Tag Archives: Hans-Dietrich Genscher

Helmut Kohl – R.I.P. – Ein Realist der bei der deutschen Einheit und der europäischen Einheitswährung – zur rechten Zeit am rechten Ort – den Mantel der Geschichte am Zipfel packte – (WehrWolter – ww 256 – Hans Wolter)

Helmut Kohl ist tot. Nicht unerwartet, aber doch irgendwie auch plötzlich. Sicher war er nicht das, was ich einen Charismatiker nennen würde. Das war für mich eher eine Persönlichkeit wie Michail Gorbatschow, mit dem er das unerwartete Glück hatte, die deutsche Einheit aushandeln zu können. Kohl war in meinen Augen ein kluger Realpolitiker, der seine geringere Ausstrahlungskraft mit emsiger Beziehungsarbeit gut zu kompensieren wusste. Auch wenn es zahlreiche Rivalen gab, die in der Öffentlichkeit mehr zu wirken wussten, gelang er zielstrebig ins höchste deutsche Amt. Mit seinen 16 Amtsjahren war er auch der längste Bundeskanzler unseres Landes. Länger als sein Vorbild und geistiger Wunschvater Konrad Adenauer. Weiterlesen …

Abschied von Hans-Dietrich Genscher mit einem Staatsakt: „Er konnte zäh wie das Leder eines texanischen Cowboystiefels sein“ (Baker, USA) – Würdigung des „ewigen Außenminister“ im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn. – (WehrWolter – ww 142 – Hans Wolter)

Mit einem Staatsakt haben am Sonntag mehr als 800 Ehrengäste Abschied von dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher genommen. Das Zeremoniell fand im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn statt. Das ein verstorbener Bundesminister mit einem Staatsakt gewürdigt wird ist selten. Dem „ewigen Außenminister“ wurde diese Ehre zuteil. An seiner alten Wirkungsstätte wurde hierzu sein Sarg aufgebahrt.

Verstorben war der FDP-Politiker am 31. März im Alter von 89 Jahren. Aufgrund seiner besonderen Verdienste hatte Bundespräsident Joachim Gauck den Staatsakt angeordnet. Genscher war von 1969 bis 1974 Innenminister und anschließend bis 1992 Außenminister. Er gilt als einer der Architekten der deutschen Einheit.

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„Vergesst das Lachen nicht“ Guido Westerwelle – Der frühe Tod ist immer eine Mahnung an uns: Leben wir so, dass wir morgen gehen könnten? Große Helden sterben früher: „Ich habe viel erlebt, viel gesehen und habe nichts versäumt“ sagt er in seinem Buch: „Zwischen zwei Leben“ – (WehrWolter – WW137 – Hans Wolter)

In der letzten Woche musste ich zwei Beerdigungen beiwohnen. Zwei Männer, Familienväter, Freunde, die viel zu früh (52 und 58 Jahre) aus dem Leben gehen mussten. Krebs. Als wir am Samstag meinem Freund Reza Sadr die letzte Ehre erwiesen, führte unser langer Trauerzug, auf der „Millionenallee“ des Kölner Melatenfriedhofs, auch am Grab von Guido Westerwelle vorbei. Er wurde eine Woche früher hier beerdigt. Er starb auch viel zu früh. Im Alter von 54 Jahren. In der Nähe seines Grabes beerdigten wir vor neun Jahren meinen Freund Jürgen Grohsgart, der auch nur 52 Jahre alt werden durfte.

Guido Westerwelle war mir in seinem aktiven Politikerleben nicht auf Anhieb sympathisch. In seinen engagierten Auftritten bekam ich ihn weniger als Mensch mit. Er wirkte auf mich zunächst kühl, distanziert, zu kopfgesteuert, zu pflichtbewusst. Westerwelle hatte wie kaum ein anderer Politiker polarisiert. Er gewann für mich an Tiefe und Menschlichkeit, als er sich mehr zeigte, als er sich zu seiner Homosexualität bekannte. Als Außenminister wirkte er auf mich nicht ganz so glücklich, weil ich ihn als zu wenig geerdet in dieser staatstragenden Rolle erlebte. Was mir besonders gefiel, war seine Wortgewandtheit in Auseinandersetzungen.

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„Die Persönlichkeit Guido Westerwelle hatte viele Facetten – am wenigsten entsprach er dem Bild, das öffentlich von ihm gezeichnet wurde. Er war empfindsam, sensibel und unglaublich fürsorglich.“ (Wolfgang Kubicki)

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Hans-Dietrich Genscher ist gestorben – R.I.P. – Ein großer Europäer mit Ost-West-Werdegang. „Genschman“, der volksnahe ewige Außenminister und Chefdiplomat der deutschen Einheit, bleibt unvergessen: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise. . .“ (WehrWolter – ww 135 – Hans Wolter)

„Man sagt, dass es in der Politik keine Freunde geben kann. Das stimmt nicht. Ich habe einen Freund verloren.“ (Michael Gorbatschow)

Hans-Dietrich Genscher ist tot. Der langjährige deutsche Vize-Kanzler und Bundesminister wurde 89Jahre alt. Er war einzigartig Anders als Politiker wie Helmut Schmidt oder Helmut Kohl, hatte Genscher einen gelebten doppelten Blick auf Deutschland. Aufgewachsen ist er im Osten, politisch entwickelt hat er sich im Westen Deutschlands. Das ist sein Alleinstellungsmerkmal. Dies machte ihn, nach meiner Einschätzung,  zum glaubhaftesten und authentischsten Diplomat und Außenminister, den Deutschland in seiner Geschichte bisher hervorgebracht hat. Weiterlesen …