Tag Archives: Attentat

Terror & Stürme im September: Olympia-Attentat, Schleyer-Entführung, 09/11 – RAF bis IS-Terror heute– Hurrikan Irma und Gedanken zu menschlich gemachten Naturkatastrophen – (WehrWolter – ww 269 – Hans Wolter)

Es geht um: Terroranschläge, damals und heute – September als Umbruchsmonat – „In Terror steckt Error“ – Das Unbehagen in der Kultur – Diktatoren, Kriminelle und Suchtkranke tendieren zu Outlaws mit kindlichem Allmachtsdenken -Terror ist eine Abkürzung – Islamische Attentäter sind vom Tod fasziniert – nicht intakte Familien und der Hass auf die Väter – Radikalisierung in der Entwurzelung der Religion von ihrer Kultur – junge Menschen mit apokalyptischem Blick auf die Zukunft – Nihilismus und Paradies – Hurrikane wie Irma können von jetzt auf gleich den stabil geglaubten Rahmen der Menschen radikal wegpusten. Vergleichbar mit Terror, der menschlich hergestellten Katastrophe – Wir brauchen hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven die nicht nur am Konsum orientiert sind.

Weiterlesen …

Radikale fühlen sich oft im Recht – Anfällige Persönlichkeiten finden in radikalen Statements von Populisten Nahrung für schräge Weltbilder – Ein Jahr nach dem versuchten Mord an der Kölner OB Henriette Reker – Einblicke in das digitale Leben des Täters – (WehrWolter – ww 196 – Hans Wolter)

Am 17. Oktober 2015 stach der 44-jährige arbeitslose Kölner Lackierer Frank S. der OB-Kandidatin Henriette Reker auf dem Braunsfelder Wochenmarkt mit einem Rambo-Messer zehn Zentimeter tief in die Kehle. Einen Tag später wurde die parteilose Kandidatin zur Oberbürgermeisterin gewählt. Sie lag zu der Zeit noch im Koma. Die Operationen hat sie den Umständen entsprechend gut überstanden, so dass sie ihr Amt im Dezember tatsächlich antreten konnte. Das fand ich damals schon recht beachtlich. Weiterlesen …

Frank S. fühlte sich als Held. Er wollte Deutschland von der „irren Kanzlerin“ befreien und einen „Volkssturm“ auslösen. Für seinen versuchten Mord an Henriette Reker wurde er zu 14 Jahren Haft verurteilt. – (WehrWolter – ww 168 – Hans Wolter)

Die Schwelle zur Verachtung, Entmenschlichung und zum Durchbruch aggressiver Impulse wird niedriger. Die Verschiebung des öffentlichen Diskurses macht mir Sorge. Populismus, Rechtspopulismus und die Massenmedien unterstützen eine Verschiebung der Werte, Ängste und dem, was in der Bevölkerung als normal wahrgenommen wird. Frank S. fühlte sich bei seinem Mordversuch an der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker als Held. Weiterlesen …

Das Böse ist immer und überall. – nicht nur in Orlando, Paris, bei den Hooligans, in Dresden, beim Jo Cox Attentat im Brexit Wahlkampf oder in unmittelbarer Nachbarschaft – Vom Ver/rückten im Normalen – Das Ich und die Abwehrmechanismen – Anna Freud – (WehrWolter – ww 166 – Hans Wolter)

Das Böse gehört mehr zum Leben dazu, als es uns lieb ist. Konnten die Götter in den alten Religionen noch gütig und grausam in Personalunion sein, versucht das Christentum im neuen Testament durch die Erfindung des Teufels eine Ordnung ins Leben der Menschen zu bringen. Spaltungen in Gut und Böse werden einerseits zur Beruhigung eingeführt. Wenn das Böse als ver-/-rückt dargestellt wird, dann ist es von mir weg/ge-/-rückt. Daher versucht man sich bei Amokläufen oder Attentaten auch gerne schnell zu beruhigen, indem man die Täter als verrückt, irre, also nicht normal einstuft. Hierzu stelle ich einige Quer/Gedanken vor. Im Anschluss zitiere ich den hervorragenden Beitrag „BÖSES“ von Carolin Emcke, den sie vor kurzem in der Süddeutsche Allgemeine Zeitung veröffentlicht hat. Abschließend gebe ich noch einen kurzen Überblick über die von der Psychoanalytikerin Anna Freud extrapolierten Abwehrmechanismen des Ich.

 

Ich? – Bin doch nicht ver//rückt!

Weiterlesen …

Prozess zum Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterin. Henriette Reker wurde lebensgefährlich verletzt, lag 5 Tage im Koma, hat immer noch Albträume und betont, dass sie keine psychologische Hilfe in Anspruch genommen hätte. – Befürchtet sie, dass man es ihr als Schwäche auslegen könnte? Schade, dass Psychotherapie in der Öffentlichkeit nach wie vor tabuisiert wird. – (WehrWolter – ww 149 – Hans Wolter)

Die Kölner Oberbürgermeisterin saß im heutigen Prozess ihrem Attentäter erstmals gegenüber. Dies sei kein Problem für sie. Als sie sagt, dass sie wenig später wieder am Schreibtisch sein wolle, frage ich mich, warum sie das betont. Sie erzählt dass sie noch unter Albträumen leidet und dass sie unmittelbar nach dem Attentat große Sorge gehabt hätte, für immer gelähmt zu sein. Das kann ich gut nachvollziehen. Hat sie doch ein richtig großes Jagdmesser vom 44 jährigen Täter Frank S. kräftig in den Hals gestoßen bekommen. Vorher hätte sie der Mann „sehr freundlich“ um eine Rose gebeten. Das hat ja schon Qualitäten eines Horrorfilms. Als sie im Zusammenhang mit den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht als Abwehrmassnahme vorschlägt, eine Armlänge Abstand zu halten, wird ihr dies deutschlandweit vorgeworfen und als Naivität ausgelegt. Meine Einschätzung hierzu ist, dass diese wirklich naiv anmutende Äußerung darauf hinweist, dass sie das traumatische Ereigniss noch nicht umfassend psychologisch bearbeiten konnte.
Weiterlesen …