Loving Vincent, er hat es verdient! Bist Du nicht der Richtige, kämpfst Du Dein Leben ums GesehenWerden – Seelenverwandtes zwischen Van Gogh, Dali, Rilke und Ronaldo – Ein Film in Öl – Ins Feuer der Intensität (WehrWolter – ww 290 – Hans Wolter)

„Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.“ (Vincent van Gogh)

Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Oder doch, falls wir Zauber nicht nur als gut ansehen. Die 13te Fee sprach beispielsweise einen Fluch mit fataler Wirkung zur Geburt von Dornröschen aus. Im Anfang war …? Vincent war schon im Bauch der Mutter nicht der Richtige. Der richtige Vincent war bereits tot. Wenn du in so eine Verwirrung hineingeboren wirst, kämpfen in dir, manchmal lebenslang, der richtige und der falsche Vincent. Der Kampf um das GesehenWerden der Ungewünschten und Andersgewünschten. Im Alter von 37 Jahren beendete eine Kugel in Van Goghs Bauch diesen Kampf. Wer hat sie abgefeuert und welchem Vincent galt sie? Schade, dass beide so früh gestorben sind. Schade, dass Vincents Eltern den Verlust des ersten Vincents nicht verkraften konnten und sie damit den zweiten Vincent nicht als das Kind annehmen konnten, was er war. Schade, dass Vincent den Kampf ums GesehenWerden erst nach seinem Tod gewinnen konnte. Aber, da ist er ja nicht der einzige. Nicht wenige haben ihr Kreuz zu tragen.

„Mancher Mensch hat ein großes Feuer in der Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.“ (Vincent van Gogh)

Für eilige Leser: Loving Vincent: Der erste Film aus Ölgemälden, Grundlage: 94 lebendige Gemälde, 800 Briefe – Was hat Vincent van Gogh so intensiv, so getrieben werden lassen? – Salvador Dalí war ein erfolgreicheres Ersatzkind – Rainer Maria Rilke sollte Mädchen, Cristiano Ronaldo sollte abgetrieben werden – Kleiner Exkurs: das phantasmatische Kind in der psychoanalytischen Säuglingsforschung – Jedem Anfang wohnt nicht immer ein Zauber inne – Wie geht die Psyche mit solchen Tiefschlägen und Seelenmorden um? Kleiner Exkurs: Spaltung als ÜberlebensLösung – Nicht jeder, der nicht gehört wird, schneidet sich ein Ohr ab – Seelische Erschütterungen gebären Grenzgänger: Narzissmus & Borderline – Die Letzten werden die Ersten sein – intensive Farben, gewaltiger Pinselduktus: „Das Feuer in seiner Seele soll man nie ausgehen lassen, sondern schüren.“ (Vincent van Gogh)

Loving Vincent Plakat

Bild: Weltkino

 

Bunte Bilder gucken, das war mein Wunsch. Es wurde ein Feuerwerk!

Erkenntnisse fallen uns oft unverhofft im Alltag einfach so zu. Häufiger als im direkten Studium. So ging es mir bei Loving Vincent, dem neuen eigenwilligen Filmportrait zum tragischen Künstler-Genie. Eigentlich bin ich in diesen Animationsfilm gegangen, um mich in der intensiven Farbenwelt der Gemälde von Vincent van Gogh sinnlich mitbewegen zu können. Wie so oft, habe ich aber auch Neues lernen und unbekannte Blickwinkel entdecken können. Davon will ich jetzt nicht allzu viel verraten, um keinen zu spoilern, wie meine Kinder zu sagen pflegen. Mich hat der Film berührt. Nicht nur durch seine spektakuläre Machart, in der 94 Gemälde des impressionistischen Künstlers in einen Film komponiert wurden. Dazu ist nicht allzu viel zu sagen. Das muss man sich einfach selbst anschauen. Vincent hat mich in der Tiefe berührt.

Loving Vincent Start

Bild: Weltkino

Mir geht es um den seelischen Druck des zu Lebzeiten ignorierten Genies, verbunden mit dem Kampf ums GesehenWerden. Hier sehe ich bei Van Gogh Parallelen zu Salvadore Dali, Rainer Maria Rilke und sogar Cristiano Ronaldo. In unserer kreativen Facebookgruppe „Club der lebendigen Poeten“ verDichten wir gerade das Thema NeuAnfang. Dazu fällt mir im Zusammenhang mit dem Film ein: Jedem Anfang wohnt nicht immer ein Zauber inne. Manchmal starten wir auch versehentlich, ungewollt oder einfach „anders gewollt“ ins Leben. 

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Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife (1889)

Was bin ich in den Augen der meisten Menschen?

(… ein netter ruhiger Mann … dessen Schicksal einen guten Verlauf nimmt … er ist harmlos … böse … verrückt …) Einsam! (… und der große Künstler …) Ein Niemand!

Der erste Film aus Ölgemälden

Mir gefällt es, dass der Film aus inhaltlicher Sicht wirklich gut recherchiert wurde. Als Basis dienten die rund 800 Briefe, die der Maler zu Lebzeiten hauptsächlich an seinen Bruder Theo aber auch an einige Freunde schickte.

„Wir können nur durch unsere Bilder sprechen.“ (Vincent an Theo)

Die Filmemacherin Dorota Kobiela hat sich drangemacht, diesen Traum zu verwirklichen. Die Geschichte wird um den jungen Armand Roulin entwickelt. Auch das erlebe ich als gelungenes, auflockerndes und überzeugendes Stilmittel. Er war der Sohn des väterlichen Postmeisters Joseph Roulin, der mit van Gogh befreundet war. Armand wirkt im Film auch wie ein jüngeres AlterEgo von Vincent.

Loving Vincent Armand Roulin

Er bietet auch eine Identifikationsfigur für all die Zuschauer, die sich mal mehr, mal weniger verborgenen, ebenfalls auf dem Weg zum Künstler wähnen. Van Gogh malte Porträts der ganzen Familie. Das „Bildnis des Armand Roulin“ hängt heute übrigens im Essener Folkwang-Museum.

 

 

 

 

Auch die Filmtechniker beherrschen ihr Handwerk

Die beiden Filmemacher Dorota Kobiela und Hugh Welchman erwecken die weltberühmten Bilder des Künstlers sprichwörtlich zum Leben. „Loving Vincent“ ist damit der erste komplett gemalte Animationsfilm mit Spielfilmlänge. Mehr als 100 Künstler haben in jahrelanger Handarbeit 65.000 Bilder im Stil van Goghs angefertigt. Gedreht wurde der Film erst mit Schauspielern vor einem Greenscreen. Danach wurde Bild für Bild in ein animiertes Kunstwerk verwandelt.

Loving Vincent

Bild: Weltkino

 

Zunächst einmal zum Grundgerüst des Films

Die näheren Umstände des Todes von Vincent van Gogh sind bis heute noch ungeklärt. War es Selbstmord? Mich persönlich beschäftigt die ungewöhnliche Einschussstelle. Die Kugel trifft nicht in den Kopf, nicht ins Herz. Sie trifft in den Bauch.

Die Geschichte des Films beginnt nach seinem Tod im Jahr 1890. Der junge Arman Roulin erhält von seinem Vater, dem bärtigen Postmeister und ehemaligen Freund des Künstlers eine schwere Aufgabe: Er soll van Goghs jüngeren Bruder Theo finden und ihm den letzten Brief des Künstlers zustellen. Bei seiner Suche Theos und der schrittweisen Recherche zu Vincents Tod, kommt er mit recht unterschiedlichen Menschen in Kontakt, die allesamt auch im realen Leben, Modell für den Maler gestanden hatten.

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Porträt Joseph Roulin (1888)

 

Die Blickwinkel der Porträtierten lassen ein facettenreiches Bild des verstorbenen Künstlers entstehen. Zu Lebzeiten belächelt, heute weltbekannt – Vincent van Gogh hat für die und in der Malerei gelebt. Auf seinem Weg trifft Arman auf den Farbenhändler Pere Tanguy oder die rätselhafte Marguerite, Tochter des Arztes Gachet. Jeder von ihnen hat einen anderen Eindruck von van Gogh erhalten. Ihre Geschichten fügen sich zu einem widersprüchlichen, doch authentisch wirkenden Porträt zusammen. Nahezu poetisch.

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Porträt des Dr. Gachet, 1890

 

Ist der Arzt Gachet der „richtige“ Vincent?

Besonders der Arzt Gachet hat meine volle Aufmerksamkeit erhalten. Ich vermute, dass er für Vincent streckenweise den verstorbenen älteren Bruder, also den „richtigen“ Vincent darstellte. Natürlich unbewusst. Gachet wollte im Ursprung selbst Künstler werden. Auf Drängen seines Vaters wurde er Arzt. Also hatte er auch hier etwas gemeinsam mit Vincent. Beide waren im Blick der Eltern irgendwie nicht richtig. Hier passt es für mich, dass Gachet und Van Gogh eine gewisse Seelenverwandtschaft spürten. Und wie es so unter Brüder ist. Sie waren auch Rivalen. Wie so oft kann Gachets Position im Seelenleben Vincents wechselhaft gewesen sein: er war mal Arzt und in der Übertragung auch mal Vaterfigur, mal Bruder.

Im Mai 1890 zog Vincent zu seinem Arzt nach Auvers-sur-Oise bei Paris, was ihm allerdings nicht gut tat. Seine Depressionen verschlimmerten sich. Zwei Monate später, am 29. Juli 1890, starb er mit 37 Jahren an den Folgen einer Schussverletzung, die er sich selbst zugefügt hatte.

 

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Theo van Gogh, 1872

„Da ist eine Kraft in den Farben, die Du niemals zuvor erreicht hast . . ., aber wie hat Dein Gehirn dies geschafft, und wie bist Du an die Grenzen gegangen, denen das Schwindelgefühl innewohnt.“ (Theo an Vincent, 1889)

 

Sein Bruder Theo versucht die fehlende Elternliebe zu ersetzen

Theo stellte für Vincent die wichtigste Beziehung dar. Mir kommt es so vor, als habe Theo die mangelnde Elternspiegelung ersetzen wollen. Vermutlich war es ihm weniger bewusst. Theo war es, der Vincent zur eigenen Kunst ermutigte. Er unterstützte ihn. Nicht nur finanziell. Beide wechselten täglich Briefe. Vincent sagte mal, dass sie zwei unterschiedliche Menschen seien, aber eine Seele hätten. Auch im Tod sind sie erschreckend eng aufeinander bezogen.

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Die Grabstelle von Vincent und Theo van Gogh auf dem Friedhof von Auvers 

„Das Feuer in seiner Seele soll man nie ausgehen lassen, sondern schüren.“ (Vincent van Gogh)

Was hat Vincent van Gogh so intensiv, so getrieben werden lassen?

Vincent van Gogh (30.03.1853 – 29.07.1890) lebte nur 37 Jahre. Versuchte sich nach einer Ausbildung im Kunsthandel dreieinhalb Jahre erfolglos in unterschiedlichen Berufen wie: Verkäufer, Hilfslehrer und Hilfspfarrer. Dann beschloss er Maler zu werden. Hierzu schaute er sich in Paris um, um sich bei den Künstlern etwas abzugucken. Auch hier wurde er mehr belächelt als geschätzt.

Auf die wichtige Frage, weshalb er nirgends erfolgreich landen konnte, gehe ich gleich ein. Zunächst einmal ist es mir wichtig die Intensität, das Feuer dieses Mannes zu beschreiben.

Als Eigenbrötler hatte er kaum Freunde unter den Künstlern, wurde teils verlacht, teils verachtet. Nur schon mal vorab: kein Mensch kommt als Eigenbrötler zur Welt. Dennoch: in nur acht Jahren war Van Gogh von einem Amateur zu einem einflussreichen Maler geworden.

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Porträt des Père Tanguy (1887/88)

Heute gilt er als einer der Begründer der modernen Malerei. Nach gegenwärtigem Wissensstand hinterließ er 864 Gemälde und über 1000 Zeichnungen, die allesamt in den letzten zehn Jahren seines Lebens entstanden sind. Allerdings wurde wohl zu seinen Lebzeiten nur ein Bild wirklich verkauft.

Wer kann denn solche ein mangelndes GesehenWerden verkraften und wie konnte es dazu kommen?

„Um ein Buch zu schreiben, eine Tat zu vollbringen, ein Bild zu malen, darin Leben ist, muss man selbst ein lebendiger Mensch sein.“ (Vincent van Gogh)

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Das Pfarrhaus in Nuenen (1885)

 

Vom toten geliebten Vincent über den geduldeten Ersatz-Vincent zum Unsichtbaren

Da denkt man immer, man wisse so viel. Vielleicht bin ich ja einer der ganz wenigen kunstinteressierten Menschen, die nicht wussten, dass Vincent zwar der älteste, aber nicht der erste Sohn seiner Eltern war? Genau ein Jahr zuvor war ein nicht lebensfähiger Bruder geboren worden, der ebenfalls den Namen Vincent erhalten hatte. Der Film zeigte mir, dass unser Vincent sich als ungeliebten Ersatz für den Erstgeborenen empfunden haben wird. Seine nicht oder zu wenig erhaltene Mutterliebe wird zu einem unbewussten zentralen Programm auf seiner inneren Festplatte geworden sein.

Dieses Programm sendet ständig aus: ich sehe Dich nicht und will Dich nicht, Du bist es nicht, der Richtige ist tot, sei froh, dass Du leben darfst und geduldet wirst …

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Vincent van Gogh im Alter von 19 Jahren

Dieses Programm bleibt auch nach Weggang von der Mutter in ihm erhalten. Es wird unbewusst für tragische Wiederholungen und Reinszenierungen gesorgt haben. In der aktuellen Traumaforschung spricht man in solchen Fällen von der transgenerationalen Weitergabe von psychisch unbewältigten Problemen. Hätte Vincent Kinder gehabt, hätte er es auf sie übertragen, wenn es ihm ebenfalls nicht gelungen wäre, die massive Verletzung in seiner Psyche zu integrieren. Zeit heilt hier keine Wunden. Schon Freud wusste: das Unbewusste kennt keine Zeit. Die aktuelle Hirnforschung bestätigt heute diese Thesen.

Seelische Erschütterungen gebären Grenzgänger

Oder:

Wie geht die Seele mit solchen Tiefschlägen um?

 

Ich denke, dass in so einem Fall ein recht grober Abwehrmechanismus auf den Plan gerufen werden muss, damit der Mensch nicht zusammenbricht. Sehr effektiv ist der Mechanismus der Spaltung. Vereinfacht gesagt, wird es in seinem Selbst zwei Vincents gegeben haben. Den richtigen und den falschen. Je nachdem wie wir richtig und falsch auslegen. Van Gogh wird teilweise seine Grandiosität gespürt haben, teilweise eine erbärmliche Versagensseite. Ein wahres und ein falsches Selbst haben miteinander gekämpft. Wir kennen dieses Phänomen aus der psychoanalytischen Narzissmusforschung. Heinz Kohut, der Begründer der Selbstpsychologie, sprach in diesem Fall von einer vertikalen Spaltung. Narzisstische Persönlichkeiten können sich heute als grandios erleben. Ego first sozusagen. Manchmal reichen kleine Auslöser und das Erleben kippt auf die andere Seite. Fällt ein Mensch in sein allzuklein wahrgenommenes Selbst, dann herrscht eine große Suizidgefahr. Auch das lässt sich im Film „Loving Vincent“ eindrucksvoll nachvollziehen.

Zahlreiche Spekulationen ranken sich um seine Krankheitsgeschichte, die im dritten Lebensjahrzehnt einsetzte: Von Epilepsie über Schizophrenie bis zur Menière-Erkrankung, von der bipolaren Störung über eine Angst-Glücks-Psychose bis hin zur Syphilis stellten Ärzte und Psychologen zu Lebzeiten und posthum verschiedenste Diagnosen. Einige Wissenschaftler führen van Goghs psychopathologische Symptome, wie Halluzinationen und Bewusstseinstörungen, aber auch seine weniger bekannten gastrointestinalen Beschwerden auf seinen intensiven Absinthkonsum in Verbindung mit langjähriger Mangelernährung zurück (DÄ, Heft 42/2001, „Absinth – Neue Mode, alte Probleme“).

Ich halte es für weniger wichtig, sich bei ihm auf ein klares Störungsbild festzulegen. Für mich stellt es sich so dar, dass die Mutter durch den frühen Tod des ersten Kindes traumatisiert war und ihm keine verlässliches Bindungsangebot geben konnte. Auch der Vater konnte dies wohl nicht kompensieren. Vincent konnte später mit Hilfe seines intensiven künstlerischen Schaffens sein Selbst immer wieder stabilisieren. Da es hier allerdings auch nicht zur erhofften Anerkennung und Spiegelung kam, blieb seine Verfassung schwankend instabil. Anderen Künstlern ist dies zu Lebzeiten besser gelungen. 

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Henri de Toulouse-Lautrec: Vincent van Gogh in Paris (1887)

Nicht jeder, der nicht gehört wird, schneidet sich ein Ohr ab

Sollte van Gogh schizophrene Züge gehabt haben, hätten wir mit massiveren Spaltungen zu tun, die teilweise auch mit Wahnerscheinungen einhergegangen sein müssen.  Eine andere Art der Spaltungslösung ist unter dem Begriff „Borderline“ bekannt. Vincent war schon ein Grenzgänger. Im Film sehen wir ihn im strömenden Regen draußen malen. Von van Gogh ist bekannt, dass er seine besten Sonnenblumen in einer sonnenstichnahen Verfassung gemalt hatte. Warum ritzen sich Borderliner? Damit sie sich spüren. Damit sie nicht in ihrer inneren Leere verloren gehen. Wer nicht ausreichend gespiegelt wurde und wird, kann die Verbindung zu sich selbst verlieren. Dann wird es leer. Wurden deshalb Van Goghs Farben immer intensiver, sein Pinselstrich immer dicker, fester aggressiver? Ich denke ja. Einen zweiten Aspekt sehe ich in dem nahezu verzweifelten Versuch gesehen zu werden. Wer das Gefühl hat, ich werde nicht wahrgenommen, kann sich intensiver darum bemühen. Vielleicht sind ja Van Goghs immer intensiver werdenden Farben ja so etwas wie ein lauter werdendes Bellen eines alleingelassenen Hundes. Auch Säuglinge schreien zunächst einmal immer lauter, wenn sie in einer Notlage nicht beachtet werden. Nach einiger Zeit wird auch der alleingelassene Hund ruhig und apathisch. Er zeigt das Bild einer schweren Depression. Die schwarze Pädagogik aus der Zeit des Nationalsozialismus hätte in solchen Fällen eine andere Interpretation. Aus Angst vor „Verweichlichung“ rieten sie Eltern dazu, ihre Kinder ruhig durchschreien zu lassen. Die werden schon lernen, dass sie damit nichts erreichen.

Bei so einem emotional verwahrlosten Kind wie es Vincent war, kommt im weiteren Lebensverlauf eine geringer ausgebildete soziale Kompetenz hinzu. Das zeigen ungeliebte Kindern durch ihre Zurückhaltung häufiger. Oder solche Kinder werden überangepasst und ausnutzbar. Dies sehen wir häufig im sogenannten Helfersyndrom.

Der später als eigenbrötlerisch beschriebene kleine Vincent besuchte zunächst die Dorfschule. Mit elfeinhalb Jahren wurde er in ein Internat gegeben. In entsprechenden Quellen über ihn (z.B. auch Wikipedia) erfahren wir, dass er unter den Trennungen von der Familie litt. Ab 1866 besuchte Vincent die Mittelschule, wo er wiederum fern der Familie wohnte. Dort lernte er Französisch, Englisch und Deutsch (später las er französische und englische Bücher in der Originalsprache und korrespondierte mit seinen Geschwistern auf Französisch), auch waren wöchentlich vier Stunden Zeichnen vorgesehen. Trotz guter Noten verließ er diese Schule bereits im März 1868 aus unbekanntem Grund. Meine Vermutungen gehen in Richtung Mobbing und Depression. Die folgenden 15 Monate verbrachte Vincent bei seinen Eltern. Im Juli 1869 begann er nach einem Beschluss des Familienrats eine Ausbildung in der Den Haager Filiale der Kunsthandlung Goupil & Cie, der sein Onkel Cent als Teilhaber angehörte. Hier wurde ihm nach gut drei Jahren die Stelle gekündigt. Ungeliebte Kinder strahlen weniger Sympathie aus. Durch zu wenig Anerkennung werden dann auch real die Leistungen schlechter.

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Selbstbildnis (1887)

Die Entscheidung aktiver Künstler zu werden, stellt ein Gegenprogramm zum ÜbersehenWerden im Elternhaus dar.

Einerseits stärkt er damit seine Autonomie und Selbstständigkeit, anderseits versucht er sich eine Bühne aufzubauen, auf der er wahrgenommen werden kann. Die Tragik eines Vincent van Gogh ist, dass diese Strategie zu seinen Lebzeiten nicht aufgegangen ist.

 

 „Ich denke immer, das beste Mittel Gott zu erkennen, ist, viel zu lieben. (Vincent van Gogh)

 

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http://www.artsology.com

Salvador Dalí war ein erfolgreicheres Ersatzkind

Salvador Dalí (11.05.1904 – 23.01.1989) wurde auch in die Konstellation eines Ersatzkindes geboren. Er erhielt, wie Vincent, auch den Namen seines neun Monate zuvor gestorbenen Bruders Salvador I. Dadurch wurde in ihm der Wille geweckt, aller Welt zu beweisen, dass er das Original und einmalig ist. Als Kind soll er sich vor dem Grab seines Bruders gefürchtet haben. In Dalis exzentrischer, teils divenhaft anmutenden Art sehe ich auch den starken Druck, als besonders und einzigartig wahrgenommen zu werden. Dali ist es zu Lebzeiten besser gelungen, von der Welt wertgeschätzt zu werden. Damit wurde er zum Original.

„Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.“ (Vincent van Gogh)

 

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Bild: Hans Wolter

 

Cristiano Ronaldo entging der Abtreibung und entwickelte sich zum Fußballgott

Auch der Fußballer Cristiano Ronaldo konnte nicht auf einen freudigen Empfang nach seiner Geburt hoffen. In seinem autobiografischen Film „Ronaldo“ (2015) sagt seine Mutter lächelnd, dass er als fünftes Kind ungeplant und unerwünscht gewesen sei. Heute sei sie froh, dass sie ihn nicht abgetrieben habe. Sie selbst hat ja damit vor allen Dingen eine enorme Aufwertung erfahren. Dies konnte ihr der alkoholkranke Vater von Cristiano nicht bieten.  

Über Ronaldos Schicksal habe ich schon mehrfach etwas geschrieben. Er tut mir in seiner Arroganz leid. Weder er selbst noch sein Umfeld versteht das. Bisher hat er es verstanden, sein frühes Defizit durch herausragende Leistung zu kompensieren. Schwierig wird es nach Beendigung seiner Karriere als Spieler. Ich hoffe mal, dass er nicht den Weg von Boris Becker geht.

Wer dieses Thema gerne vertiefen möchte kann einen meiner Blogbeiträge hierzu lesen. Z.B.: Aufstieg vom Totgewünschten zum Fußballgott: Cristiano Ronaldo, ein Ikarus auf idealer Flughöhe: Wenig Liebe, aber viel erarbeitete Wertschätzung – Licht & Schatten des Narzissmus – Vom Segen gelungener Selbstliebe – (WehrWolter – ww 224 – Hans Wolter)

„Dieses – hinter die Kulissen sehen – ist, glaube ich, gerade die Eigenschaft, die man haben muss, um zu malen.“ (Vincent van Gogh)

 

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Bild: Hans Wolter

 

Rainer Maria Rilke war auch nicht richtig

Der kleine René sollte als Sohn die verstorbene Tochter ersetzen. Das sehen wir bereits in der Namensgebung. Auch bei Rilke finden wir das Paradox vieler großer Persönlichkeiten: vom Defizit zur Kreativität.  Seine Entwicklung verlief vom Sohn der die Tochter ersetzen sollte, über den bindungsängstlichen jungen Mann zum frauenumschwärmten Dichter mit gewaltigem Tiefgang

Beschreibungen über Rilkes Kindheit und Jugend zeigen, dass die Lebensgeschichte des Dichters nicht unbelastet verlaufen ist. Der kleine René wurde nach einer früh verstorbenen Schwester in eine unglückliche Ehe hineingeboren. Er hieß übrigens eigentlich René und benannte sich erst auf Anraten seiner mütterlichen Freundin, der Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé, in Rainer um, da diese meinte, dass er einen eindeutig männlichen Vornamen bräuchte. Durch Lou Andreas-Salomé kam Rilke ja auch in den Austausch mit Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud.

Aber zunächst noch einmal zu den Anfängen. Rilkes Vater hatte seine Träume von einer Laufbahn als Offizier aufgeben müssen und war als Inspektor bei einer Privatbahn Beamter im gehobenen Dienst. Die Mutter, Sophia Rilke, entstammte einer Familie der oberen Mittelschicht und war bald von ihrem Mann chronisch enttäuscht. Es kam zu keiner weiteren Schwangerschaft, die Eltern trennten sich, als Rilke neun Jahre alt war. Rilke blieb bei seiner Mutter; er kam ein Jahr später in ein Internat.

Seine Mutter verzärtelte ihn und band ihn in eine übertriebene Frömmigkeit mit ein. Im Vorschulalter kleidete sie ihn wie ein Mädchen. Vermutlich suchte sie in ihm den Ersatz für die verlorene Tochter. Das lässt auf ein hohes Maß an Energie schließen, den Sohn nach ihren eigenen Vorstellungen zu formen. Hier sehen wir schon die Entstehung von Rilkes Näheangst. Es ist die berechtigte Angst um die eigene Autonomie.

Der Vater scheint damit zwar nicht einverstanden gewesen zu sein, aber er kam offensichtlich gegen die stark engagierte Mutter nicht an. Hinzu kommt, dass der kleine René ohne Kampf zum ödipalen Sieger wurde. Die Mutter zog ihn dem Vater vor. Sie machte das Kind zum Erwachsenen, den Jungen zum (Ersatz-) Mann. Das nennt man Parentifizierung. Damit lastete eine wahrhaft drückende Last auf seinen kindlichen Schultern, die der Dichter wohl bis an sein Lebensende tragen musste.

Hierzu habe ich einen komplexeren, spannenden Beitrag geschrieben. Wer möchte liest hier weiter:

Rainer Maria Rilke starb vor 90 Jahren – Das Paradox: vom Defizit zur Kreativität – Vom Sohn der die Tochter ersetzen sollte, über den bindungsängstlichen jungen Mann zum frauenumschwärmten Dichter mit gewaltigem Tiefgang – (WehrWolter ww 218 – Hans Wolter)

 „Meine einzige bange Sorge ist: Wie kann ich nützlich sein in der Welt? Kann ich nicht irgendeinem Zweck dienen und zu etwas gut sein? (Vincent van Gogh)

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Exkurs: Das phantasmatische Kind

Vincent, Salvador, René und Cristiano haben gemeinsam, dass sie schon bei ihrer Geburt nicht als das gesehen wurden was sie sind. Sie wurden nicht als diejenigen geliebt, die sie waren. Vielmehr mussten sie eine gewisse Phantasie der Mutter, der Eltern erfüllen. Dies nennt man narzisstischen Missbrauch. Der ist unauffälliger und verbreiteter als der sexuelle Missbrauch.

Neuere psychoanalytisch- entwicklungspsychologische Theorien, insbesondere die von Joseph D. Lichtenberg, Daniel N. Stern, Peter Fonagy und in Deutschland von Martin Dornes forschen schon seit Jahrzehnten in nahezu alle wichtigen Themen der frühkindlichen sozioemotionalen Entwicklung unter Berücksichtigung der empirischen Befundlage aus anderen Disziplinen – z. B. die Aggressionsentwicklung bei kleinen Kindern, die Ursachen und Folgen von Kindesmisshandlung, die Symbiose-, Bindungs- und Mentalisierungstheorie, Konzepte zu Risiko- und Schutzfaktoren für seelische Gesundheit, aber auch sozialpolitisch wichtige Themen wie die Folgen zunehmender nicht-elterlicher Betreuung im frühen Kindesalter oder die familiären Wurzeln von Jugendgewalt.

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Aus der psychoanalytischen Säuglingsforschung (Selbstpsychologie, Stern, Dornes etc.) wissen wir, dass die Phantasien der Eltern, wie sie sich das Kind wünschen, schon einen vorgeburtlichen Einfluss auf das Kind haben können.

Mütter oder allgemein Eltern können in ihrem Kind nicht mehr sein real existierendes Selbst sehen. Stattdessen haben sie sich ein eigenes Bild von diesem geschaffen. Ein Bild, in das sie im hohen Maße eigene Anteile projiziert. Im Umgang mit ihrem Säugling wird eine solche Mutter nun auf die Bedürfnisse des phantasmatischen Kindes eingehen – die Bedürfnisse des realen Säuglings werden nicht mehr beachtet. Das wahre Selbst des Säuglings tritt in den Hintergrund.

„Der Druck der Phantasien überformt die Wahrnehmungen und macht die Mutter unfähig, die Signale ihres Kindes differenziert zu lesen und zu beantworten. “ (Dornes, 1999a, S.202)

In einem Beispiel von Dornes stellte sich im Gespräch mit der Mutter heraus, dass diese über ihre eigene Kindheit sehr frustriert war. Eine warme, nährende Mutter hatte ihr gefehlt.

„Eine bis dahin unbewusste Phantasie über den eigenen Hunger verursacht ein Interaktionsverhalten, das die Quelle von Symptomen beim Kind ist. Das Kind wird zum Träger einer unbewussten Phantasie der Mutter über Aspekte des eigenen Selbst.“

(Quelle zum Weiterlesen: https://www.grin.com/document/95952)

„Es ist manchmal ein gutes Mittel, die notwendige Einsamkeit zu sichern, damit man sich auf etwas konzentrieren kann, was man tiefer erforschen will.“ (Vincent van Gogh)

 

 

 

 

 

Die Letzten werden die Ersten sein

Menschen die etwas Besonderes in ihrem Leben geleistet haben, hatten paradoxerweise häufig defizitäre Startbedingungen zum Zeitpunkt ihrer Geburt. Viele Märchen beschreiben Entwicklungsverläufe, in den sich Benachteiligte zu Sieger entwickeln. Aschenputtel oder der Gestiefelte Kater seien hier genannt. In moderneren Märchen wären es Pippi Langstrumpf oder Harry Potter. Kinder mit schweren Startbedingungen entwickeln hier besondere Fähigkeiten, die sie das früh erlebte Unerwünschtsein letztlich mehr als kompensieren lassen.

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Nahtoderfahrungen bei Goethe und Beuys

Johann Wolfgang Goethe wäre bei seiner Geburt beinahe gestorben. Die Nabelschnur hatte sich um seinen Hals gewickelt. Damit erlebte er schon einen frühen Kampf zwischen Leben und Tod. Ich beschäftige mich viel mit diesem erfolgreichen LebensVerDichter. Mit seinen Werken, seinen naturwissenschaftlichen Forschungen und seinem Lebensverlauf. Ist das die frühe Quelle seines Zugangs zum StirbUndWerde? Meine Vermutung ist auch, dass der kleine Johann Wolfgang schon frühe emotionale Einsamkeit kannte. Trotz scheinbar optimaler Rahmenbedingungen. Meines Erachtens muss er frühe Verlusterfahrungen haben. Anders kann ich mir seine hohe Empfindsamkeit für Verluste schwer erklären. Der innerseelische Zugang zu solchen Quellen wird es ihm ermöglicht haben, in jungen Jahren mit den „Leiden des jungen Werthers“ nicht nur einen ungewöhnlichen Erfolg, sondern auch eine ungewöhnlich intensive Wirkung erzielt zu haben. Viele junge Männer kleideten sich nicht nur wie Werther, sie wollten auch so sterben. Napoleon gab Goethe eine Audienz, weil er angeblich den Werther siebenmal gelesen hatte und den Autor persönlich kennenlernen wollte.

Bei Joseph Beuys vermute ich die Fähigkeit zu seinem Tiefgang durch seine Nahtoderfahrung als Pilot im zweiten Weltkrieg. Seine Fett-und-Filz-Kunst-Inszenierungen scheinen kreative Verarbeitungsversuche dieser teils traumatisch erlebten Krisenerfahrung zu sein. Wir könnten viele Freigeister aufzählen, die unter schwierigen Bedingungen ins Leben gestartet sind. Steve Jobs war auch mal der Nachfahre syrischer Flüchtlinge.

Häufig entwickeln diese Menschen narzisstische Züge bis hin zu narzisstischen Persönlichkeitsstörungen. Wenn einer einmal das Interesse hätte sich mit Donald Trump vertiefend auseinanderzusetzen, käme man bestimmt auch auf mangelnde Spiegelung in der frühen Kindheit.

„Statt zu versuchen, genau das wiederzugeben, was ich vor Augen habe, bediene ich mich der Farbe viel willkürlicher, um mich kraftvoll auszudrücken.“ (Vincent van Gogh)

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Paul Gauguin: Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend (1888)

 

Vincent van Gogh hat mutig neue eigenen Weg beschritten

An van Gogh fasziniert mich auch sein leidenschaftlich eigener Weg. Die Tragik, vor allen Dingen die Tatsache, dass er seine Erfolge nicht mehr miterleben konnte, macht mich natürlich traurig. Da hätte ich ihm ein Stück vom Triumph eines Picassos gewünscht.  Auf diesem Hintergrund kann ich heute aber auch seine Intensität sehr gut nachvollziehen. Kaum ein Künstler verfarblicht seine Bilder so intensiv, mit solch ausdrucksstarkem Pinselduktus. Dem liegt viel Wut, Energie, AusdrucksKraft und letztlich ÜberlebensWille zu Grunde. Bei aller Kraft, Vincent van Gogh war Zeit seines Lebens auch ein Grenzläufer zwischen Leben und Tod.

„Man beginnt immer deutlicher zu erkennen: das Leben ist nur eine Zeit der Aussaat, und die Ernte ist nicht hier.“ (Vincent van Gogh)

 

 

 

 

 

Weiterlesen?

Mut zum NEUEN. JA! 2017 – Mancher Mensch hat ein großes Feuer in der Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen. (Vincent van Gogh) – Ja zum stärkenden Mut für Vielfalt – Nein zur schwächenden Angst der Rechtspopulisten – (WehrWolter – ww 220 – Hans Wolter)

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Bild: Hans Wolter

R.I.P. Wilhelm Salber – mit dem Kölner Psychologie Professor geht einer der originellsten Köpfe der Zunft – Morphologie: Wanderer zwischen Kunst & Wissenschaft – Ciao Käpt’n, mein Käpt’n – (WehrWolter – ww 213 – Hans Wolter)

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Bild: Hans Wolter

Verwandlung einer schuldgeplagten Mutter zur grandiosen Mutmacherin. – Stirb und Werde: Kriegstagebücher geben tiefe Einblicke in die komplexe Psyche Astrid Lindgrens. – (WehrWolter – ww 66 – Hans Wolter)

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Bild: Hans Wolter

2 Kommentare

  1. Ich finde den Artikel sehr spannend und gut! Auch die Vergleiche.
    Der Expressionismus löste sich ja damals völlig von der klassischen Malerei Er musste sicher viel negative, unsachliche und überhebliche Kritik einstecken und hat dann als Künstler versucht damit zu leben und sich zurück gezogen. Er hat den Kampf manchmal in rasendem Eifer weiter geführt und weiter SO gemalt, ohne Erfolg.
    Das ist hart, besonders für eine verletzte Seele. Solche Art der Kritik verunsichert ja schon stabile Persönlichkeiten.
    Den Film werde ich mir auch ansehen, das ist sicher spannend, seine flirrenden dynamischen Farbflächen durch die oft ein Wind zu wirbeln scheint. Die vielen Entwurzelungen und Enttäuschnungen van Goghs haben in ihm sicher ein tiefes Gefühl der Orientierungslosigkeit ausgelöst.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke liebe Ülle, für Deine differenzierte Rückmeldung. Ich denke Vincent selbst stabilisierte sich zunächst im Ausdruck durch sein Malen. Nur leider konnte er es mit keinem teilen. Er hat zu Lebzeiten den Kampf ums GesehenWerden verloren …

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