Tag Archives: Werther

Amokfahrt Münster – Anschlagversuch Berlin – Terror, Angstfaszination, Medienlogik und der Drang nach öffentlichem Gesehen-Werden – medienpsychologische Gedanken – (WehrWolter – ww 305 – Hans Wolter)

Kurz zusammengefasst: Bad news are good news! – Von der Angstfaszination des Menschen. – Ein sich selbst verstärkender Effekt, an dem wir alle beteiligt sind. – Das Geschäft mit der Angst war schon immer ein gutes. – Vom Paradox der tödlichen Belebung. – Krieg und Bad News als Wirtschaftsfaktor, sowie die kulturelle Aufforderung zur Selbst-Optimierung fördern die Zunahme von Gewalt.

Samstag, 07.04.2018: Ein Kleintransporter ist am Samstagnachmittag in Münster in die voll besetzte Außenterrasse eines Altstadt-Lokals gerast. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat des Deutschen keinen terroristischen oder islamistischen Hintergrund hat. Sonntag, 08.04 2018: Die Berliner Polizei hat nach Informationen der „Welt“ einen Anschlag während des Halbmarathons in der Hauptstadt verhindert. Der Hauptverdächtige gehöre zum Umfeld des Weihnachtsmarktattentäters Anis Amri und soll geplant haben, mit Messern Zuschauer und Teilnehmer der Sportveranstaltung zu töten.

Anhand dieser Beispiele versuche ich heute einmal einen anderen Zugang zu dieser Thematik. Mein Blick ist diesmal nicht politisch, auch nicht vom Störungsbild der Täter aus betrachtend, sondern mehr medien- und kultur-psychologisch. Weiterlesen …

Über Verführbarkeit zum Extremismus und die psychologische Wirkung von Worten: Der gemeinsame Nenner zwischen Rechtspopulisten und radikalen Islamisten – Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ birgt eine gewaltige Sprengkraft – Paradoxe Intervention – (WehrWolter – ww 233 – Hans Wolter)

In Unterwerfungen gibt es nicht selten einen geheimen Pakt zwischen Tätern und Opfern. Wenn Herrschende ein Volk unterwerfen, ist das Volk nicht unschuldig. Wenn Rechtspopulisten vor der Gefahr fremder Machtübernahme oder „denen da oben“ warnen, wollen sie sich eigentlich an die gleiche Stelle setzen und eine tendenziell radikale Macht ausüben.

Dieses Phänomen greife ich am Roman „Unterwerfung“ des französischen Autors Michel Houellebecq auf. Ort des Geschehens: Frankreich im Jahre 2022. Französischer Präsident ist ein Muslimbruder. Humanistisch gesinnte Islamisten regieren das Land. Der Autor Michel Houellebecq entlarvt in seinem Roman die völkische Gesinnung, die vorgibt das Abendland vor dem Islam retten zu wollen. Dieses Buch steigerte nicht nur die Bekanntheit des Autors, löste nicht nur Diskussion, sondern auch reale Gewalt aus. Mit etwas Abstand könnte man es heute auch als Aufrüttelungsversuch verstehen. Im Sinne einer paradoxen Intervention.

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