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Humor macht uns das Leben leichter. Der Witz ist sein radikaler Bruder. Er hat Sprengkraft. Für die einen ist es Entlastung, für die anderen Angriff und die Mächtigen bekommen Angst – Lachen ist gesund – (WehrWolter – ww 313 – Hans Wolter)

Humor:  als Kunst, Verrückung der allgemeinen Logik, integriert schwierige Realitätsansprüche 🙂 Lachen: Soziale Funktion, intensiviert die Bindung zu uns selbst und unseren Mitmenschen 🙂 Witz: bringt es auf den Punkt, Entlastung und Angriff des Starren / Die Fähigkeiten zu Humor & Witz sagen etwas über die psychische Gesundheit eines Menschen.

Unser Alltag ist nicht immer leicht. Nicht selten haben wir das Gefühl, dass zu viel auf uns einprasselt. Dann beginnen wir automatisch abzuwehren. Das kann uns nicht nur schützen. Es kann uns auch starr, stur und unbeweglich machen. Humor ist einer der besten Abwehrmechanismen, die wir haben. Das wusste schon der alte Freud. Eine humorvolle Haltung hat häufig etwas Angenehmes für uns und unser Umfeld. Den Witz sehe ich als radikalen Bruder des Humors. Er bringt etwas auf den Punkt: unerwartet, schnell und wenn er gut ist, recht wirkungsvoll. Das mag nicht jeder. Am wenigsten die Mächtigen. Im „Club der lebendigen Poeten“* war Witz, Humor und Lachen unser WochenThema. Daher habe ich hierzu meine Gedanken wieder ein wenig schweifen lassen.   Weiterlesen …

„Grüße aus Fukushima“ – Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen? Von Doris Dörrie über Charles Dickens zu Heinrich Böll und der literarischen Einordnung von Adolf Hitler: „Mein Kampf“ – Atomkraft & Flüchtlingskrise – Berlinale 2016 – (WehrWolter – ww 125 – Hans Wolter)

Trailer zum Text: Fukushima mon amour, eine poetische Geschichte vom Loslassen und Weiterleben – Gegen die Verdrängung. – Wir können als Menschen Radioaktivität nicht begreifen. – „Wir wollen, wenn wir ehrlich sind, nur das unser Computer läuft.“ – Eine Meister-Schülerin-Geschichte. – Was sollte ich weiterführen, was ablegen, was geht verloren: in meinem Leben? -„Mein Kampf“ – Von Charles Dickens über Adolf Hitler zu Heinrich Böll. – Ergänzt durch Überlegungen zur aktuellen Lage der Nation: Atomkraft & Flüchtlingskrise –Der Plot: Zwei sehr unterschiedliche Frauen nähern sich langsam einander an und werden mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert.

„Ich möchte Euch ein paar Dinge fragen, die mich beschäftigen: Oft gerate ich in Panik, wenn ich sehe, welche Richtung mein Leben nimmt. Sehe ich richtig aus? Verdiene ich genug Geld? Bin ich glücklich? … was wäre, wenn ich alles verlöre, was mir lieb ist … und wie kann ich mich daran erinnern, dass dies mein Leben ist … mein einziges?“ (Marie)

 

„Grüße aus Fukushima“ – Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen?

„Diese Katastrophe ist nicht die Katastrophe Japans, das ist unsere. Und dieses Gefühl der Verbundenheit, das wollte ich erzählen“, sagte die Autorin &Regisseurin Doris Dörrie, fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, bei der Berlinale 2016. Ja, so funktioniert Kino, Text und Kunst: es ist immer UNSER eigener FILM, der in Gang kommt.

Viele denken das liefe getrennt, das Innen und Außen. Psychologisch gesehen ist diese Trennung Quatsch. Wir spiegeln uns in der Welt. Daher sieht auch jeder, zunächst einmal seinen eigenen Film. Natürlich gibt es auch die, dem Werk innewohnende Gestalt. Ist diese nicht überzeugend, wie z.B. bei RTL-TV etc., dann schlafen wir ein. Das ist ja häufig auch gewollt. Siehe Radio Gaga, Orwells 1984, Cäsars Brot und Spiel. Hitlers Filmpaläste etc..

Filme müssen eine KomplexEntwicklung haben, um uns zu packen. (Morphologische FilmPsychologie, Prof. W. Salber)

In Fukushima mon amour – so der Untertitel – geht es um den Komplex von Festhalten versus Loslassen. Da dies ein Grundkonflikt in der Entwicklung eines jedem von uns ist, kann uns der Film packen und sogar ein wenig verwandelt wieder aus dem Kino entlassen. Weiterlesen …