Tag Archives: Bob Dylan

Wenig nobel, aber formal korrekt: Bob Dylan hält es mit Mark Twain: „Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.“ – Last-Minute-Nobelvorlesung – Der Meister lässt sich nicht sehen, aber hören – „Literatur die mich prägte“ – (WehrWolter – ww 254 – Hans Wolter)

Nun hat er es doch noch gemacht. Insgesamt nicht nobel, aber formal gerade noch korrekt, um sein Anrecht auf das enorm hohe Preisgeld zu wahren. Nobelpreis to go. Bob Dylan, der 76-jährige Sänger nahm schon den Preis an sich erst mit monatelanger Verspätung entgegen. Gewissermaßen im Nebenbei. Vom Status ist ein Nobelpreis immer noch so etwas wie die Aufnahme in den Olymp. Bedingung ist noch eine entsprechende Rede. Wie eine Antrittsvorlesung nach der erfolgten Aufnahme in den Kreis der Noblen. Diese nahm der singende Poet am 4. Juni in Los Angeles bei leiser Klavierbegleitung auf. Darauf erfolgte die unpersönliche Zustellung an die schwedische Akademie. Das Akademie-Mitglied Sara Danius fand eine lobende Einschätzung: „Die Rede ist außergewöhnlich“. Mir gehen bei diesem Auftritt verschiedene Fragen durch den Kopf; wie: Wird reale Präsenz überschätzt? Sind wir womöglich präsenter, wenn wir fern bleiben? Spielt Dylan mit dem Paradox von Achtung? Weiterlesen …

Was rückt Bob Dylan mit seinen Mysterienspielen bei der Abholung des Literaturnobelpreises ins Bild? – Der Meister des „I’m Not There“ spielt mit den Identitäten, dem Ineinanderfließen der Zustände, der Zeiten und Personen, mit der Auflösung des Ichs – (WehrWolter – ww 239 – Hans Wolter)

Bob Dylan ist doch noch leibhaftig erschienen. Kurz, wortkarg, ohne Öffentlichkeit. Mit mehr als drei Monaten Verspätung hat er sich seinen Literaturnobelpreis in Stockholm abgeholt. Die Inszenierung blieb mysteriös. Der Termin fand an einem geheimen Ort statt, bei seinem Konzert in der schwedischen Hauptstadt schweigt der Sänger zum Thema. Für das stattliche Preisgeld (840.000 €) muss er bis zum 10. Juni noch eine Vorlesung halten. Allerdings hat er bei der Gestaltung seines Auftritts viel Spielraum: Er kann eine kurze Rede halten, ein Lied singen oder sich per Video-Schaltung zu Wort melden.

 

Was will uns Bob Dylan mit seinem Fernbleiben wortlos sagen?

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Cast Away 2 – (dt.): Mach Dich raab! – Stefan Raab – Der unschlagbare Kölner wird 50 und spielt mit der NichtPräsenz – Untergetaucht: wahrscheinlich arbeitet er mit Bob Dylan am gemeinsamen Song: „Weniger ist Meer“ – (WehrWolter – ww 198 – Hans Wolter)

Raab muss man nicht mögen. Unterhaltsam muss man ihn auch nicht finden. Vielen war er sicher streckenweise zu rabiat. Vor 20 Jahren hat er angekündigt, dass er mit 50 nicht mehr vor der TV-Kamera steht. Das zieht er offensichtlich durch. Wie vieles in seinem Leben. Stefan Raab ist ein Multitalent. In Puncto Umsetzung und Vermarktung ist es ihm scheinbar gelungen alles zu vergolden. Natürlich bringt Licht auch Schatten mit sich. Nicht wenige neiden ihm auch seine un-verschämten Erfolge. Vorsicht: wenn wir zu schnell mit der Schadenfreude-Keule um die Ecke kommen, übersehen wir vieles. Wie so häufig, wenn moralische Scheuklappen fallen, wenn Vorurteile beschränken. Weiterlesen …

„How many roads … “ Bob Dylan, der singende Poet, erhält den Nobelpreis für Literatur – „Das ist Bob Dylan, und ich bin nur Präsident der Vereinigten Staaten.“ (Barack Obama) – Ein moderner Dichter, „Homer der Gegenwart“ (Sara Danius, Komitee, Stockholm) … must a man walk down, before you call him a man?– (WehrWolter – ww 194 – Hans Wolter)

„The answer, my friend, is blowin‘ in the wind … “ – Mit Bob Dylan erhält erstmalig ein Liedermacher den Nobelpreis für Literatur. „Er ist ein großartiger Dichter, der sich seit 45 Jahren immer wieder neu erfindet. Dylan ist eine Ikone. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Musik ist groß …“, sagt Sara Danius, die Chefin der Schwedischen Akademie nach der Bekanntgabe in Stockholm. Dylan schreibe, um mit seinen Werken aufzutreten, sagte die Jurorin. Nichts anderes habe der Dichter Homer vor einigen Jahrtausenden auch getan. Weiterlesen …

Bob Dylan: der Poet wird 75. – Auch BAP gratuliert Bob – Die Folklegende entzieht sich jeder Kategorisierung, indem er immer wieder mit dem Erreichten bricht. Hier zeigt sich ein radikal gelebter Individualismus, der sich niemandem unterwirft. – (WehrWolter – ww 158 – Hans Wolter)

,Das ist Bob Dylan, und ich bin nur Präsident der Vereinigten Staaten.‘ (Obama)

Als ich in den 70ern begann Gitarre zu spielen, gehörte „Blowin‘ in the Wind“ zu meinen absoluten Favoriten. Die Hymnen der Hippi- und Friedensbewegung sangen wir mit großer Leidenschaft. Seine Texte fand ich brillant. Seine Stimme war mir zu hoch. Da gefiel mir der Haudegen Johnny Cash besser. Die zwei kann man natürlich schwer vergleichen. Auch wenn sie beide teilweise Lieder der Hobos und Railway-Romantik sangen, waren sie doch vom Typus diametral entgegengesetzt. Cash stand für gleichbleibende, verlässliche Bodenständigkeit. Dylan war ein Verwandlungskünstler. Lange bevor Madonna und Lady Gaga mit Identitäts-Metamorphosen zu spielen begangen.

„Wenn Bob wirklich mal den Literaturnobelpreis bekommt, dann kann das heiter werden. Ich sage nur: Preisverleihung 2012, als Barack Obama ihn fürs Lebenswerk ehrte. Das war ganz großes Kino. Bob ist nun mal absolut kein Rampenlicht-Mensch. Manchmal setzt er sogar zu einer Rede an, stammelt zwei Wörter und huscht wieder von der Bühne. Das ist schon chaplinesk“ (Wolfgang Niedecken)

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