Tag Archives: Fundamentalismus

Die Burka Frage: „wie hast Du’s mit der Religion?“ Instrumentalisierung eines Kleidungsstücks – Kleines Plädoyer für das Un-Verschämte – (mit Gastbeiträgen von Lale Akgün & Marc Hieronimus) – (WehrWolter – ww 185 – Hans Wolter)

Als das verliebte Mädchen dem Faust die Gretchen-Frage stellte, wollte sie wissen, wie er es mit der Religion halte. Warum? Einer der sich zu der Zeit von der Kirche freisagte, hatte etwas Unberechenbares. Er unterwarf sich nicht dem gängigen System. Dass Kleidung ein Indiz für Zugehörigkeit und letztlich auch Unterwerfung sein kann, sehen wir heute noch an der Krawatte in der männlichen Businesswelt. Symbolisch lassen sich hier die Männer an die Leine nehmen und bekommen damit Zutritt in eine Welt, in der sie nicht nur individuelle Macht abgeben. Die Männer machen das, weil sie damit auch wieder Macht in einem System bekommen. Wer gängige Dresscodes nicht mitmacht, gehört nicht richtig dazu. Damit hat Mann es schwerer. Frau natürlich auch. Aber anders.

Aktuell stellt sich allerorten die Burka-Frage. Häufig macht es allerdings den Eindruck, als stellen sich nicht primär die Frauen die Frage, was sie wann anziehen. Vielmehr fragen sich muslimische Männer, was eine Frau wann zu tragen hat. Verhüllung und Scham werden mit Religion und mit Kategorien von Gut und Böse verknüpft. Hierzu zitiere ich nachfolgend zwei Gastbeiträge. Die Psychologin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Lale Akgün stellt das Unterdrückungsargument des Burkatragens dar. Der Philosoph und Autor Marc Hieronimus beschreibt den Schutzaspekt des Kopftuchs. Einleitend beschäftige ich mich kurz mit Fragen von Scham über Macht zu einem kleinen Plädoyer für das Un-Verschämte.

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Was fasziniert an radikalen Weltver1Fachern? – Psychologische Quergedanken zur Hooligan-Salafisten-„Demo“ in Köln. (WehrWolter – ww 1 – Hans Wolter)

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Sicher kein einfaches Thema.

Ausgangspunkt: Gewalttätige Hooligan-Demo in Köln. 26.10.14. Ich gebe einfach mal meine Einfälle hierzu aus 5 Blickwinkeln zur Diskussion: … von Salafisten über Hooligans – via iPhone – durch Burka – zu „Volk ohne Raum“ – Gedankensprünge zum NachundVorDenken.

(Jetzt habe ich übrigens auch eine Homepage: www.HansWolter.com)

1. Was sind Hooligans für Menschen?

– Häufung von Borderlinern?

Nicht nur dumpfe Trottel, gesellschaftliche Versager oder frustrierte samengestaute junge Männer …

Es gibt auch Banker, Versicherungsangestellte, Psychiater, Juristen und Lehrer etc. unter ihnen. Zumindest in der Hooliganszene rund um den Fußball. Zugegeben, die Intellektuellen sind hier schon in der Minderheit. Aber es geht quer durch alle Bildungs- und Einkommensschichten. Es sind i.e.L. Männer, denen extreme physische Gewalt etwas gibt. (Frauen in dieser Verfassung, ritzen sich da eher mit Rasierklingen die eigene Haut auf oder bekommen Fressattacken.)

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Diese Menschen interessiert auch nicht primär der Fußball. Die sind salopp gesagt: geil auf Gewalt. Damit lenken sie sich von einer inneren Leere oder unbewussten Ängsten ab, damit sie am Montag wieder funktionieren. Damit überspielen sie innere Konflikte oder Probleme, die ihnen zu viel Angst machen. Damit kompensieren sie, eigenes Scheitern, Neid oder oder oder …

Hier, wie so oft im Leben, geht es komplexer zu. Unser Leben ist ja heute so kompliziert, dass wir uns gerne von 1fachen Lösungen verführen la-SS-en. Weiterlesen …