Tag Archives: Germanwings

Martin Luther King: „Wer das Böse ohne Widerspruch hinnimmt, arbeitet in Wirklichkeit mit ihm zusammen!“ – 50. Todestag – Enkelin Yolanda zum US-Waffenrecht: „Ich habe einen Traum von einer Welt ohne Waffen“ – Protest: „Marsch für unser Leben“ – (WehrWolter – ww 303 – Hans Wolter)

Ja, Träume können viel bewegen. Vor allen Dingen, wenn man den Mut zur Umsetzung hat. Mutige leben allerdings leider nicht immer lange. Viele Helden sterben zu jung. Am 4. April 1968 um 18.01 Uhr erschoss der mehrfach vorbestrafte Rassist James Earl Ray den Prediger, Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger Martin Luther King auf dem Balkon des Lorraine Motel in Memphis.

King war die charismatische Führungsfigur im Kampf gegen die Apartheit. Auf dem gerade einmal 37-jährigen lagen damals gewaltige Hoffnungen. Schon der Vater projizierte in seinen Sohn Michael King (geb. 15.01.1929) die Wirkungsmacht eines religiösen Revolutionärs.  Der Baptistenprediger bewunderte den deutschen Reformator Luther so sehr, dass er sich selbst und seinen Sohn nach einer Deutschlandreise (1934) kurzerhand in Martin Luther King umbenannte. Das Lebensthema von Martin Luther King jr. wurde die Aufhebung der Rassendiskriminierung. Hintergrund war wohl auch ein biographisch fundierter Antrieb. Hatten doch seine Großväter noch als Söhne von Sklaven auf Baumwollplantagen in der Nähe Atlantas gearbeitet.   

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Wenn Menschen uns gewaltsam in ihren Albtraum ziehen – Druck und Möglichkeiten zur Selbstinszenierung wachsen auch auf der dunklen Seite – Amokflug 4U9525 – Germanwings/ Lufthansa – ein trauriger Jahrestag – (WehrWolter – ww 237 – Hans Wolter)

Kurzzusammenfassung: Wir leben in einem Zeitalter der zunehmenden Selbstinszenierungen. Der Druck, in der Öffentlichkeit etwas darzustellen und die Möglichkeiten hierzu, sind enorm gestiegen. Vor zwei Jahren ließ ein Co-Pilot ein Flugzeug mit 150 Insassen absichtlich abstürzen. Das hat etwas von Judas: Verrat aus den eigenen Reihen. Wie lassen sich Suizide und Amokläufe psychologisch verstehen? Von der Psycho-Logik der Opfer-Täter-Verkehrung. Wie können wir uns gegen die zunehmende Verunsicherung wehren? Abwehrmechanismen: das Immunsystem der Psyche. Transparentmachen der Bedrohung ist effektiver als Verdrängung und blinde Abwehr. Die Eltern des Amokpiloten setzen durch ihren Medienauftritt in einer gruselige Art und Weise das Anliegen ihres Sohnes fort. Anstelle einer glaubhaften Entschuldigung, geht der Narzissmus seinen grausamen Weg weiter. Weiterlesen …

Der Amoklauf in München in seiner Psycho-Logik – Verkehrung des Versagens: die erzwungene Aufmerksamkeit der verlorenen Söhne. Eine späte Rache der Ungeliebten. Das ist mehr und anders als Depression. – Problematisch ist der Werther-Effekt: Die Nachahmung in Nizza, Winnenden, Orlando und überall. – Über Suizid, Psychoanalyse & Freud. – (WehrWolter – ww 173 – Hans Wolter)

Ein 18 Jahre alter Amokschütze hatte am 22. Juli beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen, darunter vor allem jugendliche Muslime. Anschließend tötete er sich selbst. Wie kommt es zu diesen Taten und was geht in der Psyche der Täter vor? Gewaltausbrüche, Amok- und Attentate sowie terroristische Anschläge breiten sich aktuell erschreckend aus. Der mediale, häufig zunächst unbeholfen unprofessionelle Umgang mit diesen Vorfällen führt noch zu weiteren Verunsicherungen der Bevölkerung. Da wird die sachlich überlegte Polizeiarbeit in München fast schon zur löblichen Ausnahme. Wenn wir uns bedroht fühlen, wollen wir erst einmal Ordnung schaffen. So stellt man sich rasch die Frage, ob die Tat politisch motiviert sei oder nicht. Als ob das eine beruhigender wäre als das andere. Für mich ist das eher der Versuch aus der erlebten Ohnmacht herauszukommen. Natürlich versuchen auch „Trittbrettfahrer“ diese Situationen sofort populistisch auszunutzen.

Danach erfolgt der Blick auf das Persönlichkeitsprofil des Täters. Nicht erst seit dem Germanwings-Amokflieger wird das psychische Krankheitsbild der Depression in diesem Zusammenhang nahezu dämonisiert. Depression steht in den entwickelten Ländern als Volkskrankheit an erster Stelle, mit weitem Abstand vor allen anderen körperlichen und psychiatrischen Volkskrankheiten. Tendenz deutlich steigend. Heißt das, dass die Gefahr der Gewalttaten in gleichem Maße steigt? Nein! Da müssen noch andere Dinge hinzukommen.

Amoktäter erleben sich häufig als außen vor, nicht richtig gesehen und gedemütigt. Weiterlesen …

Trauerarbeit zum willentlich herbeigeführten Absturz der Germanwings Maschine. Flug 4U9525 – 1 gegen 149 – Rückblick auf den unfassbaren Amokflug. – Angela Merkel in Haltern (WehrWolter – ww 77 – Hans Wolter)

Vor knapp sieben Monaten, genau vor 210 Tagen, zerschellte der Germanwings-Flieger des Fluges 4U9525 in den französischen Alpen. Das ist schon Katastrophe genug. Es erfährt allerdings seine absolute Steigerung dadurch, dass diese Maschine vom Co-Piloten Andreas Lubitz absichtlich zum Absturz gebracht wurde. Ein junger Mann riss mit diesem erweiterten Suizid 149 unschuldige Menschen mit in den Tod. Der Täter teilt schon deutlich vorher seiner Partnerin mit, dass er eines Tages einmal in die Geschichte eingehen wird. Das ist der Hinweis auf seine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Diese Menschen haben ein frühes Defizit. Sie wurden in ihrer frühen Kindheit von ihren Eltern zu wenig geliebt, wahrgenommen und wertgeschätzt. Häufig sorgt dieses Defizit dafür, dass diese Menschen später besonderes leisten. Dem jungen Co-Piloten wird dies noch nicht gereicht haben, oder er sah seinen Status als gefährdet an. Er hätte ja auch in aller Stille alleine aus dem Leben gehen können, wenn er diese selbsterlebte Schmach nicht mehr erleben wollte bzw. konnte. Das wäre ihm offensichtlich zu wenig gewesen. Er drehte den Spieß um, indem er „grandios böse“ wurde. Damit ging dann seine Rechnung doch noch auf, in die Geschichte der Luftfahrt einzugehen.

Nach meiner Ansicht, ist dieser bewusst und gezielt herbeigeführte Absturz eines Touristenflugzeuges, eine Katastrophe, die von ihrer Konsequenz Nine/Eleven psychologisch noch übertrifft. Weiterlesen …

Trauer oder Depression? Ein großer Unterschied! – Unnötig erschwerte Trauerprozesse nach dem Amokflug.

Zweieinhalb Monate nach dem mutwillig herbeigeführten Absturz der Germanwingsmaschine in den französischen Alpen sind die ersten Opfer in Deutschland angekommen. Die quälende Wartezeit ist für viele Angehörige der Opfer vorüber. Sie sind nicht nur Angehörige, sondern aus psychologischer Sicht auch Opfer. Sie können nun endlich Abschied nehmen. Warum hat dies alles so lange gedauert. Hierzu finde ich wenig bis keine Hinweise in der Presse. Meine Vermutung ist, dass juristische Absicherungsmaßnahmen für die lange Verzögerung verantwortlich sind. Was sollte es sonst sein? Es macht mich sehr ärgerlich, dass die juristische Abwicklung offensichtlich höher bewertet wird, als die psychische Verfassung und die Verarbeitungsmöglichkeiten der Angehörigen und der Öffentlichkeit. Weiterlesen …

Offizielle Trauerfeierlichkeiten zum gemeinsamen Gedenken an die Opfer von Flug 4U9525

Ich hab’s halt mal versucht, da ich gerne heute im Kölner Dom mit Anteil genommen hätte, an der Trauerfeier.

Liebe Hannelore Kraft,

ich wende mich heute mit einer Nachfrage bzw. einem Wunsch an Sie.

Als Psychologe habe ich mich in den letzten Wochen intensiver mit dem AmokFlug auseinandergesetzt. Hierzu habe ich im Social Media viel geschrieben und mit sehr vielen Leuten diskutiert. Auf meinem neuen Blog habe ich mehrere Beiträge dazu verfasst.

Vielleicht interessiert es Sie ja? www.WehrWolter.comTrauer2

Hierbei habe ich feststellen müssen, dass auch sogenannte „Fachleute“ dieses Ereignis psychologisch nicht richtig einordnen können.

So wird z.B. das psychische Störungsbild der Depression in den Medien nahezu dämonisiert. Weiterlesen …

„Vertrauen ist gut, Kontrolle sei besser? Aber der muss man auch erst mal vertrauen“ (E. Blanck, deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler) – (WehrWolter – ww 8 – Hans Wolter)

4U9525 –

Warum sind „Technisches Versagen“ und „Verschwörungstheorien“ leichter hinzunehmen?

Immer wieder erreichen mich Kommentare und Rückmeldungen auf meine Artikel, die mich darauf hinzuweisen versuchen, dass wir der sogenannten „Lügenpresse“ (u.a. Kampfbegriff der Nationalsozialisten) nicht trauen dürfen. Dass es sich beim AmokFlug 4U9525 in „Wirklichkeit“ um Technisches Versagen oder eine Naturkatastrophe gehandelt habe.

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Mir reichte die Information der „New York Times“, bereits am 26.02.2015. Insbesondere die Auswertung des Stimmenrekorders. Klar werden wir im Detail nicht alles genau rekonstruieren können. 1. War keiner dabei. 2. Wird Vieles auch nicht gesagt, um die Bevölkerung, insbesondere die Kunden, nicht weiter zu verängstigen. Dazu kommt, dass es eine Vereinbarung gibt, über Suizide und Amokläufe in der Presse möglichst wenig zu berichten. Damit versucht man Nachahmer zu vermeiden. Die Fachleute sprechen da vom „Werther-Effekt“. Das geht darauf zurück, dass sich viele Männer 1774 umbrachten, als sie Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ gelesen hatten. Das ist kein BlaBla. Wenn wir das googeln, können wir lesen, dass dies in den USA im letzten Jahr zugenommen hat. Ich habe in meinen Texten zu erklären versucht, was im Co-Piloten Andreas Lüpitz vor sich gegangen sein konnte. Nicht als Hellseher, sondern als Psychologe, der sich mit dem Krankheitsbild „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“ auskennt. Vereinfacht kann man sagen, dass hier das Gefühl der Kleinheit in Grandiosität verkehrt wird. Wie bei Hitler, der zunächst von der Kunstakademie abgelehnt wurde und sich dann als größter Massenmörder aller Zeiten einen Namen gemacht hat. Eiskalt. Weiterlesen …