Ostergedanken: das Kreuz als Symbol für das ewige Stirb-und-Werde verbindet vertikal und horizontal – (WehrWolter – ww 302 – Hans Wolter)

Die Kreuzigung am Karfreitag markiert den Tiefpunkt in unserer christlichen Kultur. Vom Kreuz geht eine gewisse Schwere aus. Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Schmerzt es, haben wir Probleme mit unserem aufrechten Gang. An Kreuzungen entscheiden sich immer wieder unsere Wege. Nach rechts, links, unten und oben. Vom Entweder-Oder, über das Sowohl-Als-Auch zum Indem.  Warum hat sich die weltweit größte aktuelle Glaubensgemeinschaft das Kreuz als verbindendes Symbol gewählt? Kurzes Innehalten und Gedanken zur Osterzeit.

Kreuz Ostern Christus

Vielleicht haben die Christen das Kreuz als Symbol gewählt, weil es eine Entlastung für den Menschen sein kann, wenn er sieht, dass nicht nur sein Leben mit Leid verbunden sein kann? Jesus stand und steht ja auch für eine andere Perspektive. Er verkörpert und vereinigt in sich ein großes Paradox. Die Botschaft lautet, dass die Macht in unserem menschlichen Alltag nicht von der banalen Macht eines Einzelnen ausgeht. Vielmehr sind es die Verbindungen untereinander, ist es die Gemeinschaft, die uns auf Dauer weiterbringt. Schon wächst der Gegenlauf beim Leser. Natürlich weiß ich, auch aus der Geschichte, dass keine Gemeinschaft unproblematisch ist. So haben die Kirche, der Sozialismus und letztlich alle menschlichen Verbindungen immer wieder auch Machtansprüche Einzelner hervorgebracht. Teils positiv, häufig negativ.

Kreuz Ostern Wege

Letztlich ist es immer auch ein Kampf zwischen dem Einzelnen und den Vielen. Ganz ursprünglich ist es auch der Kampf des Einzelnen mit der Natur. Das machen uns Geschichten eines Robinsons oder des verschollenen Tom Hanks bei Castaway deutlich. So wir Robinson über Freitag aufblüht, so konstruiert sich Hanks den Gefährten Wilson. Auch wenn es eigentlich nur ein Ball ist. Wir brauchen als Menschen die Spiegelung durch die Anderen.  Dass das Leben des Einzelnen nicht lange weitergeht, zeigen uns ja schon Adam und Eva.

Kreuz Ostern Wege Wald

Wenn wir in die täglich weitergeschriebene Geschichte der Evolution schauen, dann sehen wir, dass sich die Populationen halten, die sich mitbewegen und in Gemeinschaften weiterentwickeln. Adolf Hitler war vielleicht für eine kurze Zeit der weltweit mächtigste Mann. Er glaubte an sich und seinen ewigen Kampf und das nahezu natürliche Recht des Stärkeren. Auf Kosten der vermeintlich Schwächeren. Diese Rechnung ging natürlich auf Dauer nicht auf. Das 1000-jährige Reich endete nach 14 Jahren in einer der weltweit größten Katastrophen. Hier hatte das Kreuz mehr als einen Haken.

Das Kreuz im Christentum verfügt über eine dauerhaftere bindende Kraft. Es schaut immerhin schon auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurück. Hier symbolisiert der vertikale Balken die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen. Der horizontale Balken des Kreuzes verbindet die Beziehung zwischen den Menschen. Eigentlich eine geniale Verknüpfung zwischen der Liebe zum Nächsten wie sich selbst. Spannungen sind so selbstverständlich wie der Wetterwechsel. Entscheidend ist letztlich die Frage, wie wir mit den Spannungen umgehen, wie wir uns mitbewegen.

Kreuz Ostern Loreley

Das Kreuz ist eines der ältesten und zugleich wichtigsten Symbole der Menschheit. Anhand von archäologischen Funden ist bekannt, dass das Kreuz schon bei den Menschen in der Steinzeit als Zeichen für eine Art »Weltformel« Verwendung fand. In fast allen Kulturen kommt das Symbol des Kreuzes in verschiedensten Variationen und Ausfaltungen vor, sei es als Ankh-Kreuz (Symbol der Unsterblichkeit) bei den alten Ägyptern oder als keltisches Kreuz bei dem gleichnamigen Volksstamm und noch in sehr viel weiteren Zusammenhängen.

Es gäbe noch sehr viel zum Kreuz zu sagen. Ich belasse es heute mal bei meiner kurzen Ausführung und meinen nachösterlichen Gedanken.

Kreuz Ostern Kuss

Auf den Punkt: Auf den Kreuzungen meines Lebens habe ich schon viele Wege eingeschlagen. Es ist und war nicht immer einfach. Eher mehrfach. Verbindungen in mir und zu den Menschen haben mich bisher immer weitergebracht.

 

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Ich bin dann mal weg – vom Paradox des Stirb und Werde – Gedanken zum Übergang der Karwoche ins Osterfest – am Beispiel: Hape Kerkelings wundersamem Weg von der Tragödie zur Komödie – (WehrWolter – ww 240 – Hans Wolter)

Kleine Werbung für das teuflischGute Paradox Denken in 2D: – Entweder Heilig oder Teuflisch? Denken in 3D: – Aufsteigen durch Fallen! Vom Himmel durch die Welt zur Hölle. (WehrWolter – ww 06 – Hans Wolter)

Davon, dass das Zaudern tödlich ist und der Glaube weiterführt als der Nichtglaube – Dantes Therapie. (WehrWolter – ww 26 – Hans Wolter)

Was rückt Bob Dylan mit seinen Mysterienspielen bei der Abholung des Literaturnobelpreises ins Bild? – Der Meister des „I’m Not There“ spielt mit den Identitäten, dem Ineinanderfließen der Zustände, der Zeiten und Personen, mit der Auflösung des Ichs – (WehrWolter – ww 239 – Hans Wolter)

Alles neu macht der Mai – Vom AnfangsZauber und AnfangsÄngsten – Gedanken zum Einfluß des Stirb-und-Werde-Rhythmus der Jahreszeiten auf unsere Seele– (WehrWolter – ww 246 – Hans Wolter)

Glaub mir, die Liebe gewinnt! (Brings) – Köln kann Karneval & Vielfalt und tanzt aus der Reihe – Collage zur kölschen Seele (WehrWolter – ww 293 – Hans Wolter)

 

Kreuz Ostern Titel

 

1 Kommentar

  1. Ja, das Kreuz hat schon etwas. Manchmal trage ich schon einmal mehr, als mein Rücken verträgt. Er meldet sich dann. Und an den vielen Kreuzungen in meinem Leben habe ich meist intuitiv entschieden. Nicht immer sofort, sondern erst im Rückblick habe ich erkannt. dass genau dieses innere Gefühl immer der beste Berater war.

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