„Liebe deinen Körper wie er ist, er ist der einzige, den Du hast!“ (Taryn Brumfitt) Dokumentarfilm „Embrace“: Plädoyer gegen den Schlankheitswahn, Body Shaminig & GNTM- Gedanken zur Psychologie der Körperwahrnehmung – (WehrWolter – ww 249 – Hans Wolter)

Aktuell startet der Dokumentarfilm „Embrace“ in den deutschen Kinos. Er ist ein engagiertes Plädoyer gegen den Schlankheits- und Jugendwahn der Gesellschaft und für die Vielfalt weiblicher Schönheit. Nach einer kurzen Vorstellung des Films mache ich mir einige Gedanken zum psychologischen Hintergrund der weiblichen Körperwahrnehmung.

Als Taryn Brumfitt 2013 ein ungewöhnliches Vorher-Nachher-Foto von sich postet, wird ihre Aktion zu einem weltweiten Medienereignis. Über 100 Millionen Menschen sehen das Bild in sozialen Netzwerken. Mit dem Foto, das Brumfitt vor und nach einer Schwangerschaft zeigt, wollte sie Frauen dazu bewegen, ihre Körper so zu lieben, wie sie sind. Sie sollen sich nicht von einem Ideal unter Druck setzen lassen, wie es täglich in Medien und der Werbung transportiert wird – einem Ideal, das Schlankheit und bestimmte Proportionen vorgibt. Für ihre Dokumentation reiste Brumfitt um die Welt. Sie sprach mit Frauen, um herauszufinden, was sie über ihre Körper denken und ob sie Erfahrungen mit Body Shaming haben, mit der öffentlichen Diskreditierung wegen körperlicher Merkmale. Taryn Brumfitts Botschaft: „Liebe deinen Körper wie er ist, er ist der einzige, den Du hast!“

Die Werbung und die Medien machen es schon jungen Mädchen vor, in einer Sendung wie „Germany’s Next Topmodel“ wird es gar zum Programm: Erfolg hat, wer gut aussieht. Und gut aussehen kann nur, wer schlank ist. Das allseits propagierte Idealbild einer attraktiven Frau erzeugt Druck und geht auf Kosten des Wohlbefindens, nach aktuellen Zahlen hassen 91 Prozent aller Frauen weltweit ihren Körper. In einer einprägsamen Szene in Taryn Brumfitts Dokumentation „Embrace“ begeben sich die Reporter in Einkaufsstraßen rund um den Erdball und bitten die Frauen vor Ort um ein Statement zu ihrem Körper. Von Zufriedenheit ist da keine Spur. Stattdessen hört man Attribute wie „zu fett“, „zu klein“ und immer wieder „nicht perfekt“. Die Australierin Brumfitt kann ein Lied davon singen, wie viel Platz das Thema Body Shaming im Leben einer modernen Frau einnehmen kann. Um nach der Geburt ihres dritten Kindes möglichst schnell ihre alte Figur wiederzuerlangen, trainierte sie täglich mehrere Stunden – und verpasste es dadurch, wertvolle Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, die ihr im Grunde viel wichtiger gewesen wäre. Als der erfolgreichen Fotografin dies klar wurde, setzte sie mit einem aufsehenerregenden Vorher-Nachher-Bild auf Instagram ein erstes Statement, dem sie nun diesen leidenschaftlichen Dokumentarfilm folgen lässt: In einer Welt, in der die magere Size-Zero-Frau idealisiert wird, möchte sie ihre Geschlechtsgenossinnen dazu animieren, ihren Körper so zu lieben, wie er ist.

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Auf dem besagten Doppel-Foto zeigte sich die dreifache Mutter Taryn Brumfitt 2013 zum einen als durchtrainierte, jedoch alles andere als glückliche Bodybuilderin und zum anderen mit stattlichem After-Baby-Körper samt  „Problemzonen“ und weiblichen Rundungen. Bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung ging das Bild viral, über 100 Millionen Mal wurde es kommentiert, mit „Likes“ versehen oder weiterverbreitet. Frauen aus aller Welt bedankten sich bei Brumfitt dafür, dass sie das Thema Body Shaming in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hat, woraufhin die Fotografin beschloss, sich weiter für ein gesundes Körpergefühl einzusetzen und einen Dokumentarfilm zum Thema zu drehen. Zu diesem Zweck ging sie auf Reisen und unterhielt sich mit sehr unterschiedlichen Frauen, darunter die deutsche Schauspielerin Nora Tschirner („Keinohrhasen“), über die Schönheit – darüber, was sie darunter verstehen und was sie ihnen bedeutet.

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Mit zehn Gesprächspartnerinnen hat sich Taryn Brumfitt intensiver befasst und kreiert mit ihrer Hilfe ein abwechslungsreiches Kaleidoskop weiblicher Erfahrungen und (Selbst-)Wahrnehmungen. Mit der amerikanischen Schauspielerin und Moderatorin Ricki Lake („The Ricki Lake Show“) etwa spricht sie darüber, wie gehässig und wie selbstverständlich in den Medien über ihre Gewichtsschwankungen berichtet wurde. Die Autorin und Sportlerin Turia Pitt, die bei einem Buschfeuer schwerste Verbrennungen erlitten hat, lässt Brumfitt an ihrer Erfahrung teilhaben, wie es ist, von jetzt auf gleich als „hässlich“ wahrgenommen zu werden. Und mit Nora Tschirner, die an „Embrace“ auch als Koproduzentin beteiligt ist, tauscht sich die Regisseurin darüber aus, was für einen Stellenwert Schönheit einnimmt, wenn man permanent im Rampenlicht steht. Außerdem trifft Brumfitt Magersüchtige, professionelle Modefotografen und – eines der rührendsten Schicksale – ein Model, dessen Gesicht nach einem Gehirntumor zur Hälfte gelähmt war: Für eine Frau, die ihr Geld mit ihrem Aussehen verdient, ist das ein besonders erschütternder Schicksalsschlag. Doch so unterschiedlich die behutsam erzählten Geschichten der einzelnen Frauen auch sein mögen, sie alle eint eine Erkenntnis: Wenn es im Leben hart auf hart kommt, ist optische Perfektion selten das, woran man sich festklammert.

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Die Filmemacherin behauptet keineswegs, dass Aussehen vollkommen irrelevant wäre. Stattdessen geht es Taryn Brumfitt und ihrem Team darum, diesem Aspekt seinen irrational hohen Stellenwert zu nehmen und nicht den schönen Schein, sondern lieber die innere Zufriedenheit an die erste Stelle zu rücken. Unterstrichen wird das vor allem durch das Beispiel der Regisseurin selbst: Brumfitt macht regelmäßig Sport, ist fit und läuft Marathons, weil dies zu ihrem eigenen Wohlbefinden beiträgt. Eine Size Zero braucht sie dafür aber nicht. Ergänzt werden die einzelnen Porträts mit einem kritischen Blick auf die sexualisierten und auf Perfektion getrimmten Frauenbilder in Medien und Werbung. Zum allumfassenden Schönheitswahn gesellt sich da noch ein ungesundes Streben nach ewiger Jugend. Manches wird dabei in „Embrace“ nur angerissen – etwa wenn es um Werbeanzeigen geht, in denen schon kleine Mädchen in High-Heels und tief dekolletierte Kleider gesteckt werden, um die Fantasie der Kunden zu beflügeln. Hier hätte Brumfitt durchaus noch tiefer in die Materie eintauchen können, aber auch so liefert „Embrace“ jede Menge Diskussionsstoff und Anregungen. (Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/248265/kritik.html)

Zum Thema der weiblichen Körperwahrnehmung habe ich schon einmal etwas geschrieben, was ich nachfolgend noch einmal aufgreife.

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Frauen sind anders. Männer auch. – Auch in der Körperwahrnehmung. – Von dicken Tränen, Heidi Klum, Germany’s next Topmodel 2016 und dem Triumphgefühl der Magersucht. – (WehrWolter – ww 66 – Hans Wolter)

(28.09.2015)

Der Körper wird der Scharfrichter der Seele (Jean Paul)

Am Wochenende hab ich mich satt ins Fettnäpfchen gesetzt. Während eines Geburtstagsessens witzelte ich immer mit meiner, bis dahin unbekannten, Tischnachbarin, dass wir uns nicht zu viel am Buffet holen, damit wir noch am jeweils anderen vorbei kommen. Vielleicht lag es auch etwas am guten Rotwein, dass ich in meiner humorigen Art, zur fortgeschrittenen Stunde, zu ihr lachend sagte: „oh, da kommt ja wieder die dicke Sauerländerin“. Die Frau war schlank, sympathisch und … geschockt. Auf der Tanzfläche belehrte mich meine Frau, dass ich so etwas einer Frau nie, nie sagen könnte. Okay! Ich bin kein Freund des Kategorischen, glaube auch dass es einen Unterschied macht, ob sich das in einer Beziehung entwickelt oder hinten rum passiert, aber irgendwo scheint sie richtig zu liegen.

Beide sind eitel. Aber anders eitel. – Beide streben Autonomie und Macht an. Aber anders

Das muss ein extra Kapitel in meinem MännerFrauenBuch bekommen. Frauen sind anders. Männer auch. – Z.B. in der Körperwahrnehmung. Beide sind eitel. Aber anders eitel. Frauen nehmen meist ihren Körper wesentlich deutlicher wahr und können hier auch recht streng mit sich sein. Männer auch. Aber anders. Dass Frauen irgendwie bewusster in ihrem Körper stecken, schützt sie allerdings nicht davor, dass sie Probleme auf ihren Körper verschieben. Unbewusst. Fühlt sich eine Frau z.B. in einer sozialen Situation nicht wohl, kann sie es auf ihren Körper projizieren. Daher ist der Anteil der Essstörungen, als Ausdruck psychischen Unwohlseins, bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Bei Männern überwiegen auf der anderen Seite z.B. die harten Suizide. Männer haben auch statistisch eine geringere Lebenserwartung.

„Realitätsprüfung: du kannst nie und nimmer das Abnehmen zum Lösen von Problemen benutzen, die nichts mit deinem Gewicht zu tun haben. Egal ob du dein Wunschgewicht erreicht hast oder nicht, du musst immer noch mit dir selbst zurechtkommen und dich mit deinen Problemen auseinandersetzen. Du wirst immer noch den gleichen Ehemann, den gleichen Job, die gleichen Kinder und das gleiche Leben haben. Gewicht zu verlieren ist nicht die Heilung für dein Leben.“

(Philipp C. McGraw)

 

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„Reality check: you can never, ever, use weight loss to solve problems that are not related to your weight. At your goal weight or not, you still have to live with yourself and deal with your problems. You will still have the same husband, the same job, the same kids, and the same life. Losing weight is not a cure for life.“ – Philipp C. McGraw

An Magersucht – Anorexia Nervosa leidende Frauen haben keinen Appetitmangel. Sie bekämpfen vielmehr ihren (natürlichen) Hunger.

Das Phänomen der hungernden Frauen ist nicht neu. Es war schon im Mittelalter bekannt. Anorexia mirabilis, die seltsame Appetitlosigkeit, trat bei jungen Frauen auf, die aus religiösen Gründen fasteten. Nicht wenige wurden als Heilige verehrt, die bekannteste von ihnen ist Katharina von Siena. Trotz vieler Parallelen zum gegenwärtigen Bild der Magersucht, existieren grundlegende Unterschiede. Die Asketin im Mittelalter strebte danach, im Sinne eines religiösen Ideals, durch Fasten die Schönheit der Seele zu vervollkommnen. Die Anorektikerin des 21. Jahrhunderts strebt eher nach einer Vollkommenheit des Körpers im Sinne eines gesellschaftlichen Schönheitsideals.

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Anorexia nervosa ist als Krankheitsbild erstmals bereits 1873 beschrieben worden. Als häufigere Diagnose taucht sie aber erst seit den siebziger Jahren auf. Es kann aber wohl nicht eindeutig gesagt werden, ob die Krankheit heutzutage tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, dass die Krankheit häufiger diagnostiziert wird. Anorexie übersetzt man mit „Appetitverlust oder -verminderung“. Das ist irreführend, da nicht der Appetit, sondern in erster Linie das Essverhalten gestört ist. Der Zusatz „nervosa“ weist darauf hin, dass die Ursachen in der Psyche zu suchen sind.

An dieser Störung leidende Frauen haben keinen Appetitmangel. Sie bekämpfen vielmehr ihren (natürlichen) Hunger. Die betroffenen Frauen weigern sich, ein altersentsprechendes Normalgewicht zu halten. Leitmotive sind hier: der Wunsch nach extremer Schlankheit und Selbstbestimmung. Da der Autonomiewunsch hier so zentral wichtig ist, werden auch alle Versuche der Umwelt hierauf einzuwirken, als unzulässige Einflussnahme abgewehrt. Vor allem die Mütter sind hier machtlos, da die jungen Frauen ja gerade gegenüber ihnen autonom werden wollen.

Eine Befragung von 800 Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren durch Tracy Tylka (2011) ergab, dass die Haltung von Frauen zum eigenen Körper allerdings nur bedingt von ihrer eigenen Wahrnehmung abhängt. Sie messen sich vielmehr selber daran, wie das Urteil von Freunden und Bekannten aus ihrem Umfeld ist. Hier schauen sie zuerst, ob andere ihren Körper akzeptieren, um dann zu bestimmen, ob sie ihn selbst auch schätzen.

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Essstörungen sind komplex. Anorexie lässt sich von der Bulimie, ist im Einzelfall nicht immer klar unterscheiden. Der Übergang ist fließend. Anorexie zeichnet sich durch starken Gewichtsverlust aus, Bulimie durch das Auftreten von Essanfällen und Maßnahmen zur Gewichtsreduktion z.B. Erbrechen. Bei vielen Patientinnen tritt eine Mischung von Symptomen auf.

Die Angst vor dem Essen, gekoppelt an eine panikartige Furcht vor Gewichtszunahme ist das zentrale Merkmal magersüchtiger Mädchen und Frauen. Nicht die Appetitlosigkeit. Auslöser dieser Essstörung sind häufig in der Pubertät zu finden. Die Körperveränderung des jungen Mädchens, hin zu weiblicheren Formen, kann zu massiver innere Verunsicherung, Zweifel und zu Ängsten führen. Dies macht die junge Frau häufig an ihrer äußeren Erscheinung und ihrem Gewicht fest. Die Mädchen beginnen an ihrem Körper zu leiden. Sie fühlen sich, selbst bei bedrohlichem Untergewicht, zu dick. Daher nehmen sie häufig nur minimalste Mengen an kalorienreichen Nahrungsmitteln wahr.

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Der ausgeprägte Wille zu HERRSCHEN.

Über ihren Körper und die anderen Frauen.

Hierbei kommt es bei den magersüchtigen Mädchen und Frauen zu einem grandiosen Überlegenheitsgefühl gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen. Sie sind regelrecht von einem asketischen Stolz erfüllt. Dieses narzisstische Hochgefühl geht oft einher mit einem starken Ehrgeiz und einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit in Schule, Beruf oder Sport. Körpersignale wie Hunger, Müdigkeit oder Kälteempfinden werden hierbei einfach überfahren oder fehlgedeutet. Die Sehnsucht nach Zuwendung und Geborgenheit wird unterdrückt. Anorektischen Frauen fällt es schwer, ihre Symptomatik als Krankheit anzuerkennen.

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Magersucht kann bei Extremisierung auch in Fressanfälle umkippen. Diese werden dann durch künstlich herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel oder durch Einläufe bekämpft.

Das führt dann zur sogenannten Bulimanorexie .

Preis für dieses grandiose Gefühl der Überlegenheit sind massive körperliche Folgeerscheinungen wie: Ausbleiben der Menstruationsblutung Chronische Verstopfung Niedrige Pulsfrequenz Niedrige Körpertemperatur Stoffwechselstörungen.

Das Mädchen, an der Schwelle zur Frau, versucht in eine scheinbar heile Kinderwelt zurückzukehren. – Psychoanalytische (triebtheoretische) Erklärung.

Die Psychoanalyse sieht in der Magersucht eine Form von Abwehr sexueller Wünsche. Es ist der Versuch die psychosexuelle Entwicklungskrisen in der Pubertät zu beenden. Damit versucht das Mädchen, an der Schwelle zur Frau, in eine scheinbar heile Kinderwelt zurückzukehren. Der Körper wird um seine sekundären Geschlechtsmerkmale beraubt. Damit gelingt es die sexuelle Signalwirkung des Körpers zu reduzieren. Auch das Ausbleiben der Monatsblutung stützt diese These. Magersüchtige nehmen sexuelle Regungen häufig nicht oder angstbesetzt wahr.

Körpergewicht als Indikator für Selbstwertgefühl

Vielen Mädchen und Frauen scheint es ein Gefühl der Sicherheit zu geben, wenn sie Kontrolle über ihr Körpergewicht ausüben können. Körpergewicht wird zur wichtigen Quelle des weiblichen Selbstwertgefühls. In anorektischen Familien stellt man oft bestimmte Verhaltensmuster fest. So werden die Mädchen oft von ihren Eltern stark behütet. Also wird auch hier nicht angemessen auf die Entwicklung des Kindes zur Frau reagiert wird. Dazu kommt, dass in diesen Familien auffällig häufig bestimmte Konflikte nicht angesprochen werden.

Man könnte dieses Thema noch weiter anfüttern, bzw. ausführen.

Ich mach jetzt einfach mal einen Punkt. In meinem Buch werde ich das weiter ausführen. Natürlich werde ich hier auch auf die männliche Seite deutlich eingehen. Die ist nämlich: nicht dick, aber anders.

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Nachspiel:

Wie häufig kommen Essstörungen vor?

Erkrankungshäufigkeit (12-Monats-Prävalenzen)

Magersucht

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 1,1 % der Frauen und 0,3 % der Männer unter Magersucht. (Jacobi et al., 2013)

Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland. In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für Magersucht von 0,1 % für Mädchen und 0,2 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Bulimie

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,3 % der Frauen und 0,1 % der Männer unter Bulimie. Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland (Jacobi et al., 2013).

In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für Bulimie von 0,9 % für Mädchen und 0,3 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Binge-Eating-Störung

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 0,1 % der Frauen und 0,1 % der Männer unter einer Binge-Eating-Störung. Bei Jüngeren gibt es keine repräsentativen Daten zu Deutschland (Jacobi et al., 2013).

In einer entsprechenden amerikanischen Studie wurde eine Krankheitshäufigkeit für die Binge-Eating-Störung von 1,4 % für Mädchen und 0,4 % für Jungen zwischen 13 und 18 Jahren ermittelt (Swanson et al., 2011).

Essstörungen

Nach der repräsentativen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 1,5 % der Frauen und 0,5 % der Männer unter einer drei Hauptformen von Essstörungen (Jacobi et al., 2013).

In der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen sind Essstörungen am häufigsten (Mädchen 2,4 %, Jungen 0,9 %). Hinzu kommt ungefähr die doppelte Zahl von Frauen/Mädchen und Männern/Jungen mit Essstörungen, die nicht eindeutig einer der Hauptformen zugeordnet werden können (Swanson et al., 2011).

Behandlungszahlen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befanden sich im Jahr 2012 11 491 Patientinnen und Patienten in vollstationärer Behandlung wegen Essstörungen. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 sind die diagnostizierten Fälle von Magersucht von 5 363 auf 6 995 gestiegen, während im selben Zeitraum die diagnostizierten Fälle von Bulimie von 2 726 auf 2 332 gesunken sind (Statistisches Bundesamt, 2014, Anzahl …).

Todesfälle wegen Essstörungen

Zwischen 1998 und 2012 starben in Deutschland pro Jahr zwischen 33 und 100 Menschen an Essstörungen, ca. 90 % davon waren Frauen (Statistisches Bundesamt, 2014, Todesfälle …).

Auffälligkeiten bei vielen

Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts zeigte: Bei etwa einem Fünftel aller 11- bis 17-Jährigen in Deutschland liegt ein Verdacht auf eine Essstörung vor. Bei den jüngsten Befragten ist der Anteil von auffälligen Jungen und Mädchen etwa gleich hoch. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch der Anteil der auffälligen Mädchen zu, der der Jungen ab. Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gibt es Hinweise auf eine Essstörung, bei den Jungen sind 13,5 Prozent auffällig. Einzelne Formen der Essstörung wurden im Rahmen von KiGGS nicht erfasst. Weitere Informationen zur KiGGS-Studie finden Sie undefinedhier (öffnet PDF 441 KB)

Quellen

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Weiterlesen?

„Als ich begann mich selbst zu lieben …“ Charlie Chaplin: „Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.“ – Was wir vom kleinen, großen, weisen Tramp auch heute noch lernen können … – (WehrWolter – ww 247 – Hans Wolter)

Charlie Chaplin Geburtstag Titel

Love out loud – Carolin Emcke wirbt auf der re:publica in Berlin gewohnt wortmächtig für Empathie im Internet – (WehrWolter – ww 248 – Hans Wolter)

Republika Titel

HansWolter.com

Embrace Titel 1

1 Kommentar

  1. Lieber Hans, ich stimme Dir voll zu, wenn Du hier das Körpergefühl von Frauen beschreibst. Meine Idee dazu, lass uns auch einmal über das evtl. anders funktionierende Körpergefühl vo uns Männern diskutieren. Das erlebe ich gerade persönlich so: Da ist alles o.K., solange es funktioniert. Oder anders. Solange wir in unserer Wahrnehmung gut funktionieren. Dann kommt ein Arzt und sagt uns, dass irgendetwas an unserem Blutwert und unserem aktuellen Blutdruck nicht stimmt. Prompt schaltet sich eine uns verborgene Region unseres Gehirn ein und meldet Alarm. Ging es uns bisher noch gut, jetzt geht es uns schlecht. Habe ich meinen Körper nicht wirklich wahrgenommen? Ich denke, wir Männer neigen dazu, Dinge, die unserem Körper nicht gut tun, so lange es irgendwie läuft, zu verdrängen. Wir dürfen nur nicht in Panik verfallen, wenn wir es erkennen. Dann lieber vorsichtig gegensteuern. Immer im Blick: Wir haben nur dieses eine und ganz besondere Leben.

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