Tag Archives: Trauer

Terroranschlag Berliner Breitscheidplatz: Verwundete Seelen brauchen Anteilnahme, Anerkennung und klare Worte, statt Floskeln. Deutsche Politiker und Bürokraten zeigen wenig Menschenkenntnis – Kritik an Angela Merkel (WehrWolter – ww 289 – Hans Wolter)

„Mama kann nicht tot sein, weil ich noch mit ihr sprechen will“ (5-jährige Tochter der verstorbenen Nada Czimar)

Der Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt jährt sich. Die Psyche wird in Deutschland immer noch erstaunlich unterschätzt. Medien und Politiker sichern sich wieder einen Platz in der ersten Reihe der Traueraktionen. 12 Menschen sind im letzten Jahr sinnlos gestorben. Die Angehörigen beklagen sich darüber, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel in keiner Form einen persönlichen Kontakt zu ihnen aufgenommen hat. Psychologisch hat man, meiner Meinung nach, sehr viele Fehler im nachträglichen Umgang mit dieser Katastrophe gemacht. Wie übrigens oft in Deutschland. Der Deutsche mag organisieren können, aber in solchen Fällen richtet sich die Bürokratie häufig eher gegen die Opfer, als dass zunächst einmal direkte Hilfestellungen angeboten werden. Wäre ich Zyniker, würde ich den Text titeln: Bankenrettung funktioniert in unserem Lande besser als emotionale Hilfestellung.

Beziehung kann heilen, Distanz krankmachen. Diese Erfahrung möchte ich, ausgehend von diesem traurigen Ereignis ein wenig weiter ausführen und einen kurzen differenzierten Überblick geben, mit welchen psychischen Erkrankungen wir rechnen müssen und wie wir ihnen wirkungsvoll begegnen können.

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Wir sind Berlin. Wir sind verwundbar. – Anschlag auf unser Lebensmodell – Das Geschäft mit der Angst – Terror / Achtsamkeit – Trauer & Vertrauen – (WehrWolter – ww 215 – Hans Wolter)

Erschütterung – Ohnmacht – Schützen vor Angriffen und Trittbrettfahrern – Plädoyer für Differenzierung – bitte keine einfachen Pauschalantworten – die Welt ist unberechenbarer geworden – Vermeidung ist oft ein zu einfaches Modell – Mit dem Risiko leben lernen – „Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie“ (Erich Kästner)

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Zusammen ist man weniger. Allein. Anders. Eigen-Art-(Cologne) des Wilhelm Salber. Gedanken zum Abschied des großen Seelen-Designers der Firma Morphologie.- (WehrWolter – ww 214 – Hans Wolter)

Trailer: Distanz die einem nahe geht – Die Lizenz zum AndersSein – Vom Professor Robinson auf der Morphologika – Mehr Lachgeschichten hätten gut getan – Rilkes Orpheus – WS, der Karl Lagerfeld unter den Psychologen – Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen! Zu guter Letzt: die Zahl 88 ist psychästhetisch betrachtet: Harmonie in VollEndung

Wilhelm Salber liebte Paradoxe. Auf der Trauerfeier spürte ich so etwas wie ein Paradox. Mir ging die Distanz nahe. Weiterlesen …

Mythische Marken – Fidel Castro, Che Guevara, Bhumibol, Helmut Schmidt: große Führer haben kein Verfallsdatum. Wirkmächtige Bilder für Vereinheitlichung. – Ihr Tod hinterlässt eine unkalkulierbare Lücke – (WehrWolter – ww 211 – Hans Wolter)

„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche“. (Che Guevara)

„Fidel ist tot, aber er ist ungeschlagen gestorben“ (Rafael Correa)

Wenn große Staatsmänner sterben, bewegt es eine Vielzahl von Menschen. Fast genau vor einem Jahr starb Helmut Schmidt. Das war anders als bei Castro oder dem thailändischen König Bhumibol. Schmidt hatte ja schon 30 Jahre kein Amt mehr inne gehabt. Dennoch hinterließ er, als weiser alter Mann im Hintergrund, eine große Lücke in Deutschland. Auch bei seinem Trauergeleit säumten unzählige Menschen den Straßenrand. Und das in einer Demokratie. Bei den beiden anderen ist man ja nicht ganz so sicher, was vom Volk und was vom Staat ausgeht. Sicher hatte der Thailänder schon nahezu einen Gottesstatus. Anders als Schmidt, von dem ja eher eine soldatische Zurückhaltung ausging. Soldatisch wirkte auch Fidel Castro. Aber ganz anders. Weiterlesen …

Weh-Mut – Leonard Cohen – Versuch einer kunstanalogen Annäherung – Über Melancholie, Trauer & Depression in seinem Werk – Zwischen Brüchiger Heilung & Geheilten Brüchen erklingt ein leiden-schaftliches: Halleluja! – (WehrWolter – ww 208 – Hans Wolter)

„Da ist ein Riss, ein Riss in allem. Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt“ Leonard Cohen war ein Meister der tiefen Bilder. Er verstand etwas vom Paradox des Lebens. In vielen seiner Texte erwähnt er die Brüche und Risse, durch die Leben erst lebendig wird. Das ist eine ganzheitlichere Sicht als die polarisierten Aufspaltungen in Gut und Böse. Viele Zeitgenossen möchten in den Liedern, Filmen, Geschichten und Kunstwerken möglichst nur das Helle, Gute, Erbauenende, Optimistische des Lebens gezeigt bekommen. Sie haben Angst davor, in das Dunkel einer Depression gezogen zu werden. Ich versuche aufzuzeigen, dass es v.a.D. das Paradox war, zu dem uns Cohen einen Zugang ermöglichte. Dem versuche ich anhand eines Musikvideos von „Halleluja“ kunstanalog nachzugehen. Kurz verfolge ich Stationen seiner Lebensgeschichte, um abschließend noch etwas dazu aufzuzeigen, wieso traurige Musik glücklich machen kann. Weiterlesen …

Ikarus & Prince: Helden sterben meist früher – Beide kamen hoch hinaus. Beide starben an einem Zuviel von Talent und Möglichkeiten. – Kompensierte Prince eine ArbeitsSucht mit Schmerzmitteln? – Workaholics spüren nicht, wenn sie zu hoch fliegen und verbrennen – Überlegungen zu ungesunder SehnSucht – (WehrWolter – ww 162 – Hans Wolter)

Ein starker Geist wohnt nicht immer in einem starken Körper. Manchmal stirbt auch der stärkste Hengst früher.

Prince: Sechs Wochen nach dem überraschenden Tod steht die Todesursache offiziell fest: Der US-Popstar Prince starb an der Überdosis eines Schmerzmittels. Die Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Minnesota schloss am Donnerstag einen Suizid aus und sprach von einem „Unfall“. Prince habe sich selbst „versehentlich“ eine zu hohe Dosis von Fentanyl verabreicht. Dieses Mittel wird beispielsweise in der Anästhesie und für die Behandlung starker chronischer Schmerzen angewendet. Unklar ist nach wie vor, wieso der erfolgreiche Musiker so viel Schmerzmittel zu sich genommen hat.

Ich frage mich, ob er vielleicht auf eine ungesunde Art und Weise zu viel gearbeitet hat. Bei Persönlichkeiten, die so im Rampenlicht wie Prince stehen, dachten viele immer schon an Sucht. Vielleicht wandelte sich seine nicht enden wollende Kreativität ja in eine Arbeitssucht?

Nachfolgend stelle ich zunächst einmal das Phänomen der Arbeitssucht dar. Dabei gehe ich der Frage nach: Was unterscheidet gesunde Liebe und Sehnsucht von Arbeitssucht?

Im Anschluss gehe ich noch einmal auf den Menschen und die Persönlichkeit PRINCE ein.

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Abschied von Hans-Dietrich Genscher mit einem Staatsakt: „Er konnte zäh wie das Leder eines texanischen Cowboystiefels sein“ (Baker, USA) – Würdigung des „ewigen Außenminister“ im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn. – (WehrWolter – ww 142 – Hans Wolter)

Mit einem Staatsakt haben am Sonntag mehr als 800 Ehrengäste Abschied von dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher genommen. Das Zeremoniell fand im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn statt. Das ein verstorbener Bundesminister mit einem Staatsakt gewürdigt wird ist selten. Dem „ewigen Außenminister“ wurde diese Ehre zuteil. An seiner alten Wirkungsstätte wurde hierzu sein Sarg aufgebahrt.

Verstorben war der FDP-Politiker am 31. März im Alter von 89 Jahren. Aufgrund seiner besonderen Verdienste hatte Bundespräsident Joachim Gauck den Staatsakt angeordnet. Genscher war von 1969 bis 1974 Innenminister und anschließend bis 1992 Außenminister. Er gilt als einer der Architekten der deutschen Einheit.

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„Vergesst das Lachen nicht“ Guido Westerwelle – Der frühe Tod ist immer eine Mahnung an uns: Leben wir so, dass wir morgen gehen könnten? Große Helden sterben früher: „Ich habe viel erlebt, viel gesehen und habe nichts versäumt“ sagt er in seinem Buch: „Zwischen zwei Leben“ – (WehrWolter – WW137 – Hans Wolter)

In der letzten Woche musste ich zwei Beerdigungen beiwohnen. Zwei Männer, Familienväter, Freunde, die viel zu früh (52 und 58 Jahre) aus dem Leben gehen mussten. Krebs. Als wir am Samstag meinem Freund Reza Sadr die letzte Ehre erwiesen, führte unser langer Trauerzug, auf der „Millionenallee“ des Kölner Melatenfriedhofs, auch am Grab von Guido Westerwelle vorbei. Er wurde eine Woche früher hier beerdigt. Er starb auch viel zu früh. Im Alter von 54 Jahren. In der Nähe seines Grabes beerdigten wir vor neun Jahren meinen Freund Jürgen Grohsgart, der auch nur 52 Jahre alt werden durfte.

Guido Westerwelle war mir in seinem aktiven Politikerleben nicht auf Anhieb sympathisch. In seinen engagierten Auftritten bekam ich ihn weniger als Mensch mit. Er wirkte auf mich zunächst kühl, distanziert, zu kopfgesteuert, zu pflichtbewusst. Westerwelle hatte wie kaum ein anderer Politiker polarisiert. Er gewann für mich an Tiefe und Menschlichkeit, als er sich mehr zeigte, als er sich zu seiner Homosexualität bekannte. Als Außenminister wirkte er auf mich nicht ganz so glücklich, weil ich ihn als zu wenig geerdet in dieser staatstragenden Rolle erlebte. Was mir besonders gefiel, war seine Wortgewandtheit in Auseinandersetzungen.

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„Die Persönlichkeit Guido Westerwelle hatte viele Facetten – am wenigsten entsprach er dem Bild, das öffentlich von ihm gezeichnet wurde. Er war empfindsam, sensibel und unglaublich fürsorglich.“ (Wolfgang Kubicki)

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LichtGestalten im Schattenreich – Stirb und werde! – Fußball? Ganz großes Kino unserer AlltagsKultur! (WehrWolter – ww 48 – Hans Wolter)

Ich liebe Fußball. Auch deshalb, weil es sich hier nicht nur intensiv fühlen lässt, sondern weil wir hier ganz großes Kino geboten bekommen. Ein Bühnenspektakel, von der Qualität – alter oder neuer – griechischer Tragödien.

Beim Fußball können wir mit Brüdern, Söhnen und Vätern raufen, lieben, lachen & weinen.

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Mein alter Freund Johann Wolfgang G. aus W. würde dazu sagen:

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Heute lese ich in der Zeitung, dass der FC-Bayern seinen ersten Titel gewonnen hat. Das bringt mich schon zum Schmunzeln. Wäre ich Stefan Raab, würde ich jetzt einen

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Song mit dem Titel: „Who the fuck is Audi Cup?“ rausbringen und natürlich gewinnbringend vermarkten. Weiterlesen …

Lufthansa erniedrigt die Angehörigen & Zahlungen – Die Fehler im Umgang mit dem AmokFlug 4U9525 gehen weiter.

Seit dem, vom Co-Piloten Andreas Lubitz absichtlich herbeigeführten Absturz der Germanwingsmaschine am 24. März 2015 habe ich hierzu schon mehrere Stellungnahmen geschrieben. Zunächst habe ich die Vermutung zur Motivlage bzw. zur psychischen Störung des Co-Piloten beschrieben. Wer dies zu der Zeit auf meiner Facebook-Seite mitverfolgte war sicher auch erstaunt über die vielen negativen Reaktionen und Vorwürfe, die da auf mich niederprasselten. Das kam schon an einen Shitstorm ran. Nachdem ich meine Seite nicht mehr für „Freunde von Freunden“ öffnete und ca. 50 Personen blockiert hatte, kehrte wieder Ruhe ein. Dies ist ein Hinweis darauf, wie fassungslos Viele Menschen mit dem Unfassbaren umgingen. Als wenn da keine klaren Worte gesprochen werden durften. Die psychische Abwehr ging so weit, dass die Überbringer der schlechten Nachrichten verurteilt werden sollten. Die Verunsicherung, dass wir selbst einem Piloten nicht mehr vertrauen können, ist ja so gewaltig hoch, dass wir sie allzugerne verdrängen würden. Aber das ist keine gute Lösung. Das ist nur die Verschiebung einer Bombe, die dann zu einem anderen Zeitpunkt woanders explodieren kann.

(Siehe hierzu auch meine Beiträge:

“Vertrauen ist gut, Kontrolle sei besser? Aber der muss man auch erst mal vertrauen” (E. Blanck, deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler)

“Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd” (Buffalo Bill) Konsequenzen nach dem AmokFlug 4U9525

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„The Unforgettable“ – Jürgen G. (†) – Plädoyer für mehr DenkMal- & Helden – Pflege (WehrWolter – WW35 – Hans Wolter)

Jürgen G. (†); 15.06.1954 – 07.03.2007

Tod2

Manche sterben früh.  –  Manche sterben spät.  –  Wenige leben intensiv.

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