Tag Archives: Gewalt

Gewalt als Abwehr von Angst & Benachteiligung – Opfer-Täter-Verkehrung als Nachwirkungen der totalitären DDR – Studie zu „Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland“ (Iris Gleicke) – Versuch einer psychologischen Einordnung – (WehrWolter – ww 251 – Hans Wolter)

Auch wenn die Mauer sichtbar schon vor fast 30 Jahren gefallen ist, in der Seele, vor allen Dingen in der Seele des Ostens, wirkt sie noch deutlicher nach, als wir es wahrhaben wollen, stärker als es uns lieb ist. So wie die Menschen dort früher Opfer autoritärer Gewalt und Benachteiligung waren, so gibt es heute offensichtlich eine verstärkte Neigung zur Rollen-Verkehrung in die Position der Täter. Weiterlesen …

Über Verführbarkeit zum Extremismus und die psychologische Wirkung von Worten: Der gemeinsame Nenner zwischen Rechtspopulisten und radikalen Islamisten – Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ birgt eine gewaltige Sprengkraft – Paradoxe Intervention – (WehrWolter – ww 233 – Hans Wolter)

In Unterwerfungen gibt es nicht selten einen geheimen Pakt zwischen Tätern und Opfern. Wenn Herrschende ein Volk unterwerfen, ist das Volk nicht unschuldig. Wenn Rechtspopulisten vor der Gefahr fremder Machtübernahme oder „denen da oben“ warnen, wollen sie sich eigentlich an die gleiche Stelle setzen und eine tendenziell radikale Macht ausüben.

Dieses Phänomen greife ich am Roman „Unterwerfung“ des französischen Autors Michel Houellebecq auf. Ort des Geschehens: Frankreich im Jahre 2022. Französischer Präsident ist ein Muslimbruder. Humanistisch gesinnte Islamisten regieren das Land. Der Autor Michel Houellebecq entlarvt in seinem Roman die völkische Gesinnung, die vorgibt das Abendland vor dem Islam retten zu wollen. Dieses Buch steigerte nicht nur die Bekanntheit des Autors, löste nicht nur Diskussion, sondern auch reale Gewalt aus. Mit etwas Abstand könnte man es heute auch als Aufrüttelungsversuch verstehen. Im Sinne einer paradoxen Intervention.

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Weltmännertag – Zwischen Scham und Stolz – Aufgefächerte Männerbilder und die Sozialisation von Jungen heute – Überlegungen auf dem Düsseldorfer Männerkongress „Bindung und Sexualität“ – (WehrWolter – ww 201 – Hans Wolter)

Heute ist Weltmännertag. Das erfuhr ich zufällig in der Mittagspause. Da müsste ich eigentlich auch etwas zu schreiben. Wobei, ich hab doch gestern gerade erst einen Beitrag über den Traum begonnen? Egal, der kann ein wenig warten. – Männer sind anders. Frauen auch. Und das ist gut so. Dazu habe ich ja bereits im letzten Sommer einen Text gebloggt der auch der Start eines geplanten Buches darstellt. Diese Ideen will ich jetzt allerdings hier noch nicht aufgreifen. Stattdessen schreib ich jetzt einfach etwas von dem, was ich im September auf dem Düsseldorfer Männerkongress gehört und mitdiskutiert habe. Weiterlesen …

„Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.“ Carolin Emcke findet eine klare Versprachlichung gegen ein Klima von Fanatismus und Gewalt. Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreis, im Anschluss an die Frankfurter Buchmesse 2016 – (WehrWolter – ww 200 – Hans Wolter)

„Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus“ eröffnet Carolin Emcke ihre Dankesrede. Vor meinem inneren Auge erscheint unmittelbar das Bild von Robin Williams als charismatischem Lehrer im „Club der toten Dichter“. Wie er auf dem Pult stehend seinen Schülern veranschaulicht, dass Leben durch Perspektivwechsel vielfältiger, tiefer und letztlich reicher wird.

Sie spricht darüber, dass Verschiedenheit kein Grund für Ausgrenzung, Ähnlichkeit keine Voraussetzung für Grundrechte darstellen. Sie stellt klar, dass Menschenrechte voraussetzungslos sind und diese nicht verdient werden können und müssen. Weiterlesen …

„Vom Zorn und seinen Früchten – Oder: Die Wurzeln der Gewalt… menschlicher Grausamkeit.“ – Sei es in Nizza, Orlando, Istanbul …oder … – Ein philosophischer GastBeitrag von Dr. Marc Hieronimus – Aus der Serie: Lichtwolf meets WehrWolter – (Marc Hieronimus – Hans Wolter – ww 171)

Ich könnte das nicht, sagt der brave Schüler beim Thema Lynchjustiz, und denkt das noch als Erwachsener. Außer natürlich, das Schwein hat es verdient.

°              Die Galgen und Räder vor den Städten des Mittelalters dienten, lernen wir, der Abschreckung der Reisenden: Hier herrscht Ordnung, seht was wir mit Gesetzlosen tun. Zweitens waren sie das Element der Repression nach innen; auch die Nazis haben ihre Opfer tagelang hängen lassen, gegen Ende auch in den deutschen Städten.

°              Die NS-Täterforschung hat tausende Beispiele von „ganz normalen Männern“ herausgearbeitet, die nicht aus Sadismus und „Rassenwahn“, sondern aus verzeihlichen wenn nicht ehrenwerten Gründen gemordet haben. Gruppenzwänge, Straflosigkeit und der Glaube an die Notwendigkeit der Maßnahme scheinen unter den entsprechenden Voraussetzungen – „Verteidigung“ – mehr Menschen (Männer, um genau zu sein) zu Mord und Totschlag zu befähigen, als jedem Humanisten lieb sein kann. Und das beunruhigt uns viel zu wenig.

°              Kein Terrorregime gründet sich auf erklärten Terror. Es geht immer um das Gute, das man leider nur über das Böse erreichen kann.

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Das Paradox der Kölner Silvesternacht. – Durch die Angst vor Rechtspopulismus inszenierten die Verantwortlichen ein Stück „Lügenpresse“ und erreichten damit das Gegenteil von Schutz. – Viel zu geringe Polizeipräsenz machte die Übergriffe möglich.- Sparen am falschen Fleck – Keiner will es schuld gewesen sein. – Henriette Reker erhebt harte Vorwürfe gegen die NRW-Landesregierung und die damalige Polizeispitze. – (WehrWolter – ww 169 – Hans Wolter)

Wenn etwas Schlimmes passiert ist, ducken sich Viele reflexartig weg. Hier machen die zahlreichen Übergriffe auf Frauen auf dem Kölner Bahnhofsplatz im Schatten des Domes keine Ausnahme. Eigentlich war uns doch rasch klar, dass die Polizeipräsenz zu gering war. Zunächst ließ die Polizei wegen Gefährdung durch Feuerwerkskörper die Domplatte und den Bahnhofsplatz räumen. Schon da hätte die Polizeipräsenz deutlich erhöht werden müssen.

Den Hintergrund, dass man zunächst einmal ein Aufbrausen des Rechtspopulismus verhindern wollte, verstehe ich ja in seinen Ansätzen. Aber dann stellten sich die Verantwortlichen dermaßen dumm an, dass letztlich das Gegenteil erreicht wurde. Sie setzten ein Stück „Lügenpresse“ in Szene und bestätigten damit eher die rechte Propaganda, statt sie einzudämmen. Hier haben wir also auch wieder einmal mit einem Paradox zu tun.

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Geht von Männern mehr Gewalt aus, als von Frauen, von Terroristen mehr als von Bürokraten? – Oder zeigen sich die Aggressionen nur anders? – Von Mobbing, Seelenverletzungen, narzisstischen Kränkungen, subtiler & technokratischer Gewalt. – (WehrWolter – ww 126 – Hans Wolter)

„Es ist nicht nötig jemanden zu schlagen, um ihm wehzutun. Schweigen, Verrat, Verachtung, Gleichgültigkeit, Kaltherzigkeit tun weh.“ (Hexenkessel)
Inhaltlich gehe ich auf folgende Dinge kurz ein: Der Glanz im Auge der Mutter ist die halbe Miete zum Glück. Nur, gilt der Glanz uns oder unserer Leistung? Liebesentzug & Gleichgültigkeit sind Schläge auf die Seele. Sie können uns mehr verletzen, als vordergründige Gewalt. – Wieso sind Mütter häufig mächtiger als Väter? – Wie funktioniert Mobbing und wie können wir uns wehren? – Die neuen Rechten bewegen sich mit ihrem Cyber-Bashing geschickt an der Grenze zur Straftat. – Vom Drama des begabten Kindes, dem falschen Selbst, labilem oder gesteigertem Selbstwertgefühl.
Mobbing

Ausgangspunkt für meine Texte kommen häufig aus dem Tagesgeschehen und dem was mir zufällt. Heute sah ich diesen Post bei Facebook zu dem ich Stellung beziehen wollte. Als es immer mehr wurde, machte ich schließlich diesen Beitrag für meinen Blog daraus.

Es ist nicht nur die, häufig männliche, offensichtliche Gewalt die uns verletzt. Schon Eltern können ihre Kinder, häufig subtil, viel stärker über den sogenannten „Liebesentzug“ oder die Abwertung strafen. Die Wunden auf der Seele bemerkt der Sportlehrer am Montag in der Schule nicht. Aggression & Destruktion machen nicht Halt an den Grenzen: der Geschlechter, Kulturen, Staaten, Nachbarn & Familien. Narzisstische Verwundungen vollziehen sich häufig im Verborgen. Beispielsweise Mobbing, üble Nachrede, dauerhaftes Ignorieren des Anderen, haben alle einen gemeinsamen Plan: unliebsame Menschen, Rivalinnen, Konkurrenten usw., so zu vergiften, dass die Täterin, der Täter scheinbar unschuldig bleiben.

 

Mobbing? – Raus aus der Opferrolle!

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Die Krippe zeigt, dass Menschenwürde nichts mit Wohlstand zu tun hat. Ein Stern forderte drei Weise aus dem Morgenland zum Aufbruch auf. Die Heiligen drei Könige verzichten auf wohlgeordnetes Leben und Sicherheit. Ein kleines wehrloses Flüchtlingskind sollte die Herrschaft übernehmen. Jesus steht für das Paradox: Aufsteigen durch Fallen. – Welchem Stern folgen wir? (WehrWolter – ww-107 – Hans Wolter)

Sterndeuter stehen auch heute hoch im Kurs. Ich war heute am Dreikönigstag in einem nahegelegenen Einkaufscenter und wunderte mich, wie lang die Schlange an einem Wahrsagerzelt war. Da warteten mindestens 30 Frauen darauf, dass ihnen die Zukunft aus der Hand gelesen wurde. Im Rheinland ist heute ein ganz normaler Arbeitstag. Und das, obwohl wir in Köln doch die Gebeine der Heiligen Drei in unserem Dom verschanzt haben. Die haben die Obersten der katholischen Kirche in Köln vor über 800 Jahre in Mailand stehlen lassen. Dazu habe ich vor einiger Zeit schon einmal etwas geschrieben, was ich weiter unten noch einmal zitiere. 

Vor wenigen Tagen ereigneten sich in der Silvesternacht im Schatten des Kölner Domes gewalttätige Übergriffe auf zahlreiche Frauen. Die Taten sind bis heute noch nicht aufgeklärt. Insgesamt vermischt sich dieses Phänomen derzeit mit der Fremdenangst und der Flüchtlingskrise. Die Übergriffe am Bahnhof finde ich empörend. Hier muss alles dran gesetzt werden, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt. Für mich ist das weniger eine Frage der Multi-Kulturalität, noch weniger eine Frage der Flüchtlingskrise. Ich sehe dieses Phänomen in einer Verwandtschaft zum Hooligan-Phänomen. – Impulsdurchbrüche von Gewalt, da wo das Auge der (Staats-)Macht nicht zugegen ist. –
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Flüchten ist Anpassungsfähigkeit. – Äpfel + Birnen = Obst. – Leben ist flüchtig. – Denkt mal größer & weiter! – Flüchtlinge brauchen nicht noch eine zusätzliche Flüchtlingskrise.

Was soll eigentlich die immer wieder – häufig so gedankenlos dahin geredete – Floskel, man solle Äpfel nicht mit Birnen vergleichen? Nachdem ich auf Facebook Vertriebenenschicksalen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs mit den heutigen Flüchtlingsschicksalen verglichen habe, lese ich immer mal wieder den, teils reflexartig wiederholten, oberlehrerhaften Äpfel-Birnen-Hinweis.

 ÄpfelBirnen

Äpfel und Birnen haben etwas gemeinsam: sie sind Obst. Vertriebene damals und Flüchtlinge heute haben auch eins gemeinsam: sie sind Menschen. So eine dümmliche Argumentation macht mich wütend! Was will uns denn der Schreiber mit einer solchen missionarischen Bemerkung sagen?

Wir leben heute, da unsere Vorfahren geflüchtet sind.

Flüchten ist AnpassungsFähigkeit. Viele Deutsche waren einmal Flüchtlinge. Die Integration hat unserem Land mehr geholfen, als geschadet. Angst macht dumm. Nur so kann ich mir die Dummen von Pegida & Co. erklären. Sie verdrängen, dass sie in ihren Familien auch Vertriebene haben. Wahrscheinlich haben sie genau davor Angst: Verdrängung funktioniert nicht auf Dauer. Angst lässt sich auf Dauer nicht vertreiben. Da können sie noch so verachtend versuchen, wehrlose Menschen einzuschüchtern. Am Ende muss sich der Dumme seiner Doofheit stellen. Der Radikale seiner Beschränktheit. Was wäre, wenn der Zahnarzt eines rechten „WutBürgers“ auch einmal radikal und menschenverachtend auf seine Ängste, Schwächen & Schmerzen antworten würde. Na, vielleicht würde er flüchten. Wohin? Also: reißt Euer Maul nicht so auf, Ihr ängstlichen kleinen MöchteGernOrdnungsHüter!

Steuer- & WirtschaftsFlüchtlinge reagieren auf Einschränkungen.

1492 sind Wirtschaftsflüchtlinge nach Amerika aufgebrochen. War das verwerflich?

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Nicht nur Menschen aus Kriegsgebieten flüchten. Auch Menschen mit keinen oder wenig wirtschaftlichen Perspektiven suchen, sofern sie Mut & Intelligenz mitbringen, nach Alternativen. Das machen Aktionäre doch auch. Droht eine Kursverschlechterung, dann flüchten sie. Oder die vielen SteuerFlüchtlinge in unserem Land. Anstatt für Deutschland zu zahlen, werden sie zu Monaco-Flüchtlingen. Denkt mal groß! Verdammt!

Wir „Guten“ müssen verhindern, dass rechtsfreie Räume entstehen, wie es einige Dumme, in Sachsen z.B., versuchen.

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Was fasziniert an radikalen Weltver1Fachern? – Psychologische Quergedanken zur Hooligan-Salafisten-„Demo“ in Köln. (WehrWolter – ww 1 – Hans Wolter)

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Sicher kein einfaches Thema.

Ausgangspunkt: Gewalttätige Hooligan-Demo in Köln. 26.10.14. Ich gebe einfach mal meine Einfälle hierzu aus 5 Blickwinkeln zur Diskussion: … von Salafisten über Hooligans – via iPhone – durch Burka – zu „Volk ohne Raum“ – Gedankensprünge zum NachundVorDenken.

(Jetzt habe ich übrigens auch eine Homepage: www.HansWolter.com)

1. Was sind Hooligans für Menschen?

– Häufung von Borderlinern?

Nicht nur dumpfe Trottel, gesellschaftliche Versager oder frustrierte samengestaute junge Männer …

Es gibt auch Banker, Versicherungsangestellte, Psychiater, Juristen und Lehrer etc. unter ihnen. Zumindest in der Hooliganszene rund um den Fußball. Zugegeben, die Intellektuellen sind hier schon in der Minderheit. Aber es geht quer durch alle Bildungs- und Einkommensschichten. Es sind i.e.L. Männer, denen extreme physische Gewalt etwas gibt. (Frauen in dieser Verfassung, ritzen sich da eher mit Rasierklingen die eigene Haut auf oder bekommen Fressattacken.)

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Diese Menschen interessiert auch nicht primär der Fußball. Die sind salopp gesagt: geil auf Gewalt. Damit lenken sie sich von einer inneren Leere oder unbewussten Ängsten ab, damit sie am Montag wieder funktionieren. Damit überspielen sie innere Konflikte oder Probleme, die ihnen zu viel Angst machen. Damit kompensieren sie, eigenes Scheitern, Neid oder oder oder …

Hier, wie so oft im Leben, geht es komplexer zu. Unser Leben ist ja heute so kompliziert, dass wir uns gerne von 1fachen Lösungen verführen la-SS-en. Weiterlesen …