Category Archives: Politik

Sexismus – Der Fall Harvey Weinstein zeigt, dass bei alltäglichen Machtkämpfen zwischen Männern und Frauen auch archaisch tiefe, oft diffus verdeckte Ebenen mitschwingen – Wie im Populismus – „Ausland“ & „Untergrund“ sind mitten unter uns (WehrWolter – ww 277 – Hans Wolter)

Durch die sexuellen Übergriffe des amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein rückt die sogenannte Sexismus-Debatte wieder einmal deutlich in unsere Wahrnehmung. Für mich zeigt dieser Fall, der sich in kleinerem Ausmaß wohl überall ereignen kann, dass die über dreißigjährige Emanzipationsbewegung, wohl eher im „Oberbau“ unserer westlich modernen Kulturen stattgefunden hat. Es scheint tiefe, nahezu archaische Schichten im Seelenleben eines Jeden zu geben, in der andere, gewaltige Kräfte wirken. Nach wie vor. Sowohl in Männern, als auch in Frauen.

Sexismus, Mobbing, Populismus sind verdeckt agierende Strategien in komplexen Machtstrukturen.
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Mut zur Führung schafft Gemeinschaft – Was machen Heynckes, die Rolling Stones & Messi anders? – Die Magie der Berührung – Mangelnde Führung & Gestaltungsdefizite geben Populisten Auftrieb – (WehrWolter – ww 276 – Hans Wolter)

Gute Führung geht über Berührung. Das zeigt schon Michelangelo in seinen Fresken zur Erschaffung des Menschen. – Plötzlicher QualitätsRuck. Beim FC Bayern weckt der Führungswechsel schlummernde positive Energie im Team. Jupp Heynckes kann lebendig gestalten. Bei Ancelotti war es eher das blasse Verwalten. Beiden steht der gleiche Kader zur Verfügung. Einzelne Menschen können viel bewegen, wenn sie es schaffen, uns richtig zu berühren. Die Rolling Stones sind ein gutes Beispiel dafür, dass vier Männer ausreichen, um ein Stadion mit hunderttausend Menschen zu elektrisieren und in eine große musikalische Gestalt ein- und gleichzustimmen. Lionel Messi schafft es nahezu im Alleingang, dass Argentinien nach seinen drei Toren und dem damit verbundenen Last-minute-WM-Ticket, einen kollektiven Glücks-Tsunami erlebt. Auch Politpopulisten nutzen die Sehnsucht nach Einheit in einer komplizierter und unübersichtlich werdenderen Welt. Über die emotionale Berührung der Menschen erreichen sie mehr als über Sachlichkeit. Daher greifen auch die Vorwürfe des Postfaktischen am Ziel vorbei. Zahlen schießen keine Tore. Weiterlesen …

Internationaler Mädchentag – Übergänge bewusst fördern! Vom Mädchen zur Frau – vom Jungen zum Mann – Vom Erwachsenen zur Elternschaft – auch die Mutmacherin Astrid Lindgren kämpfte mit Gefühlen einer schuldgeplagten Mutter – (WehrWolter – ww 274 – Hans Wolter)

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel“ (J.W. Goethe)

Als Vater eines Mädchens und eines Jungens, weiß ich um das Glück und die Traurigkeit in den Übergängen. Beide sind mittlerweile erwachsen und aus dem Haus. Leon ist gerade aktuell ausgezogen, um in Bonn zu studieren. Meine Gefühle sind an diesen Wendepunkten immer gemischt. Wie Aprilwetter mit Herbststürmen. Weiterlesen …

Tag der offenen Moschee unter dem Motto: Gute Nachbarschaft – bessere Gesellschaft – „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“ (Goethe) – Einblicke in die Kölner Zentralmoschee (DITIB) – (WehrWolter – ww 272 – Hans Wolter)

Seit nunmehr 10 Jahren, also seit 2007 findet jedes Jahr am 3. Oktober, also am Tag der Deutschen Einheit auch der Tag der Offenen Moschee statt. An dieser Aktion beteiligen sich über 350 Moscheen in Deutschland. Verantwortlich ist der Koordinationsrat der Muslime (KRM). Ich finde solche Aktionen wichtig, um Ängste und Unwissenheit zwischen den Kulturen abzubauen. Zumal es im Zusammenhang mit den terroristischen Anschlägen des sogenannten „Islamischen Staates“ leicht zu einem Zerrbild der islamischen Kultur insgesamt kommen kann.

In Köln-Ehrenfeld steht die große DITIB-Zentralmoschee, eine architektonisch und atmosphärische eindrucksvolle Bereicherung unserer Stadt. Hell, transparent, sympathisch und spirituell. Sie reiht sich auf eine besondere Art und Weise in die jahrtausendealte Kirchentradition Kölns ein.

Ich habe einmal einen kleinen Einblick anhand eigener Bilder, eines kurzen Filmes, erweitert um einige poetische Zeilen aus Goethes „West-östlichem-Divan“ zusammengestellt. Weiterlesen …

Wahlen werden nicht über das Faktische entschieden: Psycho-Logik funktioniert anders, als es dem öffentlich-rechtlichen Denken recht ist – Von Trumpisierung, europäischem Populismus und der Abdankung des alten Parteiensystems – (WehrWolter – ww 271 – Hans Wolter)

Überblick: So wie es nicht DIE Wirklichkeit gibt, so gibt es auch nicht DAS Faktische – Internet als Beschleuniger – Manipulation setzt häufig an den Ängsten der Menschen an – Populisten spielen ungenierter auf der Klaviatur der Gefühle – auch die steigenden Forderungen nach Selbstoptimierung verunsichern – Sehnsucht nach einfachen Lösungen – Das Parteiensystem der Nachkriegszeit scheint an sein Ende gelangt – Vom Guten im Schlechten

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Chancen und Risiken der Selbstliebe – Von Trump Donald über Tramp Charlie zu Steve Jobs – Gedanken zum Narzissmus und der notwendigen Liebe zu uns selbst und unseren Werken – (WehrWolter – ww 270 – Hans Wolter)

„Als ich begann mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ist Selbstliebe.“ (Charlie Chaplin an seinem 70sten Geburtstag)

 „Zeig mir jemanden ohne Ego, und ich zeig dir einen Verlierer.“ (Donald Trump)

Gesunde Selbstliebe ist wichtig für unsere seelische Gesundheit, aber nicht unbedingt selbstverständlich. Wobei schon im Bibelwort: „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ zum Ausdruck kommt, dass eine positive Beziehung zu uns selbst die Voraussetzung darstellt, auch den anderen Menschen lieben zu können. Ich möchte gerne für eine gesunde Selbstliebe werben und diese vom ungesunden Narzissmus abgrenzen. Wie viele Dinge im Leben geht es auch hier um das rechte Maß. Weiterlesen …

Terror & Stürme im September: Olympia-Attentat, Schleyer-Entführung, 09/11 – RAF bis IS-Terror heute– Hurrikan Irma und Gedanken zu menschlich gemachten Naturkatastrophen – (WehrWolter – ww 269 – Hans Wolter)

Es geht um: Terroranschläge, damals und heute – September als Umbruchsmonat – „In Terror steckt Error“ – Das Unbehagen in der Kultur – Diktatoren, Kriminelle und Suchtkranke tendieren zu Outlaws mit kindlichem Allmachtsdenken -Terror ist eine Abkürzung – Islamische Attentäter sind vom Tod fasziniert – nicht intakte Familien und der Hass auf die Väter – Radikalisierung in der Entwurzelung der Religion von ihrer Kultur – junge Menschen mit apokalyptischem Blick auf die Zukunft – Nihilismus und Paradies – Hurrikane wie Irma können von jetzt auf gleich den stabil geglaubten Rahmen der Menschen radikal wegpusten. Vergleichbar mit Terror, der menschlich hergestellten Katastrophe – Wir brauchen hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven die nicht nur am Konsum orientiert sind.

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Aachen- Tihange: Die Ausgabe von (Jod)Tabletten gegen die Angst hat auch ohne radioaktiven Ernstfall bereits eine psychologische Wirkung – (WehrWolter – ww 268 – Hans Wolter)

Die Angst vor einer radioaktiven Verseuchung ist groß in Aachen. Angst ist überlebungstechnisch gesehen der wichtigste Affekt den Menschen und Tiere haben. Nur sind diese Ängste sinnlich nicht direkt wahrnehmbar. Fakt ist, das es die belgischen Verantwortlichen bisher noch nicht geschafft haben, die Pannenreaktoren vom 60 km entfernten Tihange stillzulegen. Trotz zahlreicher Beschwerden aus dem betroffenenUmkreis. Deshalb hat man in Aachen und den angrenzenden Kommunen begonnen dafür sorgen, dass wenigstens die Bürger einen kleinen Schutz in Form von Jodtabletten im Haus bereit liegen haben. Weiterlesen …

Bußgelder nur für die Kleinen? Die Untätigkeit der Bundesregierung im Abgas-Skandal ist ein weiterer Skandal. Klima-Verschlechterung: auch im Vertrauen der Bürger auf Recht und Ordnung – (WehrWolter – ww 264 – Hans Wolter)

Neulich bekam ich eine „Schriftliche Verwarnung mit Verwarnungsgeld“, weil ich die zulässige Höchstgeschwindigkeit um wenige Stundenkilometer überschritten hatte. Einerseits ärgerlich, andererseits sehe ich es irgendwo auch ein, dass die Stadt dafür Sorge tragen muss, dass eine gewisse Ordnung eingehalten wird. Auch wenn es immer wieder Aktionen gibt, die ich mehr als Geldbeschaffungsmaßnahme ansehe, als dass sie wirkliche pädagogisch motiviert wären. Meine Grundbereitschaft in das Vertrauen auf Ordnung in unser Gemeinwesen wird allerdings in letzter Zeit zunehmend strapaziert. Weiterlesen …

Das JA-Wort zur Ehe für alle – Trauen hat mit Mut zu tun – Ein Sieg für Bindung und Toleranz – Von kalten zu heißen Kulturen – Die Psyche ist gesünder im MitBewegen – (WehrWolter – ww 260 – Hans Wolter)

Das erste Halbjahr 2017 geht mit einer historische Stunde im Bundestag zu Ende. Nach jahrzehntelangem Streit hat das Parlament die Ehe für Homosexuelle beschlossen. Das war möglich, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Vorschlag der Gewissensentscheidung den Weg hierzu freigemacht hatte. Sie selbst stimmte mit Nein. Das ist Demokratie. Neben SPD, Linken und Grünen stimmte auch ein Viertel der CDU/CSU-Fraktion für die völlige rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen.
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Fukushima: Kampf der Betroffenen gegen die Verdrängungsversuche von Staat & Atomlobby – Tepco-Chef steht endlich vor Gericht – Über Sinn und Unsinn von Verdrängung. Beim Einzelnen und in Systemen. – (WehrWolter – ww 259 – Hans Wolter)

Fukushima: Warum hat es die Bewohner der Unglücksprovinz mehr als fünf Jahre gekostet, den damaligen Tepco-Chef Tsunehisa Katsumata (77) und zwei weitere Verantwortliche vor ein Strafgericht zu bringen? Nach meiner Einschätzung haben der Staat und die Atomlobby hier ein starkes Verdrängungsmotiv. Der Staat könnte weiter das Ziel einer (Energie-) Autonomie Japans verfolgen, die Atomlobby will natürlich ihren wirtschaftlichen Gewinn weiter absichern.

Individuen verdrängen, indem sie aktiv versuchen zu vergessen. Dieser Prozess geschieht weitgehend unbewusst. Systeme versuchen über bürokratische Verschleppungen zu verdrängen. Das passiert nicht unbewusst, häufig aber unbemerkt. Jahrelange Prozesse sollen die Gegner einschläfern. Allerdings: Verdrängung ist nur kurzfristig gedacht eine Ersparnis. Weiterlesen …

Helmut Kohl – R.I.P. – Ein Realist der bei der deutschen Einheit und der europäischen Einheitswährung – zur rechten Zeit am rechten Ort – den Mantel der Geschichte am Zipfel packte – (WehrWolter – ww 256 – Hans Wolter)

Helmut Kohl ist tot. Nicht unerwartet, aber doch irgendwie auch plötzlich. Sicher war er nicht das, was ich einen Charismatiker nennen würde. Das war für mich eher eine Persönlichkeit wie Michail Gorbatschow, mit dem er das unerwartete Glück hatte, die deutsche Einheit aushandeln zu können. Kohl war in meinen Augen ein kluger Realpolitiker, der seine geringere Ausstrahlungskraft mit emsiger Beziehungsarbeit gut zu kompensieren wusste. Auch wenn es zahlreiche Rivalen gab, die in der Öffentlichkeit mehr zu wirken wussten, gelang er zielstrebig ins höchste deutsche Amt. Mit seinen 16 Amtsjahren war er auch der längste Bundeskanzler unseres Landes. Länger als sein Vorbild und geistiger Wunschvater Konrad Adenauer. Weiterlesen …

Stop Tihange – Kettenraktion: 90 km Menschenkette – Tihange – Lüttich – Maastricht – Aachen – Demo am 25. Juni fordert Abschalten des umstrittenen belgischen Atom-Meilers – Petition change.org – (WehrWolter – ww 253 – Hans Wolter)

Wegen Tausender kleiner Risse in den Reaktorbehältern von Tihange 2 und Doel 3 ist für deutsche Experten zweifelhaft, ob die Reaktoren bei Störfällen sicher sind. Die belgische Atomaufsicht hält sie aber für sicher. Gegen den Betrieb hat sich eine Allianz aus 90 Kommunen an der Grenze formiert.

Die Schweizer haben sich aktuell mit deutlicher Mehrheit für den Atomausstieg und eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Nach Fukushima setzte sich auch die Physikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel erfolgreich für einen Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft ein. Das finde ich bemerkenswert. Zumal in der eigenen Partei und der Atomlobby viele Gegenstimmen laut wurden.  Aber in angrenzenden Nachbarländern sieht es anders aus. In Belgien ist der umstrittene beschädigte Atommeiler in Tihange wieder aktiv geworden.

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Gewalt als Abwehr von Angst & Benachteiligung – Opfer-Täter-Verkehrung als Nachwirkungen der totalitären DDR – Studie zu „Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland“ (Iris Gleicke) – Versuch einer psychologischen Einordnung – (WehrWolter – ww 251 – Hans Wolter)

Auch wenn die Mauer sichtbar schon vor fast 30 Jahren gefallen ist, in der Seele, vor allen Dingen in der Seele des Ostens, wirkt sie noch deutlicher nach, als wir es wahrhaben wollen, stärker als es uns lieb ist. So wie die Menschen dort früher Opfer autoritärer Gewalt und Benachteiligung waren, so gibt es heute offensichtlich eine verstärkte Neigung zur Rollen-Verkehrung in die Position der Täter. Weiterlesen …

„Bunt statt Bla“: Kölner Bürger & Künstler im Schulterschluss gegen das „Geschäft mit der Angst“ der Rechtspopulisten – Liveticker von den Protesten rund um den AfD-Parteitag in Köln – Lebendige Vielfalt gegen radikale Einfalt – (WehrWolter – ww 244 – Hans Wolter)

Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dass ein Parteitag einer regulären Partei jederzeit reibungslos möglich sein muss. Problematisch finde ich, dass führende Köpfe dieser sogenannten „Alternative für Deutschland“, kurz:  AfD, immer wieder Öl ins Feuer der Radikalisierung und Aufspaltung gießen. Weil sie sich erhoffen, am Ende von dieser Zuspitzung zu profitieren. Sie möchten gerne als Opfer dastehen, arbeiten im Hintergrund aber selbst als Täter. Das ist ja die Masche aller Populisten, die gegenwärtig damit tatsächlich auch Stimmen gewinnen. Sei es Le Pen in Frankreich, Erdogan in der Türkei oder vor kurzem Donald Trump in den USA. Weiterlesen …

Politisch aktiv werden & gemeinsam dem Rückgang der Demokratie entgegenwirken! – AfD-Parteitag – „Köln stellt sich quer“ & „Köln gegen Rechts“ – Doppel-Demo auf dem Heumarkt – Christen beteiligen sich mit: „Unser Kreuz hat keine Haken“ – (WehrWolter – ww 243 – Hans Wolter)

Erschreckende Zunahme des Rechtspopulismus, nationale Alleingänge, Brexit, America first: wäre es dazu gekommen, wenn die Wähler, wenn die Mitte unserer Gesellschaft, wachsamer und aktiver gewesen wären? Relativer Wohlstand und mehr passiv mediales als aktiv reales Engagement scheinen uns müde gemacht zu haben. Die Jungen in England sind erst nach der Brexit-Entscheidung aufgewacht. Selbst amerikanische Wahlforscher hätten den Sieg eines Donald Trumps nicht für möglich gehalten.

Die Karten werden gegenwärtig neu gemischt und wir müssen mitmischen. Ansonsten gehen uns Errungenschaften unserer Demokratie verloren. Fatalerweise passiert das auf demokratischen Wegen. Weiterlesen …

Mut & Geschick zur Führung: Konrad Adenauer – Macht im Dienste des Gestaltungswillen: Köln vor der NS-Diktatur, Deutschland zurück zur Demokratie, hin zu Europa – Versuch einer persönlichen Einschätzung – (WehrWolter – ww 242 – Hans Wolter)

Man muss Dinge auch so tief sehen, dass sie einfach werden (K.A.)

Denk mal an Konrad Adenauer (05.01.1876 – 19.04.1967) – Anlass: Doppeljubiläum: 50. Todestag & vor 100 Jahren (18.09.1917) Wahl zum Kölner Oberbürgermeister

Meine Favoriten der jungen Bundesrepublik waren eher Heinrich Böll und Willy Brandt. Also erklärte Gegenspieler des „Alten“. Dies schicke ich vorsorglich vorweg, damit der Leser nicht in einer nahezu reflexartig auftretenden Gegenposition verharrt. Vielleicht hat es etwas mit der Emanzipation gegenüber den Vätern und Müttern zu tun, dass dieser Reflex häufig auftritt. So zumindest meine Beobachtung. Immer dann wenn man Stellung zu herausragende Persönlichkeiten bezieht. Zweifellos:  wer im hellen Bühnenlicht steht, wirft naturgemäß auch große Schatten.

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Burnout: ist weniger ein Zuviel an Arbeit. Vielmehr ist ein Zuwenig an Anerkennung für psychische Erkrankung ausschlaggebend – Depression nimmt weltweit weiter zu – (WehrWolter – ww 234 – Hans Wolter)

Auf den Punkt: Seelische Erkrankungen nehmen deutlich zu. Wer viel arbeitet muss nicht krank werden. Wer wenig Anerkennung erfährt lebt ungesünder. Die Angst der Deutschen vor der Psyche. Psychotherapie als Kassenleistung war lange Zeit Garant des Wirtschaftswunders. Kapitaloptimierung zu Lasten der Lebensqualität. Politische Unruhen durch weitere Aufspaltung in Verlierer und Gewinner. Von Gewinner- und Verliererkrankheiten. Weiterlesen …

Über Verführbarkeit zum Extremismus und die psychologische Wirkung von Worten: Der gemeinsame Nenner zwischen Rechtspopulisten und radikalen Islamisten – Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ birgt eine gewaltige Sprengkraft – Paradoxe Intervention – (WehrWolter – ww 233 – Hans Wolter)

In Unterwerfungen gibt es nicht selten einen geheimen Pakt zwischen Tätern und Opfern. Wenn Herrschende ein Volk unterwerfen, ist das Volk nicht unschuldig. Wenn Rechtspopulisten vor der Gefahr fremder Machtübernahme oder „denen da oben“ warnen, wollen sie sich eigentlich an die gleiche Stelle setzen und eine tendenziell radikale Macht ausüben.

Dieses Phänomen greife ich am Roman „Unterwerfung“ des französischen Autors Michel Houellebecq auf. Ort des Geschehens: Frankreich im Jahre 2022. Französischer Präsident ist ein Muslimbruder. Humanistisch gesinnte Islamisten regieren das Land. Der Autor Michel Houellebecq entlarvt in seinem Roman die völkische Gesinnung, die vorgibt das Abendland vor dem Islam retten zu wollen. Dieses Buch steigerte nicht nur die Bekanntheit des Autors, löste nicht nur Diskussion, sondern auch reale Gewalt aus. Mit etwas Abstand könnte man es heute auch als Aufrüttelungsversuch verstehen. Im Sinne einer paradoxen Intervention.

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Köln schafft im Karneval den Spagat zwischen Heimat und Integration – Besonders in seinen Liedern – Alternative Fakten: zum Rosenmontagszug 2017 – „Mer Kölsche danze us der Reih“ lautet das Motto 2018 – Aktion: Kein Parteitag der AfD im Maritim – (WehrWolter – ww 232 – HansWolter)

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Genau deshalb können wir Kölner den Karneval auch besonders intensiv genießen. Der Blick auf das Ende lässt die Menschen intensiver leben. Im Angesicht der Endlichkeit des Lebens, erscheint uns Vieles klein und unbedeutend, was uns im Alltag vielleicht stört und aufregt. Köln ist eine Stadt, in der es sich irgendwie leichter leben lässt, als in vielen anderen deutschen Städten. Konrad Beikircher war nicht der erste, der Köln als die nördlichste Stadt Italien betitelt hat. Für die Römer war Colonia das schon von Anfang an. Sicher gibt es in Köln auch eine ganze Menge italienisches Blut. Sei es noch von den Römern oder den damaligen Gastarbeitern, die die ansässigen Fordwerke hier in den 60er und 70er Jahren angeworben hatten. Weiterlesen …

Ängste nehmen zu: daher auch Gewalt und die Sehnsucht nach starken radikalen Lösungen – Kleine Werbung für mehr BINDUNG – Gegen das Geschäft mit der Angst: Radikaler Islamismus, Flüchtlingsnot und Rechtspopulismus liegen in ihren Unsicherheiten nahe beieinander – Psycho-Logik und Bindungstheorie – (WehrWolter – ww 231 – Hans Wolter)

Kurz zusammengefasst: Meine These lautet: Die Abnahme von Bindungsqualität führt zu mehr Ängsten. Daraus resultieren: eine Abnahme der Einfühlungsfähigkeit, die Zunahme von Gewalt und die Sehnsucht nach einfachen radikalen Lösungen.

Meine Forderung: Wir müssen mehr in gute Bindungen, in qualitativ gute Zeit für unsere Kinder investieren

Zunahme von Ängsten – Sehnsucht nach dem starken Mann – Die Unberechenbarkeit eines Billy the Kid – Bindungsunsicherheiten nehmen zu, nicht nur bei traumatisierten Flüchtlingen, auch bei Menschen, die in ihrer frühen Kindheit weniger mitfühlende Bindung erfahren haben – Menschen, die mit sicheren Bindungen aufwachsen, sind bei Belastungen stabiler, das weiß man dank langjähriger Forschung – gibt es Zusammenhänge zwischen den Krippen der ehemaligen DDR und den größeren Fremdenängsten in Sachsen? – ausführliche Darstellung der psychologischen Bindungstheorie

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Wer zieht den autoritären Traum einem liberalen vor? – Jürgen Becker:“Der autoritäre Traum mag ja attraktiv sein, für Menschen, denen Freiheit zu kompliziert ist“ – Von Trump, über die AfD zu Erdogan – Politische Bilder von Thomas Baumgärtel – (WehrWolter – ww 230 Hans Wolter)

Vom autoritären versus dem liberalen Traum

Der Kabarettist Jürgen Becker hielt Ende September letzten Jahres eine lustige, aber auch tiefgründig scharfe Einführungsrede auf der Vernissage zu den politischen Bildern des Künstlers Thomas Baumgärtel in Langenfeld. Die Ausstellung benötigte schon nach kurzer Zeit Polizeischutz und wurde dann vorzeitig beendet. Grund war eine Erdogan-Karikatur. Die Autoritäten dieser Welt dulden keinen Humor. Das unterscheidet sie letztlich von echten Autoritäten.

Auszüge aus Einführungsrede: „Die neuen Autoritären, propagieren die Reinheit der Völker und sehen Frauen in traditionellen Rollen und beurteilen immer die Homosexualität. Das ist der Lakmustest. Daran können sie es festmachen. Der autoritäre Traum mag ja attraktiv sein, für Menschen, denen Freiheit zu kompliziert ist: ‚Der Putin sorgt dafür, dass wir nicht alle schwul werden!‘ – Dafür sorgt in Köln keiner. Weiterlesen …

Schulterschluss der Kölner Karnevalisten gegen geplanten AfD-Parteitag im Maritim-Hotel – Karneval-Stars und Gesellschaften wollen einer menschenverachtenden Gesinnung kein Gehör verschaffen – Die AfD soll im Schatten des Doms nicht an der Spaltung unserer schützenswerten Gesellschaft arbeiten können – (WehrWolter – ww 229 – Hans Wolter)

Köln war durch die Silvesternacht 2015 weltweit als Stadt der Übergriffe in den Medien. Hier wurden Fehler der Stadtverwaltung und Polizei begangen. Köln ist eigentlich schon immer als tolerante Stadt bekannt. Besonders die Kölner Kulturszene setzt sich seit Jahrzehnten wirkungsvoll und wehrhaft gegen Rechtsradikalismus ein. Daher hatten auch Ableger der Pegida hier nie ernstzunehmende Chancen.

Köln ist und war immer eine bunte Stadt, in der die Vielfalt des Lebens, der Menschen, der Kulturen gefördert wurde und wird. Der Karneval ist seit Generationen Aushängeschild der Stadt Köln und lebendige Umsetzung der Lebensfreunde und Buntheit. Die Auftritte im großen Saal des Maritim-Hotels am Heumarkt gehören während der knapp dreimonatigen Session für die Musiker der Kölner Karnevalsbands genauso zum beinahe täglichen Programm wie Auftritte im Gürzenich, im Sartory oder im Kristallsaal der Messe.

Allerdings soll im Maritim, wo die Karnevalisten derzeit „den Menschen im Saal das bunte Köln so präsentieren, wie wir es lieben,“ im April der Bundesparteitag der AfD stattfinden. Das geht den Künstlern gehörig gegen den Strich: „Der Moment ist gekommen, an dem alle der Stadt Köln verbundenen Menschen fest geschlossen und Arm in Arm dagegen protestieren,“ verkünden sie in einem Brief und fordern vom Hotel, den Vertrag mit der rechtspopulistischen Partei aufzulösen.

Der offen Brief der Karnevalstars im Wortlaut:

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Alternative Fakten? Keine Macht der Lüge! Trump & die Rechtspopulisten lügen mit System – „Über die Verantwortung des Wissenschaftlers in einer angeblich postfaktischen Gesellschaft“. – Prof. Dr. Axel Freimuth (Universität zu Köln) – (WehrWolter – ww 226 – Hans Wolter)

Trailer: Hinter den Lügen Trumps und der Rechtspopulisten steckt System – Steter Tropfen höhlt den Schädel! – Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass in Deutschland nicht die Dummschwätzer an die Macht kommen! – Was ist ein Fakt? Prof. Dr. Axel Freimuths Rede zum Jahresempfang 2017 der Universität zu Köln: „Gerade wir in Deutschland haben allen Grund, Populisten gegenüber kritisch und wehrhaft zu sein“ …

Als Sean Spicer, der Pressesprecher Donald Trumps bei seiner ersten Pressekonferenz im Weißen Haus allen Ernstes behauptete, die Zuschauermenge bei der Amtseinführung Trumps sei die größte aller Zeiten gewesen, dachte ich zuerst, dies sei ein Beitrag der Heute-Show oder einer anderen Comedy-Sendung. Wie rasch hat sich die Welt verändert. Heute fängt im Chinesischen Horoskop das Jahr des Hahnes an. Nun mag der gebildete Westeuropäer schmunzeln. 2016, das Jahr des Affen, erfüllte alle Prognosen. Ein Affenjahr, so heißt es, bringt chaotische und verrückte Veränderungen.

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Donald Trump: Great against! ~ Neue Besen – glaubt man – kehren gut. Aber wer ist der Dreck? – (WehrWolter – ww 225 – Hans Wolter)

Trailer: Reality und Show lassen sich nicht mehr unterscheiden – soziale Rückkopplung sichert Überleben – Spaltung kränkt und behindert auf Dauer das Leben – Wir brauchen verantwortungsbewusste & sozial intelligente Führung, aber keinen Meister Propper …

Mediale Intelligenz hat er. Der neue Präsident der USA. Ein Zeichen der Vereinigung haben alle beim Amtsbeginn erwartet. Berechenbarkeit ist weniger unterhaltsam. Trump’s Selfmade-Gehabe macht mir Sorgen. Dabei sorge ich mich weniger um sein Leben. Umso mehr um unser gemeinsames Leben. Letztlich natürlich auch um mein Leben. Trump gibt weniger auf soziale Rückversicherung. Damit kommt man kurzfristig vielleicht weit. Langfristig bestraft einen aber das Leben. Die Evolution sortiert gnadenlos diejenigen aus, die ihre Anpassungsfähigkeit verlieren. Auch die Dinos.

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Winterkorn: Lebenslänglich! täglich 3.100 € Rente: ungebremster Egoismus als soziales Negativ-Vorbild – Faktisch im Recht? Postfaktisch nicht! – Die Legitimation wirtschaftlicher & politischer Strukturen kippt – Wen wundert hier die Wut der Bürger & weltweiter Spannungszuwachs? – (WehrWolter – ww 222 – Hans Wolter)

Postfaktisch ist nicht zu Unrecht das Wort des Jahres geworden. Die Menschen fühlen, dass an bestimmten Stellen etwas gewaltig aus dem Ruder läuft. Auch wenn formal juristisch Korrektheit beteuert wird. Zahlen kann man nicht vertrauen. Nicht erst seit der Schummel-Software.

Trailer zum Text: Winterkorns Millionengehalt geht in Tagesrente von 3.100 Euro über -hoher Schaden, auch für die Legitimation wirtschaftlicher & politischer Strukturen insgesamt – „Winterkorn ist ein gnadenloser Egoist“ (Prof. Dudenhöfer) – „ach wie gut das niemand weiß …“: VW-Ingenieure konnten kein Stroh zu Gold spinnen, aber die Wut des Rumpelstilzchen verbleibt bei uns – was lernen wir daraus? – Zahlen müssen nicht die Realität abbilden, sie überzeugen, weil sie faktisch wirken – Das ALS-OB scheint wichtiger geworden zu sein als die Realität – da passt es doch, das mit dem „Postfaktischen“ – die modernen Märchen haben kein garantiertes Happy End. Mist aber auch! – 

P.S. heute hat Uli Hoeneß Geburtstag … aber das ist ja ein anderes Märchen … geht eher in Richtung „Kaiser Franz und das Sommermärchen“ … da wollen wir jetzt mal nicht dran rühren … Weiterlesen …

Mut zum NEUEN. JA! 2017 – Mancher Mensch hat ein großes Feuer in der Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen. (Vincent van Gogh) – Ja zum stärkenden Mut für Vielfalt – Nein zur schwächenden Angst der Rechtspopulisten – (WehrWolter – ww 220 – Hans Wolter)

Es gibt Menschen, die sehen mehr als andere. Andere sehen das aber vielleicht nicht. Der Künstler Vincent van Gogh ist ein gutes Beispiel. In dem kleinen Film wird uns das noch einmal erlebbar. Dieses Phänomen begegnet uns natürlich nicht nur in der Kunst. Die Geschichte der Wissenschaft ist auch voll von solchen Beispielen. Auch Jesus wurde ja zu seinen Lebzeiten nur bedingt gesehen und wertgeschätzt. Vielmehr wurde er gedemütigt. Daraus entstand eine neue Bewegung, die seit nunmehr über 2000 Jahren das Kreuz, also das Symbol der Demütigung, vor sich herträgt.

Vielleicht kennen wir auch den einen oder die andere, die anders sind. Das kann Angst machen. Aus diesem Motiv heraus reagieren Menschen häufig mit Abwehr. Das geschieht nahezu reflexartig. Diese Abwehr bringt häufig Abwertung mit sich. Weiterlesen …

Wir sind Berlin. Wir sind verwundbar. – Anschlag auf unser Lebensmodell – Das Geschäft mit der Angst – Terror / Achtsamkeit – Trauer & Vertrauen – (WehrWolter – ww 215 – Hans Wolter)

Erschütterung – Ohnmacht – Schützen vor Angriffen und Trittbrettfahrern – Plädoyer für Differenzierung – bitte keine einfachen Pauschalantworten – die Welt ist unberechenbarer geworden – Vermeidung ist oft ein zu einfaches Modell – Mit dem Risiko leben lernen – „Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie“ (Erich Kästner)

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Mythische Marken – Fidel Castro, Che Guevara, Bhumibol, Helmut Schmidt: große Führer haben kein Verfallsdatum. Wirkmächtige Bilder für Vereinheitlichung. – Ihr Tod hinterlässt eine unkalkulierbare Lücke – (WehrWolter – ww 211 – Hans Wolter)

„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche“. (Che Guevara)

„Fidel ist tot, aber er ist ungeschlagen gestorben“ (Rafael Correa)

Wenn große Staatsmänner sterben, bewegt es eine Vielzahl von Menschen. Fast genau vor einem Jahr starb Helmut Schmidt. Das war anders als bei Castro oder dem thailändischen König Bhumibol. Schmidt hatte ja schon 30 Jahre kein Amt mehr inne gehabt. Dennoch hinterließ er, als weiser alter Mann im Hintergrund, eine große Lücke in Deutschland. Auch bei seinem Trauergeleit säumten unzählige Menschen den Straßenrand. Und das in einer Demokratie. Bei den beiden anderen ist man ja nicht ganz so sicher, was vom Volk und was vom Staat ausgeht. Sicher hatte der Thailänder schon nahezu einen Gottesstatus. Anders als Schmidt, von dem ja eher eine soldatische Zurückhaltung ausging. Soldatisch wirkte auch Fidel Castro. Aber ganz anders. Weiterlesen …

Geld. Macht. Präsidenten. Uli Hoeneß (FCB), Donald Trump (USA), Fidel Castro (Kuba): „Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher“ (Animal Farm, George Orwell) – (WehrWolter – ww 209 – Hans Wolter)

Heute starb mit Fidel Castro einer der letzten großen Helden des Traumes von gleicher Vermögensverteilung. Das Experiment von Kommunismus und Sozialismus ist ja schon seit längerer Zeit gescheitert. Mit Donald Trump kommt ein bekennender Kapitalist auf den Thron der führenden Weltmacht USA.

Uli Hoeneß ist zurück an der Spitze des FC Bayern. Seine Wiederwahl zum Präsidenten wurde zur erwartet triumphalen Rückkehr. Er scheint nach wie vor Hoffnungsträger und Seele des Vereins zu sein. Sicher hat er große Verdienste für den Fußball und ein im FCB seltenes Charisma. Auf der menschlichen Ebene gönne ich ihm durchaus einen Neuanfang. Aber seine Rückkehr zeigt auch auf, dass die Auslegung von Grenzüberschreitungen in unserer Gesellschaft durchaus sehr unterschiedlich bewertet wird. Weiterlesen …

Barack Obama geht. Kommt nach Demokratie und Vielfalt jetzt: „Under my Trump?“ – Highway to the Post-truth era – Allzu einfache postfaktische Polarisierungen zwischen Oben und Unten. Unter dem (Facebook-) Daumen, frei nach den Rolling Stones? – (WehrWolter – ww 206 – Hans Wolter)

Das passt. Am internationalen Tag der Toleranz kam Barack Obama ein letztes Mal als Präsident nach Berlin. Er verabschiedete sich. Seine Statements zur Demokratie, zu Europa sind wichtig. Auch wenn Reden noch nicht Handeln ist. Visionen sind dennoch wichtig. Ohne Visionen haben wir zu wenig Kraft, das was vor uns liegt, beherzt anzupacken. Weiterlesen …

11/9 – Eleven nine: Trump wird Präsident der USA (2016). Kommt es jetzt zum Uxit? 09.11: ein Tag voll Licht & Schatten: Mauerfall: (1989), Reichskristallnacht (1938), Novemberrevolution (1918) – Wachsamer werden: DER Führer war (auch) kein Polit-Profi, musste nicht lesen, regierte „aus dem Bauch“ und war ein charismatischer Rattenfänger – (WehrWolter – ww 204 – Hans Wolter)

Donald Trump und Barack Obama sind Antipoden. Sie haben wenig gemein. Aber als Medien-Profis sind der Friedennobelpreisträger und der Immobilienmakler auf Augenhöhe. Beide wurden gewählt, weil sie als Hoffnungsträger überzeugten. Auch den kleinen Mann, die kleine Frau. Obama versprach: „Yes we can!“ Trump verspricht: „Make America Great Again!“. Mit solchen Bildern lassen sich Feuer entfachen. Vorausgesetzt, sie werden authentisch vorgetragen. Bei Angela Merkels „Wir schaffen das“ sprang der Funke nicht über. Mittlerweile führt sie. Charisma hat sie allerdings wenig. Weiterlesen …

Politik: Wettrennen trojanischer Pferde (Lec) – Die USA wählt – Egal wer gewinnt: das WIR hat bereits verloren – Die Mehrheit ist unzuFrieden – Populismus lähmt oder zündet durch gefährliche Polarisierung – (WehrWolter – ww 203 – Hans Wolter)

Das Ende naht. Heute wird in den USA gewählt. Mit Obama geht ein Großer. Polarisierender Populismus schwächt letztliches Gemeinschaftsgefühl und Gemeinwesen. Wer 270 Wahlmänner auf seine Seite zieht hat gewonnen. Aber was? Die Mehrheit ist unzufrieden. Egal wer gewinnt. Voranschreitende Spaltung schwächt alle. Wenn zwei sich streiten, freut sich nicht nur der Dritte. Entwicklung braucht Triangulierung. Populismus arbeitet mit der zweidimensionalen Logik des Radikalen. Trump karikiert das Leitbild der „Political correctness“. Es ist schon erschreckend mitanzusehen, wie einfach das funktioniert. Weiterlesen …

„Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.“ Carolin Emcke findet eine klare Versprachlichung gegen ein Klima von Fanatismus und Gewalt. Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreis, im Anschluss an die Frankfurter Buchmesse 2016 – (WehrWolter – ww 200 – Hans Wolter)

„Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus“ eröffnet Carolin Emcke ihre Dankesrede. Vor meinem inneren Auge erscheint unmittelbar das Bild von Robin Williams als charismatischem Lehrer im „Club der toten Dichter“. Wie er auf dem Pult stehend seinen Schülern veranschaulicht, dass Leben durch Perspektivwechsel vielfältiger, tiefer und letztlich reicher wird.

Sie spricht darüber, dass Verschiedenheit kein Grund für Ausgrenzung, Ähnlichkeit keine Voraussetzung für Grundrechte darstellen. Sie stellt klar, dass Menschenrechte voraussetzungslos sind und diese nicht verdient werden können und müssen. Weiterlesen …

Radikale fühlen sich oft im Recht – Anfällige Persönlichkeiten finden in radikalen Statements von Populisten Nahrung für schräge Weltbilder – Ein Jahr nach dem versuchten Mord an der Kölner OB Henriette Reker – Einblicke in das digitale Leben des Täters – (WehrWolter – ww 196 – Hans Wolter)

Am 17. Oktober 2015 stach der 44-jährige arbeitslose Kölner Lackierer Frank S. der OB-Kandidatin Henriette Reker auf dem Braunsfelder Wochenmarkt mit einem Rambo-Messer zehn Zentimeter tief in die Kehle. Einen Tag später wurde die parteilose Kandidatin zur Oberbürgermeisterin gewählt. Sie lag zu der Zeit noch im Koma. Die Operationen hat sie den Umständen entsprechend gut überstanden, so dass sie ihr Amt im Dezember tatsächlich antreten konnte. Das fand ich damals schon recht beachtlich. Weiterlesen …

Trump’s Quick & Dirty-Strategie geht nach hinten los: „Du kannst ihnen zwischen die Beine greifen“ – Die Selbst-Dekonstruktion eines tragikomischen Präsidentschaftskandidaten in den USA. – Nicht alle markigen Äußerungen der Populisten lassen sich wieder ungeschehenmachen – (WehrWolter – ww 193 – Hans Wolter)

Eigentlich fahren die aktuellen Rechtspopulisten häufig gut mit der Strategie, politisch inkorrekte, teils menschenfeindliche Statements in den Raum zu schleudern, um sie dann rasch wieder diffus verwirrend aufzulösen. Diese Masche wird häufig strategisch eingesetzt, um die Freunde radikalen Gedankenguts zu befriedigen. Ihnen gewissermaßen quick & dirty  einen „runterzuholen“, um darüber weitere Stimmen aus der sogenannten Mitte zu fischen. Weiterlesen …

Wenn die Klügeren nachgeben, kommen die Dummen an die Macht. – Von Orwells Animal Farm & 1984 über die deutsche Wiedervereinigung, den Rechtspopulismus zu TTIP – (WehrWolter – ww 192 – Hans Wolter)

Wir leben in einer unruhigen Zeit. Erschreckend finde ich, dass sachliche Argumente zunehmend weniger zählen als populistische Auftritte und gezielte „Ausrutscher“. Nicht mehr nur an den äußeren Rändern unserer Gesellschaft.  Das Klima ist deutlich rauher geworden. Der öffentliche Diskurs verschiebt bisherige Wertemaßstäbe.

In seinen Romanen Animal Farm und 1984 hatte der Schriftsteller George Orwell Welten entworfen, die sich streckenweise schon mehr als realisiert haben. Historisch spielte er damals auf Stalin an. Mit den heutigen Populisten in unserem Land und den USA bewegen wir uns auch in ein gefährliches Fahrwasser. Weg von der Demokratie. Auch auf der Wirtschaftsebene versucht man demokratische Strukturen auszuhebeln, wie wir es gegenwärtig bei den TTIP-Verhandlungen sehen. Hier müssen wir wachsam sein. Weiterlesen …

Hat Deutschland ein Demokratieproblem? – Das Kreuz mit den Haken und Ösen des Lebens – Ohne Flüchtlinge ginge es AfD und Pegida schlecht -Die Konstruktion des Fremden stärkt das Vertraute. Nebenwirkung: Angst. – Auf dem Rücken der Schwachen ritten Extremisten schon immer gut nach oben. – (WehrWolter – ww 191 – Hans Wolter)

Es hakelt etwas in unserem Land. Ein merkwürdiger Tag der deutschen Einheit liegt hinter uns. Ich war mal wieder recht zentral im Geschehen. Nicht bei den offiziellen Feierlichkeiten in Dresden, sondern in der Hauptstadt. In der sächsischen Hochburg bildete sich mal wieder eher die dunkle Seite Deutschlands ab. Berlin zeigte sich dagegen angenehm weltoffen und lebensbejahend.

„Licht verbindet“ ist der Slogan auf der gut zweiwöchigen Aktion „Berlin leuchtet“. Der zentrale Auftakt am Brandenburger Tor hatte schon etwas ansprechend, einladend weltmenschliches. Hier ging’s natürlich nicht um Politik im engeren Sinne. Im weiteren Sinne steht das Brandenburger Tor natürlich schon für Politik und für ein geschichtsträchtiges Ringen zwischen Demokratie und Diktatur.

Kommt in den über 70 illuminierten Gebäuden und Denkmälern Berlins eher die vitale Buntheit des Lebens zum Ausdruck, sieht es an anderen Stellen der Metropole natürlich auch durchaus anders aus. Wie in jeder Weltstadt nehme ich auch Armut und Elend an den Rändern wahr. Der auf den Rheinländer eher ruppig anmutende Menschenschlag hier, nimmt aber die Mühen des Alltags mehrheitlich beherzt in die Hand. So zeigt es mir zumindest mein waches Auge beim Umherstreifen.

Über eine Skulptur zur deutschen Wiedervereinigung auf dem Berliner Ku’damm hab ich längere Zeit nachgedacht. Sie ist ähnlich stumm, wie die Gedächtniskirche im Hintergrund. Mich zieht dieses drahtige Werk auf Anhieb nicht in seinen Bann. Es sagt mir aber: Entwicklungen laufen häufig weniger glatt, als wir es uns wünschen. Weiterlesen …

Bananenpolitik – „Vom autoritären versus dem liberalen Traum“ – Ausstellung zu politischen Bildern von Thomas Baumgärtel. – Aufruhr um Erdogan’s Po-Banane – Auftakt mit Jürgen Beckers Überlegungen zu Politik, Kunst und der Radikalisierung in Deutschland – (WehrWolter – ww 188 Hans Wolter)

Mein alter Kommilitone Thomas Baumgärtel hatte mich zu seiner Vernissage „Politische Bilder“ in die Räume des Kunstvereins Langenfeld eingeladen. Immer noch dieselben Bananen? … dachte ich bei mir. Dann sollte aber auch noch der Kabarettist Jürgen Becker kommen und einen einführenden Beitrag auf die Bühne bringen. Mit ihm verbindet mich auch eine gemeinsame Vergangenheit. Wir liegen nur ein Jahr auseinander und sind damals beide in Köln-Widdersdorf aufgewachsen. Auf seinen lustigen aber auch scharfsinnig pointierten politischen Vortrag gehe ich später auch noch einmal ein.

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9/11 – die Welt hat sich seit 2001 verändert. Anders verändert DURCH nine eleven. Anders verändert durch die REAKTION auf den Anschlag und den Zusammensturz des World Trade Centers. – Verstehen können wir das Leben nur rückwärts. Leben müssen wir es vorwärts (Kierkegaard) – (WehrWolter – ww 187 – Hans Wolter)

Der Traum vom Wunder trotzt den Wunden

Wunden zeigen uns, wie klein wir sind.
Das halten wir nicht lange aus.
Daher träumen wir lieber vom Wunder.

Wir müssen lernen, auch mit dem Unbegreiflichen umzugehen.
Dabei hilft uns die Zeit.
Auch wenn sie letztlich nie ganz heilt.
Narben erinnern uns daran.
Auch in unserer Seele.
Auch an 9/11.

(Hans Wolter)

Heute vor 15 Jahren geschah das nahezu Unfassbare. Wie aus dem Nichts flogen Flugzeuge in die gewaltigen Türme des amerikanischen Word Trade Centers. Keine Kampfflugzeuge. Normale Passagierflugzeuge mit Menschen an Bord. Weiterlesen …