Tag Archives: Heinrich Böll

Diesel Betrug: Der eigentliche Skandal: Täter bleiben straffrei, VW boomt, der Bürger zahlt die Rechnung – Sozialer Sprengstoff & Selbstkarikatur der real existierenden Demokratie – (WehrWolter – ww 297 – Hans Wolter)

„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“ (Winston Churchill, 1874 – 1965)

Aktuell läuft „Die dunkelste Stunde“ in unseren Kinos. Ich habe das Gefühl, dass es bei uns auch zunehmend dunkler wird. Menschen haben unterschiedliche Motive. Es gibt nicht wenige dunkle Schafe, in deren Pelz sich eigentlich ein Wolf verbirgt. Der real existierende Sozialismus ist auch daran gescheitert, dass die vorgegebenen Ideale nicht gelebt wurden. Vor allen Dingen von denen, die die Macht innehatten. Dass der reichste Mensch Russlands Putin heißt, zeigt die weit verbreitete Doppelmoral der Machthabenden. Mit Churchills Zitat möchte ich darauf hinweisen, dass auch die real existierende Demokratie in Deutschland nicht frei von Widersprüchen, Betrug und Scheindiskussionen ist.  Aktuell ist der Aufschrei groß, weil der 7. Senat des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) den Weg für Fahrverbote freigibt. Für mich liegt der eigentliche Diesel-Skandal allerdings noch viel tiefer.

„Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.“ (Mark Twain, 1835 – 1910) Weiterlesen …

Die Welt gehört denen, die keine festen Essenszeiten haben – Heinrich Böll – Gedankenspiele zu Ge-Wohn-Heiten, Umzug, Resilienz und Depression am Beispiel des Künstlers (WehrWolter – ww 295 – Hans Wolter)

Kurz zusammengefasst: GeWohnHeiten können uns stärken und auch lähmen. Heinrich Böll war eine Persönlichkeit, die zwischen Aufbruch, Festhalten und Umbruch changierte. Er ist recht häufig umgezogen. Das dokumentiere ich kurz, nehme es auch zum Anlass, um über Hintergründe im Leben Bölls, seine Persönlichkeit und unser allgemeines Wohlbefinden nachzudenken. Flexibilität hat auch seine Kehrseiten. Von Umzugs-Depression und Resilienz. Die aktuelle Forschung sagt u.a. dazu:   

„Häufig umzuziehen ist für die Resilienz verheerend, weil die geografische Nähe bei der sozialen Unterstützung eine wichtige Rolle spielt …  Damit ist soziale Integration für die Gesundheit wichtiger als die Risikofaktoren, mit welchen sich Mediziner und Gesundheitspolitiker viel intensiver beschäftigen: Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Bluthochdruck und Luftverschmutzung.“ (Prof. Dr. med. Gregor Hasler, Universitätsklinik Bern)

„Ordnung ist das halbe Leben – woraus mag die andere Hälfte bestehen?“ (Heinrich Böll) Weiterlesen …

Krass, konnte Günter Grass sein – 90 wäre er heute geworden– Der streitbare Schriftsteller war anders – Im kleine Oskar mit der Blechtrommel, dem großen Nein-Sager, sehen wir einen charakteristischen Selbstanteil des nicht unumstrittenen Nobelpreis-Autors (WehrWolter – ww 275 – Hans Wolter)

„Erst als die immer schon Heimischen sich fremd genug waren, begannen auch sie in all den Fremden, die mühsam gelernt hatten, ihr Fremdsein zu ertragen, sich selbst zu erkennen und mit ihnen zu leben.“

Das sagte der Literaturnobelpreisträger Günter Grass, der heute 90 Jahre alt geworden wäre – in seinem letztem Buch: „Vonne Endlichkait“, an dem er bis zum letzten Tag seines Lebens geschrieben hat.

Bekannt wurde der streitbare und stets politisch aktive Schriftsteller mit seinem grotesk-satirischen Entwicklungs- und Zeitroman „Die Blechtrommel“ (1959) Zu diesem Buch habe ich eine besondere, eine persönliche Verbindung. Auf meiner AbiAbschlussfahrt mit dem Deutsch-LK, schaffte es unsere Lehrerin, die taffe Frau Zumpe, dass wir mit Volker Schlöndorff und seiner Frau Margarethe von Trotta, am Rande der Dreharbeiten in Danzig über das Werk diskutieren konnten. Dazu später ein wenig mehr.

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Unsere Augen sind weder trocken, noch nass, sondern ein wenig feucht – und das lateinische Wort für Feuchtigkeit ist: Humor. Heinrich Böll wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Er hatte sehr gute Augen und Humor. – Wird der Literaturnobelpreisträger weniger gewürdigt, auch in Köln, weil er Dinge sah, die viele so nicht sehen wollten? – (WehrWolter – ww 238 – Hans Wolter)

Anfang des Jahres lernte ich René Böll, den Sohn des Schriftstellers Heinrich Böll persönlich kennen. Der zurückhaltende Mann lächelte, als ich ihm sagte, dass ich seinen Vater vor fast 40 Jahren für einen kleinen privaten Film einmal interviewt hatte. Durch sein aufflackerndes mildes Lächeln, stand sein Vater wieder vor mir. Nach diesem kurzen Gespräch ging er auf die Bühne. Dort fragte er sich, mich und das Publikum zum Auftakt des Böll-Jahres, bei einem Vortrag im Bonner LVR-Museum, warum sein Vater von der Stadt Köln nicht mehr Beachtung und Würdigung findet. Vielleicht durch ein Museum oder ähnliches. Diese Frage wurde nicht beantwortet und war auch eher rhetorisch gestellt. Da ich auch schon mehrfach darüber nachgedacht hatte, möchte ich hier meine Ideen dazu kurz kundtun.

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Tschö Poldi: Einer der großen Kölner Söhne hätte Dir ins Poesiealbum geschrieben: „Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke“ 100 Jahre Heinrich Böll – 130 Länderspiele Lukas Podolski – Lebensfreude trifft Melancholie – (WehrWolter – ww 236 – Hans Wolter)

Das Bild des Clowns bringt Poldi und Böll in einer ambivalenten Figur zusammen. Lebensfreude und Melancholie machen die Tiefe und den Charme Kölns aus.

Zunächst zum Ball. Fußball ist für uns mehr als ein Ballspiel. Fußball ist ein großer Mutmacher in unserem Alltag. Neues Spiel heißt neues Glück. Es gibt keine Kleinen mehr. Fußball kann Spiegel unserer inneren Tragödien und Lustspiele sein. Jede Woche neu. Nahezu täglich. Brot und Spiele waren schon bei den Römern fast Religion. Sie vereinten, unterhielten und faszinierten das Volk. Selbst als Zuschauer geraten wir in große Gefühls-Bewegung. Gestandene Männer können sich weinend in die Arme fallen, schimpfen, lachen und Kind sein. Verbundenheit fühlen mit tausenden Anderen. Standesschranken fallen für das eine Ziel: Unsere Mannschaft!

Die Religion Fußball hat ihre Priester, Jünger und Heiligen.

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„Romane schreibt man von innen nach außen“ Paul Auster auf der 17. lit.Cologne – Erfolgreiches Literaturfestival – Von der Freiheit des Wortes in der Türkei, den unveröffentlichten Tagebüchern von Heinrich Böll, Matthias Brandts Vatersehnsucht und Liedermacher Axel Bosse – (WehrWolter – ww 235 – Hans Wolter)

Auf der 17. lit.Cologne las Paul Auster aus seinem 17. Roman „4321“. Der US-Autor legte sein 1260-Seiten-Monument vor, während sein neuer Präsident am liebsten 140 Zeichen kurze Twitter-Botschaften in die Welt hinauspustet. Mit einem Rekord von 110 000 Besuchern ging am Samstag das Literaturfestival lit.Cologne erfolgreich zu Ende. Die Auslastung der 200 Veranstaltungen lag bei 95 Prozent. Das Kölner Literaturfestival setzte sich in diesem Jahr für verfolgte Schriftsteller in der Türkei ein. Weiterlesen …

„How many roads … “ Bob Dylan, der singende Poet, erhält den Nobelpreis für Literatur – „Das ist Bob Dylan, und ich bin nur Präsident der Vereinigten Staaten.“ (Barack Obama) – Ein moderner Dichter, „Homer der Gegenwart“ (Sara Danius, Komitee, Stockholm) … must a man walk down, before you call him a man?– (WehrWolter – ww 194 – Hans Wolter)

„The answer, my friend, is blowin‘ in the wind … “ – Mit Bob Dylan erhält erstmalig ein Liedermacher den Nobelpreis für Literatur. „Er ist ein großartiger Dichter, der sich seit 45 Jahren immer wieder neu erfindet. Dylan ist eine Ikone. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Musik ist groß …“, sagt Sara Danius, die Chefin der Schwedischen Akademie nach der Bekanntgabe in Stockholm. Dylan schreibe, um mit seinen Werken aufzutreten, sagte die Jurorin. Nichts anderes habe der Dichter Homer vor einigen Jahrtausenden auch getan. Weiterlesen …

„Ich habe ganz große Angst anzufangen.“ – Pina Bausch – Geliebtwerdenwollen als Bremse und Motor zugleich für die begnadete Tänzerin – Ihrer einfache Sprache und Zurückhaltung erinnern mich an den jungen Heinrich Böll. – Bundeskunsthalle Bonn – (WehrWolter – ww 156 – Hans Wolter)

„Nicht wie sich Menschen bewegen, sondern was sie bewegt … interessiert mich“ –

sagte Pina Bausch einmal in einem Interview. Sie war Tänzerin, Choreographin und Pionierin des modernen Tanztheaters.

Als mir heute eine Schauspielerin, die ich coache, erzählte, dass sie in der Bundeskunsthalle eine Workshop-Woche im Rahmen der Pina Bausch Ausstellung mitgemacht hätte, war ich angezündet. Weiterlesen …

„Grüße aus Fukushima“ – Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen? Von Doris Dörrie über Charles Dickens zu Heinrich Böll und der literarischen Einordnung von Adolf Hitler: „Mein Kampf“ – Atomkraft & Flüchtlingskrise – Berlinale 2016 – (WehrWolter – ww 125 – Hans Wolter)

Trailer zum Text: Fukushima mon amour, eine poetische Geschichte vom Loslassen und Weiterleben – Gegen die Verdrängung. – Wir können als Menschen Radioaktivität nicht begreifen. – „Wir wollen, wenn wir ehrlich sind, nur das unser Computer läuft.“ – Eine Meister-Schülerin-Geschichte. – Was sollte ich weiterführen, was ablegen, was geht verloren: in meinem Leben? -„Mein Kampf“ – Von Charles Dickens über Adolf Hitler zu Heinrich Böll. – Ergänzt durch Überlegungen zur aktuellen Lage der Nation: Atomkraft & Flüchtlingskrise –Der Plot: Zwei sehr unterschiedliche Frauen nähern sich langsam einander an und werden mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert.

„Ich möchte Euch ein paar Dinge fragen, die mich beschäftigen: Oft gerate ich in Panik, wenn ich sehe, welche Richtung mein Leben nimmt. Sehe ich richtig aus? Verdiene ich genug Geld? Bin ich glücklich? … was wäre, wenn ich alles verlöre, was mir lieb ist … und wie kann ich mich daran erinnern, dass dies mein Leben ist … mein einziges?“ (Marie)

 

„Grüße aus Fukushima“ – Was können wir bewahren, was müssen wir loslassen?

„Diese Katastrophe ist nicht die Katastrophe Japans, das ist unsere. Und dieses Gefühl der Verbundenheit, das wollte ich erzählen“, sagte die Autorin &Regisseurin Doris Dörrie, fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, bei der Berlinale 2016. Ja, so funktioniert Kino, Text und Kunst: es ist immer UNSER eigener FILM, der in Gang kommt.

Viele denken das liefe getrennt, das Innen und Außen. Psychologisch gesehen ist diese Trennung Quatsch. Wir spiegeln uns in der Welt. Daher sieht auch jeder, zunächst einmal seinen eigenen Film. Natürlich gibt es auch die, dem Werk innewohnende Gestalt. Ist diese nicht überzeugend, wie z.B. bei RTL-TV etc., dann schlafen wir ein. Das ist ja häufig auch gewollt. Siehe Radio Gaga, Orwells 1984, Cäsars Brot und Spiel. Hitlers Filmpaläste etc..

Filme müssen eine KomplexEntwicklung haben, um uns zu packen. (Morphologische FilmPsychologie, Prof. W. Salber)

In Fukushima mon amour – so der Untertitel – geht es um den Komplex von Festhalten versus Loslassen. Da dies ein Grundkonflikt in der Entwicklung eines jedem von uns ist, kann uns der Film packen und sogar ein wenig verwandelt wieder aus dem Kino entlassen. Weiterlesen …

Köln-Bashing ist seit der Silvesternacht IN – aber nicht wirklich neu. – Wie passt das jetzt zum Kölner Karneval? – Viele sind irritiert, dass man den Eindruck gewinnt: selbst Probleme versucht man in Köln – mit einem stets auf der Lauer liegenden karnevalesken Frohsinn – umspülen zu können. – (WehrWolter – ww 119 – Hans Wolter)

Die Vorfälle rund um den Dom an Silvester sind erschreckend. Keine Frage. Sie sind wochenlang in aller Munde und haben es sogar bis auf die Titelseite der New York Times gebracht. – Als UrKölner bin ich auch mit vielen Dingen in unserer alten Stadt, die auf eine lange Tradition zurückblickt, nicht einverstanden. – Ab Weiberfastnacht werde ich allerdings Köln gerade wieder für seine Unschärfe lieben und feiern. Wenn Konrad Beikircher: Köln als nördlichste Stadt Italiens einstuft, hat er, nicht nur historisch, irgendwo recht.

Köln ist irgendwie anders. Der Rheinländer bewältigte sein Leben immer schon anders als der Baden Württemberger, der Sachse oder der Norddeutsche. In Köln treffen Größe und Banalität gekonnt aufeinander. Hier ist alles etwas unschärfer. Das Bier etwas schnellsüffiger. Das ist nicht immer gut, häufig aber auch angenehm. In der Toscana sind auch nicht nur die Hügel sanfter. Anders als die klaren Kanten der Alpen.

KÖLN bLOG

Schon die Kölner Heinzelmännchen verweisen darauf, dass der Kölner gerne die Dinge weniger genau nimmt und gerne auch verschiebt. Auf die lange Bank oder in die anderen Schuhe. Auf einmal sind sie dann auf wundersame Weise erledigt. Weiterlesen …

Samstag, 09.01.2016: Pegida nutzt die Kölner Schwächung durch die Silvesternacht schamlos für ihre engherzige und eindimensionale Propaganda – Hoffentlich sind die Kölner mit ihren Gegen-Demonstration so kraftvoll wie immer – Köln gibt der Engstirnigkeit & Menschenverachtung keine Chance! – Arsch huh, Zäng ussenander! (WehrWolter – ww 110 – Hans Wolter)

„Angst vorm Fremden. Köln und Dresden belegen zwei unterschiedliche Pole auf der Angst-Skala. Eine Woche nach der Hetz-Rede von Autor Akif Pirincci sind in Dresden erneut wieder ca. 10.000 fremdenfeindliche „Pegida“-Anhänger auf die Straße gegangen. 1.000 Gegendemonstranten gab es. In Köln ist das Klima diametral unterschiedlich. Hier brachte „Hogesa“ am Sonntag 1.000 Menschen auf die Straße, denen 20.000 Gegendemonstranten gegenüber standen. „Kögida“ sagte daraufhin erneut seine geplante Veranstaltung ab.“ … das habe ich am 27. Oktober 2015 noch schreiben können. Aktuell ist Köln durch die Übergriffe an Silvester und die anschließenden Kommunikations-Fehler der Polizei irgendwie angeschlagen. Da wittert die Pegida Morgenluft. – Da kennen sie aber die Kölner schlecht! Weiterlesen …

Verdamp lang her … WW starb vor 25 Jahren … erlebte gerade noch den Mauerfall. Erlebte nicht mehr die Hochzeit seines Sohnes. Lernte nicht mehr seine Enkelkinder kennen. – Totensonntag. – Versuch eines kleinen Nachrufs auf meinen BAP WW. (WehrWolter – WW86 – Hans Wolter)

Verdamp lang her …vielleicht habe ich auch deshalb ₩₩ als Logo, WehrWolter als „Künstlername“ gewählt? Wobei? Mein Vater – WW – war kein Wehrer. Er war ein Stiller. Er war aber mehr, als er der Welt zeigen wollte/konnte. Er war eigentlich ein MehrWolter. Was er zu wenig machte, mach ich heute für ihn heute mindestens doppelherzig mit: Kräftig auf die BuschTrommel klopfen.

Er ging viel zu früh. Nein nicht Früh. Leider nicht zum Frühschoppen ins Früh. Dafür ging er gerne in der Eifel wandern und hatte eine Jahreskarte. Nicht beim FC. Dafür aber in der vierten Reihe der Kölner Philharmonie. Er litt schon darunter nicht studiert zu haben. Das war beim Jahrgang 27 – aufgewachsen in Köln Bayenthal, später Kölner Südstadt, dann Widdersdorf – damals nicht üblich. Nun gut, seine Söhne holten das nach. Peter studierte Maschinenbau und Medizin. Hans studierte Betriebswirtschaft und Psychologie.

Mir bleibt hoffentlich deutlich mehr. Zeit. Leidenschaft. Freude. Carpe diem.

Ich gehe weiter … und weiß, dass Du es gut findest …

Profil Trauer

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Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Warum ist Köln mutiger gegenüber Fremdem, trotzt Hogesa, Kögida & Fremdenhass, als die Pegida Angstbeisser aus Dresden? – Angela Merkel hat Recht mit ihrer Deeskalation gegen die German Angst. – Wir schaffen das!

Angst vorm Fremden. Köln und Dresden belegen zwei unterschiedliche Pole auf der Angst-Skala. In Eine Woche nach der Hetz-Rede von Autor Akif Pirincci sind in Dresden erneut wieder ca. 10.000 fremdenfeindliche „Pegida“-Anhänger auf die Straße gegangen. 1.000 Gegendemonstranten gab es. In Köln ist das Klima diametral unterschiedlich. Hier brachte „Hogesa“ am Sonntag 1.000 Menschen auf die Straße, denen 20.000 Gegendemonstranten gegenüber standen. „Kögida“ sagte daraufhin erneut seine geplante Veranstaltung ab.

West- und Ost-Deutschland haben eine deutlich unterschiedliche Sozialisierung im letzten Jahrhundert gelebt.

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem äußersten Westen unserer Bundesrepublik, dem selbstbewussten und beweglichen Rheinland und dem äußersten Osten, dem unbeweglich ängstlichen Dresden. Ich möchte nicht polarisieren, aber allein die Zahlen sprechen schon eine deutliche Sprache. Für mich erklärt sich das durch den Unterschied an Freiheitserfahrung der beiden Regionen. Im Osten lebten die Menschen in einer fast 60jährigen Diktatur. Im Nationalsozialismus, sowie dem real existierenden Sozialismus im DDR-System, sind die Angst vorm Fremden fester Bestandteil der Ideologie gewesen. Seit Machtergreifung der Nazis bis zum Mauerfall sind die Menschen in den östlichen Bundesländern Deutschlands einem totalitären und sehr eng denkendem Regime ausgesetzt gewesen. Das hinterlässt natürlich Spuren. Sicher nicht bei allen.

Bundeskanzlerin Merkel beweist zunehmend Führungsqualitäten und den Blick für das Wesentliche Weiterlesen …

„Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke“ – Zum 30sten Todestag des Kölner Schriftstellers Heinrich Böll – Passend zu Frank Witzel. Preis Frankfurter Buchmesse – Verdamp lang her – im Gespräch mit dem Kölner Sänger & Künstler Wolfgang Niedecken – (WehrWolter – ww 72 – Hans Wolter)

Vor 30 Jahren starb Heinrich Böll. Nicht auf den Tag. Da aber heute aus diesem Anlass sein verfilmtes Buch „Ansichten eines Clowns“ gezeigt wurde, habe ich mich gedanklich noch einmal etwas mit ihm beschäftigt.

Es gibt auch noch einen ganz aktuellen Bezug. Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet. Hier gibt es ja schon einen ersten Preis. Die wichtigste Literaturauszeichnung des deutschsprachigen Raums geht an Frank Witzel. Der Offenbacher Schriftsteller erhielt gestern in Frankfurt für seinen Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ den Deutschen Buchpreis 2015. Witzel schaut zurück auf die alte Bundesrepublik, die 68er, die RAF und den Deutschen Herbst. Er tut dies mit den Augen eines 13-Jährigen Wiesbadener Teenager. Dazu passt Heinrich Bölls Werk. Er hatte in dem „heißen Herbst“ der späten 60er auch viel Trouble mit seinen RAF-Statements. Als er für die Freilassung von Ulrike Meinhof plädierte bekam er damals großen Ärger.

Heinrich Böll 3

Anfang der achtziger Jahre konnte ich Heinrich Böll einmal für einen eigenen kleinen Super-8-Film interviewen. Er hat mir bereitwillig auf meine damaligen Fragen geantwortet. Weiterlesen …

„Die verlorene Ehre“: Was Mario Adorf, Til Schweiger, Kevin Kurányi, Edward Snowden, Böll, Edathy und die RAF verbindet. (WehrWolter – ww 58 – Hans Wolter)

Mario Adorf: ein ganz großer des deutschen Films & Bühne, wird heute, am 08. September 2015, 85 Jahre alt. Er ist so etwas wie die graue Eminenz des deutschen Films. – und noch so viel mehr.

Wenige sind so vielseitig wie er:

  • Bösewicht («Nachts wenn der Teufel kam»),
  • Patriarch («Der große Bellheim», «Der Patriarch»),
  • Komisch («Kir Royal»).
  • Alter («Altersglühen») aktuell: Speed-Dating für Senioren.

Mehr als 140 Filmrollen hat Adorf bisher gespielt. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der «Bild am Sonntag» (Frühjahr 2015) wird er zum beliebtesten deutschen Schauspieler überhaupt.

„Es ist sehr viel Glück dabei“, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur kurz vor seinem heutigen 85. „Bei mir war es sicher eine sehr frühe kindliche und eine bleibende Spielfreude, mein italienisches Erbteil. Die Freude am Spiel soll man sich bewahren. Fleiß ist da nötig, wo etwas gelernt werden will.“ Weiterlesen …

“Erst als die immer schon Heimischen sich fremd genug waren, begannen auch sie … ihr Fremdsein zu ertragen, sich selbst zu erkennen und mit ihnen zu leben.” – “Vonne Endlichkait” Günter Grass. Auch zu: Flüchtlinge, Flüchtlingskrise & Heinrich Böll – (WehrWolter – ww 54 – Hans Wolter)

„Als Millionen Vertriebene mit lastendem Gepäck und lastender Erinnerung im restlichen Vaterland zwangseinquartiert wurden, riefen viele Heimische, die sich durch Zuzug beengt sahen:

Geht hin, wo ihr hergekommen seid!

Aber sie blieben, und eingeübt blieb der Ruf: Haut endlich ab!

Bald galt er Fremden, die später, noch später von weither gereist kamen und unverständlich sprachen; sie blieben gleichfalls und vermehrten sich seßhaft.

Erst als die immer schon Heimischen sich fremd genug waren, begannen auch sie in all den Fremden, die mühsam gelernt hatten, ihr Fremdsein zu ertragen, sich selbst zu erkennen und mit ihnen zu leben.“

Das sagt Günter Grass in seinem letztem Buch: „Vonne Endlichkait“. Morgen, zum 266sten Geburtstag von Goethe, kommt sein Buch mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren in den Buchhandel. Hieran hat der Literaturnobelpreisträger bis zum letzten Tag seines Lebens geschrieben. Weiterlesen …

LichtGestalten im Schattenreich – Stirb und werde! – Fußball? Ganz großes Kino unserer AlltagsKultur! (WehrWolter – ww 48 – Hans Wolter)

Ich liebe Fußball. Auch deshalb, weil es sich hier nicht nur intensiv fühlen lässt, sondern weil wir hier ganz großes Kino geboten bekommen. Ein Bühnenspektakel, von der Qualität – alter oder neuer – griechischer Tragödien.

Beim Fußball können wir mit Brüdern, Söhnen und Vätern raufen, lieben, lachen & weinen.

Klopp5

Mein alter Freund Johann Wolfgang G. aus W. würde dazu sagen:

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Heute lese ich in der Zeitung, dass der FC-Bayern seinen ersten Titel gewonnen hat. Das bringt mich schon zum Schmunzeln. Wäre ich Stefan Raab, würde ich jetzt einen

BlogFußball7

Song mit dem Titel: „Who the fuck is Audi Cup?“ rausbringen und natürlich gewinnbringend vermarkten. Weiterlesen …