Tag Archives: Freud

Kleines Plädoyer für ein friedliches Mit-und-Gegeneinander – Öffentlichkeit verringert Impulsdurchbrüche – Videobeweis als outgesourctes Über-Ich – Confederations Cup 2017 – (WehrWolter – ww 261 Hans Wolter)

Schlagworte: Überlegungen über den Fußball hinaus – Sport als Sublimierung kriegerischer Auseinandersetzung – Das Zusammenspiel von Affekten in einem geregelten Rahmen – Der öffentliche Blick verringert Aggressionen – Überwachungskameras als Prothese eines schwachen Über-Ichs – Freiheit braucht einen schützenden Rahmen – Weiterlesen …

„Schon als ich noch ein kleiner Junge war, … wollte ich immer nur eine Musik machen, … die die Herzen der Menschen öffnet… Das war mein Traum.“ (Daniel Dareus, Wie im Himmel) – R.I.P. Mikael Nyqvist – (WehrWolter – ww 258 – Hans Wolter)

„Schon als ich noch ein kleiner Junge war,… wollte ich immer nur eine Musik machen,… die die Herzen der Menschen öffnet… Das war mein Traum.“ (Daniel Dareus, Mikael Nyqvist)

„Wie im Himmel“ Die Geschichte in der der ausgebrannte Stardirigent Daniel Dareus seine Lebenskrise – die in Depression und Herzinfarkt beinahe versinkt – erfolgreich überwindet, steht im Ranking meiner Lieblingsfilme ganz oben. Der schwedische Schauspieler Mikael Nyqvist ist im unfassbar frühen Alter von 56 Jahren gestorben. Er verlor den Kampf gegen den Lungenkrebs.

Mich hat er besonders in seiner Lebensrolle „Wie im Himmel“ bewegt. Daher versuche ich in der Fokussierung auf diesen Film einen kleinen Nachruf für ihn zu verfassen. Weiterlesen …

Träume sind Kunstwerke. Mit Material aus dem Gestern entwerfen sie im Heute ein mögliches, ein anderes Morgen – Träume regulieren unsere Bio-Psycho-Soziale Passung – (WehrWolter – ww 202 – Hans Wolter)

Träume sind Anreden, die eine Antwort erwarten. Sie wollen, dass wir uns mit ihnen beschäftigen, mit ihnen spielen, sie verstehen und ihre Fragen und Hinweise beantworten. Antworten heißt: bisher zu kurz Gekommenes, Ausgeschlossenes in unserem Leben berücksichtigen. Tun wir das nicht, ergreifen wir nicht die Chancen die sich uns bieten, bleiben wir zu sehr unter unseren Möglichkeiten, erkranken wir vielleicht auf Dauer.  

Auf diesem Hintergrund finde ich die These meines Kollegen Wolfgang Kämmerer zutreffend, dass Träume evolutionstechnisch auch den Sinn haben, uns helfen zu wollen. Träume drängen auf Veränderungen im Sinne der Bio-Psycho-Sozialen Passung. – Auf den Psychotherapietagen NRW haben wir uns u.a. fünf Tage mit Träumen auseinandergesetzt. Spannend finde ich die Idee, dass Träume eben auch nach vorne schauen.

(Das Titelbild von Dali „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ hat eine 24 stündige Facebook-Sperre ausgelöst. Unglaublich … aber wahr!)

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Macht Macht Moral? – Uli Hoeneß: der alte Präsident des FC Bayerns wird wohl wieder eingewechselt – „Das habe ich getan“ sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben — sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich — gibt das Gedächtnis nach. (Friedrich Nietzsche) – (WehrWolter – ww 176 – Hans Wolter)

Uli Hoeneß wird wieder für das Präsidentenamt des FC Bayern kandidieren. Wenn er im November gewählt wird, hat er seine dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung noch nicht ganz verbüßt. Seit einigen Monaten lebt er auf freiem Fuß, allerdings noch auf Bewährung.

Rechtlich steht einer Kandidatur nichts entgegen. Das Ziel von Freiheitsstrafen ist es nicht, Menschen lebenslang zu stigmatisieren. Auch kein lebenslanges Berufsverbot.

 

Der Appell an Moral dient nicht selten der Manipulation des“kleinen Mannes“.

Der Fall Hoeneß ist aber auch ein Beispiel dafür, dass das moralische Bewusstsein der Beteiligten weniger streng ist, als früher in markigen Sprüchen gerne vertreten wurde. „Kriminelle haben im Fußball nichts zu suchen!“ hatte er früher noch zum Drogenkonsum von Christoph Daum gesagt. Natürlich war das eigentliche Motiv des Alphatiers Uli Hoeneß nicht auf Moral begründet. Auch wenn er es – wie viele Mächtige – gerne so verkaufen wollte. Auch hier war sein Motiv die Macht. Weiterlesen …

Der Amoklauf in München in seiner Psycho-Logik – Verkehrung des Versagens: die erzwungene Aufmerksamkeit der verlorenen Söhne. Eine späte Rache der Ungeliebten. Das ist mehr und anders als Depression. – Problematisch ist der Werther-Effekt: Die Nachahmung in Nizza, Winnenden, Orlando und überall. – Über Suizid, Psychoanalyse & Freud. – (WehrWolter – ww 173 – Hans Wolter)

Ein 18 Jahre alter Amokschütze hatte am 22. Juli beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen, darunter vor allem jugendliche Muslime. Anschließend tötete er sich selbst. Wie kommt es zu diesen Taten und was geht in der Psyche der Täter vor? Gewaltausbrüche, Amok- und Attentate sowie terroristische Anschläge breiten sich aktuell erschreckend aus. Der mediale, häufig zunächst unbeholfen unprofessionelle Umgang mit diesen Vorfällen führt noch zu weiteren Verunsicherungen der Bevölkerung. Da wird die sachlich überlegte Polizeiarbeit in München fast schon zur löblichen Ausnahme. Wenn wir uns bedroht fühlen, wollen wir erst einmal Ordnung schaffen. So stellt man sich rasch die Frage, ob die Tat politisch motiviert sei oder nicht. Als ob das eine beruhigender wäre als das andere. Für mich ist das eher der Versuch aus der erlebten Ohnmacht herauszukommen. Natürlich versuchen auch „Trittbrettfahrer“ diese Situationen sofort populistisch auszunutzen.

Danach erfolgt der Blick auf das Persönlichkeitsprofil des Täters. Nicht erst seit dem Germanwings-Amokflieger wird das psychische Krankheitsbild der Depression in diesem Zusammenhang nahezu dämonisiert. Depression steht in den entwickelten Ländern als Volkskrankheit an erster Stelle, mit weitem Abstand vor allen anderen körperlichen und psychiatrischen Volkskrankheiten. Tendenz deutlich steigend. Heißt das, dass die Gefahr der Gewalttaten in gleichem Maße steigt? Nein! Da müssen noch andere Dinge hinzukommen.

Amoktäter erleben sich häufig als außen vor, nicht richtig gesehen und gedemütigt. Weiterlesen …

VerDichte Dein Leben. Weimar lädt Dich dazu ein – Rendezvous mit Goethe & Schiller – angereichert mit Ideen zu: Freud, Traumdeutung, Kunst, Poesie, Psychologie & Morphologie – (WehrWolter – ww 172 – Hans Wolter)

Als der Club der toten Dichter damals (1989) in die Kinos kam, hatte ich ihn rasch in mein Herz geschlossen. John Keating (Robin Williams) machte den Jungs in der Eliteschule und uns Zuschauern die alten Dichter schmackhaft. Mit unkonventionellen Methoden fordert der Lehrer sie zu selbstständigem Handeln und freiem Denken auf. Dieser Film fällt mir gerade ein, während ich diese Zeilen in meinen Laptop tippe. Über Weimar will ich schreiben. Nun war ich aktuell mal wieder für einige Tage in dieser kleinen großen Stadt. Diesmal bin ich dem Geheimnis, sagen wir vielleicht angemessener, dem Geist, dieser geschichtsträchtigen Stadt, noch einmal tiefer auf die Spur gekommen.

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Gefangene Geheimnisse – Imprisoned Secrets – Art Brut und Outsider Art vs. Art Culturel – Gefangene Seelen in Psychiatrie, Gefängnis & Forensik – Zur Psychologie des Geheimnis – Förderung von Mentalisierung und Selbstwertregulation bei Straftätern – Einblicke in die aktuelle Bonner Ausstellung von Cony Theis – (WehrWolter – ww 159 – Hans Wolter)

 „I have come to realise that I meyself am the greatest secret“ (O.G.)

Es war eine nicht alltäglichen Ausstellung des LVR-LandesMuseum Bonn, die ich gerne einmal kurz vorstellen möchte. Als Psychologe interessiert mich natürlich besonders die Schnittstelle zwischen Psyche und Kunst.

Kurzüberblick zu meiner Darstellung der „Gefangenen Geheimnisse“:

  • Psyche funktioniert kunstanalog
  • Ein Kunstprojekt im Maßregelvollzug
  • Manchmal trage ich sehr schwer daran, wenn die Geheimnisse bei mir deponiert werden
  • Psychotherapie und Psychiatrie ohne Geheimnisse wäre Psychotechnik und oberflächliche Verhaltensmodifikation.
  • Geheimnisse, von denen niemand wissen soll, sind paradoxerweise jedem bekannt, da sie jeder in sich trägt.
  • Gefangene Geheimnisse befreit
  • Künstlerische Arbeit als Anregung: Innerseelisches zu symbolisieren, über Intentionen und Gefühle zu reflektieren und mentalisieren.
  • Positive Auswirkungen auf die Prävention delinquenter Verhaltensweisen

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Wenn Albert Einstein immer pünktlich zum Essen gekommen wäre, dann wäre er zwar relativ satt geworden, aber … – gäbe es dann schon: 100 Jahre Relativitätstheorie? (WehrWolter – ww 89 – Hans Wolter)

25. November 1915 – Albert Einstein stellt eine Theorie vor, die ihn „relativ“ berühmt machte.

„Wenn ich mit meiner Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen, ich sei Deutscher, und die Franzosen, ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei Jude.“(Albert Einstein)

Wuschelhaariges Genie mit herausgestreckter Zunge, humorvoller Charismatiker, Pazifist, Geiger, größter Denker und berühmtester Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts – Albert Einstein und die vielen Bilder, die wir uns von ihm machen, sind längst Teil der Popkultur geworden. Kaum einer weiß, dass der exakte Naturwissenschaftler häufig zu spät kam.Oder, dass er ab und zu gerne dichtete. Es gibt auch viele Lebensweisheiten und Zitate von ihm. Wie z.B.:

„Geniale Menschen sind selten ordentlich. Ordentliche selten genial.“

Einstein 3

Bei meinen Recherchen habe ich auch sein relativ unbekanntes Gedicht von der ausgestreckten Zunge finden können, womit ich meinen Beitrag abschließen werde.Ich werde weniger von der Relativitätstheorie vorstellen, dafür ein wenig mehr der Frage nachgehen: Was war der kleine sympathisch wirkende Mann für ein Mensch?

Unvorstellbares denken. Wer traut sich das noch?

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Ein Jahr PEGIDA – Dresden, 19. Oktober 2015 – Psychologische Erklärungsansätze (WehrWolter – ww 76 – Hans Wolter)

Pegida begeht heute ihren Jahrestag. Das Klima in Deutschland hat sich in diesem Jahr deutlich verändert. Gestern habe ich meine Stimme zur Wahl des Kölner Oberbürgermeisters abgegeben.

Die parteilose Henriette Reker wurde im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt. Ihren Sieg bekam sie nicht mit, da sie zu dieser Zeit auf der Intensivstation der Kölner Universitätsklinik lag. Sie wurde einen Tag zuvor Opfer eines Attentats. Ein 44jähriger deutscher Mann wollte sie umbringen und glaubte im Sinne der Allgemeinheit zu handeln. Frau Reker war bisher als Dezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen in Köln verantwortlich. Der Täter sagte, er müsse die Gemeinschaft vor solchen Menschen retten. Was für eine Fehleinschätzung. Das Gegenteil trifft zu.

WIR müssen gemeinsam uns gegen die ansteigende Gewalt in Deutschland auflehnen. Gewalt beginnt häufig zunächst verbal und psychisch, um dann plötzlich in Taten umzuschlagen.

Mehr als 30.000 Menschen demonstrieren in Dresden

FlüchtlingePegida2 Weiterlesen …