Burnout: ist weniger ein Zuviel an Arbeit. Vielmehr ist ein Zuwenig an Anerkennung für psychische Erkrankung ausschlaggebend – Depression nimmt weltweit weiter zu – (WehrWolter – ww 234 – Hans Wolter)

Auf den Punkt: Seelische Erkrankungen nehmen deutlich zu. Wer viel arbeitet muss nicht krank werden. Wer wenig Anerkennung erfährt lebt ungesünder. Die Angst der Deutschen vor der Psyche. Psychotherapie als Kassenleistung war lange Zeit Garant des Wirtschaftswunders. Kapitaloptimierung zu Lasten der Lebensqualität. Politische Unruhen durch weitere Aufspaltung in Verlierer und Gewinner. Von Gewinner- und Verliererkrankheiten.

Seelische Krankheiten nehmen zu. Zumindest im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Krankenkassen schlagen Alarm, weil die Kosten für Fehlzeiten in den Betrieben rapide gestiegen sind und weiter steigen. An erster Stelle stehen Depressionen. Auch in der Frühberentung. Wenn es um Geld geht, kann auch das Thema „psychische Gesundheit“ in Deutschland Thema werden. Im Verborgenen ist es ja schon seit Ende des zweiten Weltkriegs Thema. Wirtschaftliche Gründe waren ausschlaggebend, als man sich in Deutschland dazu entschloss, Psychotherapie als Krankenkassenleistung anzubieten.

Die Deutschen hätten nicht das Wirtschaftswunder vollbringen können, wenn die unterschwellig vorhandenen Depressionen und Traumatisierungen in der Bevölkerung nicht einigermaßen behandelt worden wären. Natürlich hätte man die Folgen der beiden Weltkriege und der Diktatur der Nationalsozialisten allzu gerne verdrängt. Das klappt natürlich nicht, da auch die „seelischen Bomben“ irgendwann aus der Verdrängung wieder ans Tageslicht kommen. Das Unbewusste kennt keine Zeit. Von selbst heilen bestimmte Wunden einfach nicht.

Allerdings gibt es in Deutschland noch immer viel zu wenig Psychotherapieplätze. Aus Kostengründen lassen die Krankenkassen immer noch weniger Psychotherapeuten zu, als es der tatsächliche Bedarf erfordert. Natürlich ist das eine sogenannte Milchmädchenrechnung. Die Gesamtkosten steigen, wenn die psychischen Erkrankungen ins Körperliche umschlagen, wenn es zu unnötigen Chronifizierungen, teuren Krankenhausaufenthalten und teuren beruflichen Ausfallzeiten kommt. Dem Deutschen scheint das Denken in großen Zusammenhängen schwer zu fallen. Häufig geht es ja auch mehr um Zahlenkosmetik und weniger um reale Hilfe. Das ist ja in der Arbeitsvermittlung nicht anders.

Zur Unterscheidung von Burnout und Depression hatte ich vor einiger Zeit schon einmal etwas geschrieben, was ich später noch einmal aufgreifen werde.

Burnout: ist weniger ein Zuviel an Arbeit. Vielmehr ist ein Zuwenig an Anerkennung ausschlaggebend

Oft höre ich den Satz: „kein Wunder das der einen Burnout bekommen hat, der hat ja auch zu viel gearbeitet“. Das ist natürlich meist zutreffend. Aber wenn wir genauer hinsehen, ist es weniger das Zuviel an Arbeit. Der Blumenhändler gegenüber meiner Praxis arbeitet beispielsweise sehr viel. Ich sehe ihn aber oft lachen. Da er auch mit seinen Angestellten gut umgeht, ist das Klima in seinem Geschäft ansteckend positiv. Häufig habe ich schon Krankenschwestern in Behandlung gehabt, die auch sehr engagiert und verantwortungsvoll ihren Job ausführen. Schau ich mir dann an, weshalb sie eines Tages zusammenbrechen, dann liegt das häufig an ungerechtfertigter Kritik von Vorgesetzten, Kollegen oder Patienten. Hinzu kommen steigende, teils unzumutbare Forderungen an Mehrarbeit. Erfüllen sie diese nicht, bekommen sie es mit Abwertungen zu tun.

Hier entsteht dann ein gefährlicher Teufelskreis. Viele Menschen verbinden ihre Arbeit mit Anerkennung. In helfenden Berufen ist häufig der Wunsch nach Anerkennung höher. Nicht selten arbeiten hier Menschen, die in ihren Herkunftsfamilien entweder zu wenig Anerkennung bekommen haben oder diese war an Leistung geknüpft. Wird die Arbeit schon finanziell weniger anerkannt, so soll sie dann wenigstens mit einer gewissen Wertschätzung, Lob und Respekt einhergehen. Bleibt das allerdings aus, kann es dazu führen, dass man glaubt, mit einem Mehr an Engagement auch ein Mehr an Wertschätzung zu erreichen. Beim selbstständigen Blumenhändler klappt das. Je mehr oder besser er arbeitet, je mehr Kunden kommen letztlich. Beim Angestellten muss das nicht der Fall sein.

Natürlich sind nicht nur die helfenden Berufe burnoutgefährdet. Das kann letztlich jedem passieren, der für sein hohes Engagement zu wenig Anerkennung erfährt. Geld ist wichtig, aber nicht der einzige Faktor. Es gibt auch Berufstätigkeiten, in denen weniger verdient wird, aber für den Einzelnen mehr zurückkommt. In den kreativen Tätigkeiten geht es vielen Menschen gut, wenn sie merken, dass sie in ihrer Arbeit auch etwas für sich selbst tun. Künstler arbeiten beispielsweise primär um sich selbst auszudrücken. Ein Verkaufen kommt meist erst an zweiter Stelle. Wir kennen viele große Künstler, die wie besessen gearbeitet haben und dabei nicht ausgebrannt sind.

Geld1

Kapitaloptimierung fördert nicht unbedingt die Lebensqualität

Die Anforderungen an die Menschen sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Immer weniger Menschen müssen immer mehr arbeiten. Der immer stärkere Blick auf die Kapitaloptimierung hat das Pensum weiter verschärft. Der Einfluss von Gewerkschaften und Schutzgesetzen ist zurückgegangen. Das hat Vor- und Nachteile. Häufig sind aber der kleine Mann und die sogenannte Mitte auf der Strecke geblieben. Dies sorgt derzeit weltweit für steigende Spannungen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Zugleich ist die Welt über das Internet transparenter geworden.

Verlierer und Gewinner der wirtschaftlichen Entwicklung

Diese Unzufriedenheit führt zu mehr Spannungen in der Bevölkerung. Daher kommen neue politische Parteien auf die Bühne, die bessere Verhältnisse versprechen. Eigentlich ja nicht verkehrt, würden sie nicht weiter polarisieren und spalten. Insgesamt wackelt dadurch auch derzeit unser demokratisches und verhältnismäßig freies Lebensmodell. Die Abschottung der Staaten wird letztlich auch keine Verbesserung schaffen. Natürlich ist das ein komplexes Thema mit weltweiten Einflussvarianten. Diesen Faden möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht weiter verfolgen. (Weiterlesen z.B. auf  Ändere die Welt! – Jean Ziegler: 1. Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. – 2. Totale Ungleichheit: 1 Prozent der Weltbevölkerung besitzt so viele Vermögenswerte wie die restlichen 99 Prozent zusammen. – Nein zu TTIP! – (WehrWolter – ww 62 – Hans Wolter))

Daher komme ich zum Thema Burnout und Depression zurück. Womit haben wir hier zu tun? Dazu zitiere ich nochmals einen Text, den ich schon einmal an anderer Stelle veröffentlicht habe.

Winner burnen out. Loser sind dann mal depressiv.   –   Von Gewinner- und VerliererKrankheiten. (- ww 37 -)

(22. Juni 2015)

Gestern lese ich im Kölner Stadtanzeiger den Artikel „Einer Krankheit auf der Spur“. Hier geht es um den sogenannten Burnout (21.06.15). Mich wundert es, mit welchem Halbwissen immer wieder Beiträge zu psychischen Erkrankungen veröffentlicht werden. Daher möchte ich einmal kurz etwas klar stellen.

(Zuvor: ich habe jetzt neben dieser Website auch endlich eine Homepage: www.HansWolter.com)

Burnout ist zwar in aller Munde, aber es ist keine anerkannte Behandlungsdiagnose. Damit die Krankenkasse eine psychotherapeutische Behandlung bezahlt, muss eine Diagnose vorliegen, die in der „Internationalen Klassifikation der Erkrankung“ (ICD10) als Behandlungsdiagnose anerkannt ist.

Depression Edvard_Munch_-_Melancholy

Wenn der Volksmund von Burnout, also einem Ausgebranntsein spricht, dann wird häufig eine Erschöpfungsdepression beschrieben. Warum spricht man also nicht von Depression?

Depression steht für Defizit und wird rasch als Verlierer-Krankheit angesehen. Daher sprechen auch sehr wenige Menschen davon, dass sie depressiv erkrankt sind. Wobei es mittlerweile in Europa die Volkskrankheit Nr 2 ist. Wer depressiv geworden ist, gilt als weniger stark, weniger leistungsfähig  und vielleichtals  zu sensibel und empfindlich.

Burnout hingegen bekommen „Helden der Arbeit“. Menschen die sehr viel gearbeitet haben. Seien es der Fußballtrainer Ralf Rangnick, der Koch Tim Mälzer, die Professorin Miriam Meckel (Partnerin von Anne Will), Sven Hannawald oder der Sänger Hartmut Engler, sie alle erkrankten einmal an Burnout. Bei Männern spricht man gerne von Burnout, bei Frauen mehr von Depression. Männer färben ja auch ihre Haare nicht. Wenn überhaupt „tunen“ sie ihre Haarpracht. Wenn einer etwas anderes behauptet drohte der damalige Bundeskanzler Schröder sofort mit Klage. In der Depression wirkt man eingeschränkt, gedrückt sowie ausdrucks- und antriebsarm. Also eher wie ein Verlierer.

Mit Burnout und Herzinfarkt verbindet man eher Winner, mit Depression und Darmkrebs eher Verlierer.

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Melancholie der historische Vorläufer der Depression

Melancholie (griechisch μελαγ-χολία melancholia „Schwarzgalligkeit“; lateinisch melancholia) bezeichnet eine durch Schwermut, Schmerz, Traurigkeit oder Nachdenklichkeit geprägte Gemütsstimmung, die in der Regel auf keinen bestimmten Auslöser oder Anlass zurückgeht. In Bezug auf eine psychische Disposition oder ein Krankheitsbild ist der Begriff Melancholie im 20. Jahrhundert weitgehend durch den Begriff der Depression ersetzt worden. Der Melancholiker stellt eines der vier Temperamente dar. Der Begriff Melancholie wird in Philosophie, Medizin, Psychologie, Theologie und Kunst behandelt. (Quelle Wikipedia)

Nachfolgend zeige ich die Dynamik von Depression in kurzen Schlagsätzen auf. Hierbei orientiere ich mich teils an einer Zusammenstellung meiner Kollegin Dr. med. Ursula Davatz.

 DepressionB

Depression hat mit Verlieren und Verlust zu tun

  • Depression wirkt häufig wie Trauer.
  • Trauer hat mit dem Verlust bedeutsamer Beziehungen zu tun.
  • In der Depression verlieren wir häufig die Beziehung zu uns selbst und unser Selbstwertgefühl.
  • Das ist der zentrale Unterschied zur Trauer.
  • Die Depression ist eine Verliererkrankheit, und da heute niemand mehr verlieren kann, alle nur gewinnen möchten, muss gegen das Verlieren möglichst schnell vorgegangen werden.
  • Arretiertes Kampfverhalten, oder arrested fight reaction, die Physiologie der Depression

Depression6

  • Der Mensch ist ein Sozialwesen und lebt in einem Sozialverband.
  • Innerhalb dieses Sozialverbandes wird die Hierarchie über Dominanzkämpfe ausgefochten und etabliert.
  • Dies kann in der Politik, im Sport in der Wirtschaft in der Familie unter Geschwistern sowie in der Ehe stattfinden.
  • Der Gewinner ist aufgestellt, mit stolzer Brust, glücklich, der Verlierer wirkt depressiv, vornübergebeugt „crouch“, traurig, apathisch. Dies kann sehr gut beobachtet werden an Tennisturnieren.

Depression selbstmord

  • Manchmal reißt sich der Verlierer nochmals zusammen und bricht auf zu einer neuen Aggression, häufig dann aber auch zur Autoaggression, zur Selbstaggression.
  • Diese Verliererreaktion geht auf körperlicher Ebene einher mit ganz bestimmten physiologischen Reaktionen wie Muskeln und allgemeine Müdigkeit, Blutdruckabfall, erniedrigter Grundumsatz, auch Schilddrüsenhormonabfall und vielen anderen Reaktionen, alles Vagus Reaktionen.
  • Da sich der Depressive aber häufig wehrt gegen seine Verliererreaktion d.h. den Verlust nicht zulässt, sich nicht eingesteht und vor allem nicht akzeptiert, kämpft er dagegen und bringt somit einige seiner Körpersysteme wieder auf Touren und daraus kann dann hoher Blutdruck, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, Unruhe entstehen, die sogenannte agitierte Depression.

Depression8

Wie entwickeln sich  Verliererreaktionen?

  • Normalerweise kann der Mensch seine Verlierererlebnisse mit Gewinnererlebnissen ausgleichen, und wenn er nicht mehr als 50% verliert, passiert nichts, er erholt sich schnell von seinem Verlierererlebnis.
  • Verlieren aber Menschen innerhalb von wichtigen Beziehungen wie in der Ehe, Partnerschaft, zu den Eltern oder am Arbeitsplatz, zum Chef oder zu Kollegen über längere Zeit immer wieder, dann tritt eine Verliererreaktion mit Krankheitscharakter auf.
  • Diese chronische Verlierersituation führt häufig zum Verlust des Selbstwertgefühls und zu der ganzen depressiven Stimmungslage, die zu einer Depression gehört.
  • Diese Gefühle beleben alte Selbstverlustgefühle, die häufig bis in die frühe Kindheit zurückgehen.
  • Da Frauen durch ihre Sozialisierung zur Anpassung sich häufig „gegen ihr Herz“ anpassen, geraten sie leichter in eine Verlierersituation und werden somit häufiger depressiv.

Depression

  • Männer neigen von Natur her mehr zum Dominanz- und somit zum Kampfverhalten, sodass sie auch weniger zu Depressionen neigen.
  • Männer können jedoch auch eine Verliererreaktion haben und zwar dann, wenn sie gegen ihre hochgesteckten Ziele verlieren. Erreicht man nicht das Ziel, das man sich im Leben gesteckt hat, kommt es auch zur Verliererreaktion und somit zur Depression.
  • Die Gefahr zur Selbstaggression ist dann häufig gross.
  • Suizidversuche von Männern sind entsprechend aggressiv, mit Gewehr, erhängen oder unter den Zug legen.
  • Ein Stellenverlust, eine Nicht-Beförderung, ein schlechtes Qualigespräch, eine dauernde Kritik durch den Chef, eine Scheidung als Ausdruck von Ablehnung, all das kann zu einer depressiven Verliererreaktion führen.
  • Alle Verlustreaktionen durch den Tod können selbstverständlich auch eine Depression auslösen, speziell dann, wenn eine besonders enge Abhängigkeitsbeziehung bestanden hat.

Depression Burnout2

Wie spielt sich die Depression im Gehirn ab

 

  • Das Gehirn kann, vereinfacht ausgedrückt, in 3 Bereiche aufgeteilt werden.
  1. Motorisches Reflexhirn oder R.Komplex (Reptilien Hirn) ⇒ Verhalten
  2. Limbisches System oder emotionelles Hirn (Säugerhirn) ⇒ Gefühl, Motivation
  3. Vorder- Grosshirn oder Denkhirn ⇒ Denken

Hirnforschung

  • Die Depression spielt sich an erster Stelle im limbischen System, d.h. im emotionellen Teil des Gehirns ab. Das ist der Teil des Gehirns, wo die Motivation sich aufbaut.
  • Ist dieser Gehirnteil entsprechend heruntergefahren, gibt er Signale ans Rept. Hirn, welche dann die entsprechenden depressiven Verhaltensmuster auslösen wie „crouch“ oder Vornübergebeugte Körperhaltung, traurige Augen etc.
  • An den kognitiven Hirnteil, das Denkhirn, gibt er Impulse weiter, die dann lauter negative Gedanken auslösen wie „ich bin nichts“ „ich kann nichts“, „ich werd es nie zu etwas bringen“, „niemand will mich“ etc.

Medikamente und ihre Wirkung

  • Alle Antidepressiva greifen an im emotionellen Hirn im Sinne einer Stimulation und dadurch Stimmungsaufhellung, manche stärker, andere weniger stark!
  • Durch die Stimmungsaufhellung passiert eine emotionelle Entspannung, was dann auch den Schlaf wiederum verbessern kann.
  • Schlafentzug hat am nächsten Tag auch eine adrenerge stimmulierende Wirkung und wirkt sich somit antidepressiv aus.

Depression3

  • Sonnenlichteinstrahlung durch die Pupille hat ebenfalls eine stimulierende antidepressive Wirkung. (Lichtherapie).
  • Drogen wie Amphetamine, Cocain und alle anderen „uppers“ haben ebenfalls eine antidepressive Wirkung und werden auch so gebraucht, bzw. missbraucht.
  • Schmerz auf der Haut durch Akupunktur oder Selbstverletzung, kann auch eine antidepressive Wirkung haben.
  • Akute Erschöpfung durch sportliche Leistung, wie Joggen, kann ebenfalls
  • antidepressive Wirkung haben.

Psychotherapie

Depressionc

  • In der Psychotherapie geht es darum sich selbst besser zu verstehen, Zugang zu seinen Gefühlen zu bekommen und Probleme versprachlichen zu können.
  • Der Therapeut versucht dem Patienten zu helfen, sich im Alltag und den dort auftretenden Konflikten besser durchzusetzen, d.h. effektiveres Dominanzverhalten an den Tag zu legen.
  • Oder wenn er in einem Konflikt steckt, den er niemals gewinnen kann, muss er lernen, die Realität zu akzeptieren, um nicht mehr gegen Windmühlen zu kämpfen.
  • Wenn er mit seinen eigenen zu hohen Zielsetzungen kämpft, muss erzunächst verstehen wo diese herkommt. Dann kann er lernen, seine Zielsetzungen zu verändern und seinen realistischen Möglichkeiten anzupassen.
  • Letzteres ist jedoch häufig ein sehr schwieriges Unterfangen, da diese Zielsetzungen u.a. mit der Erziehung zu tun haben und mit dem, den Eltern eine Freude machen wollen, ihnen gefallen wollen, ihre Anerkennung erhalten zusammenhängt, und diese Muster sind sehr schwer zu durchbrechen.

Profil Praxis

Fazit:

Eigentlich sollte es darum gehen Krankheiten nicht in Gewinner und Verliererkrankehiten einzuteilen. Dazu müssen wir mehr von ihren Hintergründen verstehen. Ein längerfristiges Ziel sollte es sein, psychische Krankheiten zu entdämonisieren. Psychische Erkrankungen können auftreten wie Zahn- oder Rückenschmerzen. Sind die Zähne oder Knochen schon einmal geschädigt worden, ist die Gefahr einer weiteren Zuspitzungen in der Gegenwart wahrscheinlich. Das gilt auch für psychische Erkrankungen wie z.B. Angst und Depression.

Weiterlesen?

Ich leiste, also liebt mich! – Was können wir von Cristiano Ronaldo lernen? – Europas Fußballer des Jahres 2016 – Vom gesundem und ungesundem Narzissmus und dem „Drama des begabten Kindes“ (Miller) – Auch der Fußball Bundesligastart inszeniert wieder Dramen vom Stirb und Werde unserer ewigen Helden-Sehnsucht – (WehrWolter – ww 183 – Hans Wolter)

„Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt aushalten.“ (Jean Paul) – Für mehr Beziehung in der Erziehung – Nicht nur den jungen Terroristen fehlt der Sinn im Leben – Experimente der Selbstpsychologie & Bindungsforschung (WehrWolter – ww 85 – Hans Wolter)

praxis3

Burnout

 

3 Kommentare

  1. Lieber Herr Wolter! Vielen Dank für den – wie ich finde – durchaus differenzierten Bericht über Erkrankungen, die in unserer Gesellschaft zwar nicht mehr unbedingt ein Tabu sind, aber leider auch nicht in ihrer Gänze verstanden werden. Man möchte diese Umstände einfach weg haben und „normal“ funktionieren.
    Die Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen, die BurnOut- und Depressionserkrankte behandelt, hat seit neuestem einen zusätzlichen Baustein integriert – nämlich das Wesensmerkmal der Hochsensibilität.
    Aber dazu hatte ich ja schon einmal in einem ihrer Blogbeiträge kommentiert:
    https://www.heiligenfeld.de/Berufsgruppen-und-Indikationen/hochsensibilitaet-parkklinik.html

    Schauen Sie sich das Konstrukt einfach mal an, wenn Sie Muße und Zeit haben.

    Ihnen alles Gute und noch einen schönen Sonntag,
    Julia Bender

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Hans, dieser Beitrag gefällt mir gerade deshalb, weil ich schon durch dieses tiefe Tal wandern musste. War es ein „Burnout“ oder eine „Depression“? Es war mir zunächst einerlei. Es war schlicht grauenhaft. Gefühlt öffnet sich neben Dir ein Strudel, ein schwarzes Loch. Es droht, Dich zu verschlingen. Existenzangst macht sich breit. Ich musste alle meine Energiereserven mobilisieren, um mich davon abzuwenden, neue Möglichkeiten auszuloten und diese auch zu wagen. Und ich musste neue zu mir passende Mechanismen entwickeln, Tanzen, Schwimmen, Laufen, also viel Bewegung. Und eine stärkere Sensibilität für alles, was mich mental abwärts zieht. Ich habe in dieses grauenhafte, alles verschlingende Loch geschaut. Ich habe ihm irgendwann einen Namen gegeben und mich dann abgewendet, anderen Möglichkeiten zugewendet. Ich hatte das Glück, sie erkannt und gefunden zu haben. So wie heute: Ich hatte meiner Frau versprochen, sie am heute verregneten Tag mit dem Auto an ihrem Arbeitsplatz abzuholen. Ich bin zwar rechtzeitig losgefahren, aber der Verkehr war wieder chaotisch. Wie durch ein Wunder, war ich schon 5 Min. vor dem verabredeten Termin angekommen, da parkte just vor dem Ladenlokal jemand aus und ich hatte den perfekten Parkplatz. ich überlegte noch, wartest Du jetzt einfach, oder ziehst Du Dir ein Ticket. Da klopft jemand an meine Autoscheibe und bietet mir sein noch nicht abgelaufenes Ticket an. Warum gerade mir? So erging es mir auch in meiner depressiven Phase. Diese Wunder sind für mich nicht selbstverständlich. Ich habe deshalb großen Respekt vor allen Menschen, die ihre Phase der Depression wie auch immer überwunden haben. Ich empfinde aber auch viel Empathie, für die, die daran gescheitert sind. Es ist schon ein Herkuesakt, wenn Du einmal in dieses schaurige Loch schauen musstest, aber nicht hineingezogen werden möchtest. Seitdem verstehe ich, warum sich jemand vor einen heranrasenden Zug stellt. Er hat meinen Ausweg einfach nicht finden, nicht erkennen können. Und der Grat ist ziemlich schmal. Wenn Du jemanden hast, der möglicherweise vor einer derartigen Lebenssituation steht, dem stehe ich gerne als authentisches Beispiel zur Verfügung. Doch, es gibt einen Ausweg. Und dann rede ich darüber..

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  3. Rebecca Panitz

    Von meinem iPhone gesendet

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