Tag Archives: Berliner Mauer

Helmut Kohl – R.I.P. – Ein Realist der bei der deutschen Einheit und der europäischen Einheitswährung – zur rechten Zeit am rechten Ort – den Mantel der Geschichte am Zipfel packte – (WehrWolter – ww 256 – Hans Wolter)

Helmut Kohl ist tot. Nicht unerwartet, aber doch irgendwie auch plötzlich. Sicher war er nicht das, was ich einen Charismatiker nennen würde. Das war für mich eher eine Persönlichkeit wie Michail Gorbatschow, mit dem er das unerwartete Glück hatte, die deutsche Einheit aushandeln zu können. Kohl war in meinen Augen ein kluger Realpolitiker, der seine geringere Ausstrahlungskraft mit emsiger Beziehungsarbeit gut zu kompensieren wusste. Auch wenn es zahlreiche Rivalen gab, die in der Öffentlichkeit mehr zu wirken wussten, gelang er zielstrebig ins höchste deutsche Amt. Mit seinen 16 Amtsjahren war er auch der längste Bundeskanzler unseres Landes. Länger als sein Vorbild und geistiger Wunschvater Konrad Adenauer. Weiterlesen …

Hat Deutschland ein Demokratieproblem? – Das Kreuz mit den Haken und Ösen des Lebens – Ohne Flüchtlinge ginge es AfD und Pegida schlecht -Die Konstruktion des Fremden stärkt das Vertraute. Nebenwirkung: Angst. – Auf dem Rücken der Schwachen ritten Extremisten schon immer gut nach oben. – (WehrWolter – ww 191 – Hans Wolter)

Es hakelt etwas in unserem Land. Ein merkwürdiger Tag der deutschen Einheit liegt hinter uns. Ich war mal wieder recht zentral im Geschehen. Nicht bei den offiziellen Feierlichkeiten in Dresden, sondern in der Hauptstadt. In der sächsischen Hochburg bildete sich mal wieder eher die dunkle Seite Deutschlands ab. Berlin zeigte sich dagegen angenehm weltoffen und lebensbejahend.

„Licht verbindet“ ist der Slogan auf der gut zweiwöchigen Aktion „Berlin leuchtet“. Der zentrale Auftakt am Brandenburger Tor hatte schon etwas ansprechend, einladend weltmenschliches. Hier ging’s natürlich nicht um Politik im engeren Sinne. Im weiteren Sinne steht das Brandenburger Tor natürlich schon für Politik und für ein geschichtsträchtiges Ringen zwischen Demokratie und Diktatur.

Kommt in den über 70 illuminierten Gebäuden und Denkmälern Berlins eher die vitale Buntheit des Lebens zum Ausdruck, sieht es an anderen Stellen der Metropole natürlich auch durchaus anders aus. Wie in jeder Weltstadt nehme ich auch Armut und Elend an den Rändern wahr. Der auf den Rheinländer eher ruppig anmutende Menschenschlag hier, nimmt aber die Mühen des Alltags mehrheitlich beherzt in die Hand. So zeigt es mir zumindest mein waches Auge beim Umherstreifen.

Über eine Skulptur zur deutschen Wiedervereinigung auf dem Berliner Ku’damm hab ich längere Zeit nachgedacht. Sie ist ähnlich stumm, wie die Gedächtniskirche im Hintergrund. Mich zieht dieses drahtige Werk auf Anhieb nicht in seinen Bann. Es sagt mir aber: Entwicklungen laufen häufig weniger glatt, als wir es uns wünschen. Weiterlesen …

Licht verbindet – Berlin leuchtet 2016 – Eröffnung am Brandenburger Tor – Liveprojektion durch die Sandmalerin Aljona Voynova. – Illumination in Bild, Film & Ton – (WehrWolter – ww 189 – Hans Wolter)

Das Lichterfest in Berlin ist offiziell eröffnet. Diesmal hatte ich das Glück beim Startschuss am Brandenburger Tor dabei zu sein. Mit einem selbst abgefassten Video ist es mir gelungen die eindrucksvolle Eröffnung festzuhalten. Die Sandmalerin Aljona Voynova projizierte ihre Sandanimation live ans Tor. Täglich wird darüber hinaus das ehemalige Mahnmal der Teilung und heutige Symbol der Wiedervereinigung von den Künstlern von RE:SORB in einer 3D Mapping Show mit acht Projektoren farbenfroh in Szene gesetzt.

Licht verbindet

Über zwei Wochen wird Berlin jetzt an über 70 Orten illuminiert. Das diesjährige Motto „Licht verbindet“ erscheint mir für diese geschichtsträchtige, jahrzehntelang geteilte Stadt, recht gelungen. Der Verein kündigt das Ereignis stolz an:

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Der Mauerbau vor 55 Jahren und TTIP heute, haben eines gemeinsam: Geheime Machenschaften, jenseits der Demokratie. – Auch wenn sich EinGrenzung vs. EntGrenzung diametral gegenüber stehen. – Heute reden die Rechts-Populisten gerne von Lügenpresse. Auf die Linken der DDR traf es zu: Walter Ulbricht zwei Monate vorher: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Danach: 28 Jahre Teilung Deutschlands- (WehrWolter – ww 178 – Hans Wolter)

Heute vor 55 Jahren begann die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer. 155 Kilometer lang und 3,6 Meter hoch teilte sie 28 Jahre die Stadt. An das Symbol des Unrechts erinnern wir uns heute. Nur zwei Monate zuvor sagte der DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 noch in einer Pressekonferenz „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“. Am 13. August 1961 wurde in der Nacht dann mit dem Mauerbau begonnen. Hier würde die Bezeichnung „Lügenpresse“, die die heutigen Rechtspopulisten nach Belieben einsetzen, wirklich mal zutreffen. Hier passierte etwas jenseits der öffentlichen, jenseits der demokratischen Kontrolle. Das lässt mich – auch wenn es jetzt sicher sehr merkwürdig klingt – an TTIP denken. Aber zunächst einmal zum Mauerbau.

 

„Die Mauer war kein Naturereignis, sondern von Menschen gemacht“ (R. Jahn)

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Revolution in Deutschland? Gleichheit & Freiheit für Alle!? – Die Antike betonte Ungleichheit als naturgegeben. – AfD drängt Genderforschung zurück. – Bequemlichkeit als Entwicklungsbremse in einer digitalen Welt. – Ist heute alles gerechter? Oder haben wir uns nicht nur allzu gemütlich eingerichtet, in unserem Nanny-State? – 1. Mai: Tag der Arbeit. Weltweit ein müder Tiger. – (WehrWolter ww 150 – Hans Wolter)

Revolutionen gibt es noch gar nicht so lange. Es ist eine Idee des 18. Jahrhunderts. Die Ursprünge können wir in den Verhältnissen vor und nach der französischen Revolution sehen. Eine Revolution ist eine Umwälzung. Sie stürzt bisherige Strukturen und Machtverhältnisse. Häufig gewaltsam. Der Zusammenbruch der UdSSR, sowie der Fall der Berliner Mauer stellen mit ihrer relativen Gewaltfreiheit sicher eine Ausnahme dar. Wobei Putin fast 30 Jahre später dann doch versucht, die Gewalt wieder ins Spiel zurück zu bringen. Weiterlesen …

TTIP ist KEIN guter Tipp für die Demokratie – Barack Obama & Angela Merkel werben in Hannover für den „freien Handel“ – Um wessen Freiheit geht es hier eigentlich? – (WehrWolter – ww 145 Hans Wolter)

Heute kommt US-Präsident Barack Obama nach Hannover. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wird er für TTIP werben. Für Obama ist TTIP ein Prestige-Projekt. Für Deutschland und Europa ist es eine Gefahr für die Demokratie. Gegen einen Mann mit dem Charisma Barack Obamas kann nur der Charme einer großen, bunten Masse helfen. Die schwierige Aufgabe der Demonstranten ist:  Möglichst viele Menschen gegen TTIP auf die Straße bringen – ohne dass die falschen Leute mitlaufen. Vielfalt hat eben auch Grenzen.

Nachfolgend zitiere ich einen Beitrag aus der ZEIT, um im Anschluss noch einmal ein paar eigene Einschätzungen zu dem geplanten „Freihandelsabkommen“ darzustellen. 2015 habe ich bereits einige Beiträge zu TTIP geschrieben. In einem Beitrag habe ich das sogenannte „Freihandelsabkommen“ dem Berliner Mauerbau gegenüber gestellt. Beides vollzog sich unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Auch heute stelle ich mir viele Fragen: Warum vollzieht sich TTIP im Geheimen? – Wichtiger noch: Um wessen Freiheit geht es hier eigentlich?

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Hans-Dietrich Genscher ist gestorben – R.I.P. – Ein großer Europäer mit Ost-West-Werdegang. „Genschman“, der volksnahe ewige Außenminister und Chefdiplomat der deutschen Einheit, bleibt unvergessen: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise. . .“ (WehrWolter – ww 135 – Hans Wolter)

„Man sagt, dass es in der Politik keine Freunde geben kann. Das stimmt nicht. Ich habe einen Freund verloren.“ (Michael Gorbatschow)

Hans-Dietrich Genscher ist tot. Der langjährige deutsche Vize-Kanzler und Bundesminister wurde 89Jahre alt. Er war einzigartig Anders als Politiker wie Helmut Schmidt oder Helmut Kohl, hatte Genscher einen gelebten doppelten Blick auf Deutschland. Aufgewachsen ist er im Osten, politisch entwickelt hat er sich im Westen Deutschlands. Das ist sein Alleinstellungsmerkmal. Dies machte ihn, nach meiner Einschätzung,  zum glaubhaftesten und authentischsten Diplomat und Außenminister, den Deutschland in seiner Geschichte bisher hervorgebracht hat. Weiterlesen …

TTIP – Berliner Mauer – Flüchtlingsstrom. – Entgrenzung – Einmauerung – Integration. VW. Transparenz & demokratische Kontrolle sind geboten! (WehrWolter – ww 71 – Hans Wolter)

Die Gegenüberstellung der Einmauerung eines halben Landes mit der Entgrenzung durch das sogenannte FREI-Handelsabkommen mag zunächst merkwürdig anmuten. Für mich ist die Verbindung aber die Heimlichkeit, in der diese wichtigen Prozesse stattfinden. War der Mauerbau eindeutig diktatorisch, so ist die Etablierung von TTIP zumindest nicht so transparent, wie wir es in einer Demokratie erwarten dürfen. Das sogenannte Abkommen zum Freihandel, ist ja zugleich ein FREIBRIEF für die Diktatur großer Wirtschaftsunternehmen. Haben wir erst einmal TTIP, können wir dem VW-Konzern nicht mehr so einfach auf die Finger klopfen.

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Wir in Deutschland und Europa haben eine andere Auffassung vom Zusammenspiel von wirtschaftlichen und sozialen Interessen. Daraus resultiert beispielsweise für unser Deutschland, dass wir viele Schutzbestimmungen und Gesetze haben, um die wir teilweise Jahrzehnte gerungen haben. Sei es beim Kündigungs- oder Umweltschutz und vielen Dingen mehr. Dass die Wirtschaft zur Gewinnmaximierung tendiert ist ja nicht grundsätzlich verkehrt. Wenn dies aber dazu führt, dass ein Weltkonzern wie VW hingeht und vorne mit dem Umweltschutz wirbt, zugleich hinten rum bewusst und damit kriminell betrügt, dann ist das für mich bedrohlicher, als die gegenwärtige Völkerwanderung. Wem können wir denn dann noch glauben. Warum sollen wir die Steuern korrekt zahlen, wenn große Wirtschaftsunternehmen oder auch Einzelpersonen, wie der fast schon vergessene Uli Hoeneß, uns und unser soziales Gefüge mit Füßen treten? Stattdessen regen sich viele über die Flüchtlingsströme auf. Ein großer Teil der Flüchtlinge wirkt sich mittelfristig auf die Volkswirtschaft Deutschlands positiv aus. Hierzu zwei Wirtschaftsforscher in einer aktuellen Studie.

Deutschland und die Flüchtlinge: 

„Ökonomisch ist das positiv“

Erst gestern habe ich wieder eine Untersuchung gelesen (Kölner Stadtanzeiger 10/11. Oktober 2015), in der die Wirtschaftsforscher Gustav Horn und Michael Hüther auf den volkswirtschaftlichen Nutzen für unser Land hingewiesen haben. „Natürlich ist Zuwanderung nicht unbegrenzt möglich, aber im Wesentlichen ist es eine Frage, wie stark wir uns engagieren wollen. Das kostet in der Anfangsphase auch Geld. Je nachdem wie viel Geld wir zur Verfügung stellen, werden wir eine entsprechende Zahl von Flüchtlingen angemessen integrieren können.“ (Gustav Horn),

KSTA: „Herr Horn, Ihr Institut hat die wirtschaftliche Wirkung der Flüchtlingswelle mit einem kleinen Konjunkturprogramm verglichen. Wie groß ist der Effekt?

Horn: „Wir rechnen mit neun Milliarden Mehrausgaben in den Jahren 2015 und 2016. Das Geld muss man bei der gegenwärtigen Haushaltslage nicht an anderer Stelle sparen. Das Inlandsprodukt würde um 0,3 Prozent höher ausfallen. Das wäre ein kleiner konjunktureller Impuls.“ Weiterlesen …

Während Du schliefst: Mauerbau & TTip – Einmauerung & Entgrenzung – Jenseits demokratischer Kontrolle & Macht – (WehrWolter – ww 49 – Hans Wolter)

Josef Stalin und Dagobert Duck liegen bei Mauerbau & TTIP näher beieinander, als die Comicforschung bisher annahm.

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ – TTip: ein Segen für das deutsche Volk?

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Auf meiner gestrigen kleinen MopedTour durchs Siebengebirge war ich kurz im Adenauerhaus. Da las ich, dass just während ich diese Zeilen jetzt hier schreibe, vor 54 Jahren, die Berliner Mauer gebaut wurde. Bei Nacht und Nebel, in der Nacht zum 13. August 1961.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

Blog Mauer2

Diesen Satz sagt DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 in einer Pressekonferenz. Keine zwei Monate später wurde die Berliner Mauer gebaut.

Wieso fällt mir jetzt gerade TTip ein?

Vielleicht, weil hier auch ein ganzes Volk irregeführt wird? Vielleicht aber auch, weil dieses sogenannte Freihandelsabkommen jenseits der Demokratie entsteht.

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War der Mauerbau eine gewaltsame Einschränkung der Kommunistischen Welt, ist TTip das Gegenteil: eine gewaltige Öffnung der Kapitalistischen Welt. Auf der einen Seite wurde der freie Handel unterbunden, mit dem Plan eine Ideologie zu schützen. Auf der anderen Seite wird der Handel grenzenlos unterstützt, mit dem Ziel wirtschaftlicher Bereicherung privater Unternehmen. Weiterlesen …