Category Archives: Kunst

Humor macht uns das Leben leichter. Der Witz ist sein radikaler Bruder. Er hat Sprengkraft. Für die einen ist es Entlastung, für die anderen Angriff und die Mächtigen bekommen Angst – Lachen ist gesund – (WehrWolter – ww 313 – Hans Wolter)

Humor:  als Kunst, Verrückung der allgemeinen Logik, integriert schwierige Realitätsansprüche 🙂 Lachen: Soziale Funktion, intensiviert die Bindung zu uns selbst und unseren Mitmenschen 🙂 Witz: bringt es auf den Punkt, Entlastung und Angriff des Starren / Die Fähigkeiten zu Humor & Witz sagen etwas über die psychische Gesundheit eines Menschen.

Unser Alltag ist nicht immer leicht. Nicht selten haben wir das Gefühl, dass zu viel auf uns einprasselt. Dann beginnen wir automatisch abzuwehren. Das kann uns nicht nur schützen. Es kann uns auch starr, stur und unbeweglich machen. Humor ist einer der besten Abwehrmechanismen, die wir haben. Das wusste schon der alte Freud. Eine humorvolle Haltung hat häufig etwas Angenehmes für uns und unser Umfeld. Den Witz sehe ich als radikalen Bruder des Humors. Er bringt etwas auf den Punkt: unerwartet, schnell und wenn er gut ist, recht wirkungsvoll. Das mag nicht jeder. Am wenigsten die Mächtigen. Im „Club der lebendigen Poeten“* war Witz, Humor und Lachen unser WochenThema. Daher habe ich hierzu meine Gedanken wieder ein wenig schweifen lassen.   Weiterlesen …

Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren (Pina Bausch) – Tanzen stärkt unser Selbstbewusstsein, kann verhexen und im verbindenden Rhythmus der Musik, werden wir zusammen geTrieben – (WehrWolter – ww 310 – Hans Wolter)

Im Tanz in den Mai werden nicht nur Winter und dunkle Schwermut verTrieben. Es treibt uns auch im Rhythmus von Bewegung und Musik zugleich zusammen und näher zu uns selbst. Tanzen hat etwas Befreiendes. Schon immer tanzten die Menschen. Noch bevor sie schreiben konnten. Über Bewegung zur Musik können wir zu Kraft kommen uns selbst spüren und unser Selbstbewusstsein intensivieren. Traditionell wird in der Nacht zum ersten Mai mit Tanz und Teufel der Winter vertrieben. An manchen Orten feiern gar die Hexen Walpurgisnacht.  

Tanzen ist schon so alt, dass es vermutlich ein Nebenprodukt des aufrechten Ganges ist. Evolutionsforscher vermuten, dass sich übers Tanzen auch die kognitiven Funktionen verbessern konnten. Tanzen ist mehr als nur Sport und Bewegung. Der Tanz führt uns Menschen zusammen. Seit jeher ist es eine kulturell akzeptierte Form, in der sich Mann und Frau näherkommen. Weiterlesen …

52. Art Cologne – Streifzug – Kunst, als Antwort des Menschen auf die Natur, färbt, bricht, unterhält, schmückt, intensiviert und verrückt unseren AllTag – (WehrWolter – ww 309 – Hans Wolter)

Für mich ist die Art Cologne ein schöner großer Spielplatz, auf den ich immer wieder gerne gehe. Ohne Kaufinteresse lasse ich mich durch die Hallen treiben. Mache Fotos, ohne dass mich ein Museumswärter stört, lese Texte, notier mir was, umkreise Skulpturen und genieße die Atmosphäre. Viele interessierte Menschen, mal ernsthaft, viel lachend, mal witzig, mal schlicht gekleidet. Insgesamt fühl ich mich wie auf einer polyglotten Reise durch die Kulturen. Entdeckungslust. Viele Sprachen, Farben, Materialien und ein Reichtum von Ideen um mich herum. Nachfolgend zeige ich mal einige rasch erfasste Bildeindrücke von meinem Treibenlassen durch die Welt recht gegenwärtiger Kunsteindrücke. Weiterlesen …

Purple Rain – Prince starb an einem gefälschten Schmerzmittel – er konnte viel bewegen, aber schwer zur Ruhe kommen – Gedanken zum Getriebensein und Sucht als fehlgeleiteter Sehnsucht – (WehrWolter – ww 307 – Hans Wolter)

Zwei Jahre nach dem Tod des amerikanischen Popmusikers Prince durch eine Überdosis Schmerzmittel hat die Staatsanwaltschaft nun ihre Ermittlungen ohne Anklage beendet. Wer dem Musiker das verschreibungspflichtige Schmerzmittel Fentanyl verschafft habe, ließ sich wohl nicht eindeutig klären. Am 21. April 2016 starb Prince in seinem Anwesen Paisley Park in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) an einer Überdosis Fentany. Er soll laut Staatsanwaltschaft gedacht haben, er nähme das Schmerzmittel Vicodin. Tatsächlich habe er aber gefälschte Tabletten geschluckt, die Fentanyl enthielten. Fentanyl gilt als 30- bis 50-mal so stark wie Heroin und 50- bis hundertmal so stark wie Morphium.

Ich frage mich, ob der erfolgreiche Künstler vielleicht auf eine ungesunde Art und Weise zu viel gearbeitet hat. Bei Persönlichkeiten, die so im Rampenlicht wie Prince stehen, dachten viele immer schon an Sucht. Vielleicht wandelte sich seine nicht enden wollende Kreativität ja in eine Arbeitssucht? Nachfolgend stelle ich zunächst einmal das Phänomen der Arbeitssucht dar. Dabei gehe ich der Frage nach: Was unterscheidet gesunde Liebe und Sehnsucht von Arbeitssucht? Im Anschluss gehe ich noch einmal auf den Menschen und die Persönlichkeit PRINCE ein. Weiterlesen …

Ostergedanken: das Kreuz als Symbol für das ewige Stirb-und-Werde verbindet vertikal und horizontal – (WehrWolter – ww 302 – Hans Wolter)

Die Kreuzigung am Karfreitag markiert den Tiefpunkt in unserer christlichen Kultur. Vom Kreuz geht eine gewisse Schwere aus. Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Schmerzt es, haben wir Probleme mit unserem aufrechten Gang. An Kreuzungen entscheiden sich immer wieder unsere Wege. Nach rechts, links, unten und oben. Vom Entweder-Oder, über das Sowohl-Als-Auch zum Indem.  Warum hat sich die weltweit größte aktuelle Glaubensgemeinschaft das Kreuz als verbindendes Symbol gewählt? Kurzes Innehalten und Gedanken zur Osterzeit. Weiterlesen …

30 Jahre auf gemeinsamer Reise – 300. Blogbeitrag WW – Silberhochzeitsreise H&M – 100 Jahre Oktoberrevolution – Bild-Impressionen unserer Russlandreise – St. Petersburg – Moskau – (WehrWolter – ww 300 – Hans Wolter)

In Russland ist man sich heute nicht einig, ob man den 100. Jahrestag der Revolution feiern soll. Meike und ich waren uns im Mai allerdings schon einig, dass wir unseren 25. Jahrestag gebührend feiern wollten. Wir haben schon viel gesehen von der Welt. Aber Russland war bisher ein weißer Fleck auf unserer Welteroberungskarte. Also machten wir uns auf nach St. Petersburg und fünf Tage später, am 30. Mai 2017, also genau an unserem Hochzeitstag ging es mit dem Schnellzug weiter nach Moskau. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, mein geplantes Reisetagebuch zu veröffentlichen. Heute nutze ich den Schwung des beginnenden Frühlings, um zumindest eine kleine Bild-Dokumentation vorzustellen. Aber zunächst noch einmal zurück in die Vergangenheit, in das Jahr 1917.  100 Jahre später tut sich Russland schwer mit der Bewertung der Revolution, bei der die relativ kleine Gruppe der radikal linken Bolschewiki unter Lenin am 7. November 1917 den Umsturz durchführte. Es nannte sich Oktoberrevolution, weil zu dieser Zeit in Russland der julianische Kalender galt, bei dem das Ereignis auf den 25. Oktober datiert war. Weiterlesen …

Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit – Mark Twain – R.I.P. Ján Kuciak (1990 – 2018) – Die Angst der Mächtigen vor dem enthüllenden Wort – (WehrWolter – ww 298 – Hans Wolter)

Worte können viel bewegen. Triffst Du nur das Zauberwort. Dichter verstehen diese Kunst. Werbetreibende nutzen dies gewinnbringend. Schriftsteller und Journalisten sind aber auch zu Gegenzauber in der Lage. Sie entzaubern ab und zu Erfolgreiche, deren Erfolge auf falschem Spiel aufbauen. Mächtige kommen häufig durch Worte zu Macht und Geld. Würde alles mit rechten Dingen zugehen, würden sie die aufdeckenden Worte ihrer Kritiker nicht fürchten. Da wo Unrecht vorliegt, ist das oft nur durch Täuschung der Öffentlichkeit möglich. Je größer der Missbrauch, je gefürchteter sind klare enthüllende Worte. Daher werden Autoren leider auch immer wieder bedroht, verfolgt, eingesperrt oder gar getötet. Das war bei Martin Luther ähnlich wie bei Charlie Hebdo oder Edward Snowden. Weiterlesen …

Die Welt gehört denen, die keine festen Essenszeiten haben – Heinrich Böll – Gedankenspiele zu Ge-Wohn-Heiten, Umzug, Resilienz und Depression am Beispiel des Künstlers (WehrWolter – ww 295 – Hans Wolter)

Kurz zusammengefasst: GeWohnHeiten können uns stärken und auch lähmen. Heinrich Böll war eine Persönlichkeit, die zwischen Aufbruch, Festhalten und Umbruch changierte. Er ist recht häufig umgezogen. Das dokumentiere ich kurz, nehme es auch zum Anlass, um über Hintergründe im Leben Bölls, seine Persönlichkeit und unser allgemeines Wohlbefinden nachzudenken. Flexibilität hat auch seine Kehrseiten. Von Umzugs-Depression und Resilienz. Die aktuelle Forschung sagt u.a. dazu:   

„Häufig umzuziehen ist für die Resilienz verheerend, weil die geografische Nähe bei der sozialen Unterstützung eine wichtige Rolle spielt …  Damit ist soziale Integration für die Gesundheit wichtiger als die Risikofaktoren, mit welchen sich Mediziner und Gesundheitspolitiker viel intensiver beschäftigen: Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Bluthochdruck und Luftverschmutzung.“ (Prof. Dr. med. Gregor Hasler, Universitätsklinik Bern)

„Ordnung ist das halbe Leben – woraus mag die andere Hälfte bestehen?“ (Heinrich Böll) Weiterlesen …

Das Leben ist was Du draus machst – Yoko Ono – Happy 85! – Unplanbar – John Lennon – (WehrWolter – ww 294 – Hans Wolter)

Achtet auf die Schritte, die wir machen, wenn wir gehen. Wir schweben, dann betreten wir wieder die Erde, mit jedem Schritt, mit jedem Tag (Yoko Ono)

85 wird sie. Herzlichen Glückwunsch Yoko Ono! Natürlich hatte sie noch viele Pläne mit ihrem John. Am 8. Dezember 1980, fotografiert Annie Leibovitz das Paar für die Titelseite des „Rolling Stone“, John kauert sich nackt an seine schwarzgekleidete Yoko, küsst sie und umrahmt ihr Gesicht mit seinem Arm. Acht Stunden später ist er tot. „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ John Lennon schrieb diese Zeile für seinen Song „Beautiful Boy“, die auf dem Album „Double Fantasy“ von 1980 zu hören ist. Noch im selben Jahr sollte dieser Satz für ihn und seine Frau Yoko unfassbare Gewissheit werden. Der frühere Beatles-Sänger und -Gitarrist starb durch die Kugel eines geistig verwirrten Attentäters.

Man möchte denken, ich sei klein, aber ich habe ein Universum in meinem Geiste (Yoko Ono) Weiterlesen …

Glaub mir, die Liebe gewinnt! (Brings) – Köln kann Karneval & Vielfalt und tanzt aus der Reihe – Collage zur kölschen Seele (WehrWolter – ww 293 – Hans Wolter)

Kurzer Überblick: Köln tanzt aus der Reihe: „Mer Kölsche danze us der Reih“ – so lautet das Motto für den Karneval 2018. Karneval ist einfach & mehr! Brauchtum verbindet. Die Lieder sind nicht nur lustig und multikulturell. Köln produziert echte Volkslieder. Seit Generationen immer wieder frisch, frech und häufig eher fröhlich als ängstlich. Eine kleine Collage der Kölner Seele am Beispiel des neuen Liedes „Liebe gewinnt“ von Brings. Natürlich singe ich nicht ausschließlich eine Lobeshymne auf die Stadt mit den zwei Türmen. Meine Stadt ist einerseits vielfältig, kreativ und liebenswert, andererseits gibt es Führungs- und Focussierungs-Schwächen. Köln ist seit Jahrhunderten schon eine bunte, eine multikulturelle Stadt. Daher trafen uns die Ausschreitungen in der sogenannten „Kölner Silvesternacht“ auch unvorbereitet und tief. Schwerpunkt meines Beitrags ist allerdings: Köln kann Karneval und mehr, als es sich selbst bewusst ist.

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Poetica4 – Beyond Identities – Einblick1 – Von Hans-im-Glück und der Kunst der Verwandlung – Festival für Weltliteratur – Morphomata, Universität Köln – (WehrWolter – ww 292 – Hans Wolter)

„Ein Gedicht, kann uns körperlich und psychisch verändern“ (Yoko Tawada)

The ART of Transformation

Glück und Un-Glück sind zwei Seiten derselben Sache. Je nach Standpunkt. Hat Hans-im-Glück eigentlich Glück, Un-Glück oder macht er einfach nur das Beste aus dem, was ihm auf seiner Wanderschaft gerade zufällt und begegnet? Er scheint in seiner Mitbewegungs-Kunst eine glückliche Verwandlung voranzutreiben. Ja, ich bin gestern unverhofft in einem Märchen gelandet. Zunächst lief recht viel schief. Damit meine ich nicht den Ausgang des FC-Spiels. Wobei der auch mit reinwirkte. Nein, auf dem Weg zum Finale der poetica4 fiel mir das Pech nur so zu. Irgendwann aber kam es zu einem wundersamen Wendepunkt. Hin zu glücklichen Ereignissen. Diese Geschichte ist rasch erzählt. Zugleich versuche ich einmal einen ersten kleinen Einblick in die poetica4, dem Festival der Weltliteratur zu geben.

„Tief in die Lektüre versunken, vergessen wir oft unsere Identität und befinden uns in einem fremden Leben. Wir gehen in Manhattan spazieren, obwohl wir in Köln leben. Weiterlesen …

Loving Vincent, er hat es verdient! Bist Du nicht der Richtige, kämpfst Du Dein Leben ums GesehenWerden – Seelenverwandtes zwischen Van Gogh, Dali, Rilke und Ronaldo – Ein Film in Öl – Ins Feuer der Intensität (WehrWolter – ww 290 – Hans Wolter)

„Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.“ (Vincent van Gogh)

Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Oder doch, falls wir Zauber nicht nur als gut ansehen. Die 13te Fee sprach beispielsweise einen Fluch mit fataler Wirkung zur Geburt von Dornröschen aus. Im Anfang war …? Vincent war schon im Bauch der Mutter nicht der Richtige. Der richtige Vincent war bereits tot. Wenn du in so eine Verwirrung hineingeboren wirst, kämpfen in dir, manchmal lebenslang, der richtige und der falsche Vincent. Der Kampf um das GesehenWerden der Ungewünschten und Andersgewünschten. Im Alter von 37 Jahren beendete eine Kugel in Van Goghs Bauch diesen Kampf. Wer hat sie abgefeuert und welchem Vincent galt sie? Schade, dass beide so früh gestorben sind. Schade, dass Vincents Eltern den Verlust des ersten Vincents nicht verkraften konnten und sie damit den zweiten Vincent nicht als das Kind annehmen konnten, was er war. Schade, dass Vincent den Kampf ums GesehenWerden erst nach seinem Tod gewinnen konnte. Aber, da ist er ja nicht der einzige. Nicht wenige haben ihr Kreuz zu tragen.

„Mancher Mensch hat ein großes Feuer in der Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.“ (Vincent van Gogh) Weiterlesen …

Einladung zum AndersSehn – 20 Jahre und mehr: leidenschaftliche Psycho-Logik – Praxis Dipl.-Psych. Hans Wolter & WehrWolter & Club der lebendigen Poeten (WehrWolter – ww 279 – Hans Wolter)

„Augenblick verweile doch, Du bist so schön!“

Spricht Faust diese Worte aus, hat er die Wette mit Mephisto und damit seine Seele verloren. Auch wenn der Johann Wolfgang so etwas wie der Patenonkel meines nun schon langjährigen Stürmen und Drängens ist, möchte ich doch einmal gerne kurz innehalten. Verweilen, um mich für das bisher Erreichte zu bedanken und zu feiern.

 

Einladung zum AndersSehn –

20 Jahre und mehr leidenschaftliche Psycho-Logik

4 wichtige Dinge möchte ich feiern:

1.  21 Jahre Psychologische Praxis Wolter auf der Dürener Straße in Köln-Lindenthal

2.  3 Jahre Blog WehrWolter

3.  1 Jahr Club der lebendigen Poeten

4. Start des neuen Projektes TiefenKraft

 

Macht zusammen 25 😉

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Krass, konnte Günter Grass sein – 90 wäre er heute geworden– Der streitbare Schriftsteller war anders – Im kleine Oskar mit der Blechtrommel, dem großen Nein-Sager, sehen wir einen charakteristischen Selbstanteil des nicht unumstrittenen Nobelpreis-Autors (WehrWolter – ww 275 – Hans Wolter)

„Erst als die immer schon Heimischen sich fremd genug waren, begannen auch sie in all den Fremden, die mühsam gelernt hatten, ihr Fremdsein zu ertragen, sich selbst zu erkennen und mit ihnen zu leben.“

Das sagte der Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der heute 90 Jahre alt geworden wäre – in seinem letztem Buch: „Vonne Endlichkait“, an dem er bis zum letzten Tag seines Lebens geschrieben hat.

Bekannt wurde der streitbare und stets politisch aktive Schriftsteller mit seinem grotesk-satirischen Entwicklungs- und Zeitroman „Die Blechtrommel“ (1959) Zu diesem Buch habe ich eine besondere, eine persönliche Verbindung. Auf meiner AbiAbschlussfahrt mit dem Deutsch-LK, schaffte es unsere Lehrerin, die taffe Frau Zumpe, dass wir mit Volker Schlöndorff und seiner Frau Margarethe von Trotta, am Rande der Dreharbeiten in Danzig über das Werk diskutieren konnten. Dazu später ein wenig mehr.

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Skulpturenpark 2017 im Katharinenhof – Anne und Konrad Beikircher – TheRhineArt zeigt 48 Künstler – Erster Preis: KlangWellen von Frauke Eckhardt – Finissage 13. Oktober 2017 (WehrWolter – ww 273 – Hans Wolter)

Die dritte Skulpturenpark-Ausstellung neigt sich dem Ende zu. Finissage und Verleihung des Publikumspreises finden am Freitag den 13. Oktober 2017 ab 16 Uhr statt. Die diesjährige Ausstellung war künstlerisch noch einmal eine deutliche qualitative Steigerung zum letzten Jahr.
Der Katharinenhof von Anne und Konrad Beikircher bietet ein tolles Ambiente für Kunst, insbesondere für Skulpturen. Ein Ausflug lohnt sich.
KlangWellen von Frauke Eckhardt wurde diesmal von der Jury eindeutig zur Siegerin gekürt.

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SelbstWerdung: Ideen zu Goethes 268. Geburtstag: „Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.“ Der abenteuerliche Weg zum Selbstbewusstsein: im Auf-und Ab von LebensVerDichtungen – (WehrWolter – ww 267 – Hans Wolter)

Goethe wurde am 28. August 1749 im auslaufenden Sommer geboren. Für viele Zeitgenossen scheint er antiquiert zu sein. Fack ju Göhte? Ich finde ihn immer wieder spannend! Daher wage ich anlässlich seines 268. Geburtstags einen kleinen Ausritt auf dem Entwicklungs-Weg seiner schwindelerregenden SelbstWerdung: von einer geburtlichen Nahtoderfahrung, über die Berufung im zweiten Bildungsweg, die Überwindung einer psychischen Impotenz in seinen sexuellen Italienerlebnissen, der Win-Win-Situation mit Schiller, zur produktiven Einsamkeit und Alters-Weisheit ~

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„Schon als ich noch ein kleiner Junge war, … wollte ich immer nur eine Musik machen, … die die Herzen der Menschen öffnet… Das war mein Traum.“ (Daniel Dareus, Wie im Himmel) – R.I.P. Mikael Nyqvist – (WehrWolter – ww 258 – Hans Wolter)

„Schon als ich noch ein kleiner Junge war,… wollte ich immer nur eine Musik machen,… die die Herzen der Menschen öffnet… Das war mein Traum.“ (Daniel Dareus, Mikael Nyqvist)

„Wie im Himmel“ Die Geschichte in der der ausgebrannte Stardirigent Daniel Dareus seine Lebenskrise – die in Depression und Herzinfarkt beinahe versinkt – erfolgreich überwindet, steht im Ranking meiner Lieblingsfilme ganz oben. Der schwedische Schauspieler Mikael Nyqvist ist im unfassbar frühen Alter von 56 Jahren gestorben. Er verlor den Kampf gegen den Lungenkrebs.

Mich hat er besonders in seiner Lebensrolle „Wie im Himmel“ bewegt. Daher versuche ich in der Fokussierung auf diesen Film einen kleinen Nachruf für ihn zu verfassen. Weiterlesen …

Vater-Bilder wirken. Besonders in Abwesenheit. – Von Kohl & Kafka über Niki de Saint Phalle und Picasso zu Dostojewski & Freud (WehrWolter – ww 257 – Hans Wolter)

Das Leben ist wie ein Kartenspiel; wir werden geboren, ohne die Regeln zu kennen, aber jeder von uns muss mit dem Blatt spielen, das er bekommt. (Niki de Saint Phalle)

Im Juni 2017 starb Helmut Kohl. Für die Söhne scheint es eher ein Trauerspiel als Trauer zu sein. Darüber wurde das Thema „Vater“ zum Wochenmotiv in unserem „Club der lebenden Poeten“. Unsere Facebookgruppe knöpft sich wöchentlich ein neues Thema vor. Ich war erstaunt, wie viele persönliche Beiträge zu Missbrauch und Misshandlung auf Ausdruck drängten und intensive Anteilnahme erfuhren. Natürlich gab es auch zahlreiche positive Beiträge zum Phänomen Vater. Weiterlesen …

Wenig nobel, aber formal korrekt: Bob Dylan hält es mit Mark Twain: „Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.“ – Last-Minute-Nobelvorlesung – Der Meister lässt sich nicht sehen, aber hören – „Literatur die mich prägte“ – (WehrWolter – ww 254 – Hans Wolter)

Nun hat er es doch noch gemacht. Insgesamt nicht nobel, aber formal gerade noch korrekt, um sein Anrecht auf das enorm hohe Preisgeld zu wahren. Nobelpreis to go. Bob Dylan, der 76-jährige Sänger nahm schon den Preis an sich erst mit monatelanger Verspätung entgegen. Gewissermaßen im Nebenbei. Vom Status ist ein Nobelpreis immer noch so etwas wie die Aufnahme in den Olymp. Bedingung ist noch eine entsprechende Rede. Wie eine Antrittsvorlesung nach der erfolgten Aufnahme in den Kreis der Noblen. Diese nahm der singende Poet am 4. Juni in Los Angeles bei leiser Klavierbegleitung auf. Darauf erfolgte die unpersönliche Zustellung an die schwedische Akademie. Das Akademie-Mitglied Sara Danius fand eine lobende Einschätzung: „Die Rede ist außergewöhnlich“. Mir gehen bei diesem Auftritt verschiedene Fragen durch den Kopf; wie: Wird reale Präsenz überschätzt? Sind wir womöglich präsenter, wenn wir fern bleiben? Spielt Dylan mit dem Paradox von Achtung? Weiterlesen …

Seifenblasenträume auf Reisen: Circus Roncalli: Vor 41 Jahren starteten Bernhard Paul & André Heller: „Die größte Poesie des Universums“ – Clown Zippo feiert seinen 70sten – (WehrWolter – ww 250 – Hans Wolter)

Als der Grafikdesigner Bernhard Paul gemeinsam mit André Heller, dem Wiener Chansonnier und Aktionskünstler am 18. Mai 1976 ihre erste Circus-Roncalli-Vorstellung gaben, wurde rasch klar, dass sie die bisherige Welt des Zirkus ver//rückten. Sie dachten groß und legten Wert auf das Kleine. Das nicht bescheidene Motto ihrer ersten Vorstellung als Auftakt des „Bonner Sommers“ lautete: „Die größte Poesie des Universums“

Direktor Bernhard Paul feiert aktuell am 20. Mai seinen siebzigsten Geburtstag. Er legt auch heute noch Wert auf die Feststellung, dass er der Gründer des Zirkus ist. In ihm sehe ich das bodenständige solide Standbein. André Heller war, nach meiner Einschätzung, das visionäre Spielbein dieser neu entworfenen Zirkuswelt. Seine künstlerisch kreativen Impulse und inneren Bilder scheinen mir die ursprüngliche Initialzündung für die poetische Traumhaftigkeit zu sein, die Roncalli so einzigartig anders machte.

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Love out loud – Carolin Emcke wirbt auf der re:publica in Berlin gewohnt wortmächtig für Empathie im Internet – (WehrWolter – ww 248 – Hans Wolter)

„Wir wollen die Welt nicht den Arschlöchern überlassen“, lautet der deutliche Appell zu der Eröffnung der 11. re:publica. „Wir müssen Solidarität zeigen, nicht nur weiterscrollen und wegklicken.“ Die Kommunikationsfreiheit sei bedroht.

„Eine Gesellschaft, in der jeder nur sich selbst rettet, ist keine Gesellschaft“. Wer gedemütigt und verletzt wird, solle nicht sich selbst wehren müssen. „Es braucht andere, die widersprechen, die nicht gemeint sind, aber sich gemeint fühlen“ betonte Carolin Emke in Berlin zur Eröffnung größten Digitalkonferenz auf unserem Kontinent.

Die Friedenspreisträgerin machte sich wortmächtig Gedanken über das diesjährige Motto „Love out Loud“. Emke warnte das Publikum, nur sich selbst zu sehen, sonst bliebe nichts als ein „neolibertäres Spektakel“. Sie bekam am Ende ihres Vortrags Standing Ovations. Weiterlesen …

„Als ich begann mich selbst zu lieben …“ Charlie Chaplin: „Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.“ – Was wir vom kleinen, großen, weisen Tramp auch heute noch lernen können … – (WehrWolter – ww 247 – Hans Wolter)

„Als ich begann mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich ihn mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten. Heute nenne ich diese Verbindung Weisheit des Herzens.“ (Charlie Chaplin)

662 Tramps feierten im April wieder Charlies Geburtstag. Chaplins Gedanken zur Selbstliebe halte ich für ganz zentral und sehr gut verwortet. Er teilte sie uns in einer Rede zu seinem 70sten Geburtstag selbst mit. Als Psychologe und Psychotherapeut sehe ich in meiner täglichen Arbeit, dass die Selbstliebe der Dreh- und Angelpunkt einer guten Lebensbewältigung darstellt.

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Art Cologne – Kunst als Sex der reifen Jahre? – (WehrWolter – ww 245 – Hans Wolter)

Artig präsentiert sich die Kunst auf der Kölner Messe. Hier geht es mehr um Verkauf, als um Verrückung. Frei nach Beuys, sehen sich auch die Besucher als Künstler. Kunstvoll rausgeputzt bewegt man sich durch die Hallen heiliger und niederer Künste. Das hat etwas mit Lust und Hoffnung zu tun. Mehrheitlich sieht man hier die reiferen Jahrgänge. Mal elegant, mal pfiffig, weniger nachlässig und ab und zu originell. Schön anzusehen. Sehen und Gesehen werden, lachen und ein wenig fachsimpeln. Dazwischen einen Schampus. Ein DaGehtNochWas flirt durch die Räume. Ich frage mich spontan: Ist Kunst der Sex der reifen Jahre? Weiterlesen …

Urban Art! Biennale 2017 – Junge freche Kunst im flirtiven Dialog mit dem melancholischen Charme einer rostigen Eisenwelt – Streifzug durch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte – (WehrWolter – ww 241 – Hans Wolter)

In diesem Jahr fiel unser Osterspaziergang etwas aus dem Rahmen. Auf vielfältigen Wegen durch eine faszinierende alte Industriekultur konnten wir in einer inspirierende Atmosphäre aus Kunst, Technik und Natur eintauchen. Unser Streifzug durch das UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte erstreckte sich auf sieben Kilometer über ungezählte Stufen. Kaum zu glauben, dass hier einmal bis zu 17.000 Menschen in einer höllenmäßigen Atmosphäre zusammen gearbeitet haben. Schon das Nacherleben der alten Produktionsprozesse des beginnenden 20. Jahrhundert, rund um die Stahlerzeugung, hatte etwas Fesselndes. Besonders gelungen erscheint mir die Integration und Präsentation urbaner Kunst des 21. Jahrhunderts. In diesem Dialog gewinnen alle Beteiligten.

Nachfolgend versuche ich einmal unsere Streifzüge zu bebildern. Spontan habe ich die Perspektiven und Werke mit meiner Linse festgehalten, die mich persönlich beeindrucken konnten. In meiner Collage lege ich natürlich keinen Wert auf Vollständigkeit. Überhaupt, die Idee zu diesem Beitrag, ist erst nachher entstanden. Als ich abends meine Fotos sah, waren sie mir zu schade, sie einfach nur im schnelllebigen Facebook zu veröffentlichen.

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Ich bin dann mal weg – vom Paradox des Stirb und Werde – Gedanken zum Übergang der Karwoche ins Osterfest – am Beispiel: Hape Kerkelings wundersamem Weg von der Tragödie zur Komödie – (WehrWolter – ww 240 – Hans Wolter)

Im Übergang der Karwoche ins Osterfest feiern wir das Stirb und Werde des jüdischer Wanderpredigers Jesus von Nazareth. Etwa ab dem Jahr 28 trat er öffentlich in Galiläa und Judäa auf. Zwei bis drei Jahre später wurde er auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus von römischen Soldaten gekreuzigt. Zu Lebzeiten sind viele Wunder übermittelt. Nach meiner Vermutung haben sich einige, wie die plötzlichen Heilungen Kranker, tatsächlich ereignet, andere werden biblische Bilder im Sinne von Gleichnissen sein. Weiterlesen …

Was rückt Bob Dylan mit seinen Mysterienspielen bei der Abholung des Literaturnobelpreises ins Bild? – Der Meister des „I’m Not There“ spielt mit den Identitäten, dem Ineinanderfließen der Zustände, der Zeiten und Personen, mit der Auflösung des Ichs – (WehrWolter – ww 239 – Hans Wolter)

Bob Dylan ist doch noch leibhaftig erschienen. Kurz, wortkarg, ohne Öffentlichkeit. Mit mehr als drei Monaten Verspätung hat er sich seinen Literaturnobelpreis in Stockholm abgeholt. Die Inszenierung blieb mysteriös. Der Termin fand an einem geheimen Ort statt, bei seinem Konzert in der schwedischen Hauptstadt schweigt der Sänger zum Thema. Für das stattliche Preisgeld (840.000 €) muss er bis zum 10. Juni noch eine Vorlesung halten. Allerdings hat er bei der Gestaltung seines Auftritts viel Spielraum: Er kann eine kurze Rede halten, ein Lied singen oder sich per Video-Schaltung zu Wort melden.

 

Was will uns Bob Dylan mit seinem Fernbleiben wortlos sagen?

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Unsere Augen sind weder trocken, noch nass, sondern ein wenig feucht – und das lateinische Wort für Feuchtigkeit ist: Humor. Heinrich Böll wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Er hatte sehr gute Augen und Humor. – Wird der Literaturnobelpreisträger weniger gewürdigt, auch in Köln, weil er Dinge sah, die viele so nicht sehen wollten? – (WehrWolter – ww 238 – Hans Wolter)

Anfang des Jahres lernte ich René Böll, den Sohn des Schriftstellers Heinrich Böll persönlich kennen. Der zurückhaltende Mann lächelte, als ich ihm sagte, dass ich seinen Vater vor fast 40 Jahren für einen kleinen privaten Film einmal interviewt hatte. Durch sein aufflackerndes mildes Lächeln, stand sein Vater wieder vor mir. Nach diesem kurzen Gespräch ging er auf die Bühne. Dort fragte er sich, mich und das Publikum zum Auftakt des Böll-Jahres, bei einem Vortrag im Bonner LVR-Museum, warum sein Vater von der Stadt Köln nicht mehr Beachtung und Würdigung findet. Vielleicht durch ein Museum oder ähnliches. Diese Frage wurde nicht beantwortet und war auch eher rhetorisch gestellt. Da ich auch schon mehrfach darüber nachgedacht hatte, möchte ich hier meine Ideen dazu kurz kundtun.

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Wer zieht den autoritären Traum einem liberalen vor? – Jürgen Becker:“Der autoritäre Traum mag ja attraktiv sein, für Menschen, denen Freiheit zu kompliziert ist“ – Von Trump, über die AfD zu Erdogan – Politische Bilder von Thomas Baumgärtel – (WehrWolter – ww 230 Hans Wolter)

Vom autoritären versus dem liberalen Traum

Der Kabarettist Jürgen Becker hielt Ende September letzten Jahres eine lustige, aber auch tiefgründig scharfe Einführungsrede auf der Vernissage zu den politischen Bildern des Künstlers Thomas Baumgärtel in Langenfeld. Die Ausstellung benötigte schon nach kurzer Zeit Polizeischutz und wurde dann vorzeitig beendet. Grund war eine Erdogan-Karikatur. Die Autoritäten dieser Welt dulden keinen Humor. Das unterscheidet sie letztlich von echten Autoritäten.

Auszüge aus Einführungsrede: „Die neuen Autoritären, propagieren die Reinheit der Völker und sehen Frauen in traditionellen Rollen und beurteilen immer die Homosexualität. Das ist der Lakmustest. Daran können sie es festmachen. Der autoritäre Traum mag ja attraktiv sein, für Menschen, denen Freiheit zu kompliziert ist: ‚Der Putin sorgt dafür, dass wir nicht alle schwul werden!‘ – Dafür sorgt in Köln keiner. Weiterlesen …

Gefühlt leben wir tiefer, als wir denken. Hape Kerkeling als Phönix in der eigenen Tragikomödie – Von Depression zur mutmachenden Krisenbewältigung – Ich bin dann mal weg … Du kannst fernsehen – (WehrWolter – ww 228 – Hans Wolter)

Kurz zusammengefasst: Die Tragödie seiner Kindheit wendet Hape Kerkeling in brillante Komödie – Die dunkle Seite – Von den Belebungsversuche der depressiven Mutter zum Erstarren – Passiv-Aktiv-Wendung – Die Kunstpause als wiederholtes Erinnerungssymbol – Unterstützendes Netzwerk – Krisenbewältigung die Mut macht –

„Ich bin dann mal weg.“ Warum eigentlich? Wieso wird so eine „Rampensau“ wie Hape Kerkeling auf einmal so innengewandt? In seiner Biographie: „Der Junge muss an die frische Luft“ finden wir Antworten. Wasser in Wein zu verwandeln ist ein Wunder. Tragik in Komik auch.

„Der Humor ist nicht resigniert, er ist trotzig, er bedeutet nicht nur den Triumph des Ichs, sondern auch den des Lustprinzips, das sich hier gegen die Ungunst der realen Verhältnisse zu behaupten vermag.“ (Sigmund Freud) Weiterlesen …

ANDERS Sehen. Begreifen. – Vernetzung zwischen Kunst Technik Literatur Psychologie – Kleines Plädoyer für die Intuition: Einfälle zum Welt-Braille-Tag – Zwischen Abstraktion und Einfühlung – Von Louis Braille zu Worringer über Wilhelm Salber zu Steve Jobs – (WehrWolter – ww 221 – Hans Wolter)

Unter der Lupe: Punkt, Punkt, Komma, Strich … Begreifbare Blindenschrift – Intuitive Bildschirmnutzung – Da wo Einfühlung in die Natur Angst macht, setzt der Mensch die Abstraktion der Kunst entgegen – Kunst-Können als eine Funktion des Wollens – Steve Jobs ließ Computer so programmieren, dass sie sich analog zu unseren Gewohnheiten, unserer Psyche setzten und nicht umgekehrt – Design als Funktion der Anwendung – Melodie entsteht nicht durch einzelne Töne an sich. Die Anordnung zueinander ist entscheidend –  Elemente leben nicht: Erst Ver-Bindung schafft Leben!

Gibt es mehr Blinde als Blinde? Wer öfter in meinem Blog liest, hat schon mitbekommen, dass ich gerne verbinde. Nicht willkürlich, aber teils quer & ungewohnt für unsere alltägliche Seherfahrung. Heute zum Welt-Braille-Tag möchte ich kurz eine Verbindung zwischen Louis Braille, dem Pionier der Blindenschrift über Steve Jobs, dem Pionier des Smartphones, über die Brücke des Psychologen Wilhelm Salber zu Wilhelm Worringer, dem deutschen Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker knüpfen.

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Mut zum NEUEN. JA! 2017 – Mancher Mensch hat ein großes Feuer in der Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen. (Vincent van Gogh) – Ja zum stärkenden Mut für Vielfalt – Nein zur schwächenden Angst der Rechtspopulisten – (WehrWolter – ww 220 – Hans Wolter)

Es gibt Menschen, die sehen mehr als andere. Andere sehen das aber vielleicht nicht. Der Künstler Vincent van Gogh ist ein gutes Beispiel. In dem kleinen Film wird uns das noch einmal erlebbar. Dieses Phänomen begegnet uns natürlich nicht nur in der Kunst. Die Geschichte der Wissenschaft ist auch voll von solchen Beispielen. Auch Jesus wurde ja zu seinen Lebzeiten nur bedingt gesehen und wertgeschätzt. Vielmehr wurde er gedemütigt. Daraus entstand eine neue Bewegung, die seit nunmehr über 2000 Jahren das Kreuz, also das Symbol der Demütigung, vor sich herträgt.

Vielleicht kennen wir auch den einen oder die andere, die anders sind. Das kann Angst machen. Aus diesem Motiv heraus reagieren Menschen häufig mit Abwehr. Das geschieht nahezu reflexartig. Diese Abwehr bringt häufig Abwertung mit sich. Weiterlesen …

Rainer Maria Rilke starb vor 90 Jahren – Das Paradox: vom Defizit zur Kreativität – Vom Sohn der die Tochter ersetzen sollte, über den bindungsängstlichen jungen Mann zum frauenumschwärmten Dichter mit gewaltigem Tiefgang – (WehrWolter ww 218 – Hans Wolter)

Verdichtet: Von frühem Mobbing über  Identifikation mit Christus und der Unfähigkeit, mit Aggressionen umzugehen – Nähe-Distanz-Regulierung übers Schreiben. Heute wäre RMR ein Freund von Social-Media-Kommunikation. – Die Untiefen seiner Seele –Ein Ikarus im Gefängnis der Mutter – Enorme Selbstheilungskräfte – Rilkes Sehnsucht nach und Angst vor den Frauen – In der Militärschule gemobbt – Verwandlung von Schwäche in kreative Stärke – Ideen zur Produktivität des Künstlers …

Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr,
das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge,
voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung;
und wollen sehen, dass wirs nehmen lernen,
ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat,
an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen.
. . . Guten Neujahrsmorgen . . .
(Rainer Maria Rilke)

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Zusammen ist man weniger. Allein. Anders. Eigen-Art-(Cologne) des Wilhelm Salber. Gedanken zum Abschied des großen Seelen-Designers der Firma Morphologie.- (WehrWolter – ww 214 – Hans Wolter)

Trailer: Distanz die einem nahe geht – Die Lizenz zum AndersSein – Vom Professor Robinson auf der Morphologika – Mehr Lachgeschichten hätten gut getan – Rilkes Orpheus – WS, der Karl Lagerfeld unter den Psychologen – Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen! Zu guter Letzt: die Zahl 88 ist psychästhetisch betrachtet: Harmonie in VollEndung

Wilhelm Salber liebte Paradoxe. Auf der Trauerfeier spürte ich so etwas wie ein Paradox. Mir ging die Distanz nahe. Weiterlesen …

R.I.P. Wilhelm Salber – mit dem Kölner Psychologie Professor geht einer der originellsten Köpfe der Zunft – Morphologie: Wanderer zwischen Kunst & Wissenschaft – Ciao Käpt’n, mein Käpt’n – (WehrWolter – ww 213 – Hans Wolter)

Wilhelm Salber steht für: Polymorph interessiert – Ganzheitliche Zusammenhänge versus elementarhafter Zerteilung – Dekonstruktion oberflächlicher Gewissheiten – „Morphologie des Seelischen Geschehen“ – für Muggel unverständlich – Der etwas andere Sigmund Freud -„Sechseck“ mit  magischem Charakter – Feste Größe in Marktpsychologie – Vom Faust zum van Gogh des Seelischen Weiterlesen …

Weh-Mut – Leonard Cohen – Versuch einer kunstanalogen Annäherung – Über Melancholie, Trauer & Depression in seinem Werk – Zwischen Brüchiger Heilung & Geheilten Brüchen erklingt ein leiden-schaftliches: Halleluja! – (WehrWolter – ww 208 – Hans Wolter)

„Da ist ein Riss, ein Riss in allem. Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt“ Leonard Cohen war ein Meister der tiefen Bilder. Er verstand etwas vom Paradox des Lebens. In vielen seiner Texte erwähnt er die Brüche und Risse, durch die Leben erst lebendig wird. Das ist eine ganzheitlichere Sicht als die polarisierten Aufspaltungen in Gut und Böse. Viele Zeitgenossen möchten in den Liedern, Filmen, Geschichten und Kunstwerken möglichst nur das Helle, Gute, Erbauenende, Optimistische des Lebens gezeigt bekommen. Sie haben Angst davor, in das Dunkel einer Depression gezogen zu werden. Ich versuche aufzuzeigen, dass es v.a.D. das Paradox war, zu dem uns Cohen einen Zugang ermöglichte. Dem versuche ich anhand eines Musikvideos von „Halleluja“ kunstanalog nachzugehen. Kurz verfolge ich Stationen seiner Lebensgeschichte, um abschließend noch etwas dazu aufzuzeigen, wieso traurige Musik glücklich machen kann. Weiterlesen …

Träume sind Kunstwerke. Mit Material aus dem Gestern entwerfen sie im Heute ein mögliches, ein anderes Morgen – Träume regulieren unsere Bio-Psycho-Soziale Passung – (WehrWolter – ww 202 – Hans Wolter)

Träume sind Anreden, die eine Antwort erwarten. Sie wollen, dass wir uns mit ihnen beschäftigen, mit ihnen spielen, sie verstehen und ihre Fragen und Hinweise beantworten. Antworten heißt: bisher zu kurz Gekommenes, Ausgeschlossenes in unserem Leben berücksichtigen. Tun wir das nicht, ergreifen wir nicht die Chancen die sich uns bieten, bleiben wir zu sehr unter unseren Möglichkeiten, erkranken wir vielleicht auf Dauer.  

Auf diesem Hintergrund finde ich die These meines Kollegen Wolfgang Kämmerer zutreffend, dass Träume evolutionstechnisch auch den Sinn haben, uns helfen zu wollen. Träume drängen auf Veränderungen im Sinne der Bio-Psycho-Sozialen Passung. – Auf den Psychotherapietagen NRW haben wir uns u.a. fünf Tage mit Träumen auseinandergesetzt. Spannend finde ich die Idee, dass Träume eben auch nach vorne schauen.

(Das Titelbild von Dali „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ hat eine 24 stündige Facebook-Sperre ausgelöst. Unglaublich … aber wahr!)

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Klaus Kinski: „Alles Gute, du dumme Sau!“ zum 90sten – Genie und Wahnsinn lagen bei ihm erschreckend nah beieinander – Spielte oder lebte er seine Rollen? – (WehrWolter – ww 197 – Hans Wolter)

Klaus Kinski wäre am 18. Oktober 90 Jahre alt geworden. Wäre er nicht bereits 1991 verstorben. Er wurde oft erwähnt, wenn man das Phänomen von Genie und Wahnsinn in einer Person aufzeigen wollte. Ein großartiger Schauspieler auf der einen Seite, ein Scheusal auf der anderen Seite. Hatte man sich über seine irren Ausbrüche früher vielleicht noch amüsiert, liegt seit der Autobiografie seiner Tochter Pola ein dunkler Schatten über seiner Vita. Spielte oder lebte er seine Rollen? Weiterlesen …

„How many roads … “ Bob Dylan, der singende Poet, erhält den Nobelpreis für Literatur – „Das ist Bob Dylan, und ich bin nur Präsident der Vereinigten Staaten.“ (Barack Obama) – Ein moderner Dichter, „Homer der Gegenwart“ (Sara Danius, Komitee, Stockholm) … must a man walk down, before you call him a man?– (WehrWolter – ww 194 – Hans Wolter)

„The answer, my friend, is blowin‘ in the wind … “ – Mit Bob Dylan erhält erstmalig ein Liedermacher den Nobelpreis für Literatur. „Er ist ein großartiger Dichter, der sich seit 45 Jahren immer wieder neu erfindet. Dylan ist eine Ikone. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Musik ist groß …“, sagt Sara Danius, die Chefin der Schwedischen Akademie nach der Bekanntgabe in Stockholm. Dylan schreibe, um mit seinen Werken aufzutreten, sagte die Jurorin. Nichts anderes habe der Dichter Homer vor einigen Jahrtausenden auch getan. Weiterlesen …

„Nur im Süden ist Rettung“- Begegnung mit André Heller. Vom neuen Roman und „Anima“, dem Garten des Zauberkünstlers & Poeten. – Heller Wahnsinn zwischen Wien und Marrakesch. – Sei Poet. Denn: es scheint, die Zeit heilt alle Wunder … (WehrWolter – ww 190 – Hans Wolter)

„Wahrscheinlich ist André Heller im Grunde ein Flüchtling“, schrieb Hans Magnus Enzensberger einmal über den Verwandlungskünstler, „auf die Vertreibung aus dem Garten Eden reagiert er dadurch, dass er sich seine eigenen Paradiese erfindet.“

Davon sang er schon in den achtziger Jahren. Bei unserem Treffen in Wien sprach ich ihn auch auf mein Lieblingslied von ihm, „Sei Poet“, an. Dazu meinte er nur nüchtern, das sei doch schon „hundert Jahre her“. Heute entwirft er Paradiese handfest. Aktuell drückt er sich in „Anima“ (Seele), seinem Traumgarten in Marrakesch ganz konkret und materiell aus. Heller machte auf mich einen weisen und gelassenen Eindruck, als ich ihn im auslaufenden September an einem schönen Herbsttag in Wien traf. Ab und zu müsse er nach der Mutter schauen, die mit ihren 101 Jahren schon in die Nähe einer Scheherazade rückt.

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Licht verbindet – Berlin leuchtet 2016 – Eröffnung am Brandenburger Tor – Liveprojektion durch die Sandmalerin Aljona Voynova. – Illumination in Bild, Film & Ton – (WehrWolter – ww 189 – Hans Wolter)

Das Lichterfest in Berlin ist offiziell eröffnet. Diesmal hatte ich das Glück beim Startschuss am Brandenburger Tor dabei zu sein. Mit einem selbst abgefassten Video ist es mir gelungen die eindrucksvolle Eröffnung festzuhalten. Die Sandmalerin Aljona Voynova projizierte ihre Sandanimation live ans Tor. Täglich wird darüber hinaus das ehemalige Mahnmal der Teilung und heutige Symbol der Wiedervereinigung von den Künstlern von RE:SORB in einer 3D Mapping Show mit acht Projektoren farbenfroh in Szene gesetzt.

Licht verbindet

Über zwei Wochen wird Berlin jetzt an über 70 Orten illuminiert. Das diesjährige Motto „Licht verbindet“ erscheint mir für diese geschichtsträchtige, jahrzehntelang geteilte Stadt, recht gelungen. Der Verein kündigt das Ereignis stolz an:

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