Tag Archives: Atomenergie

Fukushima: Kampf der Betroffenen gegen die Verdrängungsversuche von Staat & Atomlobby – Tepco-Chef steht endlich vor Gericht – Über Sinn und Unsinn von Verdrängung. Beim Einzelnen und in Systemen. – (WehrWolter – ww 259 – Hans Wolter)

Fukushima: Warum hat es die Bewohner der Unglücksprovinz mehr als fünf Jahre gekostet, den damaligen Tepco-Chef Tsunehisa Katsumata (77) und zwei weitere Verantwortliche vor ein Strafgericht zu bringen? Nach meiner Einschätzung haben der Staat und die Atomlobby hier ein starkes Verdrängungsmotiv. Der Staat könnte weiter das Ziel einer (Energie-) Autonomie Japans verfolgen, die Atomlobby will natürlich ihren wirtschaftlichen Gewinn weiter absichern.

Individuen verdrängen, indem sie aktiv versuchen zu vergessen. Dieser Prozess geschieht weitgehend unbewusst. Systeme versuchen über bürokratische Verschleppungen zu verdrängen. Das passiert nicht unbewusst, häufig aber unbemerkt. Jahrelange Prozesse sollen die Gegner einschläfern. Allerdings: Verdrängung ist nur kurzfristig gedacht eine Ersparnis. Weiterlesen …

Stop Tihange – Kettenraktion: 90 km Menschenkette – Tihange – Lüttich – Maastricht – Aachen – Demo am 25. Juni fordert Abschalten des umstrittenen belgischen Atom-Meilers – Petition change.org – (WehrWolter – ww 253 – Hans Wolter)

Wegen Tausender kleiner Risse in den Reaktorbehältern von Tihange 2 und Doel 3 ist für deutsche Experten zweifelhaft, ob die Reaktoren bei Störfällen sicher sind. Die belgische Atomaufsicht hält sie aber für sicher. Gegen den Betrieb hat sich eine Allianz aus 90 Kommunen an der Grenze formiert.

Die Schweizer haben sich aktuell mit deutlicher Mehrheit für den Atomausstieg und eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Nach Fukushima setzte sich auch die Physikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel erfolgreich für einen Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft ein. Das finde ich bemerkenswert. Zumal in der eigenen Partei und der Atomlobby viele Gegenstimmen laut wurden.  Aber in angrenzenden Nachbarländern sieht es anders aus. In Belgien ist der umstrittene beschädigte Atommeiler in Tihange wieder aktiv geworden.

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Fukushima: Fünf Jahre nach der Jahrhundertkatastrophe treibt Japan den nuklearen Neustart voran. – Merkels Wandel vom Saulus zum Paulus. – Während die Atomlobby auf Vergesslichkeit setzt, machen Kunst & Naturwissenschaft das Unsichtbare sichtbar: Radioaktivität. – „Das Gift der kleinen Dinge“ & „Kunst und Fakten“ – (WehrWolter – ww 133 – Hans Wolter)

Kurz gefasst, für den eiligen Leser: Fukushima & nuklearer Neustart Japans heute. Die Mächtigen bauen auf Vergesslichkeit/ Deutschland schafft erstaunlicherweise den Ausstieg aus der Atomenergie. Angela Merkel wandelte sich nach dem japanischen GAU, vom Atomkraftfan zur Aussteigerin. / Wie geht die Kunst mit der Jahrhundertkatastrophe um? „Das Gift der kleinen Dinge“: Ein Projekt von Künstlern und Naturwissenschaftlern macht das Unsichtbare sichtbar: Radioaktivität. Geduldig haben sie verstrahlte Objekte gesammelt und mit der Technik aus der Mikroskopie wie der Medizin experimentiert, bis es funktionierte. Das Ergebnis: stille Fotografien, vermeintlich unscheinbare Doppelbilder, denen die Magie des Schreckens innewohnt. – Ausstellung: „Kunst und Fakten“/ In ihrem Schwarz-Weiß-Film: „Grüße aus Fukushima“, gestehen japanische Jugendliche der Autorin und Regisseurin Doris Dörrie im Interview: “Wir wollen, wenn wir ehrlich sind, nur das unser Computer läuft”. Über die Atomkraft hinaus, stellt uns der Film allen, die tiefergehende Frage: Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen?

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„Grüße aus Fukushima“ – Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen? Von Doris Dörrie über Charles Dickens zu Heinrich Böll und der literarischen Einordnung von Adolf Hitler: „Mein Kampf“ – Atomkraft & Flüchtlingskrise – Berlinale 2016 – (WehrWolter – ww 125 – Hans Wolter)

Trailer zum Text: Fukushima mon amour, eine poetische Geschichte vom Loslassen und Weiterleben – Gegen die Verdrängung. – Wir können als Menschen Radioaktivität nicht begreifen. – „Wir wollen, wenn wir ehrlich sind, nur das unser Computer läuft.“ – Eine Meister-Schülerin-Geschichte. – Was sollte ich weiterführen, was ablegen, was geht verloren: in meinem Leben? -„Mein Kampf“ – Von Charles Dickens über Adolf Hitler zu Heinrich Böll. – Ergänzt durch Überlegungen zur aktuellen Lage der Nation: Atomkraft & Flüchtlingskrise –Der Plot: Zwei sehr unterschiedliche Frauen nähern sich langsam einander an und werden mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert.

„Ich möchte Euch ein paar Dinge fragen, die mich beschäftigen: Oft gerate ich in Panik, wenn ich sehe, welche Richtung mein Leben nimmt. Sehe ich richtig aus? Verdiene ich genug Geld? Bin ich glücklich? … was wäre, wenn ich alles verlöre, was mir lieb ist … und wie kann ich mich daran erinnern, dass dies mein Leben ist … mein einziges?“ (Marie)

 

„Grüße aus Fukushima“ – Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen?

„Diese Katastrophe ist nicht die Katastrophe Japans, das ist unsere. Und dieses Gefühl der Verbundenheit, das wollte ich erzählen“, sagte die Autorin &Regisseurin Doris Dörrie, fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, bei der Berlinale 2016. Ja, so funktioniert Kino, Text und Kunst: es ist immer UNSER eigener FILM, der in Gang kommt.

Viele denken das liefe getrennt, das Innen und Außen. Psychologisch gesehen ist diese Trennung Quatsch. Wir spiegeln uns in der Welt. Daher sieht auch jeder, zunächst einmal seinen eigenen Film. Natürlich gibt es auch die, dem Werk innewohnende Gestalt. Ist diese nicht überzeugend, wie z.B. bei RTL-TV etc., dann schlafen wir ein. Das ist ja häufig auch gewollt. Siehe Radio Gaga, Orwells 1984, Cäsars Brot und Spiel. Hitlers Filmpaläste etc..

Filme müssen eine KomplexEntwicklung haben, um uns zu packen. (Morphologische FilmPsychologie, Prof. W. Salber)

In Fukushima mon amour – so der Untertitel – geht es um den Komplex von Festhalten versus Loslassen. Da dies ein Grundkonflikt in der Entwicklung eines jedem von uns ist, kann uns der Film packen und sogar ein wenig verwandelt wieder aus dem Kino entlassen. Weiterlesen …