. Ich sehe das Smartphone weniger als Ursache, mehr als Symptom zunehmender Ich-Welten im öffentlichen Raum– (WehrWolter – ww 205 – Hans Wolter)

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Der Schritt zur Seite – Ideen für 2017(+) – Weniger Besitz, mehr Beziehungen – Marc Hieronimus stellt in seinem neuen Buch die französischen Wachstumskritiker vor – (WehrWolter – ww 219 – Hans Wolter)

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R.I.P. Wilhelm Salber – mit dem Kölner Psychologie Professor geht einer der originellsten Köpfe der Zunft – Morphologie: Wanderer zwischen Kunst & Wissenschaft – Ciao Käpt’n, mein Käpt’n – (WehrWolter – ww 213 – Hans Wolter)

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Rainer Maria Rilke starb vor 90 Jahren – Das Paradox: vom Defizit zur Kreativität – Vom Sohn der die Tochter ersetzen sollte, über den bindungsängstlichen jungen Mann zum frauenumschwärmten Dichter mit gewaltigem Tiefgang – (WehrWolter ww 218 – Hans Wolter)

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